Fall Natascha Kampusch: „Ein Netzwerk in höchsten Kreisen“ (2)


GuidosKolumneNeu

436 (97/2014)

Vorrede:

Wohl wegen meiner andauernden kritischen Berichterstattung zum Mainstream, insbesondere im Fall Natascha Kampusch kam es in den letzten Tagen zu massiven Angriffen auf meinen Rechner. Er wurde mit Viren verseucht, das WLAN abgeschaltet. Selbst mein Mobilfunkbetreiber konnte sich das nicht erklären. Meine Antwort ist klar: Ich lasse mich in meiner Arbeit in keiner Weise behindern! Entweder arbeite ich von einem anderen Arbeitsplatz aus oder mit einem anderen Rechner. Meine brisanten Unterlagen sind bei Rechtsanwälten, Polizeibeamten, Kollegen etc. im In- und Ausland hinterlegt.

Fall Natascha Kampusch: „Ein Netzwerk in höchsten Kreisen“ (2)

 

Die Entführungsgeschichte der Natascha Kampusch hat sich anders abgespielt, als offiziell verlautbart. Aus diesem Grund  veröffentliche ich hier auf meinem Blog einen Teil meiner diesbezüglichen Recherchen. Explizit fordere ich Kollegen von den Medien, Politiker oder andere Kritiker dazu auf, das mir vorliegende Material „öffentlich“ zu widerlegen!

 

Der Kurier vermeldete im September 2011: »(Franz) Kröll hatte schon im Zuge der offiziellen Ermittlungen 2009 in einem Telefonat festgehalten, dass er hinter dem Entführungsfall ein Pädophilen- und Porno-Netzwerk vermute«.[1] Auszüge eines Tonbandmitschnitts[2] dieses Telefongespräches, das der Oberst mit einem Journalisten[3] führte werden zitiert. Dieses Tonband liegt auch uns vor. Nachfolgend geben wir umfassende Details daraus wieder und heben die wichtigsten Aussagen hervor:

 

Journalist: In X[4], wenn ich da hingehen würde, da kommt ein weißer Lieferwagen, der bringt Kinder.

Kröll: Ein weißer Lieferwagen soll Kinder bringen?

Journalist: Der bringt Kinder, ja. Der liefert Kinder an. Da geht es um Waisenhäuser und Kinderheime, die liefern auch Kinder, die werden auch zur Adoption gegeben in diese Kreise. Da sprach er gestern von einem Waisenhaus in Y[5], das muss vor zwei Jahren gewesen sein. Das Mädchen heißt Manuela[6]. Das Mädchen ist bei der Großmutter zunächst aufgewachsen, die Eltern sind tot. Das Mädchen stammt wahrscheinlich aus Z[7].

Kröll: Das Mädchen heißt Manuela und soll in einem Waisenhaus in Y. untergebracht sein und stammt aus Z.

Journalist: Dann ist es an irgendwelche Satanistenkreise adoptiert, verkauft, oder sonst irgendetwas worden. Mittlerweile ist das Mädchen ja verschwunden. Dieses Mädchen könnte stammen, höchstwahrscheinlich aus Z. Sie heißt Manuela, den Nachnamen weiß ich leider nicht und die ist in satanischen Kreisen verschwunden.

Kröll: Uns allen geht es um die Aufdeckung schlimmster Verbrechen. Da geht es um die größten Schweine. Da kann man nur zusammenarbeiten. Diese Namen, die Sie uns genannt haben, haben wir alle überprüft, das sind sensible Personen. Wenn wir den kleinsten Fehler machen wird dieses Netzwerk tätig, verstehen Sie mich? Wir müssen, bevor wir mit diesen dubiosen Menschen überhaupt reden, und da darf niemand über unseren Ermittlungskreis hinaus etwas wissen. Wir müssen vorher ein Fundament aufbauen, das so stark ist, dass wenn wir an diese Leute herantreten, niemand mehr die Möglichkeit hat – und ich glaube Sie kennen den Fall Lucona, was dort passiert ist – da haben hochkarätige Beamte, man hat sie suspendiert, man hat sie angeschwärzt, bis der Tropfen war, der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Dann hat das eine Eigendynamik, die niemand mehr stoppen kann. Wenn solche Leute, die Sie uns genannt haben in diese Sache involviert sein sollen und wir machen einen Fehler – dann können Sie sicher sein – dass das Netzwerk agiert, dann was passiert und das alle Beweise die existieren dann alle verschwinden und wir laufen auf. Und letztendlich blamieren wir uns, das ist dann ein Skandal. Das wollen wir nicht. Wir machen Nägel mit Köpfen und wir wollen gemeinsam den Weg gehen. Sie bekommen die Geschichte, sie bekommen alles. Es muss eine offene, ehrliche Zusammenarbeit ohne Zeitverlust sein. Wir können nicht bis zum Jahr 2709 warten, erstens lebe ich dann nicht mehr. Es hat keinen Sinn, da geht es nicht um eine Geschichte, wer wem eine Dose Fisch gestohlen hat, da geht es um eine der größten Schweinereien überhaupt, wenn ich das so sagen darf. Und da geht es nur Schlag auf Schlag. Wir werden mit Sicherheit alles tun, wenn die Geschichte läuft, dass es Ihre Geschichte war. Es wird bei uns auch – wenn Sie das wünschen – bei uns dann so sein, dass nur durch die intensive Zusammenarbeit mit Ihnen dieser Fall in diese Richtung gelenkt werden konnte (…) Aber wir brauchen da etwas, ein offenes Gespräch führen, wie wir diesen bösen Menschen das Handwerk legen können, bevor wir überhaupt anfangen etwas gegen Sie zu machen. Wenn das aus unseren Kreisen – wir sind hier fünf Beamte – hinausgeht und in bestimmte Bereiche kommt und der eine kennt den und warnt den, dann ist die Sache gelaufen. Das können Sie so vergessen.

