Brisante Mischung aus Fakten & Fiktion: SNAKE – Der härteste Agent des Global Diplomatic Bureau! (2)


Snake

LESEPROBE BAND 1;

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  1. Kapitel

 

US-Marinestützpunkt Manda Bay, Kenia / Kelley Barracks, Stuttgart, Deutschland / US-Basis Ramstein, Deutschland / Camp Lemonnier, Dschibuti / Cannon Air Force Base, New Mexico, USA.

Im JSOC-Einsatzraum des US-Marinestützpunktes Manda Bay herrschte rege Geschäftigkeit. Captain James Barker saß mit einem Joystick in der Rechten vor der mannshohen Data Wall. Mit äußerster Konzentration beobachtete er auf dem LCD-Bildschirm, welchen Weg die unbewaffnete Überwachungsdrohne im Grenzgebiet zwischen Kenia und Somalia nahm. Mittels einer Ku-Band-Satellitenverbindung wurde die ScanEagle von der Bodenstation aus gesteuert. Die für taktische Luftraumaufklärung verwendete Maschine konnte mit ihren Tageslicht- und Infrarotkameras für Schlechtwetter- und Nachtsicht vierundzwanzig Stunden lang ein Gebiet aufklären.

Barker war Pilot und gehörte der Aufklärungsabteilung Activity des Joint Special Operations Command an. Das JSOC war eine teilstreitkräfteübergreifende Kommandoeinrichtung, die einheitlich die auf Terrorismusbekämpfung, Geiselbefreiung und verdeckte Operationen ausgerichteten Spezialeinheiten führte. Seine Special Mission Units übernahmen jedoch nicht nur nachrichtendienstliche Aufgaben oder Feindaufklärung, sondern ebenso direkte Angriffsoperationen. Finden, Festnageln, Fertigmachen – rasches und sicheres Töten aller Feinde – war auch in Somalia, einem der unruhigsten Krisengebiete dieser Erde, die Maxime der amerikanischen Militärs.

Barker hatte schon annähernd fünfhundert Drohneneinsätze hinter sich. Neben ihm saß sein Sensoroperator, der genauso gespannt wie er selbst auf den Monitor starrte. Der Kopilot bediente die Bordkameras und sichtete die Aufnahmen.

Die Drohne hatte das Ziel lokalisiert und sandte Livebilder an die Kommandozentrale des Marine-Stützpunkts. Darauf war ein Konvoi von zehn alten, ramponierten Fahrzeugen zu sehen, der durch die karge, sonnenverbrannte Landschaft holperte. Bei den Wagen handelte es sich um sogenannte Technicals, Pick-ups mit auf Pritschen montierten Maschinengewehren oder Geschützen.

„Gottverdammt, wir haben diesen verfluchten Bastard!“, sagte Captain James Barker mit unverhohlenem Triumph in der Stimme. Schon seit Wochen waren sie der Zielperson Mohammed Abdirahman auf den Fersen, der die Wagenkolonne anführte. Die All Source Analysts, die Spezialisten der Special-Operations-Abteilung, hatten ihn längst als potenzielles Ziel nominiert. Präsident Barack Obama hatte ihn höchstpersönlich mit seiner Unterschrift auf dem Hinrichtungsdokument zum Abschuss freigegeben. Damit stand Abdirahman ganz oben auf der kill list.

Doch bislang hatte es der somalische Warlord immer wieder verstanden, sich dem Zugriff der Amerikaner zu entziehen. Damit sollte nun Schluss sein. Abdirahman gehörte so gut wie der Vergangenheit an.

Über Satellit gab Captain James Barker die genauen Koordinaten des Konvois nach Süddeutschland an die Kelley Baracks der US-Kaserne in Stuttgart-Möhringen weiter. Hier befand sich der Hauptsitz des Africa Command, dem die militärische Verantwortung für jeden Drohneneinsatz über Afrika unterlag. Das AFRICOM koordinierte zudem sämtliche Ablaufschritte der sogenannten kill chain, der Tötungskette eines Drohnenangriffs.

Der eigentliche Kampfeinsatzraum allerdings lag in der Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz. Dieser Stützpunkt war der größte Militärflugplatz außerhalb Amerikas, die Drehscheibe für die Kriege in Afghanistan und im Irak. Seit einiger Zeit stand dort auch das Air and Space Operations Center. Mit seinen fünftausend Quadratmetern modernster Technik und eintausendfünfhundert Computern bildete das AOC den Hochsicherheitsbereich der Airbase. Sie war das Herz und die Steuerzentrale des amerikanischen Luftkrieges in Afrika, von dem aus der Kampf gegen islamistische Terror-Milizen gelenkt wurde.

Auf der Data Wall im Kampfeinsatzraum wurde jedes einzelne Flugzeug und jede Drohne angezeigt, die über Afrika in der Luft war. Nahezu in Echtzeit gingen die Bilder der Bordkameras zur sofortigen Auswertung durch die Analysten ein. Über einen verschlüsselten Internet-Chat war das Militär in Ramstein mit anderen Einsatzbeteiligten verbunden: dem eigentlichen Startteam, dem Kommando in Stuttgart und den Piloten, die die Maschinen fernlenkten.

Auf dem Monitor erschienen nun die Liveaufnahmen von Abdirahmans Fahrzeugkonvoi. Rund tausend Kilometer von ihm entfernt, im Camp Lemonnier an der Meerenge Bab al-Mandab in der ostafrikanischen Republik Dschibuti, ging ein Befehl des AFRICOM ein. Daraufhin wurden auf einem abgetrennten, streng bewachten Teil des Flughafens zwei Drohnen für ihren Einsatz vorbereitet. Sie besaßen ungefähr die Größe einer Cessna 172. Unter den fünfzehn Meter langen Flügeln der R-Q1 Predators waren Hellfire-Luft-Boden-Raketen angebracht. Die Marschflugkörper wurden durch das Synthetic Aperture Radar der Kommandozentrale unterstützt und mit Satellitennavigation gelenkt.

Die Starts der Kampfdrohnen vom Rollfeld verliefen reibungslos. Ein Pilotenteam auf der Cannon Air Force Base im US-amerikanischen Bundesstaat New Mexico übernahm das Steuer. Die eigentliche Mission, die Jagd auf Mohammed Abdirahman, ging in ihre letzte Phase.

Das AOC in Ramstein blieb über den Chat weiterhin mit dem Startteam in Dschibuti, dem Kommando in Stuttgart und den Piloten verbunden. Sie wussten, dass das Targeting der Kampfdrohnen nicht immer hundertprozentig perfekt war, deshalb beobachteten sie gespannt die beweglichen Zielobjekte.

Die Predators flogen stabil in einer Höhe von annähernd sechs Kilometern; sie folgten den beweglichen Zielen seit zwei Stunden. Inzwischen war die Nacht hereingebrochen, doch die Infrarotkameras an Bord lieferten weiter klare Bilder. Die Richtmikrofone waren so eingestellt, dass die Tausende Kilometer weit entfernten Piloten die Detonationen der Explosionen und selbst die Todesschreie der Zielobjekte hören konnten. Die Wärmebildkameras würden anzeigen, wie sich die Temperaturen der menschlichen Ziele nach dem Abschuss veränderten, die Körper immer kälter wurden.

Das Pilotenteam in New Mexico überprüfte noch einmal, ob die Bordwaffen funktionsfähig waren, und kalibrierte dann die Ziellaser. Alles war für den Abschuss bereit. Gleich darauf betätigten sie die Feuerknöpfe.

 

*

 

Kenianisch-somalisches Grenzgebiet.

Die Nacht brach so schnell herein, als ob jemand das Licht ausgemacht hätte. Mohammed Abdirahman kannte es nicht anders; schließlich hatte er sein ganzes Leben unter dem Äquator am Horn von Afrika verbracht. Im wilden, rauen, brutalen Somalia, das nie zur Ruhe kam. Das seit Jahrzehnten mit Wahnsinn, Blut und Gewalt überzogen wurde. In einem Land, in dem sich Regierungstruppen, Milizen, Terrororganisationen, Stämme, Clans sowie ausländische Kräfte der internationalen Gemeinschaft abwechselnd, manchmal aber auch gleichzeitig, einen erbitterten Kampf lieferten. Abgesehen von diesen militärischen und innenpolitischen Problemen betrieben auch noch skrupellose Geschäftsleute illegale Atommüll- und Giftmüllentsorgungen an der Küste. Ein Teil der Strände war verseucht und verstrahlt, mit nicht absehbaren Folgen für die nachfolgenden Generationen.

Wie lästige Fliegen schüttelte Abdirahman die Gedanken ab. In seiner Lage war es unsinnig, an die Zukunft zu denken. Zunächst einmal musste er die Gegenwart überleben. Denn als gefürchteter Warlord und Milizenkommandeur der Terror-Organisation al-Shabaab besaß er mächtige Feinde. Nicht nur die somalischen Regierungseinheiten oder die AMISOM, die Friedenstruppen der Afrikanischen Union, sondern auch die Amerikaner. Die verfluchten Ungläubigen wollten ihn für verschiedene Attacken auf Touristengebiete im Nachbarland Kenia, für die er verantwortlich war, zur Rechenschaft ziehen, anders ausgedrückt; zur Strecke bringen. Deshalb befand er sich seit Monaten auf der Flucht vor der modernen Überwachungstechnik seiner Gegner. Bislang war er ihnen immer wieder entkommen. Er hoffte, dass sein Glück anhielt.

Abdirahman war ein großer, sehniger Mann mit kurzen Kraushaaren und schmalem Kinnbart, mit einer Haut so pechschwarz wie eine sternenlose Nacht. Bekleidet war er mit einer olivgrünen Tarnfleckuniform. Der Somali ließ seinen Blick über die zehn Pick-ups schweifen, die um ein paar Akaziensträucher gruppiert standen. Es handelte sich ausnahmslos um ältere Toyota- oder Nissangeländewagen, die teilweise schon recht ramponiert aussahen. Dennoch erwiesen sich die Fahrzeuge als absolut zuverlässig. Im fahlen Mondlicht schimmerten die stählernen Läufe der auf den Pritschen montierten .50er-MGs. Mit den Technicals waren die Milizionäre der al-Shabaab mobiler in ihrer Kampfkraft, als wenn sie sich lediglich hinter Sandsäcken oder in Schützengräben verschanzten. So konnten sie einen ausgeklügelten und erfolgreichen Guerillakampf gegen ihre Feinde führen.

Abdirahmans Männer schliefen einige Meter weit weg unter offenem Himmel. Sollte man die Fahrzeuge ausmachen und angreifen, dann lagen sie wenigstens nicht darin oder direkt daneben. Wie immer verzichteten sie abends auf ein Feuer zum Kochen, ebenso tagsüber, um keinen Rauch zu erzeugen. Langsam ging allerdings das vorgekochte Essen zu Ende. Sie mussten sich bald neu eindecken.

