Mein neuer LAREDO-Western: „Der Engel von Tombstone“ (Kelter-Verlag)


Neben dem Schreiben von Sachbüchern, Filmdokumentationen und meiner sonstigen journalistischen Tätigkeit,  ist Belletristik ein Steckenpferd von mir, das ich seit meinen Jugendjahren pflege:-)

Ob Western (CASSIDY/LAREDO, LASSITER), Abenteuer (KARL MAYS KARA BEN NEMSI), Historic-Crime (SHERLOCK HOLMES), Agententhriller (SNAKE), Humor-Krimi (DER BUTLER), Steampunk-Western-Horror-SF (STAHLWÖLFE) oder Kult-Horror (LARRY BRENT) – überall schreibe ich mit, habe verschiedene Serien konzipiert und/oder verfasse auch die Reihenexposés.

Nächste Woche erscheint mein neuer LAREDO-Western im Kelter-Verlag:

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Ein Auszug aus dem Roman:

Vorrede

Nellie Cashman, der „Engel von Tombstone“ ist nicht nur eine historische Persönlichkeit, sondern geradezu eine Legende. Aufgrund ihrer karitativen Arbeiten wurde sie weit über die Grenzen Arizonas hinaus bekannt. Das Bisbee-Massaker spielte sich weitgehend so ab, wie in dem Roman geschildert.  Sämtliche Begebenheiten danach sind fiktiv. Auch die Personenbeschreibungen der historisch verbürgten Protagonisten entspringen der Fantasie des Autors.

8. Dezember 1883, Bisbee, Cochise County (Arizona).

Der grau verhangene Himmel weinte dicke Regentropfen. Gerade so, als hätte er eine Vorahnung von dem bevorstehenden Massaker, das in die amerikanischen Geschichtsbücher eingehen sollte. Ein steifer Wind, kühl wie ein Lufthauch aus einem Grab, blies aus Norden. Er begleitete die fünf Reiter, die auf ihren knochigen Gäulen in die kleine Minenstadt Bisbee galoppierten, als wäre der Leibhaftige hinter ihnen her. Es waren harte Männer, mit stoppelbärtigen, verkniffenen Visagen und eisig funkelnden Augen, die schon viel Leid gesehen und noch mehr verursacht hatten. Auch jetzt brachten sie den Tod mit und würden in Kürze die Straßen mit Blut überschwemmen. Ihre Namen: James „Tex“ Howard, Dan „Big“ Dowd, Omer W. Sample, Daniel Kelly und William DeLaney.

Trotz ihrer schändlichen Absicht hielten es die Reiter nicht für nötig, ihre Gesichter hinter den staubigen Halstüchern zu verbergen. Als die Cooper Queen Mine vor ihnen auftauchte, ließen sie diese links liegen. In ihr waren vor drei Jahren reiche Kupfer-, Gold- und Silbervorkommen entdeckt worden. Richter DeWitt Bisbee finanzierte die Mine. Seitdem trug die Stadt seinen Namen. Stattdessen bogen die Männer in die Mainstreet ein. Die viktorianischen Häuser klebten fast malerisch an den Hängen der Mule Mountains, die hier über 5.300 Fuß hoch waren. Gleich darauf stiegen die Fünf aus den Sätteln und gingen zielgerichtet zum Goldwater-Castaneda Mercantile Store hinüber. Natürlich wussten sie, dass es in Bisbee keine Bank gab und daher die Lohnzahlungen für die Mine ein oder zwei Tage im Voraus in den Store geliefert wurden. In aller Regel 7.000 US-Dollar. Und genau darauf hatten es die Banditen abgesehen.

James Howard und Daniel Kelly betraten den Laden, während Dan Dowd, Omer W. Sample und William DeLaney draußen Schmiere standen. Als der grauhaarige Storebesitzer und die drei anwesenden Kunden die Bewaffneten sahen, erkannten sie sofort ihre Absicht. Furcht zeichnete ihre Gesichter. Es waren allesamt keine mutigen Männer, sondern ganz im Gegenteil, einfache Minenarbeiter, die jeden Tag die hungrigen Mäuler ihrer Frauen und Kinder stopfen mussten.