Journalist: Ich bin in den nächsten Tagen in Wien und dann könnten wir uns treffen…

Kröll: Ich bin da, wir sind da, Tag und Nacht, wenn es um so eine Sache geht. Sie haben unsere Unterstützung, wir machen das mit Ihnen. Nur wir müssen Nägel mit Köpfen machen. Wir lassen da nicht zu, dass diese Leute hinausschlüpfen nur weil sie es sich wieder richten. Das sind Kreise, das sind Leute die Verbindungen bis in die höchsten Kreise haben. Um Gottes Willen, wenn die nur den geringsten Wind bekommen, da können Sie sich vorstellen, was sich da abspielt. Wir laufen auf und die ganze Geschichte ist ein Flop. Dann wird der Spieß umgedreht (…).

 

Wer also sind die »sensiblen« Personen, die Verbindungen bis in die »höchsten Kreise« haben sollen, über die der Journalist und Oberst Franz Kröll sprachen? Stammen sie aus Politik- und oder Justizkreisen? Ähnlich wie in der »Lucona-Affäre«?

Herbert Szlezak, Sprecher des Vereins Opferinitiative erzählt uns diesbezüglich in einem Interview: »Wir haben Kontakt gehabt mit Oberst Franz Kröll. Und Oberst Franz Kröll ist im Zuge seiner Recherchen ebenfalls zu der Erkenntnis gekommen, dass es ein hochkarätiges Netzwerk gibt, das diesen Fall vertuscht (…) Es gibt keine Verschwörungstheorie in diesem Fall, nur eine Verschwörungspraxis. Tatsache ist, es wurde ja nicht nur dieser Fall eingestellt, es wird ja alles eingestellt. Und die Verschwörung ist das, dass die Staatsanwaltschaft (…) überall Einzeltäter sieht und offensichtlich sind es Einzeltäter. Also die Vertuschung ist eigentlich die Vertuschung des Netzwerkes (…) Ich glaube, dass es kein Selbstmord war, ich glaube, dass es ein gewaltsamer Tod war, dass der Franz Kröll ermordet wurde und zwar deshalb, weil er genau auf die Hintermänner dieses Netzwerkes gestoßen ist«.[8]

War der Chefermittler also bereits auf der Spur dieses »Netzwerkes«, deren Protagonisten offenbar in die »größten Schweinereien« überhaupt verwickelt waren? In den Verkauf von Kindern in die Pädophilenszene, um Kinderpornographie, Kindesmissbrauch, Sado-Maso-Sex und Satanismus?

Vieles spricht dafür, dass es genauso ist, wie Franz Kröll schon damals vermutete und der betonte, dass er es nicht zulassen würde, dass »diese Leute hinausschlüpfen nur weil sie es sich wieder richten«. Damit wurde er tatsächlich zu einer konkreten Gefahr für sie. Waren diese »höchsten Kreise« also auch für seine »Beseitigung« verantwortlich? Verschwanden daher in der Causa Kampusch Beweisstücke, ließen sie die Soko auflaufen, mobbten und ignorierten den Leiter, behinderten die Ermittlungen, warnten und schützten sich die involvierten Verantwortlichen gegenseitig und wurde daher der »Spieß umgedreht«, genauso wie es der Oberst befürchtet hatte? Auch dafür spricht vieles, wie wir bereits dokumentiert haben.

Die Entführungsgeschichte der Natascha Kampusch hat sich anders abgespielt, als offiziell verlautbart.

Mit diesem Fall wurde nicht nur unglaublich viel Geld verdient, sondern auch ein elitäres Kinderporno-Netzwerk geschützt, das der Chefermittler Franz Kröll bereits im Visier hatte. Er kannte Namen. Und dann war er tot.

 

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Quellen:

 

[1] »Kampusch: Chefermittler hat weiterermittelt« in: kurier.at v. 27.09.11 (http://kurier.at/politik/kampusch-chefermittler-hat-weiterermittelt/731.884)/Zugriff: 01.12.111

[2] »Tonband Franz Kröll – Journalist«/Archiv Grandt/Schulze

[3] Name bekannt

[4] Ort bekannt

[5] Ort bekannt

[6] Name geändert

[7] Name bekannt

[8] Sichtliste O-Ton Herbert Szlezak (Verein Opferinitiative), 21.02.13, Wien, Timecode 04:24-04:37, 04:42-05:07, 05:24-05:36/Archiv Grandt/Schulze

 

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DENKEN SIE IMMER DARAN:

SIE HABEN EIN RECHT AUF DIE WAHRHEIT!