Abdirahman öffnete die Fahrertür seines Pick-ups und griff nach dem Thuraya-Satellitentelefon in der Halterung am Armaturenbrett. Mit ihm hielt er Verbindung zum neuen Anführer der al-Shabaab, Ahmed Omar, der mit richtigem Namen Abu Ubeida hieß. Dieser führte die Kämpfer an, nachdem die Amerikaner im September 2014 seinen Vorgänger Achmed Abdi Godane alias Mukhtar Abu Zubeyr mit einer Drohne in die Luft gejagt hatten.

Bevor Abdirahman das Satellitentelefon jedoch in Betrieb nahm, zögerte er. Irgendetwas beunruhigte ihn. Zuerst wusste er nicht, was es war. Doch dann bemerkte er, wie sich in östlicher Richtung unweit von ihrem Standort das Licht des Firmaments unvermittelt veränderte, seltsam heller wurde und flackerte. Schwach zwar, aber dennoch war es klar und deutlich zu sehen. Es handelte sich um das unbedachte Lagerfeuer von Hirten, die damit Raubtiere und Moskitos von ihren Herden fernhielten. Sicher ahnten sie nichts von dem al-Shabaab-Trupp in ihrer Nähe, sonst wären sie garantiert eiligst weitergezogen. Mohammed Abdirahman spürte, wie Groll in ihm aufstieg. Obwohl sich die Milizionäre erst vor Kurzem hingelegt hatten, konnten sie nicht mehr bis zum Morgengebet hierbleiben. Zu groß war nun das Risiko, entdeckt zu werden.

Mohammed Abdirahman wollte das Satellitentelefon betätigen, hielt jedoch erneut inne. Dieses Mal war es nicht nur das Licht am Himmel, das sich schlagartig veränderte, sondern auch die Luft. Es war fast so, als würde sie erzittern. Und dann dieses seltsame, tief brummende Geräusch. Das hochfrequente Surren von Drohnenpropellern …

Weiter kam der Milizenkommandeur in seinen Überlegungen nicht. Denn plötzlich explodierte alles um ihn herum in einem ohrenbetäubenden, gleißenden Flammenmeer.

 

*

 

Die zwei Black-Hawk-Hubschrauber des Task Force 88-Teams aus Manda Bay landeten genau an der Stelle des kenianisch-somalischen Grenzgebiets, wo der Milizen-Konvoi zerstört worden war.

Noch immer stieg dichter Rauch von den mit Marschflugkörpern getroffenen Fahrzeugwracks auf. Die Sprengköpfe der Hellfire-Luft-Boden-Raketen hatten die Landschaft in einem Umkreis von über hundert Metern in eine Mondlandschaft verwandelt. Wie zufällig hingeworfen lagen inmitten der verbrannten Erde die Leichenteile von vierzig zerfetzten Terroristen verstreut. Einige der abgetrennten Gliedmaßen und Schädel fanden sich sogar weiter entfernt in vertrockneten Dornbüschen.

Die Männer des Task Force 88-Teams nahmen DNA-Proben von allen Toten. Nach ihrer Rückkehr zum Marinestützpunkt würden die Forensikspezialisten diese zu identifizieren versuchen. Vorausgesetzt, sie waren in irgendeinem Computer der JSOC verzeichnet. Neben den Toten entdeckten sie verschiedene Papiere, darunter den blutverschmierten Pass Mohammed Abdirahmans. Volltreffer, dachten sie.

Doch kurz darauf stellten die Ranger fest, dass die Hellfire-Raketen nicht nur den Milizen-Konvoi dem Erdboden gleichgemacht hatten, sondern auch eine Gruppe nomadischer Hirten, die sich in unmittelbarer Nähe aufgehalten hatte. Die zerrissenen Körper der sechsunddreißig Frauen, Männer und Kinder waren in traditionelle somalische Gewänder gehüllt, von denen nur noch Fetzen übrig geblieben waren. Die verschmorten Gummi-Billigsandalen made in China und die Turbane, die zumeist aus ihrem eigenen Bettzeug bestanden, sahen wie unwirkliche Reliquien aus, ebenso die zerbrochenen Schalen mit dem eingedampftem Hirsebrei und der Kamelmilch, die im verbrannten Gras versickert war. Die verkohlten Kadaver ihrer Ziegen und Kamele muteten wie ein Potpourri aus Fleisch, Blut, Haut und Knochen an. Die Nomaden waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, galten statistisch gesehen als Kollateralopfer.

Nachdem das Team der Task Force seine Arbeit erledigt hatte, stiegen die Black Hawks wieder in den azurblauen Himmel. Auch wenn es sich bei den Drohnenangriffen um völkerrechtswidrige Exekutionen handelte – sie befanden sich im Krieg gegen den internationalen Terror. Und im Krieg war alles erlaubt.

 

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Brisante Mischung aus Fakten & Fiktion: SNAKE – Der härteste Agent des Global Diplomatic Bureau! (1)


Snake

G.G. Grandt schafft mit seiner neuen Agenten-Thriller-Reihe SNAKE einen spannenden Spagat zwischen Fakten und Fiktion. Und genau dieser Spagat macht die Serie so erfolgreich.

„Kriege, Attentate, Terroranschläge und politische Verschwörungen. Doch nicht alles ist so, wie es scheint!

Die Spionage-Thriller um SNAKE enthüllen die wahren Verschwörungen, Vertuschungen und Manipulationen auf höchster politischer Ebene. In der Welt der Agenten oder im Schützengraben der einfachen Soldaten. Damit kommen sie der Wahrheit oftmals näher als jedes historische Sachbuch.“

Angelehnt am MALKO-Serienkonzept des verstorbenen französischen Bestseller-Autors Gérard de Villiers berichtet der Autor und Serienerfinder G.G. Grandt über die politischen Brennpunkte dieser Welt. Dabei weiß er genau, von was er schreibt, war er doch in den meisten Ländern, in denen SNAKE spielt, selbst als investigativer Journalist vor Ort und riskierte für seine verdeckten Recherchen mitunter sein Leben.

Bei Recherchen zum Einstiegsband „Terror-Hölle Kenia“ war er in den beschriebenen kenianischen Städten vor Ort, wurde dort beinahe Opfer zweier Überfälle. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurden in verschiedenen Lokalen und Bars, die in SNAKE eine Rolle spielen und die der Autor besucht hat,  Anschläge mit Schusswaffen und Handgranaten verübt, bei dem es zu vielen Verletzten kam. Die Täter werden der extremistischen Terror-Organisation al-Shabaab zugeschrieben.

Genauso, wie im SNAKE-Einstiegsband „Terror-Hölle Kenia“ beschrieben.

Aktueller kann ein Roman nicht sein.

Band 1 ist bereits erschienen:

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Inhalt:

Seit Jahren überziehen die islamistischen al-Shabaab-Milizen Ostafrika mit blutigem Terror. Am Horn von Afrika will der al-Quaida-Ableger einen Gottesstaat errichten. Sein Kampf gilt aber nicht nur der schwachen somalischen Übergangsregierung und den afrikanischen Friedenstruppen, sondern vor allem den westlichen Ungläubigen.

Als Mohammed Abdirahman, einer der Militär-Kommandeure der Terror-Organisation, nur mit Glück einem Drohnenangriff der US-Streitkräfte entkommt, übt die al-Shabaab grausame Vergeltung. Im Ferienparadies Kenia explodiert die Gewalt gegen Ausländer. So verübt der deutsche Dschihadist Andreas Maier alias Ahmed Kalif einen verheerenden Selbstmordanschlag in einem beliebten Ferienhotel an der Diani Beach. Dabei kommen dutzende unschuldige Urlauber ums Leben. Unter ihnen auch der deutsche Hoteldirektor Carsten Heiniger.

Die Amerikaner beauftragen das Global Diplomatic Bureau (GDB) den Milizenführer der al-Shabaab aufzuspüren und zu liquideren. Seit dem letzten Drohnenangriff, bei dem auch unbeteiligte Hirtennomaden getötet wurden, können weder das US-Militär noch die CIA offiziell in Kenia agieren. Weitere Kollateralopfer darf es aus politischen Gründen nicht mehr geben.

So macht sich der beste Agent des GDB, Prinz Silko von Nake, genannt SNAKE, in die Terror-Hölle Kenias auf, um Mohammed Abdirahman ausfindig zu machen. Dabei geht es für ihn nicht nur um einen geheimen Auftrag, sondern auch um persönliche Rache. Denn der bei dem Sprengstoffanschlag ermordete Hoteldirektor Carsten Heiniger war sein bester Freund.

Allerdings erweist sich Snakes Jagd auf den somalischen Milizenführer als wahrer Höllentrip, bei dem ihm sein Gegner immer einen Schritt voraus ist. Der GDB-Agent und seine kenianische Informantin Nahla werden von den Terroristen in eine der gefährlichsten Städte der Welt verschleppt – nach Mogadischu. In einem verlassenen Militärbunker werden sie gefoltert. Snakes Mission scheint gescheitert. Aus dem Jäger ist ein Gejagter geworden, der ums nackte Überleben kämpfen muss. Und das ist erst der Anfang …

———

Der Leser scheint diese Mischung aus Fakten und Fiktion, vor allem aber die Authentizität der Romane zu schätzen.

Ein Blick auf die Rezensionen von Amazon belegen dies, allen voran die des bekannten Autors Alfred Wallon:

Die SNAKE-Taschenbuchserie ist eine Hommage an die MALKO-Romane von Gerard de Villiers. Auch hier erledigte ein Adliger Aufträge für den US-Geheimdienst auf der ganzen Welt und wurde in hochbrisante politische Geschehnisse verwickelt.Fast 20 Jahre nach den letzten MALKO-Taschenbüchern hat der BLITZ-Verlag mit SNAKE sowohl eine Print- als auch eine eBook-Ausgabe gestartet, die sich deutlich an der Serie von damals orientiert. Als langjähriger Leser und Sammler der MALKO-Romane habe ich bei SNAKE all dies wiedergefunden, was mich damals fasziniert hat. Eine spannende und überaus temporeiche Handlung vor einem Hintergrund von detaillierten Kenntnisen der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage des Landes, in dem der jeweilige Roman spielt.Mir hat diese Mischung gefallen und ich wurde sehr gut unterhalten. Kann ich wirklich empfehlen!
 5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen! 28. April 2015 Von Klaus Bosch
Guido Grandt, bekannter Sachbuch- (FREIMAURER) und Belletristik-Autor (CASSADY), legt mit SNAKE schon seine zweite Serienkonzeption im Blitz-Verlag vor. Die Thriller-Reihe bewegt sich nahe am „Zahn der Zeit“ und führt seinen Protagonisten in Brennpunkte des 21. Jahrhunderts. Schon im ersten Band gewinnt dieses Konzept erschreckende Aktualität; nimmt quasi den Terror-Anschlag in Kenia vorweg.
Durch seine adlige Abstammung ist Prinz von Nake ein origineller Held. Sein Einsatz, halb privat halb beruflich motiviert, führt ihn ins Pulverfass Kenia. Spätestens als er nach Mogadischu entführt wird, hat er jede bekannte Zivilisation hinter sich gelassen, steckt in einem chaotischen Umfeld und sieht sich einer Hydra aus gewaltbereiten Fundamentalisten gegenüber. Der Autor scheut sich nicht menschenverachtende Praktiken zu schildern und damit anzuprangern.
„Terror-Hölle Kenia“ ist ein mitreißender, atemloser Action-Thriller, der einen nicht mehr loslässt. Damit nicht genug: er ist auch exakt recherchiertes Sittengemälde der neueren Geschichte von Somalia und Kenia, unter derer Realität die bloße Story so nachdenklich macht.
 