„Her mit den Lohngeldern!“, forderte Howard barsch, ein großer, sehniger Kerl mit dunklem Haar, der von seinen Komplizen nur „Tex“ genannt wurde. Kelly, lang und hager von Statur, wedelte mit seinem Colt herum. Schon bei der geringsten falschen Bewegung würde er abdrücken.

„Die Lohngelder … sind noch nicht da…“, stammelte der Storemann.

„Willst du uns für dumm verkaufen, Alter?“ Mit einem metallischen Klicken spannte Howard den Hahn seiner Waffe, um seinen Worten den nötigen Nachdruck zu verleihen. „Her mit den Bucks oder ich blase dir dein verdammtes Hirn raus!“

„Ich schwöre es, Mister!“ Der Storebesitzer deutete auf den offenstehenden Tresor hinter sich, in dem nur ein paar Dollarnoten lagen. „Die Lohngelder haben Verspätung.“

Howard zerbiss einen Fluch zwischen den Zähnen. Einen Moment lang wallte roter Nebel vor seinem Blick auf. Sein Zeigefinger zitterte um den Abzug, ohne ihn jedoch ganz durchzuziehen. Der Grauhaarige schwitzte Blut und Wasser, fest davon überzeugt, in den nächsten Sekunden zu sterben.

Nur mühsam bekam Howard seine Wut und Enttäuschung wieder in den Griff. Daniel Kelly bleckte neben ihm sein unregelmäßiges Gebiss. Auch er musste sich beherrschen.

„Gib mir alles, was da ist, Alter!“ Howards Stimme klang rau wie ein Reibeisen. Hastig kam der Store-Besitzer der Aufforderung nach, packte die wenigen Dollarbündel aus dem Tresor in einen Leinensack. Dann öffnete seine Ladenkasse, holte ein paar Scheine und Münzen heraus, stopfte sie ebenfalls hinein und übergab den Sack den Banditen. Es waren kaum mehr als 1.000 Dollar. Kelly hatte zwischenzeitlich die bescheidenen Wertgegenstände der Kunden, die sie bei sich trugen, an sich gebracht. Darunter etwas Schmuck, eine vergoldete Uhr und etwas Bargeld.

„Dreht euch um und tretet mit euren hässlichen Visagen voran an die Wand!“, herrschte er sie nun an. Unverzüglich kamen die drei ängstlichen Männer sowie der Storebesitzer dem Befehl nach.

Im selben Moment brach draußen die Hölle los!

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http://www.kelter.de/

Eine Auswahl weiterer spannender Romane von mir (z.B. aus meinem gugra-media-Verlag oder dem Blitz-Verlag), hier:

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Alle hier erhältlich:

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Mein neuer KARL MAY KARA BEN NEMSI-Roman (mit Hymer Georgy): „Der Krieg des Schut“


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+++NEU: Mein neuer KARA BEN NEMSI-Roman (mit Hymer Georgy)+++

Kara Ben Nemsi alias Old Shatterhand alias Karl May und seine treuen Gefährten Hadschi Halef Omar, Krüger-Bei und Sir David Lindsay sind zurück!

Im BLITZ-Verlag erscheinen neue Wüstenabenteuer mit Kara Ben Nemsi . Ich selbst habe Band 1  und Band 6 (mit Hymer Geory) geschrieben und verfasste auch die Serien-Exposés des Schut-Zyklus.

Endlich ist nun der Abschlussband des Schut-Zyklus erschienen. Das fantastische Cover stammt wieder von Mark Freier!

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Tod oder Leben?

Krieg oder Frieden?

Inmitten des Urabi-Aufstandes entscheidet sich das Schicksal der Welt. Und auch Kara Ben Nemsi und seine treuen Gefährten treten zum Showdown mit dem Schut und seinen Handlangern an…

Bislang sind in dieser Serie erschienen:

Band 1:

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Band 2:

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Band 3:

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Band 4:

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 Band 5:

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Und weiter geht es mit Band 7 von meinem Kollegen R.S. Stone:

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Alle Bände können direkt als Print oder ebook beim Blitz-Verlag bestellt werden:

http://www.blitz-verlag.de/


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NEU: Das erste Comic, das auf einen Romantext von mir basiert!