 

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Weitere Hintergründe zum Fall Natascha Kampusch:

COVER Band 1Cover2Cover3Akte Natascha Kampusch - Die Geheimdokumente_NEU2

http://www.alaria.de/home/2830-fall-natascha-kampusch-die-inoffizielle-story.html

http://www.alaria.de/home/2831-fall-natascha-kampusch-die-inoffizielle-story.html

http://www.alaria.de/home/2832-fall-natascha-kampusch-die-inoffizielle-story.html

http://www.alaria.de/home/2674-akte-natascha-kampusch.html

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Fall Natascha Kampusch: „Ein Netzwerk in höchsten Kreisen“ (1)


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435 (96/2014)

Vorrede:

Wohl wegen meiner andauernden kritischen Berichterstattung zum Mainstream, insbesondere im Fall Natascha Kampusch kam es in den letzten Tagen zu massiven Angriffen auf meinen Rechner. Er wurde mit Viren verseucht, das WLAN abgeschaltet. Selbst mein Mobilfunkbetreiber konnte sich das nicht erklären. Meine Antwort ist klar: Ich lasse mich in meiner Arbeit in keiner Weise behindern! Entweder arbeite ich von einem anderen Arbeitsplatz aus oder mit einem anderen Rechner. Meine brisanten Unterlagen sind bei Rechtsanwälten, Polizeibeamten, Kollegen etc. im In- und Ausland hinterlegt.

Fall Natascha Kampusch: „Ein Netzwerk in höchsten Kreisen“ (1)

Die Entführungsgeschichte der Natascha Kampusch hat sich anders abgespielt, als offiziell verlautbart. Aus diesem Grund  veröffentliche ich hier auf meinem Blog einen Teil meiner diesbezüglichen Recherchen. Explizit fordere ich Kollegen von den Medien, Politiker oder andere Kritiker dazu auf, das mir vorliegende Material „öffentlich“ zu widerlegen!

Hinsichtlich der Causa Kampusch sagte Oberst Franz Kröll einem Journalisten gegenüber: »Der Fall hat eine Dimension wie Lucona. Ich bin knapp davor, ihn zu lösen und die Kriminellen zu entlarven«.[1]

Er spielt dabei auf die so genannte »Lucona-Affäre« an, die in den späten 1960er- und den frühen 1990er Jahren ganz Österreich in Atem hielt: Im Zuge eines gigantischen Versicherungsbetruges in Millionenhöhe, der am Ende aber nicht gelingt. Am 23. Januar 1977 wird der Frachter »Lucona« durch eine Explosion im Indischen Ozean versenkt. Dabei sterben sechs Besatzungsmitglieder. Als Drahtzieher des Anschlags gilt Udo Proksch, der Kontakte in die höchsten politischen Kreise und sogar bis in die österreichische Regierung hatte. Proksch soll sogar auf Bundeskanzler Bruno Kreisky eine »magische Wirkung« gehabt haben.[2]

Dabei spielte wohl auch der ominöse »Club 45« eine dominierende Rolle. »Um kaum eine Institution der Zweiten Republik ranken sich so viele Mythen wie um den ‚Club 45’«, erklärt die Journalistin und Moderatorin Ingrid Thurnher in ihrem spannenden Buch Auf den Spuren des Udo Proksch – Der Zuckerbäcker, der eine ganze Republik verführte. »Ein Nervenzentrum politischer Macht soll er gewesen sein, eine Art Geheimloge, wilde Sex-Szenen prominenter Politiker sollen sich in eigens für diesen Zweck eingerichteten Hinterzimmern abgespielt haben, von Udo Proksch fotografisch dokumentiert, so als eine Art Lebensversicherung. Von der Existenz dieser Fotos haben viele gewusst«. Und weiter: »Unter den Mitgliedern finden sich vor allem, aber nicht nur, Männer mit Nähe zur Sozialdemokratie, sie kommen aus der Politik, der Wirtschaft, den Medien und der Kunst«.[3]

Der Bauunternehmer Alexander Maculan, selbst ein langjähriges Clubmitglied, schreibt später über den Club, dass er eine »Pseudoheimstätte eines sozialistischen Parteiadels« gewesen sei. »Sicherlich war die gesamte SPÖ-Prominenz, aber auch viele Künstler und auch manch anders denkende Mitglieder in diesem Club. Darunter auch ich«.[4] Dieses Netzwerk soll  Proksch später auch bis zu einem bestimmten Grad bei den »Lucona«-Ermittlungen geholfen haben. »Bei mir können sie fressen und saufen, aber tanzen werden sie nach meiner Pfeife«, sagte der einmal passend dazu.[5]

So zeigt die Mitgliederliste von 1980 rund 250 Namen aus der Politik-, Wirtschafts-, Banken- Medien- und Künstlerprominenz, darunter beispielsweise Hannes Androsch (Bundesminister für Finanzen),  Erwin Lang (Bundesminister für Inneres), Karl Lausecker (Bundesminister für Verkehr), Fred Sinowatz (Bundesminister für Unterricht), Franz Skotton (Bundesratspräsident), sowie Karl Reidinger (Polizeipräsident) und General Karl Schrems (Stadtkommandant). Auch Medienvertreter waren darunter: Friedrich Dragon (Chefredakteur Kronenzeitung), Josef Riedler (Chefredakteur Neue Zeit), Paul Fritz (Redakteur Neue Zeit), Teddy Podgorski (Sportchef ORF), Erich Sokol (Chefgrafiker ORF) und Günter Nenning (Präsident der Journalistengewerkschaft).[6]