 
Von Elena
Guido Grandt beweist wieder einmal, dass er neben seinen Sachbüchern auch hochspannende, aktuelle Romane schreiben kann! Nachdem der BLITZ-Verlag die neue Reihe SNAKE ankündigte, wartete ich sehr gespannt auf den ersten Band dieser MALKO-Nachfolgereihe. Und ich wurde nicht enttäuscht! SNAKE ist hart, kompromisslos, in der High Society genauso zu Hause wie im Schützengraben. Die Figuren sind sehr plastisch gezeichnet, sodass eine Identifikation leicht fällt. Erschreckend, wie aktuell dieser Roman ist, der mit vielen politischen Hintergrundinfos aufwartet. Man darf auf den 2. Band sehr gespannt sein, der sich mit der Ukraine beschäftigt. Ich wünsche dieser hochexplosiven Serie viel Erfolg und dass sie auf mehr als 138 (in Deutschland erschienene) Bände kommt, als MALKO.
 
 
5.0 von 5 Sternen sehr lesenswert 24. April 2015
habe das Buch fast in einem Rutsch gelesen, spannend geschrieben und exellent recherchiert! Man denkt an manchen Stellen, das man einen Polizeibericht in den Händen hält. Der Autor (G.GGrandt) war bestimmt an vielen Orte seines Romans schon selber. Wer solche Bücher gerne liest, für den ist es ein Must have und alle anderen seinen gewarnt: Dieses Buch macht süchtig.
—-
Band 2
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ist bereits geschrieben und im Lektorat. Auch hier für hat G.G. Grandt vor Ort recherchiert.
Vorschau:
Wer initiierte die Aufstände auf dem Maidan in Kiew wirklich? Wer ist für den Abschuss von Flug MH17 in der Ostukraine verantwortlich? Welche Rolle spielen westliche und russische Geheimdienste im Hexenkessel Ukraine?
SNAKE, der beste Agent des Global Diplomatic Bureau, wird beauftragt, Licht ins Dunkel zu bringen. Kein einfacher Weg, denn hinter jeder Ecke lauert der Tod!

Leseprobe: SNAKE Band 1 – „Terror-Hölle Kenia“ von G. G. GRANDT


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https://snakethriller.wordpress.com/

 

Soeben ist der 1. Band meiner Spionage-Thriller-Reihe SNAKE – Der härteste Agent des Global Diplomatic Burau im BLITZ-Verlag erschienen.

Er ist brandaktuell, handelt er doch von den blutigen Anschlägen der somalischen Terror-Miliz al-Shaba(ab in Kenia.

Genau in jenem Urlaubsparadies, in dem erst vor zwei Tagen eines der grausamsten Massaker in der Geschichte verübt wurde, mit annähernd 150 toten Studenten und Studentinnen.

In SNAKE Band 1  beleuchte ich diesen Terror, der auch mit dem Engagement der Amerikaner in Ostafrika zu tun hat.

Einige der von mir aufgezeigten Hintergründe und Fakten (ich war selbst in Kenia vor Ort) konnten nur in diesem fiktiven Gewand, also als Roman geschrieben werden.

 

LESEPROBE

 

 

  1. Kapitel

 

US-Marinestützpunkt Manda Bay, Kenia / Kelley Barracks, Stuttgart, Deutschland / US-Basis Ramstein, Deutschland / Camp Lemonnier, Dschibuti / Cannon Air Force Base, New Mexico, USA.

 

Im JSOC-Einsatzraum des US-Marinestützpunktes Manda Bay herrschte rege Geschäftigkeit. Captain James Barker saß mit einem Joystick in der Rechten vor der mannshohen Data Wall. Mit äußerster Konzentration beobachtete er auf dem LCD-Bildschirm, welchen Weg die unbewaffnete Überwachungsdrohne im Grenzgebiet zwischen Kenia und Somalia nahm. Mittels einer Ku-Band-Satellitenverbindung wurde die ScanEagle von der Bodenstation aus gesteuert. Die für taktische Luftraumaufklärung verwendete Maschine konnte mit ihren Tageslicht- und Infrarotkameras für Schlechtwetter- und Nachtsicht vierundzwanzig Stunden lang ein Gebiet aufklären.

Barker war Pilot und gehörte der Aufklärungsabteilung Activity des Joint Special Operations Command an. Das JSOC war eine teilstreitkräfteübergreifende Kommandoeinrichtung, die einheitlich die auf Terrorismusbekämpfung, Geiselbefreiung und verdeckte Operationen ausgerichteten Spezialeinheiten führte. Seine Special Mission Units übernahmen jedoch nicht nur nachrichtendienstliche Aufgaben oder Feindaufklärung, sondern ebenso direkte Angriffsoperationen. Finden, Festnageln, Fertigmachen – rasches und sicheres Töten aller Feinde – war auch in Somalia, einem der unruhigsten Krisengebiete dieser Erde, die Maxime der amerikanischen Militärs.

Barker hatte schon annähernd fünfhundert Drohneneinsätze hinter sich. Neben ihm saß sein Sensoroperator, der genauso gespannt wie er selbst auf den Monitor starrte. Der Kopilot bediente die Bordkameras und sichtete die Aufnahmen.

Die Drohne hatte das Ziel lokalisiert und sandte Livebilder an die Kommandozentrale des Marine-Stützpunkts. Darauf war ein Konvoi von zehn alten, ramponierten Fahrzeugen zu sehen, der durch die karge, sonnenverbrannte Landschaft holperte. Bei den Wagen handelte es sich um sogenannte Technicals, Pick-ups mit auf Pritschen montierten Maschinengewehren oder Geschützen.

„Gottverdammt, wir haben diesen verfluchten Bastard!“, sagte Captain James Barker mit unverhohlenem Triumph in der Stimme. Schon seit Wochen waren sie der Zielperson Mohammed Abdirahman auf den Fersen, der die Wagenkolonne anführte. Die All Source Analysts, die Spezialisten der Special-Operations-Abteilung, hatten ihn längst als potenzielles Ziel nominiert. Präsident Barack Obama hatte ihn höchstpersönlich mit seiner Unterschrift auf dem Hinrichtungsdokument zum Abschuss freigegeben. Damit stand Abdirahman ganz oben auf der kill list.

Doch bislang hatte es der somalische Warlord immer wieder verstanden, sich dem Zugriff der Amerikaner zu entziehen. Damit sollte nun Schluss sein. Abdirahman gehörte so gut wie der Vergangenheit an.

Über Satellit gab Captain James Barker die genauen Koordinaten des Konvois nach Süddeutschland an die Kelley Baracks der US-Kaserne in Stuttgart-Möhringen weiter. Hier befand sich der Hauptsitz des Africa Command, dem die militärische Verantwortung für jeden Drohneneinsatz über Afrika unterlag. Das AFRICOM koordinierte zudem sämtliche Ablaufschritte der sogenannten kill chain, der Tötungskette eines Drohnenangriffs.

Der eigentliche Kampfeinsatzraum allerdings lag in der Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz. Dieser Stützpunkt war der größte Militärflugplatz außerhalb Amerikas, die Drehscheibe für die Kriege in Afghanistan und im Irak. Seit einiger Zeit stand dort auch das Air and Space Operations Center. Mit seinen fünftausend Quadratmetern modernster Technik und eintausendfünfhundert Computern bildete das AOC den Hochsicherheitsbereich der Airbase. Sie war das Herz und die Steuerzentrale des amerikanischen Luftkrieges in Afrika, von dem aus der Kampf gegen islamistische Terror-Milizen gelenkt wurde.

Auf der Data Wall im Kampfeinsatzraum wurde jedes einzelne Flugzeug und jede Drohne angezeigt, die über Afrika in der Luft war. Nahezu in Echtzeit gingen die Bilder der Bordkameras zur sofortigen Auswertung durch die Analysten ein. Über einen verschlüsselten Internet-Chat war das Militär in Ramstein mit anderen Einsatzbeteiligten verbunden: dem eigentlichen Startteam, dem Kommando in Stuttgart und den Piloten, die die Maschinen fernlenkten.

Auf dem Monitor erschienen nun die Liveaufnahmen von Abdirahmans Fahrzeugkonvoi. Rund tausend Kilometer von ihm entfernt, im Camp Lemonnier an der Meerenge Bab al-Mandab in der ostafrikanischen Republik Dschibuti, ging ein Befehl des AFRICOM ein. Daraufhin wurden auf einem abgetrennten, streng bewachten Teil des Flughafens zwei Drohnen für ihren Einsatz vorbereitet. Sie besaßen ungefähr die Größe einer Cessna 172. Unter den fünfzehn Meter langen Flügeln der R-Q1 Predators waren Hellfire-Luft-Boden-Raketen angebracht. Die Marschflugkörper wurden durch das Synthetic Aperture Radar der Kommandozentrale unterstützt und mit Satellitennavigation gelenkt.

Die Starts der Kampfdrohnen vom Rollfeld verliefen reibungslos. Ein Pilotenteam auf der Cannon Air Force Base im US-amerikanischen Bundesstaat New Mexico übernahm das Steuer. Die eigentliche Mission, die Jagd auf Mohammed Abdirahman, ging in ihre letzte Phase.

Das AOC in Ramstein blieb über den Chat weiterhin mit dem Startteam in Dschibuti, dem Kommando in Stuttgart und den Piloten verbunden. Sie wussten, dass das Targeting der Kampfdrohnen nicht immer hundertprozentig perfekt war, deshalb beobachteten sie gespannt die beweglichen Zielobjekte.

Die Predators flogen stabil in einer Höhe von annähernd sechs Kilometern; sie folgten den beweglichen Zielen seit zwei Stunden. Inzwischen war die Nacht hereingebrochen, doch die Infrarotkameras an Bord lieferten weiter klare Bilder. Die Richtmikrofone waren so eingestellt, dass die Tausende Kilometer weit entfernten Piloten die Detonationen der Explosionen und selbst die Todesschreie der Zielobjekte hören konnten. Die Wärmebildkameras würden anzeigen, wie sich die Temperaturen der menschlichen Ziele nach dem Abschuss veränderten, die Körper immer kälter wurden.

Das Pilotenteam in New Mexico überprüfte noch einmal, ob die Bordwaffen funktionsfähig waren, und kalibrierte dann die Ziellaser. Alles war für den Abschuss bereit. Gleich darauf betätigten sie die Feuerknöpfe.

 

*

 

Kenianisch-somalisches Grenzgebiet.