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Ich betätige mich nicht nur als investigativer Journalist, TV-Redakteur & Sachbuch-Autor (mit Schwerpunkt Politik, Wirtschaft, Finanzen & Kriminalität), sondern auch als Belletristik Schriftsteller. So schreibe ich Krimis (u.a. SHERLOCK HOLMES), Abenteuerromane (Die Fortsetzung von Karl Mays KARA BEN NEMSI), Agententhriller, Western und Horrorromane etc. (z.T. unter Pseudonym).

Nun ist es endlich soweit: Aufgrund eines Textes einer meiner Krimis, wurde ein Comic gezeichnet!

Hier:

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Stephan Hagenow zeichnete es nach dieser Romanvorlage von Curd Cornelius (Pseudonym von mir und Verlagsleiter Jörg Kaegelmann. Die Kapitel um Claire wurden von mir verfasst, die nun als Vorlage für das Comic dienen):

http:www.//blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=438

http:www.//blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=1544

Amanda Marbely, eine adelige Dame aus London, erbt in Deutschland ein gigantisches Firmen- und Immobilienimperium. Die Bundesregierung bietet der steinreichen Lady Unterstützung an. Unter dem Decknamen James schlüpft ein Spezialagent des BND in die Rolle des Butler.
Gemeinsam bezieht man auf der Nordseeinsel Föhr ein großflächiges Domizil. Als man Mylady bittet, dass junge dänische Mädchen Claire bei sich aufzunehmen, sagte Amanda Marbely sofort zu. Doch Claire hütet ein unglaubliches Geheimnis.

Das Comic:

Geheimprojekt Claire

Preis pro Einheit (Exemplar): €12.50

Stephan Hagenow
nach der Romanvorlage von Curd Cornelius
48 Seiten, HC, 30,4 x 21,5 cm, vf, Altersempfehlung: ab 12

Durch Zufall erkennt die junge Dänin Claire ihre Fähigkeit zu fliegen. Dumm nur, dass dies im Urlaub in den USA passiert. Zehn lange Jahre wird Claire von Geheimdiensten und Wissenschaftlern durchleuchtet. Ihre Jugend ist trostlos. Doch zum Glück gibt es in Europa Armanda Marbely mit ihrem treuen Butler. Mylady verfügt als reichste Frau der Welt über genug Kleingeld, um die Dänin freizukaufen.

Claires Abenteuer beginnt!

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http://www.epsilongrafix.de/index.php?page=shop.product_details&flypage=flypage.tpl&product_id=666&category_id=89&option=com_virtuemart&Itemid=150

Hier noch ein paar Auszüge meines belletristischen Schriftstellerschaffens:

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https://www.alaria.de/home/2605-sodom-satanas.html

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(zusammen mit Hymer Georgy:)

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Alle  hier erhältlich:

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http: http://www.//blitz-verlag.de/


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CASSIDY: „Im Höllenloch von Yuma!“


Gestern ist mein 3. CASSIDY-Western im Kelter-Verlag erschienen:

Cassidy, Nr. 15

September 1887, Gila Bend, Arizona.

Es war die schwarzgrün schimmernde Schmeißfliege, die den Tod brachte. Aber das ahnte in diesem Moment keiner der beiden Männer, die das Insekt ignorierten, das um sie herum flog. Vielmehr blickte Zachary Horn in die schmal geschnittenen, dunklen Augen des Mexikaners, der ihm im Schankraum der Devils Bar gegenüberstand. Darüber befanden sich die Zimmer mit den Huren. Alfredo Sanchez war genauso bereit zum Kämpfen wie er selbst. Das erkannte er klar an dessen Körperhaltung und Muskelanspannung.

Bereit zum Kämpfen. Und zum Sterben. So war es immer. Das Glück war Horn alles andere als hold gewesen, seit er sich wie eine Ratte in dem dreckigen Kaff verkrochen hatte. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sein gesunder Menschenverstand riet ihm, so schnell wie möglich zu verschwinden. Am besten nach Texas. Doch die Grenze nach Mexiko, die nur ein paar Meilen entfernt lag, versprach Schutz vor dem Gesetz, Freiheit und die Chance auf ein neues Leben …

Mit meinem 3. Band setze ich meine “Unterreihe” mit Jack Stapp Dunlay, dem Kopfgeldjäger fort, der im Gegensatz zum Hauptprotagonisten CASSIDY, eine historisch verbürgte Person ist.