Doch schließlich versinkt der »Club 45« mit in dem sogenannten »AKH-Skandal« um das Allgemeine Krankenhaus Wien. Dabei bezeichnet der Sekretär der »Vereinigung Österreichischer Industrieller«, Herbert Krejci,  den Club als »Mafia«.[7] In der richterlichen Begründung der Untersuchungshaft für einige Verdächtige heißt es: » (…) bildeten das Korruptionskartell rund ums AKH. Als Nährboden dafür gab es Freundschaften untereinander, Möglichkeiten von Einflussnahmen (auf Auftragsvergaben und Schmiergeldzahlungen) ihren Firmen gegenüber, einen gesicherten sozialistischen Background (etwa durch den Club 45 oder Pro-forma-Mitgliedschaft bei der SP…und ein solchen Machenschaften gegenüber völlig hilfloses System mangelnder Kontrolle durch die öffentlichen Körperschaften«.[8]

Tatsächlich gehören zu den zentralen Figuren des Skandals »Club 45«-Mitglieder, wie Diplom-Ingenieur Adolf W.[9], Diplom-Kaufmann Siegfried W.[10] und Erich Z.[11] (Vertriebsdirektor der Telefon-Firma ITT). Jetzt wird der »Club 45« in einigen Polit-Magazinen als »Staat im Staat« bezeichnet, als »geheimes Machtzentrum und als geheime Männerverschwörung«. Selbst Bundeskanzler Bruno Kreisky muss sich unliebsame Fragen von Nationalratsabgeordneten gefallen lassen.[12]

Doch zurück zu der von Oberst Kröll angesprochenen »Lucona-Affäre«, in die Udo Proksch ebenfalls tief verstrickt ist. Bei dem misslungenen Versicherungsbetrug durch die »Sprengung« des Frachters »Lucona« sterben sechs Menschen. Die anschließenden Untersuchungen weiten sich zum größten politischen Skandal Österreichs aus, in den sich mehrere Spitzenpolitiker verstricken. Zunächst kann sich Udo Proksch auf sein Netzwerk verlassen: Die wichtigsten Politiker des Landes werfen sich für ihn ins Zeug (Thurnher), wie beispielsweise der Außenminister und spätere Nationalratspräsident Leopold Gratz. Er riskiert für seinen Freund Proksch Amt und Prestige und – im wahrsten Sinne des Wortes – auch seinen Job. Gratz wird schließlich wegen falscher Zeugenaussage zu einer Geldstrafe von 450.000 Schilling verurteilt, zieht sich aus der Politik zurück und stirbt 2006.

Auch Innenminister Karl Blechas rote Weste ist getrübt. Er erteilt nicht zustehende Weisungen an die Staatsanwaltschaft, Erhebungen gegen Proksch und dessen Kompagnion sofort einzustellen und einen Privatdetektiv und Journalisten zu bespitzeln. In der Stellungnahme zum Untersuchungsausschuss liest sich das so: »Der sozialistische Innenminister Karl Blecha hat sich dazu hergegeben, die Strafverfolgung des Udo Proksch zu behindern und durch willfährige Beamte behindern zu lassen. Er hat dem Parlament auf parlamentarische Anfragen wiederholt unwahre und irreführend unvollständige Antworten gegeben«. Und weiter: »Er hat zur Vertuschung seines Fehlverhaltens einem altgedienten Beamten einen Maulkorb umgehängt und eine belastende Urkunde beiseite geschafft (…) Er hat dem Ausschuss die Existenz dieser Urkunde die längste Zeit verschwiegen und als Zeuge mehrfach unrichtige Angaben gemacht. Er hat mit Zeugen des Ausschusses vor deren Einvernahme unangebrachte Kontakte gepflogen. Er hat die Staatspolizei missbräuchlich in den Dienst seiner persönlichen Interessen gestellt (…)«.[13] Innenminister Blecha muss 1989 sein Amt niederlegen, wird im »Lucona«-Prozess aber freigesprochen. Allerdings holen ihn illegale Waffengeschäfte ein: Wegen Urkundenunterdrückung und Fälschung von Beweismitteln wird er schließlich zu einer auf drei Jahre bedingten Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt.[14]

Auch Justizminister Harald Ofner war zu schwach um sich des Netzwerkes um Proksch zu entziehen. Ebenso der Präsident des Arbeits- und Sozialgerichts, Karl-Heinz Demel. Seine Freundschaft zu Udo Proksch soll ihm zum Verhängnis werden: Weil er zwischen öffentlichem Amt und »Freunderlwirtschaft« nicht unterscheiden konnte und sein Amt zugunsten von Proksch einsetzte wird er zu fünf Monaten bedingt und 288.000 Schilling Geldstrafe verurteilt; später bei gekürzten Bezügen vom Dienst suspendiert. Udo Proksch selbst wird im März 1991 zu 20 Jahren Haft verurteilt; im Januar 1992 im Berufungsverfahren zu lebenslanger Haft. 2001 stirbt der »Politik-Networker« nach einer Herzoperation.[15] Beim »Lucona«-Prozess werden insgesamt sechzehn hochrangige Politiker und Beamte von ihren Posten entfernt, angeklagt oder verurteilt.[16]