 

Die Nacht brach so schnell herein, als ob jemand das Licht ausgemacht hätte. Mohammed Abdirahman kannte es nicht anders; schließlich hatte er sein ganzes Leben unter dem Äquator am Horn von Afrika verbracht. Im wilden, rauen, brutalen Somalia, das nie zur Ruhe kam. Das seit Jahrzehnten mit Wahnsinn, Blut und Gewalt überzogen wurde. In einem Land, in dem sich Regierungstruppen, Milizen, Terrororganisationen, Stämme, Clans sowie ausländische Kräfte der internationalen Gemeinschaft abwechselnd, manchmal aber auch gleichzeitig, einen erbitterten Kampf lieferten. Abgesehen von diesen militärischen und innenpolitischen Problemen betrieben auch noch skrupellose Geschäftsleute illegale Atommüll- und Giftmüllentsorgungen an der Küste. Ein Teil der Strände war verseucht und verstrahlt, mit nicht absehbaren Folgen für die nachfolgenden Generationen.

Wie lästige Fliegen schüttelte Abdirahman die Gedanken ab. In seiner Lage war es unsinnig, an die Zukunft zu denken. Zunächst einmal musste er die Gegenwart überleben. Denn als gefürchteter Warlord und Milizenkommandeur der Terror-Organisation al-Shabaab besaß er mächtige Feinde. Nicht nur die somalischen Regierungseinheiten oder die AMISOM, die Friedenstruppen der Afrikanischen Union, sondern auch die Amerikaner. Die verfluchten Ungläubigen wollten ihn für verschiedene Attacken auf Touristengebiete im Nachbarland Kenia, für die er verantwortlich war, zur Rechenschaft ziehen, anders ausgedrückt; zur Strecke bringen. Deshalb befand er sich seit Monaten auf der Flucht vor der modernen Überwachungstechnik seiner Gegner. Bislang war er ihnen immer wieder entkommen. Er hoffte, dass sein Glück anhielt.

Abdirahman war ein großer, sehniger Mann mit kurzen Kraushaaren und schmalem Kinnbart, mit einer Haut so pechschwarz wie eine sternenlose Nacht. Bekleidet war er mit einer olivgrünen Tarnfleckuniform. Der Somali ließ seinen Blick über die zehn Pick-ups schweifen, die um ein paar Akaziensträucher gruppiert standen. Es handelte sich ausnahmslos um ältere Toyota- oder Nissangeländewagen, die teilweise schon recht ramponiert aussahen. Dennoch erwiesen sich die Fahrzeuge als absolut zuverlässig. Im fahlen Mondlicht schimmerten die stählernen Läufe der auf den Pritschen montierten .50er-MGs. Mit den Technicals waren die Milizionäre der al-Shabaab mobiler in ihrer Kampfkraft, als wenn sie sich lediglich hinter Sandsäcken oder in Schützengräben verschanzten. So konnten sie einen ausgeklügelten und erfolgreichen Guerillakampf gegen ihre Feinde führen.

Abdirahmans Männer schliefen einige Meter weit weg unter offenem Himmel. Sollte man die Fahrzeuge ausmachen und angreifen, dann lagen sie wenigstens nicht darin oder direkt daneben. Wie immer verzichteten sie abends auf ein Feuer zum Kochen, ebenso tagsüber, um keinen Rauch zu erzeugen. Langsam ging allerdings das vorgekochte Essen zu Ende. Sie mussten sich bald neu eindecken.

Abdirahman öffnete die Fahrertür seines Pick-ups und griff nach dem Thuraya-Satellitentelefon in der Halterung am Armaturenbrett. Mit ihm hielt er Verbindung zum neuen Anführer der al-Shabaab, Ahmed Omar, der mit richtigem Namen Abu Ubeida hieß. Dieser führte die Kämpfer an, nachdem die Amerikaner im September 2014 seinen Vorgänger Achmed Abdi Godane alias Mukhtar Abu Zubeyr mit einer Drohne in die Luft gejagt hatten.

Bevor Abdirahman das Satellitentelefon jedoch in Betrieb nahm, zögerte er. Irgendetwas beunruhigte ihn. Zuerst wusste er nicht, was es war. Doch dann bemerkte er, wie sich in östlicher Richtung unweit von ihrem Standort das Licht des Firmaments unvermittelt veränderte, seltsam heller wurde und flackerte. Schwach zwar, aber dennoch war es klar und deutlich zu sehen. Es handelte sich um das unbedachte Lagerfeuer von Hirten, die damit Raubtiere und Moskitos von ihren Herden fernhielten. Sicher ahnten sie nichts von dem al-Shabaab-Trupp in ihrer Nähe, sonst wären sie garantiert eiligst weitergezogen. Mohammed Abdirahman spürte, wie Groll in ihm aufstieg. Obwohl sich die Milizionäre erst vor Kurzem hingelegt hatten, konnten sie nicht mehr bis zum Morgengebet hierbleiben. Zu groß war nun das Risiko, entdeckt zu werden.

Mohammed Abdirahman wollte das Satellitentelefon betätigen, hielt jedoch erneut inne. Dieses Mal war es nicht nur das Licht am Himmel, das sich schlagartig veränderte, sondern auch die Luft. Es war fast so, als würde sie erzittern. Und dann dieses seltsame, tief brummende Geräusch. Das hochfrequente Surren von Drohnenpropellern …

Weiter kam der Milizenkommandeur in seinen Überlegungen nicht. Denn plötzlich explodierte alles um ihn herum in einem ohrenbetäubenden, gleißenden Flammenmeer.

 

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Die zwei Black-Hawk-Hubschrauber des Task Force 88-Teams aus Manda Bay landeten genau an der Stelle des kenianisch-somalischen Grenzgebiets, wo der Milizen-Konvoi zerstört worden war.

Noch immer stieg dichter Rauch von den mit Marschflugkörpern getroffenen Fahrzeugwracks auf. Die Sprengköpfe der Hellfire-Luft-Boden-Raketen hatten die Landschaft in einem Umkreis von über hundert Metern in eine Mondlandschaft verwandelt. Wie zufällig hingeworfen lagen inmitten der verbrannten Erde die Leichenteile von vierzig zerfetzten Terroristen verstreut. Einige der abgetrennten Gliedmaßen und Schädel fanden sich sogar weiter entfernt in vertrockneten Dornbüschen.

Die Männer des Task Force 88-Teams nahmen DNA-Proben von allen Toten. Nach ihrer Rückkehr zum Marinestützpunkt würden die Forensikspezialisten diese zu identifizieren versuchen. Vorausgesetzt, sie waren in irgendeinem Computer der JSOC verzeichnet. Neben den Toten entdeckten sie verschiedene Papiere, darunter den blutverschmierten Pass Mohammed Abdirahmans. Volltreffer, dachten sie.

Doch kurz darauf stellten die Ranger fest, dass die Hellfire-Raketen nicht nur den Milizen-Konvoi dem Erdboden gleichgemacht hatten, sondern auch eine Gruppe nomadischer Hirten, die sich in unmittelbarer Nähe aufgehalten hatte. Die zerrissenen Körper der sechsunddreißig Frauen, Männer und Kinder waren in traditionelle somalische Gewänder gehüllt, von denen nur noch Fetzen übrig geblieben waren. Die verschmorten Gummi-Billigsandalen made in China und die Turbane, die zumeist aus ihrem eigenen Bettzeug bestanden, sahen wie unwirkliche Reliquien aus, ebenso die zerbrochenen Schalen mit dem eingedampftem Hirsebrei und der Kamelmilch, die im verbrannten Gras versickert war. Die verkohlten Kadaver ihrer Ziegen und Kamele muteten wie ein Potpourri aus Fleisch, Blut, Haut und Knochen an. Die Nomaden waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, galten statistisch gesehen als Kollateralopfer.

Nachdem das Team der Task Force seine Arbeit erledigt hatte, stiegen die Black Hawks wieder in den azurblauen Himmel. Auch wenn es sich bei den Drohnenangriffen um völkerrechtswidrige Exekutionen handelte – sie befanden sich im Krieg gegen den internationalen Terror. Und im Krieg war alles erlaubt.

 

 

  1. Kapitel

 

Diani Beach, Nähe Ukunda, Kenia.

 

Niemandem fiel der unscheinbare hagere Mann mit den langen braunen Haaren und dem Vollbart auf, der im Simba Gate Hotel eincheckte, gehörte er doch zu den annähernd zwei Dutzend Gästen, die an diesem Tag ebenfalls aus Frankfurt kommend in Mombasa gelandet waren. Mit Kleinbussen waren sie von dort aus direkt an den Diani Beach weiterbefördert und auf die jeweiligen Feriendomizile verteilt worden.

Andreas Maier war Mitte zwanzig und mitnichten so unauffällig, wie er wirkte. Denn er besaß einen weiteren Namen, den nur Eingeweihte kannten: Ahmed Kalif. Er war ein deutscher Konvertit, dessen konservatives Islambild sich in der al-Muhajirin-Moschee in Bonn entwickelt hatte. Bei den Verfassungsschützern galt die Moschee in der Nähe des Rheinufers bis 2010 als ein Hort von Salafisten, als ein Treffpunkt terroristischer Zellen. Hier kam Maier erstmals mit Ex-Somalis in Kontakt, deren Gruppe sich die „deutsche Shabaab“ nannte. Von da an gab es nur noch ein Ziel für ihn: sich der somalischen Terrororganisation anzuschließen. Ein Gotteskrieger zu werden, ein Mudschahid, der in Somalia, dem Land seiner Träume, leben konnte wie ein rechtschaffener Muslim. Das war im Westen, in Europa, in Deutschland aufgrund der Anfeindungen seit 9/11 nicht mehr möglich. So war es auch nicht verwunderlich, dass ein Recruiter, der in den Moscheen nach vielversprechenden Kandidaten Ausschau hielt, auf ihn aufmerksam geworden war und ihn sozusagen an seine Glaubensbrüder weitervermittelt hatte. Schließlich war er vor drei Jahren zum ersten Mal nach Nairobi geflogen. Im somalischen Eastleigh-Viertel der kenianischen Hauptstadt traf er auf seinen Schleuser, der ihn zunächst nach Garissa in die Provinz North-Eastern brachte. Von dort aus ging die Reise weiter ins achtzig Kilometer entfernte Flüchtlingslager Dadaab und von da aus nach Dobley auf die andere Seite der Grenze. In einem schäbigen Farmhaus, das einst von Weißen bewohnt gewesen war, wurde er tagelang eingesperrt und verhört, um auszuschließen, dass er ein Spion war. Erst dann erhielt der deutsche Konvertit ein umfassendes Terrortraining. So wurde er in einem geheimen al-Shabaab-Camp zum Scharfschützen ausgebildet. Zudem absolvierte er ein Sprengstoff- und Granatwerfertraining, Kurse in islamischem Recht sowie Korankunde, und wurde im Bau von Sprengsätzen und Sprengfallen unterwiesen. Danach war er reif für praktische Operationen, zu denen Terroranschläge auf zwei christliche Kirchen in Garissa mit sechzehn Toten und vierzig Verletzten gehörten, ebenso ein Bombenanschlag auf das Regierungsviertel von Mogadischu, der Hauptstadt Somalias, und ein Handgranatenangriff auf das Restaurant La Chaumière in Djibouti-City.