Der ebenfalls in den Skandal verwobene damalige Verteidigungsminister Karl Lütgendorf, der vermutlich Munition für die Sprengung der »Lucona« beschaffte obwohl der Nachweis im Gerichtsverfahren nicht gelang, begeht später Selbstmord. So jedenfalls die offizielle Version. Dabei hatte er sich mit einer Waffe in den Mund geschossen, die er in der linken Hand hielt. Und das, obwohl er Rechtshänder war. Dennoch wurden die Akten geschlossen.[17] »Warum erst zehn Jahre nach seinem Tod per Gerichtsbeschluss eine Obduktion angeordnet wird, gibt weiteren Anlass zu Spekulationen«, schreibt Ingrid Thurnher dazu. »Die näheren Umstände seines Todes werden aber nie aufgeklärt, oder wenn doch, werden die Erkenntnisse nie öffentlich bekannt«.[18]

Ähnliches geschah nun im Fall Oberst Krölls, dem Soko-Leiter, der den Fall Kampusch einst mit der »Lucona«-Affäre verglich, die belegbar aufgezeigt hatte, dass tatsächlich ein Netzwerk aus hochrangigen Politkern, Wirtschaftsbossen, Bankern und Medienverantwortlichen existierte (in Form des »Club 45«, der 1992 aufgelöst wurde) und der angesichts der zahlreichen Widersprüche stets gegen die Einstellung der Kampusch-Ermittlungen gewesen war.

Auch Parallelen zur »Lucona-Affäre« frappierend: Der in den Skandal verwickelte damalige Verteidigungsminister Karl Lütgendorf, wir haben es bereits erzählt, soll sich ebenfalls mit der linken Hand in den Mund geschossen haben, obwohl er Rechtshänder war! Genauso wie scheinbar der Chefermittler der Causa Kampusch Franz Kröll.

Wurde Kröll so von der »Lucona-Affäre« eingeholt, die er einst miteinander verglich? War es doch Mord, inszeniert als Selbstmord, wie sein Bruder Karl vermutet? War die Tatausführung (Rechtshänder erschießt sich mit links) des angeblichen Suizids, das dem im Fall Lütgendorf auf erschreckende Weise glich, eine Art »Warnung« derjenigen Hintermänner für diejenigen Mitwisser oder gar Mittäter, weiter zu schweigen? Meinte Oberst Kröll mit »Der (Kampusch-)Fall hat eine Dimension wie Lucona«, also genau das damit? Und mit den »Kriminellen«, die er davor stand »zu entlarven«, jene oder ähnliche Kreise, die für Lucona und  Kampusch verantwortlich waren und noch sind? Musste der Oberst deshalb gestoppt werden? Und wie sind die Vorwürfe Ludwig Kochs, Nataschas Kampuschs Vater zu verstehen und einzuordnen, der im Februar 2013 verlauten ließ, seine Tochter wäre mitschuldig am Tod des Chefermittlers?[19]

Wir machen uns auf Spurensuche, um möglichst viele Antworten auf diese brisanten Fragen zu erhalten. Zunächst erfahren wir von Karl Kröll, dass sein Bruder, nachdem die Akte Kampusch geschlossen worden war, auf eigene Faust weiter ermittelt hätte. »Und ich glaube«, so Kröll, »dass er noch mehr wusste. Er führte immer ein Heft mit sich, worin er seine laufenden Ermittlungsergebnisse und -vorhaben notierte. Das Heft ist seit seinem Tod jedoch verschwunden«.[20]

Zudem gibt es Aufzeichnungen des Oberst von Politikern, die in der Sado-Maso-Szene verkehrten. Im Zuge unserer weiteren Recherchen erfahren wir zwei diesbezügliche Namen von hochkarätigen Politikern, die Oberst Kröll in diesem Zusammenhang zumindest »kritisch« sah.

Einmal ging es um den prominenten Ehemann[21] einer ehemaligen Ministerin, der »verdächtig in der Pädophilenszene herum gekreist« ist.

Das andere Mal um einen hochrangigen Politiker in der »SM-Szene«, also der Sado-Maso-Szene. Uns liegt dazu eine Kopie aus Oberst Krölls Notizheft vor, in dem unter dem Eintrag 23.03.10, 10:40 (Uhr) steht: »X[22] in Sado-Maso-Szene. Gefahr, dass Medien etwas erfahren«.[23]

X, dessen Identität uns bekannt ist, ist ein wahres Polit-Schwergewicht in Österreich. Würden seine diesbezüglichen sexuellen Neigungen öffentlich bekannt, könnte er wahrscheinlich abdanken…

Die Entführungsgeschichte der Natascha Kampusch hat sich anders abgespielt, als offiziell verlautbart.

Mit diesem Fall wurde nicht nur unglaublich viel Geld verdient, sondern auch ein elitäres Kinderporno-Netzwerk geschützt, das der Chefermittler Franz Kröll bereits im Visier hatte. Er kannte Namen. Und dann war er tot.

 

Weiter morgen in Teil 2!