Immer wieder reiste Maier alias Ahmed Kalif als deutscher Staatsbürger in seine Heimat zurück. Offiziell hatte er sich keinesfalls etwas zuschulden kommen lassen; bei den hiesigen Behörden lag nichts gegen ihn vor. So konnte er unbehelligt als Mittelsmann zwischen Exil-Mudschaheddin-Somali und der Basis der al-Shabaab in Somalia fungieren, überbrachte Befehle, Strategiepläne und vor allem Geld aus deutschen Unterstützerkreisen.

Nun war Andreas Maier erneut in Kenia, dieses Mal jedoch mit einem ganz speziellen Auftrag. Nachdem er im Simba Gate eingecheckt hatte, begab er sich sofort auf sein Zimmer. Er hatte keine Zeit zu verlieren. Noch bevor er sein notdürftiges Gepäck im Schrank verstaut hatte, klingelte sein Billig-Handy. Es war sein Kontaktmann, der ihn bereits erwartete. Der Deutsche verließ den Gästeraum, durchquerte die Lobby und ging durch den parkähnlichen Palmengarten hinunter zum feinsandigen Strand. Vor wenigen Wochen war er schon einmal hier gewesen, um die Lage zu checken. Das Hotel wurde zwar von einigen Security-Leuten bewacht, wie jedes andere an der Küste auch, doch stellten sie kein Problem dar. Bei ihnen handelte es sich ausschließlich um mit Holzstöcken oder Gummiknüppeln bewaffnete Einheimische in Fantasieuniformen, unterbezahlt und mit schlechter Arbeitsmoral. Sollte es Schwierigkeiten geben, halfen ein paar Shilling.

Eine angenehme Brise wehte über das türkisblaue Wasser des Indischen Ozeans, streichelte Maiers schweißnasses Gesicht und ließ sein langes braunes Haar flattern. Unter Schatten spendenden Bastschirmen stand eine Liege neben der anderen, auf denen sich bleiche oder von der Sonne verbrannte Touristen rekelten. Maier hatte für sie nur einen abfälligen Blick übrig. Linker Hand bedrängten sogenannte Beach Boys die Hotelgäste, sobald sie den geschützten Bereich verließen, um im lauen Meerwasser zu schwimmen oder einen Strandspaziergang zu machen.

Beach Boys lebten zumeist in unmittelbarer Nähe der Touristenhotels und waren in der Regel in Gangs organisiert. Sie teilten die jeweiligen Strandabschnitte in verschiedene Reviere ein, um sich bei ihren Geschäften nicht in die Quere zu kommen. Einnahmen erzielten sie mit dem Verkauf von Kunstgegenständen, Holzschnitzereien, bunten Tuchstoffen, Safaris oder Tauchausflügen. Einige spezialisierten sich jedoch darauf, ältere Touristinnen anzubaggern und ihnen dabei die große Liebe vorzugaukeln. Sie besaßen das Talent, die gut betuchten einsamen Frauenherzen mit ein paar schmeichelnden Komplimenten und Zärtlichkeiten abzuzocken. Das Geschäft mit der Gefühlskriminalität boomte und war für die Täter sehr einträglich.

Einer dieser Beach Boys war Maiers Kontaktmann: Ibrahim Said, ein Exil-Somali. Tagsüber verkaufte er bunten Perlenschmuck an einem roh gezimmerten Holzstand unweit des Hoteleingangs. In Wirklichkeit aber arbeitete er für die al-Shabaab an der Südküste Kenias. Als er den Deutschen entdeckte, der zielstrebig durch den Sand auf ihn zukam, verzog ein kurzes Lächeln sein ebenholzschwarzes Gesicht. Allerdings nicht aus sentimentaler Wiedersehensfreude, sondern vor Erleichterung, dass es Ahmed Kalif ohne Probleme hierher geschafft hatte. Nun stand ihren weiteren Plänen nichts mehr im Weg.

Said begrüßte den hageren Mann, der ihn fast um Haupteslänge überragte, mit einem festen Handschlag.

Habari za alasiri, Ibrahim – Guten Tag, Ibrahim!“, sagte der Deutsche in fließendem Suaheli, das er perfekt beherrschte. „Jambo Andreas, nimefurahi kuonana nawe – Hallo, Andreas, freut mich“, antwortete der Mittelsmann kurz angebunden. Tunlichst vermied er es, sein Gegenüber mit Ahmed Kalif anzusprechen, um dessen Tarnung nicht durch eine solche Unachtsamkeit auffliegen zu lassen.

Nach diesen nichtssagenden Worten zogen sich die beiden unterschiedlichen Männer hinter eine Gruppe schattenspendender Kokospalmen zurück, die den weißen breiten Sandstrand säumte. Für zufällige Beobachter sah es so aus, als würden sie miteinander feilschen.

„Wann übergibst du mir das Moto?„, fragte Maier und sah den Schwarzen fest an.

„Heute Abend“, antwortete Ibrahim Said. „Nach Sonnenuntergang. Gleiche Stelle.“

Die beiden verabschiedeten sich gleich darauf wieder voneinander. Scheinbar ziellos schlenderte Andreas Maier dann am Strand entlang. Unbarmherzig brannte die Sonne auf ihn herab, doch er spürte die Hitze nicht. Auch das Rauschen des Meeres, wenn sich die Wellen am Ufer brachen, vernahm er nicht bewusst. Mit seinen Gedanken war er ganz woanders. Beim Moto. Das war der Suaheli-Begriff für Feuer. In diesem Fall handelte es sich aber lediglich um eine Tarnbezeichnung. Denn mit Moto war nichts anderes als eine Sprengstoffweste gemeint!

 

*

 

Seit fünfzehn Jahren leitete Carsten Heiniger das Simba Gate Hotel in der Nähe von Ukunda. Der waschechte Kölner und Tourismusmanager hatte die Auswanderung an die Südküste Kenias nie bereut. Zum einen, weil er so dem tristen Wetter in Deutschland entkommen war. Zum anderen, weil er sich den lang gehegten Traum eines eigenen Hotels unter Palmen erfüllen wollte.

Bei den Urlaubern war das Simba Gate sehr beliebt; in den Saisonzeiten war es immer komplett ausgebucht. Vor allem deutsche, britische und amerikanische Gäste genossen den perfekten Service, die stilvollen Zimmer sowie den traumhaften Strandabschnitt mit dem weitläufigen Palmengarten.

Am weiten Horizont war soeben die Sonne in rotgoldenem Glanz über dem Indischen Ozean untergegangen. Nun herrschte tiefste Nacht, die das funkelnde Sternenmeer noch mehr zur Geltung brachte.

Carsten Heiniger lächelte seiner hübschen einheimischen Frau Nahla zu, die hinter der Rezeption stand. Annähernd zehn Jahre waren sie nun schon verheiratet, auch wenn sie vom Alter her seine Tochter hätte sein können. Heiniger war fünfundfünfzig, Nahla gerade mal achtundzwanzig.

Mit festen Schritten ging der Direktor des Simba Gate von der Hotelhalle in den Speisesaal. Artig grüßten die Angestellten ihren Boss, sobald sie ihm über den Weg liefen.

Heiniger war mittelgroß, blond, mit stets freundlichem Gesicht. Es schien fast so, als würde er aus purer Lebensfreude bestehen. Sein Enthusiasmus war ansteckend.

Um diese Zeit war das Restaurant gut besucht. Die meisten Gäste waren erst vor Kurzem vom Strand oder einem Ausflug zurückgekehrt und hatten sich für das Dinner schick gemacht. Bei den Damen sah der Hotel-Direktor elegante Kleider und knappe Hotpants, bei den Männern adrette Hemden und einfarbige Stoffhosen.

Die Einrichtung des großzügig gebauten Restaurants mit den Holztäfelungen war in dunkelrotem Mahagoni gehalten und zum Meer hin offen. Über den weiß gedeckten Tafeln surrten Ventilatoren, die nicht nur die Abendhitze, sondern auch die Moskitos vertrieben, die mit dem Einbruch der Dunkelheit wie eine biblische Plage über die Gäste herfielen.

Die hinteren Tische waren zu einer langen Reihe zusammengeschoben, an denen um die fünfzig Männer, Frauen und Kinder saßen, ausschließlich Amerikaner. Sie feierten an diesem Abend irgendeinen nationalen Feiertag. Alle waren gut drauf, und sie erwiesen sich als ziemlich trinkfest, die Mädchen und Jungen natürlich ausgenommen, die an ihren Cola-Flaschen nuckelten. Dennoch hielten sich die Feiernden in ihrer Lautstärke zurück, um die anderen Gäste nicht zu stören. Trotz des beträchtlichen Alkoholkonsums pöbelten sie nicht herum, sondern flirteten allenfalls mit einer der hübschen kenianischen Kellnerinnen, deren gazellenhafte Figuren jedes Männerherz höherschlagen ließen.

„A very good party and an excellent service, Sir!“, lobte einer der US-Boys, als er, von der Toilette kommend, wieder auf die Tische im hinteren Bereich des Speisesaals zusteuerte.

Carsten Heiniger bedankte sich dafür mit einem Lächeln. Dann ging er geradewegs auf die Amerikaner zu, blieb vor ihnen stehen und wünschte auf Englisch einen schönen Abend. Mit fast infernalischem Applaus quittierten sie seine freundlichen Worte.

Als Heiniger an der Mahagonibar vorbeikam, hinter der der Barkeeper vor lauter Cocktailmixen nicht mehr nachkam, fiel ihm ein Mann auf, der ebenfalls auf die Tische mit den Amerikanern zusteuerte. Er war ihm beim Einchecken über den Weg gelaufen, und er glaubte, ihn schon vor Wochen einmal gesehen zu haben. Ein Landsmann.

„Guten Abend, Herr …“, begann Heiniger, aber der hagere bleiche Mann mit den langen braunen Haaren reagierte nicht darauf, sondern ging zielstrebig weiter. Erst jetzt bemerkte der Hoteldirektor, dass die schäbige, zerfranste und ausgebeulte Jacke, die der Deutsche trug, einige Nummern zu groß schien. Vorne und hinten stand sie seltsam ab. Darunter zeichneten sich rechteckige Pakete ab, die in einem Gürtel steckten.

Carsten Heinigers ungutes Gefühl steigerte sich zur Panik, als er schließlich erkannte, was das war!

Im selben Moment, als ein schriller Warnschrei über seine Lippen gellte, bewegte der Hagere kaum merklich die Finger seiner rechten Hand. Noch bevor die Gäste überhaupt begriffen, um was es ging, explodierte der Körper des Deutschen in einer ohrenbetäubenden Detonation. Der Sprengstoff in seiner Weste war mit Nägeln, Schrauben und Bolzen versetzt und zerfetzte alles und jeden in einem Umkreis von fünfzig Metern. Abgetrennte Köpfe und Gliedmaßen wirbelten durch den Rauch und die Gebäudetrümmer. Blut und Hirnmasse spritzten umher. Verbrannte, verkohlte Leiber sanken wie aus Gummi in sich zusammen.

Andreas Maier alias Ahmed Kalif hatte seinen letzten Auftrag ausgeführt…

 

Weiterlesen im druckfrischen:

 

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http://blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=1810

Deutsches Urlaubsparadies: „Terror-Hölle Kenia“


GUIDO-KOLUMNE-MIX

♦ No.  514 (52/2015) ♦



Schock im deutschen Urlaubsparadies: Wenige Stunden vor Beginn des christlichen Karfreitags erlebt Kenia den blutigsten Anschlag seiner Geschichte.

Somalische Islamisten der Terror-Gruppe al-Shabaab stürmen schwer bewaffnet eine Universität in Garissa, einer Stadt im Südosten des Landes. Die Terroristen teilen die Studenten in Gruppen nach ihrer Religionszugehörigkeit ein. Muslime dürfen gehen. Christen werden gezielt ausgewählt und getötet.

147 von ihnen sterben, 79 werden verletzt.

Die Terroristen nehmen Geiseln, verschanzen sich im Wohnheim auf dem Campus. Stunden später beenden kenianische Sicherheitskräfte das Terror-Drama, nachdem die Angreifer auch noch Sprengstoffgürtel gezündet haben.

Immer wieder wird das ostafrikanische Land von Tod und Terror überzogen.

Pikant: Kenia ist mit seinen Kilometerweiten Sandstränden und seiner unvergleichlichen Safari-Landschaft eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen.

Ich selbst habe 2011 mit Kollegen an der Diani-Beach verdeckt gedreht. Schon damals war es mehr als gefährlich. Kurze Zeit später wurden in den Locations, in denen auch wir uns aufhielten, Anschläge mit Handgranaten verübt.

Seit sich die kenianische Regierung im Zuge des Kampfes gegen den Terror im benachbarten Somalia beteiligt, überzieht die al-Shaabab das Land mit Attentaten und Massakern.

Der deutsche Vizebotschafter in Kenia, Friedo Sielemann, erklärte: „Deutschland verurteilt diese schreckliche Terrorattacke auf die Universität Garissa, einen Ort des Lernens und der persönlichen Entwicklung, auf das Schärfste.“ Die Bundesrepublik werde dem Land im Kampf gegen den Terrorismus in Ostafrika solidarisch zur Seite stehen.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/massaker-in-kenia-gezielter-anschlag-auf-christen-13520379.html

Das heißt nichts anderes, als dass auch in den Urlaubsorten – die bekanntesten sind wohl jene bei Mombasa und Malindi – zukünftig mit Anschlägen zu rechnen ist.

Mit dieser Thematik habe ich mich ausführlich beschäftigt.

Der erste Band der neuen von mir konzipierten Agenten-Reihe SNAKE spielt in Kenia und verrät in fiktiver Form verschiedene Hintergründe zum Terror der al-Shabaab und dem Engagement der Amerikaner in dem ostafrikanischen Ländern.

Ich meinem gut recherchierten „real-fiction“ Roman, den ich bereits vor Monaten geschrieben habe, erwähnte ich auch die Stadt Garissa, die nun zum Schauplatz diese schrecklichen Massakers von gestern wurde.

Zudem beschrieb ich, wie ein Amerikaner von einem Milizenchef der al-Shabaab geköpft wurde. Auch das wurde wenige Tage später grausame Realität – allerdings im Irak durch ISIS-Terroristen.

Auch der Thematik von deutschen Konvertiten im Ausland griff ich in meinem Roman nicht nur auf, sondern auch vor.

So wurde aus Fiktion grausame Realität.

 

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http://blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=1810

 

Wenn der Leser einen Blick auf den Inhalt meines Romans wirft, dann wird er erkennen, wie nahe er an der Realität ist (ebenfalls schon vor Monaten geschrieben):

Seit Jahren überziehen die islamistischen al-Shabaab-Milizen Ostafrika mit blutigem Terror. Am Horn von Afrika will der al-Quaida-Ableger einen Gottesstaat errichten. Sein Kampf gilt aber nicht nur der schwachen somalischen Übergangsregierung und den afrikanischen Friedenstruppen, sondern vor allem den westlichen Ungläubigen.

Als Mohammed Abdirahman, einer der Militär-Kommandeure der Terror-Organisation, nur mit Glück einem Drohnenangriff der US-Streitkräfte entkommt, übt die al-Shabaab grausame Vergeltung. Im Ferienparadies Kenia explodiert die Gewalt gegen Ausländer. So verübt der deutsche Dschihadist Andreas Maier alias Ahmed Kalif einen verheerenden Selbstmordanschlag in einem beliebten Ferienhotel an der Diani Beach. Dabei kommen dutzende unschuldige Urlauber ums Leben. Unter ihnen auch der deutsche Hoteldirektor Carsten Heiniger.

Die Amerikaner beauftragen das Global Diplomatic Bureau (GDB) den Milizenführer der al-Shabaab aufzuspüren und zu liquideren. Seit dem letzten Drohnenangriff, bei dem auch unbeteiligte Hirtennomaden getötet wurden, können weder das US-Militär noch die CIA offiziell in Kenia agieren. Weitere Kollateralopfer darf es aus politischen Gründen nicht mehr geben.

So macht sich der beste Agent des GDB, Prinz Silko von Nake, genannt SNAKE, in die Terror-Hölle Kenias auf, um Mohammed Abdirahman ausfindig zu machen. Dabei geht es für ihn nicht nur um einen geheimen Auftrag, sondern auch um persönliche Rache. Denn der bei dem Sprengstoffanschlag ermordete Hoteldirektor Carsten Heiniger war sein bester Freund.

Allerdings erweist sich Snakes Jagd auf den somalischen Milizenführer als wahrer Höllentrip, bei dem ihm sein Gegner immer einen Schritt voraus ist. Der GDB-Agent und seine kenianische Informantin Nahla werden von den Terroristen in eine der gefährlichsten Städte der Welt verschleppt – nach Mogadischu. In einem verlassenen Militärbunker werden sie gefoltert. Snakes Mission scheint gescheitert. Aus dem Jäger ist ein Gejagter geworden, der ums nackte Überleben kämpfen muss. Und das ist erst der Anfang …

 Snake Banner

 

https://snakethriller.wordpress.com/

 

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GUIDO GRANDT

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Bezness – Das kriminelle Geschäft mit der Urlaubsliebe


GuidosKolumneNeu
    377 (38/2014)

 

Bezness:

Das kriminelle Geschäft

mit derUrlaubsliebe

 

Teil 1 – 14

 

Sommer, Sonne, große Gefühle! Dieser Traum wird für immer mehr Frauen zum Albtraum. 5.000 deutsche Urlauberinnen, so Experten, fallen jedes Jahr auf Liebes-Betrüger herein.
Hier meine große Dokumentation, die ich investigativ für BILD DER FRAU in Kenia und in der Türkei gedreht habe.

 

Meine große Bezness-Reportage “Auf den Spuren der Liebesmafia” ist so aktuell wie zuvor. Fast wöchentlich bekomme ich Zuschriften von betroffenen Opfern.

Sommer, Sonne, große Gefühle –  was so traumhaft beginnt, wird für immer mehr Frauen zum Albtraum. Denn schon längst lauern im Urlaub Liebesbetrüger, denen es  langfristig nur um zwei Dinge geht: um das Geld der ahnungslosen Touristinnen oder eine Hochzeit mit ihnen, um sich so eine Aufenthaltsgenehmigung für Europa zu ergaunern. Die Gefühls-Gangster sind organisiert und arbeiten systematisch. Alleine 2012, so Experten, sind 5000 Frauen auf die Betrüger hereingefallen. Ein Millionengeschäft.

Wir wollten herausfinden, wie die Liebesmafia wirklich arbeitet und mit welchen Tricks Frauen in die Falle gelockt werden. Reporterinnen und Reporter sprachen mit Opfern, Tätern, Behörden – und recherchierten mit versteckter Kamera in Touristenzentren in der Türkei und in Kenia.

 

Hier gibt’s den Überblick über die gesamten 14 Teile:

http://www.bildderfrau.de/world/communaute/search/search.asp?kw=bezness&personalKey=-178270572

http://www.bildderfrau.de/world/communaute/search/search.asp?kw=bezness&p=2

 

Versteckt gedreht haben wir in der Türkei und in Kenia. Der Dreh hat uns allen – vom Kamera-Team bis zu unseren weiblichen Lockvögeln aus der Bild der Frau-Redaktion – alles abverlangt.

An dieser Stelle noch einmal meinen Respekt an die Reporterinnen, die wahrhaft viel ertragen mussten!

 

Nachfolgend ein Interview zum Thema, das ich „Bild der Frau“ gegeben habe (ungekürzt):

Anmerkung: Von Bezness können Frauen und Männer betroffen sein. Ich konzentriere mich bei meinen Antworten auf die Frauen.

1. Was bedeutet Bezness genau?
Bezness ist das Geschäft mit vorgespielter Liebe. Eigentlich verwende ich den Terminus „Gefühlskriminalität“, der wohl am ehesten zutrifft. Der Begriff ist zusammengesetzt aus dem deutschen Wort „Beziehung“ und dem englischen Wort „Business“. Das ist systematischer, oft auch organisierter, interkultureller Heiratsschwindel und hat nichts mit Sextourismus zu tun. Jährlich fließen Millionen Devisen in die Taschen der Betrüger. Die jeweiligen Regierungen machen nichts dagegen, stellen sich blind, taub und stumm. Übrigens auch die deutsche, obwohl das Problem schon lange im Auswärtigen Amt, den Innenministerien und den jeweiligen Botschaften bekannt ist, wie meine Recherchen ergaben. Das Geschäftsmodell Bezeness läuft aber auch über die virtuelle Welt: In Internetchats. Die dunkelste Seite dieser Gefühlskriminalität wird jedoch zumeist verschwiegen: Viele Beznesser, die durch eine Heirat mit einer Urlaubsbekanntschaft ins westliche „Schlaraffenland“ gekommen sind, fühlen sich hier nicht zu Hause. Nicht wenige entführen dann ihre eigenen Kinder in ihr Heimatland, die aus der bi-nationale Ehe hervorgegangen sind. Diese sind die eigentlichen Opfer. Die Mütter haben in diesen Ländern zumeist keine Rechte. Es ist fast unmöglich ihre Kinder wieder „legal“ zu sich zu holen.
2. In welchen Ländern kommt das besonders oft vor?
Bezness kommt überwiegend in orientalisch-islamischen und afrikanischen Ländern vor – und da vor allem in den beliebten Urlaubsländern, wie (vor der Arabellion) Ägypten, Tunesien und Marokko. Aber auch in der Türkei, in der Dominikanischen Republik und in Kenia tummeln sich die Gefühlsgangster. Also genau in den Hochburgen des Massentourismus, die auch von den deutschen Urlaubern bevorzugt werden.