 

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Quellen:

[1] »Einzeltäter oder Pädophilenring? Die acht größten Ungereimtheiten im Fall Natascha Kampusch« in: FocusOnline v. 29.02.12 (http://www.focus.de/panorama/welt/tid-25156/einzeltaeter-oder-paedophilenring-die-acht-groessten-ungereimtheiten-im-fall-kampusch_aid_719098.html)/Zugriff: 01.03.12/»Ein Baby, ein toter Ermittler und viele Fragen« in: 20min.ch v. 30.11.11 (http://www.20min.ch/news/dossier/kampusch/story/Ein-Baby–ein-toter-Ermittler-und-viele-Fragen-29372922)/Zugriff: 12.12.11

[2] Ingrid Thurnher: »Auf den Spuren des Udo Proksch – Der Zuckerbäcker, der eine ganze Republik verführte«, Salzburg 2011, S. 236

[3] Ingrid Thurnher: »Auf den Spuren des Udo Proksch – Der Zuckerbäcker, der eine ganze Republik verführte«, Salzburg 2011, S. 205

[4] Vgl. dazu: Alexander Maculan: »Konzept – Udo Proksch und der Club 45«, zitiert nach: Ingrid Thurnher: »Auf den Spuren des Udo Proksch – Der Zuckerbäcker, der eine ganze Republik verführte«, Salzburg 2011, S. 205, 206

[5] Ingrid Thurnher: »Auf den Spuren des Udo Proksch – Der Zuckerbäcker, der eine ganze Republik verführte«, Salzburg 2011, S. 205

[6] Ingrid Thurnher: »Auf den Spuren des Udo Proksch – Der Zuckerbäcker, der eine ganze Republik verführte«, Salzburg 2011, S. 219-226

[7] Ingrid Thurnher: »Auf den Spuren des Udo Proksch – Der Zuckerbäcker, der eine ganze Republik verführte«, Salzburg 2011, S. 241

[8] Ingrid Thurnher: »Auf den Spuren des Udo Proksch – Der Zuckerbäcker, der eine ganze Republik verführte«, Salzburg 2011, S. 245

[9] Name bekannt

[10] Name bekannt

[11] Name bekannt

[12] Ingrid Thurnher: »Auf den Spuren des Udo Proksch – Der Zuckerbäcker, der eine ganze Republik verführte«, Salzburg 2011, S. 245, 246, 247, 248, 251

[13] Ingrid Thurnher: »Auf den Spuren des Udo Proksch – Der Zuckerbäcker, der eine ganze Republik verführte«, Salzburg 2011, S. 287, 288

[14] Ingrid Thurnher: »Auf den Spuren des Udo Proksch – Der Zuckerbäcker, der eine ganze Republik verführte«, Salzburg 2011, S. 289

[15] Ingrid Thurnher: »Auf den Spuren des Udo Proksch – Der Zuckerbäcker, der eine ganze Republik verführte«, Salzburg 2011, S. 289, 290

[16] »Einzeltäter oder Pädophilenring? Die acht größten Ungereimtheiten im Fall Natascha Kampusch« in: FocusOnline v. 29.02.12 (http://www.focus.de/panorama/welt/tid-25156/einzeltaeter-oder-paedophilenring-die-acht-groessten-ungereimtheiten-im-fall-kampusch_aid_719098.html)/Zugriff: 01.03.12

[17] »Karl Lütgendorf: Sein Geheimnis nahm ‚Lü‘ ins Grab« in: diepresse.com v. 06.10.06 (http://diepresse.com/home/diverse/archiv/61093/Karl-Luetgendorf_Sein-Geheimnis-nahm-Lue-ins-Grab?from=suche.extern.google.at)/Zugriff: 02.02.13/»Einzeltäter oder Pädophilenring? Die acht größten Ungereimtheiten im Fall Natascha Kampusch« in: FocusOnline v. 29.02.12 (http://www.focus.de/panorama/welt/tid-25156/einzeltaeter-oder-paedophilenring-die-acht-groessten-ungereimtheiten-im-fall-kampusch_aid_719098.html)/Zugriff: 01.03.12

[18] Ingrid Thurnher: »Auf den Spuren des Udo Proksch – Der Zuckerbäcker, der eine ganze Republik verführte«, Salzburg 2011, S. 137, 138

[19] »Nataschas Vater rechnet mit Buch ab« in: 0e24.de v. 24.02.13 (http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/Natascha-Kampuschs-Vater-rechnet-mit-Buch-ab/95888343)/Zugriff: 24.02.13

[20] »Der Fall kostete den Chefermittler das Leben« in: 20.min.ch v. 24.02.12 (http://www.20min.ch/kampusch/story/Der-Fall-kostete-den-Chefermittler-das-Leben-31245140)/Zugriff: 24.02.12

[21] Name bekannt

[22] Name des Politikers

[23] »Auszug aus Oberst Franz Krölls Notizheft, Eintrag: 23.03.10, 10:40«/Archiv Grandt/Schulze

 

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DENKEN SIE IMMER DARAN:

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Weitere Hintergründe zum Fall Natascha Kampusch:

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http://www.alaria.de/home/2830-fall-natascha-kampusch-die-inoffizielle-story.html

http://www.alaria.de/home/2831-fall-natascha-kampusch-die-inoffizielle-story.html

http://www.alaria.de/home/2832-fall-natascha-kampusch-die-inoffizielle-story.html

http://www.alaria.de/home/2674-akte-natascha-kampusch.html

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Fall Natascha Kampusch – Das „Imperium“ schlägt zurück!


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353 (12/2014)

 

Der Fall Natascha Kampusch ist  offiziell abgeschlossen.  Und zwar im Sinne der Verantwortlichen.

 

So wurde nun auch das vorletzte Kapitel geschlossen: Die Ermittlungen gegen den ehemals besten Freund und Geschäftspartners von Kampusch Entführer Wolfgang P., Ernst H.,  wegen schweren Betruges bei einem Verlassenschaftsverfahren, sind von der Staatsanwaltschaft in Wien eingestellt worden.  Das Delikt sei verjährt.