 

3. Wie gehen die Betrüger vor? Gibt es da ein typisches Schema? (Wie umgarnen sie die Frauen)
Als erstes werden die Frauen von den Beznessern „ausgespäht“. Denn nicht jede Touristin erfüllt die Voraussetzungen als Opfer. Die Frau muss genügend Geld haben – wobei die Ansprüche, je nach Land, unterschiedlich sind – und sie muss entweder Single sein, geschieden oder verwitwet. Denn durch eine (schnelle) Heirat wollen viele Beznesser den Aufenthaltsstatus in Europa, in Deutschland bekommen. Natürlich werden auch verheiratete Frauen fixiert, die alleine Urlaub machen. Es gibt nicht wenige Fälle, in denen sich Frauen nach dem Urlaub von ihrem daheimgebliebenen Partner wegen der großen „Urlaubsliebe“ trennen. Ist eine Frau als Opfer ausgesucht, wird Kontakt mit ihr aufgenommen. Zumeist durch Komplimente, Flirts, zufällige Berührungen des Beznessers (Kellner, Animateur, Rezeptionist, Taxifahrer, Beachboy, Souvenirverkäufer etc.). Verabredungen folgen -romantische Rendezvous am Strand. Im Mond- oder Kerzenschein. Dann kommen die ersten Zärtlichkeiten mit ins Spiel: Händchenhalten, streicheln, küssen und dann der Sex. Natürlich muss alles schnell gehen: Die Urlauberin ist in den meisten Fällen höchstens drei Wochen da, manchmal sogar nur eine Woche. Die Jungs müssen also richtig Gas geben.
4. Können Sie Beispiele nennen?
Eine Betroffene – ich nenne sie Simone – fiel auf einen Animateur in Side herein: Nach einer Blitzheirat reiste er nach Deutschland. Hier musste ihn Simone finanziell aushalten. Arbeiten wollte er nicht. Es gab oft Streit, der einstige Märchenprinz verwandelte sich in einen Haustyrann. Simone wurde ungewollt schwanger aber das rettete die Ehe nicht. Im Gegenteil. Nach Handgreiflichkeiten trennte sie sich schließlich von ihm – einige tausend Euro ärmer. Eine andere Frau, Ursula (52), lernte in Kenia einen fast halb so alten Beznesser, einen Beach Boy kennen, der sie „verliebt gemacht“ hat, so erzählte sie mir. Auch hier folgte die Heirat schon nach wenigen Monaten. Er zog ins fremde Land, zu Ursula. Eine Zeitlang ging alles gut, dann stellte sich heraus, dass sie nicht die einzige Touristin war, mit der er sich eingelassen hatte. Zudem war er schon in Kenia verheiratet und hatte eine Tochter. Das Ende des Urlaubstraumes: Die beiden ließen sich scheiden und Ursula war zigtausende Euro ärmer…
5. Wieso fallen die Frauen darauf herein?
Die Opfer werden regelrecht „eingelullt“, wie vorangehend beschrieben. Das Klientel ist ja nicht die 20 – 30jährige Frau, sondern ab 40 aufwärts. Ungenierte Flirts, das Gefühl, etwas ganz Besonders zu sein, hören diese Frauen auch nicht jeden Tag. Vielleicht ist es schon Jahrzehnte her. Das macht anfällig. Sie verlieben sich – einseitig natürlich. Gefühle schalten den Verstand aus. Bei meinen Undercover-Recherchen hat mir ein türkischer Hotelangestellter verraten, dass die „Zauberformel“ folgendermaßen aussieht, um jede Frau abzuzocken: Aufmerksamkeit, Komplimente, Flirts, Gefühle und guter Sex.
6. Woran erkennt man den Betrug?
Beznesser kommen schnell zur Sache – und das in jeder Hinsicht. Sobald das Vertrauen der Frau gewonnen ist, das Netz des Verliebtseins gespannt ist, kommen die ersten Forderungen: Geld oder materielle Dinge. Die Gründe dafür sind immer dieselben: Anscheinend kann der Beznesser den Krankenhausaufenthalt eines nahen Verwandten nicht bezahlen oder eine OP steht an, es gab einen Unfall, das Moped wurde gestohlen und so weiter…Daran erkennt man sehr schnell den Betrug: an den finanziellen oder materiellen Forderungen! Dabei heißt es doch, dass bei Geld die Freundschaft aufhört, oder nicht? Wenn Urlauberinnen dies als Maßstab nehmen, dann sind sie gut beraten. Gegen bi-nationale Beziehungen, gegen Multikulti-Flirts und heiße Urlaubsnächte hat niemand etwas. Wohl aber gegen Gefühlskriminalität und Heiratsschwindel.
7. Wie kann man sich schützen?
Genau beobachten: Männer meiden, die viel jünger als man selbst ist und sich eindeutig „schnell“ an einen heranmachen: Vor allem: Sobald finanzielle oder materielle Forderungen gestellt werden, den Kontakt sofort abbrechen! Das ist wohl der beste Schutz, den es gibt, um sich nicht weiter in ein Gefühlsnetz zu verstricken, aus dem man sich später nicht mehr befreien kann.

 

8. Was kann man tun, wenn man Opfer von Bezness wird?
Der Gang zu den Behörden ist nicht nur schwer, sondern zumeist auch hoffnungslos. Da sich Bezness in zumindest zwei Ländern (Heimat- und Urlaubsland) abspielt, sind die Zuständigkeiten nur unzureichend geklärt. In den Heimatländern der Beznesser haben die Frauen zumeist keine Rechte. Selbst wenn der Beznesser beispielsweise wegen Kindesentzug mit einem internationalen Haftbefehl gesucht wird, hat er in seinem Land nicht viel zu befürchten. Dennoch muss eine Kindesentführung, Gewalt oder Betrug angezeigt werden. Wegen einer allgemeinen Beratung können sich Betroffene an die einzige Anlaufstelle für Beznessopfer wenden: http://www.CiBeV.de. Erwähnen möchte ich noch: Bezness hat nicht nur große finanzielle Auswirkungen auf die Opfer, sondern auch psychische (Erkenntnis, dass die Ehe/Beziehung auf einer Lüge aufgebaut war, Verlust des Selbstwertgefühls, Ängste um sich und die eigenen Kinder, Depressionen, man gibt sich die Schuld an allem, man schämt sich etc.) und soziale (man grenzt sich von der Gemeinschaft aus oder aber wird von ihr isoliert, als Sextouristin stigmatisiert, die selbst Schuld an ihrer Misere hat). Oftmals gehen Bezness-Beziehungen auch mit körperlicher Gewalt einher.

 

9. Haben Sie Zahlen für einen Infokasten? Fallzahlen, Geldsummen oder Ähnliches?
Alles spielt sich in einem Grau- und Dunkelbereich ab. Deshalb sind Zahlen schwer zu beziffern. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich rund 5000 deutsche Urlauberinnen auf Gefühlsgangster hereinfallen. So schätzt CiB e.V., dass jährlich ein Schaden für das deutsche Sozialsystem von rund 1,5 Milliarden Euro durch die Bezness-Mafia verursacht wird.

 

 

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GuidosKolumneNEU3

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Meine große Bezness-Reportage: „Auf den Spuren der Liebensmafia“ – bei BILD DER FRAU


Endlich ist es soweit: Meine große Bezness-Reportage „Auf den Spuren der Liebesmafia“ ist bei den Kolleginnen von Bild der Frau online:

Sommer, Sonne, große Gefühle –  was so traumhaft beginnt, wird für immer mehr Frauen zum Albtraum. Denn schon längst lauern im Urlaub Liebesbetrüger, denen es  langfristig nur um zwei Dinge geht: um das Geld der ahnungslosen Touristinnen oder eine Hochzeit mit ihnen, um sich so eine Aufenthaltsgenehmigung für Europa zu ergaunern. Die Gefühls-Gangster sind organisiert und arbeiten systematisch. Alleine 2012, so Experten, sind 5000 Frauen auf die Betrüger hereingefallen. Ein Millionengeschäft.

Wir wollten herausfinden, wie die Liebesmafia wirklich arbeitet und mit welchen Tricks Frauen in die Falle gelockt werden. Reporterinnen und Reporter sprachen mit Opfern, Tätern, Behörden – und recherchierten mit versteckter Kamera in Touristenzentren in der Türkei und in Kenia.

Hier gibt’s den Überblick über die gesamten 12 Teile: http://www.bildderfrau.de/world/communaute/search/search.asp?kw=bezness&personalKey=-1382287600

Versteckt gedreht haben wir in der Türkei und in Kenia. Der Dreh hat uns allen – vom Kamera-Team bis zu unseren weiblichen Lockvögeln aus der Bild der Frau-Redaktion – alles abverlangt.

An dieser Stelle noch einmal meinen Respekt an die Reporterinnen, die wahrhaft viel ertragen mussten!

Bezness ist das Geschäft mit vorgespielter Liebe. Eigentlich verwende ich den Terminus „Gefühlskriminalität“, der wohl am ehesten zutrifft. Der Begriff ist zusammengesetzt aus dem deutschen Wort „Beziehung“ und dem englischen Wort „Business„.  Das ist systematischer, oft auch organisierter, interkultureller Heiratsschwindel und
hat nichts mit Sextourismus zu tun.

Der Verein „Community of interests against bezness“, kurz CiB in Bayreuth, ist die einzige Anlaufstelle für Bezness-Opfer im deutschsprachigen Raum.

http://www.cibev.de/

Bezness (3): Auf den Spuren der Liebesmafia (Kenia)


Wie der erste Bezness-Artikel hat auch der zweite für eine große Leserschaft gesorgt.  Nachfolgend, gemäß dem vorherigen Motto, veröffentliche ich den Auszug meines Filmtreatments „Auf den Spuren der Liebesmafia“. Diesesmal bin ich mit meinem Team in Kenia unterwegs, genauer an der Diani-Beach bei Ukunda in der Nähe von Mombasa. Auch hier haben  Beznesser wieder vor versteckter Kamera ausgepackt („R“ steht wieder für „Reporter“):

„Abchecken, Angraben  und Beobachten – das hat Methode bei vielen Beachboys. 

Das bestätigt auch Pelu. Seit 13 Jahren kennt er die  Szene am Strand. Unter einem Vorwand treffen sich die Reporter mit ihm und seiner Gang.

Situative O-Töne:

 

R: Ich habe gestern gehört in der Diskothek, dass ein afrikanischer  Mann einer weißen Frau gesagt hat, ich liebe dich, ich möchte dich heiraten und sie hat gesagt, ich kenne dich erst zwei Tage. Es gibt doch bestimmt auch Leute, die das als Business machen oder nicht?

P: Ja, ist etwas Geschäft, du weißt, Geschäft ist überall.

R: Ist es einfach, dass sich die weißen Frauen in schwarze Männer verlieben, gibt es da Tricks irgendwie?

P: Ja, ab und zu mal schon Tricks.

 (…)

Zuvor erhalten ihre Kollegen  einen heißen Tipp: Händler berichten von einem Mann, der westliche Frauen gleich reihenweise abzocken soll. 

Den Reportern gelingt es schließlich sich mit dem mutmaßlichen Beznesser zu treffen, ihn vor versteckter Kamera auszufragen. 

Der 30jährige Muslim Samir ist mit einer Einheimischen verheiratet. Sie lebt mit den beiden kleinen Söhnen 700 Kilometer entfernt in der Nähe von Nairobi. Samir verkauft am Strand Safaris, doch die Einnahmen reichen nicht aus. Fieberhaft sucht er überall Kontakt zu reichen Touristinnen.