Ernst H. stand einst im Verdacht, mit zu einem Tätersnetzwerk gehört zu haben.

 

Engagierter zeigen sich die Ermittlungsbehörden, wenn es um die Aufklärer geht.  Einer der ersten, der die zahlreichen Ungereimtheiten auf den Tisch brachte, ist der ehemalige Präsident des Obersten Gerichtshofs in Wien, Johann Rzeszut.  Er war auch zeitweise Mitglied der eingesetzten Evaluierungskommission. Gegen ihn wird wegen des Verdachts auf Falschaussage ermittelt.

Unglaublich!

 

Johann Rzeszut ist ein völlig integerer Mann, dem bislang niemand etwas anhaben konnte, weil er alles, was er behauptet, auch belegen kann. Denn schon längst hegt er erhebliche Zweifel an der offiziellen Version der Behörden.

In meinen Büchern habe ich dies ebenfalls hinreichend belegt!

Der Vorwurf gegen den ehemaligen obersten Juristen Österreichs:  „Im März 2012, also fast sechs Jahre nachdem Natascha Kampusch die Flucht gelungen war, hatte ein niederösterreichischer Polizist auf eigene Faust so etwas ähnliches wie stark verspätete Nachforschungen in einer niederösterreichischen Volksschule durchgeführt. Als die Sache aufflog, wurden Erhebungen gegen den Beamten geführt. Dabei wurde auch Rzeszut befragt, weil sich herausgestellt hatte, dass es telefonische Kontakte zwischen dem Beamten und Rzeszut gegeben hatte. Nach dieser Befragung hatte die Staatsanwaltschaft Linz den Verdacht, dass Rzeszut falsche Angaben gemacht haben könnte. Rzeszut bestreitet dies entschieden.“ (Die Presse v. 03.04.14)

Ob es diese „telefonischen Kontakte“ allerdings je gab und/oder nicht „inszeniert“ wurden, bleibt weiterhin sehr fraglich für mich. Auch der Richter selbst bestreitet die Vorwürfe entschieden.

Strafandrohung: bis zu drei Jahren Haft.

Damit wäre einer der profiliertesten Kritiker kalt gestellt. Und das ist letztlich das Ziel derjenigen, die hinter dem Entführungsfall stecken!

Dennoch: Sollte es zu einem Prozess gegen Johann Rzeszut kommen, dann wird der ehemalige Höchstrichter Österreichs weiter auspacken und Ross und Reiter nennen.

So geben sich auch viele Kenner und Insider – des weltweit einzigartigen Entführungsfalles – aus Politik, Justiz und Medien keineswegs mit den abschließenden Ermittlungsergebnissen zufrieden, die eine Mehrtäter-Theorie und ein elitäres Pädäophilennetzwerk ausschließen.

Ganz im Gegenteil.

Der durch (scheinbaren) Selbstmord umgekommene Ermittlungsleiter Oberst Franz Kröll jedenfalls hat viele Hinweise gefunden, die genau in diese Richtung gehen.

Genauso wie ich selbst bei meinen monatelangen Recherchen, die ich verschiedenen Büchern zusammengefasst habe.

Das elitäre Netzwerk, von dem Kröll sprach, existiert weiter.

Und momentan schlägt es zurück, um Kritiker mundtot zu machen und seine Verbrechen zu vertuschen!

Natascha Kampusch ist damit kein gewöhnlicher Kriminalfall – nein, er ist zur Staatsräson geworden!

 

 

 

Aus dem Vorwort von „Natascha Kampusch – Die inoffizielle Story“ von mir:

 