  

Situative O-Töne:

 

S: Die habe ich hier, auf der Straße kennen gelernt, die andere im Shakatak (gemeint ist eine Disco in Ukunda/GG), die andere auf  Safari, die andere auf der Straße. Drei…

S: Und wenn eine sagt, ich komme im September und die  die andere sagt ich komme gleichzeitig, sage ich nein, im September bin ich nicht da, komm 2 Wochen später, dann bin ich wieder da. Inzwischen bin ich wieder im Urlaub mit einer…

R: Also immer nacheinander kommen lassen?

S: Ja, ja..

R: Und wenn die da sind, zahlen die auch, oder?

S: Ja, ja, die zahlen! …Ich habe einmal Urlaub gemacht mit einer Polin, die Milchkuh. Urlaub im Privathaus, nicht im Hotel.

R: Du hast gerade gesagt, du hast eine Milchkuh…

S: Das ist  kein gutes Wort aber das sage ich zu den Leuten, die ich nicht liebe, ich will nur Geld saugen.

 Die  Milchkühe, wie Samir sie bezeichnet, zahlen auch  wenn sie längst schon wieder zu Hause sind.

 

Situative O-Töne:

 

 

R: Wie machst du das? Sagst du einfach gib mir Geld, oder schicke mir mal, mir geht’s schlecht?

S: Ja, ja, ja…Pass auf. Ich bin krank oder ich habe ein Problem oder ich will mein Haus renovieren, habe kein Geld, mein Geschäft läuft nicht gut, du weißt ich bin arbeitslos, ich lebe nur von Touristen.

R: Dann geben sie dir das Geld?

S: Ja, dann überweist sie. In 10 Minuten habe ich das Geld…

R: So schnell geht das?

S: Ja, ja…

R: Dann kannst du aber gut leben davon?

S: Ja, ich kann gut leben.

R: Wenn jetzt eine kommt, finde dich cool, will dich heiraten, und du liebst sie ja nicht, würdest du es trotzdem machen?

S: Ja…

R: Hast du eigentlich eine Frau, eine einheimische Frau?

Die weiß aber nichts von den weißen Frauen?

S: Doch…

R: Und sie hat nichts dagegen, dass du weiße Frauen hast?

S: Nein,  weil ich habe ihr gesagt,  die weißen Frauen haben mich vom Anfang meines Lebens hochgebracht, also hast du nichts zu sagen über diese Frauen. Du könntest mir gar nicht ein Haus bauen, mein Leben leisten. Also ich liebe dich, du liebst mich.

R: Gibt es auch noch andere Männer die das so machen mit den Frauen?

S: Ja, es gibt viele! Es gibt Männer, die bekommen 1000 Euro, wirklich, das schwöre ich dir!

Jetzt möchten die Reporter Samirs Haus auch sehen, das er sich von Frauen aus dem Westen finanzieren lässt. Samir willigt ein. Unterwegs in die Armenviertel von Ukunda zeigt er Fotos.

Situative O-Töne:

 

 

 R: Wer ist das? Die Frau, wer ist das?

S: Das ist die, die mir das Haus gebaut hat.

R: Ja, ja…

Regelmäßig kommt die 20 Jahre ältere Deutsche  nach Kenia, glaubt Samirs Liebesschwüren immer wieder. Zahlt dem Beznesser monatlich Geld.

Stolz zeigt dieser den Reportern eine Quittung von den Geldüberweisungen.

Angekommen in Ukunda  führt Samir die Reporter durch sein Wohnviertel.

Dann stehen sie vor dem neu gebauten Haus, finanziert durch Abzocke deutscher Touristinnen.

1 Million Kenianische Schilling hat es gekostet.

 Das sind rund 10.000 Euro.

 Situative O-Töne:

 

 

R: Habt ihr das selber gebaut? Gibt’s da Leute die das bauen?

S: Ja, ja, da gibt’s Leute die das bauen. Sie schickt Geld und ich kontrolliere alles. Ich gehe nicht an den Strand, nur hier Kontrolle.

R: Dann überweist sie auf einmal den ganzen Betrag oder immer verschieden?

S: Nein, nein…

R: Immer verschieden?

S: Wenn was fehlt, dann telefoniere ich und sie überweist.

R: Schicken dir die anderen Frauen auch Geld, die anderen zwei oder nur die Deutsche?

S: Die anderen schicken auch, aber wenig.

R: Und was schicken die da so?

S: Monatlich sie überweist 200 Euro, manchmal 200 Euro, manchmal 150.

R: Aber das ist doch viel Geld oder?

S: Ja, sehr viel Geld.

S: Jetzt muss ich noch viel Geld sparen um das hier als Wohnzimmer zu sehen.

 

Draußen auf der Terrasse wird Samir noch deutlicher.

 

 Situative O-Töne: 

 

 

S: Viele Jungs haben weiße Frauen aber haben keine Ideen.

R: Und du hast weiße Frauen und hast Ideen..

S: Ja…

 

Beznesser Samir führt die Reporter wieder nach draußen. Sie haben  genug gesehen und gehört.

(…)

Bezness (1): Auf den Spuren der Liebesmafia


Schon seit Jahren bin ich mit Kollegen und Kolleginnen, sowie Evelyne Kern, Journalistin, Schriftstellerin und Vorsitzende des Vereins „Community of interests against Bezness“, kurz CiB, einem organisierten, kriminellen Betrugsgeschäft auf der Spur, das sich Bezness nennt. Das Wort ist zusammengesetzt aus dem deutschen „Bez(iehung)“ und dem englischen „Busi(ness)“. Es bezeichnet das unsägliche Geschäft mit vorgespielter Liebe, bei dem es nur vordergründig um Sex geht, sondern hauptsächlich um materielle und/oder finanzielle Vorteile zu erhalten oder durch eine Blitzheirat ein Ticket nach Europa zu ergaunern . Die Tatorte: beliebte Urlaubsländer (überwiegend orientalisch-islamische und afrikanische Länder wie beispielsweise die Türkei, Tunesien, Marokko, Ägypten, Gambia und Kenia). Die Opfer: Touristinnen. Die Täter (Beznesser): Hotelangestellte, Animateure, Kellner, Taxifahrer, Reiseführer etc.

Dabei handelt es sich keineswegs um Einzelfälle oder gar um ein „Kavaliersdelikt“, sondern um organisierten Betrug. „Bezness ist ein Millionengeschäft“, sagt Evelyne Kern. Sie kümmert sich um Bezness-Opfer. CiB ist die einzige Anlaufstelle dafür im deutschsprachigen Raum. Laut Experten verursacht die Bezness-Mafia jährlich einen Schaden von 1,5 Milliarden Euro für das deutsche Sozialsystem (weil z.B. Sozialhilfe und Hartz IV für verschuldete Opfer oder hier verheiratete Täter oder Abschiebekosten anfallen). „Allein von Tunesien-Urlauberinnen werden jedes Jahr 1800 schwere Betrugsfälle gemeldet“, berichtet Evelyne Kern. „Dem Betrüger, dem Beznesser ist es egal, welche Frau das ist; Hauptsache sie hat zwei Voraussetzungen: sie heiratet ihn, damit er den Aufenthaltsstatus für Deutschland bekommt und sie hat genug Geld. Frauen, die alleine in den Urlaub fahren, haben vielleicht auch gerade eine Beziehung hinter sich, sind anfällig für schöne Worte und diese Typen wissen ganz genau, wie sie auf diese Frauen zugehen müssen, wie sie auf sie eingehen müssen. Wenn jemand sagt, dass die Frauen selbst schuld sind, dann irrt er. Wenn sich eine Frau verliebt, dann vertraut sie dem Menschen.“ Den Behörden in Deutschland sind das Problem und viele Fälle bekannt – sie versuchen aber, das Thema klein zu halten: „Betroffene müssen sich mit Mitteln des ausländischen Rechts gegen Betrugsfälle wehren“, so die nüchterne Erklärung des Auswärtigen Amts. Aber: „Klagen in den Herkunftsländern der Männer sind sinnlos, keine Betrogene hat je Gerechtigkeit erfahren“, sagt Evelyne Kern. CiB hat auch Petitionen ans Bundeskanzleramt und den Bundestag geschickt: „Wir wollen, dass Bezness zur offiziellen Straftat erklärt wird.“ In einem Schreiben vom Mai 2011 bedankt sich das Bundeskanzleramt im Namen der Kanzlerin zwar bei Evelyne Kern und ihrem Verein mit den Worten: „…Die Aufklärung von Frauen, von potentiellen Opfern, ist deshalb besonders wichtig. Hierzu leisten Sie einen wesentlichen Beitrag. Insbesondere in der Prävention, aber auch bei der Unterstützung von betroffenen Frauen, macht sich Ihr Verein verdient. Abschließend möchte ich Ihnen nochmals für Ihre Gesellschafts wichtige Arbeit danken und Ihnen dabei weiterhin viel Erfolg wünschen.“ Aber bislang scheint sich die bundesdeutsche Politik nicht dafür zu interessieren. Bezness-Opfer werden allein gelassen. Nicht nur in den Heimatländern der Liebesbetrüger, sondern auch in Deutschland, wie Evelyne Kern vom Verein CiB bemängelt.

Im Rahmen meiner Recherchen habe ich bei den bundesdeutschen Ministerien nachgefragt.

Das Auswärtige Amt teilt  lapidar mit: „…Betroffene müssen sich mit den Mitteln des ausländischen Rechts gegen Betrugsfälle wehren. Das Auswärtige Amt kann auf ausländische Gerichtsverfahren keinen Einfluss nehmen…“

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erklärt: „…bei den Ansprüchen der Heiratsschwindel-Opfer gegenüber den Heiratsschwindlern … (geht es) … um zivilrechtliche Ansprüche, deren Durchsetzung den Schwierigkeiten unterliegt, die grundsätzlich bei zwischenstaatlichen Rechtsstreitigkeiten bestehen…“

Das Bundesministerium der Justiz geht auf meine Anfrage erst gar nicht ein.

Dafür antwortet beispielsweise die türkische Botschaft in Berlin auf die Frage hin, ob das Problem Bezness bekannt sei: „Davon liest man, ja.“ Und wird Handlungsbedarf gesehen? „Wir haben Besseres zu tun!“

Ich war selbst unlängst in Tunesien, der Türkei und in Kenia und habe mit Kollegen und Kolleginnen (als Lockvögel) Undercover-Aufnahmen über die Arbeit der Beznesser, ihre Anbandeltaktiken und Abzockmethoden sowie verdeckte Interviews mit Tätern und Insidern gedreht. Darüber gibt es verschiedene Artikel und einen Film. Wir haben aufdecken können, nach welchen Regeln und mit welchen Methoden das Geschäft mit den Gefühlen einsamer Urlauberinnen funktioniert.  

Hier der Link zum Trailer bei „bild.de“:

http://www.bild.de/news/ausland/betrug/bezness-abzocke-urlaubs-liebe-19966946.bild.html

Mehr Infos zum Thema Bezenss auch unter:

www.CiBev.de

oder auf meinem Blog auf „1001Geschichte“ klicken.