»Über kaum einen anderen Entführungsfall ist weltweit so viel berichtet worden, wie über die Causa Natascha Kampusch. Und kein anderer Entführungsfall ist umstrittener als dieser – beschäftigte er über viele Jahre hinweg nicht nur Ermittlungsbehörden und Medien, sondern auch die Politik«, schreibt mein Kollege Malko Hellmark in seinem Buch Akte Natascha Kampusch – Die Geheimdokumente, das ebenfalls im gugra-Media-Verlag erschienen ist. Und weiter: »Doch im April 2013, nach der letzten Evaluierung durch ein sogenanntes ‚Expertenteam‘, wurde die ‚Akte Kampusch‘ wohl endgültig geschlossen. Trotz vieler offener oder nur unbefriedigend beantworteter Fragen. So ist es nicht verwunderlich, dass der Entführungsfall Kampusch die Gemüter weiter erhitzt: Vieles bleibt fraglich, strittig und nebulös«.
In den vorliegenden drei Bänden von Fall Natascha Kampusch – Die »inoffizielle« Story habe ich mich mit dem kompletten Themenkomplex ausführlich und kritisch beschäftigt.
Auch mir liegen ein Teil der »Geheimdokumente« vor. Es handeln sich dabei um Polizeiberichte, Sachverhaltsmitteilungen, Niederschriften, Akten- und Amtsvermerke des Bundesministerium für Inneres (Bundeskriminalamt), der Bundespolizeidirektion, der Landesgendarmeriekommandos, der Landeskriminalämter, sowie Untersuchungsberichte, E-Mails und Auszüge aus vertraulichen Personenlisten des Soko-Leiters Oberst Franz Kröll, Transkriptionen von Tonbandaufnahmen von Zeugen- und Informantengesprächen, Zeugenskizzen, Einsichtnahmepläne, Übergabelisten aus dem Verlies an das Entführungsopfer Natascha Kampusch, Parlamentarische Anfragen und Antworten der Bundesjustizministerin.
Malko Hellmark: »Diese Dokumente sind, bis auf die zuletzt genannten, als ‚geheim‘ oder zumindest als ’streng vertraulich‘ einzustufen … (und widersprechen) … den weitläufigen und offiziellen Ermittlungsergebnissen … Nun kann der Leser selbst entscheiden, ob er die herkömmliche, die ‚offizielle‘ Entführungsstory so glaubt oder nicht. Meines Erachtens jedoch belegen diese Dokumente in weiten Teilen genau das Gegenteil von dem, was die letzte Evaluierungskommission feststellte: Beim Entführungsfall Kampusch gab es nicht nur gravierende Ermittlungsfehler und Fehleinschätzungen, sondern auch mehr als einen Täter. Die einzige Tatzeugin der Entführung ist glaubwürdig und hat sich bei ihrer Beobachtung nicht geirrt. Soko-Leiter Oberst Franz Kröll hatte wohl den besten Einblick in die Causa. Aufgrund seiner Ermittlungen vermutete er ein Netzwerk in höchsten Kreisen. Schließlich kam er unter mysteriösen Umständen ums Leben, auch wenn die offizielle Version »Selbstmord« lautet. Dies und auch die in Akte Natascha Kampusch abgedruckten Dokumente belegen, dass es zwischen der von Natascha Kampusch und ihrem Beraterteam verlautbarten ‚offiziellen Entführungsversion‘ und seiner Hintergründe viele Abweichungen gibt, die nach wie vor dringend hinterfragt werden müssen«.
Das habe ich in den vorliegenden drei Bänden von Fall Natascha Kampusch – Die »inoffizielle« Story auch getan.

Band 1: Familie, Kindheit, Pädophilenszene?
Band 2: Opfervermarktung, Todesängste, Trauma?
Band 3: Der rätselhafte Tod des Chefermittlers

Als Ergänzung zu den Bänden ist Malko Hellmarks Akte Natascha Kampusch – Die Geheimdokumente dringend zu empfehlen. Hellmark geht darin genauer auf die einzige Zeugin von Nataschas Entführung ein, den Entführer und auch das »Verhältnis« zwischen ihm und seinem Opfer, sowie der Frage, ob Natascha Kampusch »freiwillig« mit ihm geschlafen hat oder nicht.

»Der Fall Natascha Kampusch hätte nach meiner Auffassung (…) von Anfang an anders geschrieben werden müssen«.
Johann Rzeszut (ehemaliger Präsident des Obersten Gerichtshofs Wien und Mitglied der Evaluierungskommission Kampusch)

»Der Fall Kampusch muss mit Sicherheit neu geschrieben werden. Zum Teil kriminalpolizeilich und gerichtlich und mit Sicherheit auf politischer Ebene und auf Ebene des Innenministeriums. Ja, der Fall Kampusch ist noch längst nicht abgeschlossen, er beginnt erst«.
Peter Pilz (Nationalratsabgeordneter der Grünen)

»Dieses Land hat eine zum Teil über hundertjährige Zudeckermentalität, wo man Kriminalfälle mit der erstbesten Variante abgeschlossen hat (…) Der Fall Kampusch muss mit Sicherheit neu geschrieben werden, da bin ich fest davon überzeugt«.
Ewald Stadler (ehemaliger Justizsprecher des BZÖ und Mitglied des Europaparlaments)

»Wenn man die Akten einsieht (…) dann gewinnt man den Eindruck, dass das weit über eine einzelne Täterschaft hinausgeht (…) dass es sich möglicherweise um eine kriminelle Organisation handelt, die im Hintergrund wirkt«.
Werner Amon (ehemaliger Vorsitzender des staatspolizeilichen Untersuchungsausschusses und ÖVP-Nationalratsabgeordneter)

Weitere Quellen:

http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1586082/Ableger-im-Fall-Kampusch_Weisenrat-will-Erhebung

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/3594045/weiteres-kapitel-fall-kampusch-geschlossen.story

 

 

 

GuidosKolumneNEU3

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Siehe auch:

 

 

http://www.amazon.de/Fall-Natascha-Kampusch-inoffizielle-gugra-Media-Investigativ-ebook/dp/B00H9FJW9O/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1397218002&sr=8-4&keywords=guido+grandt+natascha+kampusch

 

http://www.amazon.de/Fall-Natascha-Kampusch-Opfervermarktung-gugra-Media-Investigativ-ebook/dp/B00H9FK5WM/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1397217879&sr=8-3&keywords=guido+grandt+kampusch

 

http://www.amazon.de/Fall-Natascha-Kampusch-Chefermittlers-gugra-Media-Investigativ-ebook/dp/B00H9FKHSY/ref=sr_1_5?ie=UTF8&qid=1397217879&sr=8-5&keywords=guido+grandt+kampusch

 

http://www.amazon.de/Natascha-Kampusch-gugra-Media-Investigativ-Malko-Hellmark-ebook/dp/B00FFAZDEI/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1397217879&sr=8-2&keywords=guido+grandt+kampusch