Als Printroman in jedem Kiosk & und im Zeitschriften- und Einzelhandel.

Als e-Book hier: http://www.kelter.de/cassidy/663-cassidy-nr-14.html


Neben dem Schreiben von Sachbüchern, Filmdokumentationen und meiner sonstigen journalistischen Tätigkeit,  ist Belletristik ein Steckenpferd von mir, das ich seit meinen Jugendjahren pflege:-)

Ob Abenteuer (KARL MAYS KARA BEN NEMSI), Historic-Crime (SHERLOCK HOLMES), Agententhriller (SNAKE), Humor-Krimi (DER BUTLER), Steampunk-Western-Horror-SF (STAHLWÖLFE) oder Kult-Horror (LARRY BRENT) – überall schreibe ich mit, habe verschiedene Serien konzipiert und/oder verfasse auch die Reihenexposés.

Beispielsweise im BLITZ-Verlag:

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Alle hier: http://blitz-verlag.de/

Mein KARL MAYs KARA BEN NEMSI Band 1 von G.G. Grandt – „Die Rückkehr des Schut“ (Leseprobe)


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http://www.blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=1844

Inhalt:

Kara Ben Nemsi und seine treuen Gefährten müssen gegen einen übermächtigen Gegner antreten, von dem sie glaubten, er wäre schon längst tot. Doch der Schut lebt. Seine Schergen entführen Hadschi Halef Omars Sohn. Der Diener von Kara Ben Nemsi nimmt zusammen mit seinem Herrn die Verfolgung auf. Es geht durch die Wüste von Marokko bis nach Libyen. Während der Jagd müssen die Freunde zahlreiche Gefahren meistern. Erst als sie dem Schut gegenüberstehen, begreifen sie, dass der Todfeind ihnen eine Falle gestellt hat, aus der es kein Entrinnen gibt.

LESEPROBE:

Halefs Herz schlug bis zum Hals. Doch er musste ganz sicher sein. Er ließ den Alten wieder los und fragte: „Wie war er bekleidet?“

Der Schlangenbändiger deutete auf ihn. „Ähnlich wie ihr! Der Turban schien ihm viel zu groß … Verzeiht mir meine unbedachten Worte, Sihdi.“

Nun hatte der Hadschi die endgültige Gewissheit, dass es sich um seinen Sohn handelte, der aus seiner unmittelbaren Nähe entführt worden war!

„Wie sahen die Männer aus?“

Ya salam, ya laṭīf – o Himmel, o Gütiger, es waren Schejatin[1], Sihdi!“ Kurz nur hielt der Greis inne, dann beschrieb er zwei bärtige Kerle mit weiten Hosen, bestickten Jacken und turbanartigen Schesch, wie sie die Berglandbewohner trugen.

„Wohin brachten sie meinen Sohn?“

„Sie gingen mit ihm zur Kasbah hinaus. Mehr konnten meine müden, alten Augen nicht sehen.“

„Bist du dir ganz sicher?“

Na’am, sihdi – ja, Herr!“ Der Schlangenbändiger machte eine kurze Pause, dann streckte er dem Hadschi die knorrigen, schmutzigen Finger seiner rechten Hand entgegen, die einen zusammengefalteten Zettel hielten. „Das soll ich euch geben!“

Halefs Gedanken überschlugen sich. „Woher weißt du, dass das für mich ist, Unglückseliger?“, fragte er mit scharfer Stimme, während er das Papier entgegennahm.

„Die Männer haben mir euch beschrieben, Sihdi. Sie wussten, dass ihr an dieser Stelle wieder zur Kasbah hinausgehen werdet, denn einen anderen Weg gibt es nicht. Ich musste also nur auf euch warten …“

„Steckst du mit diesen verfluchten Hunden etwa unter einer Decke?“

Maschallah![2]„, rief der Schlangenbändiger erschrocken aus, duckte sich unwillkürlich, als erwarte er Schläge. „Asch ka t-abber-ek, sihdi – was denkt ihr von mir, Herr?“

Der Hadschi faltete den Zettel auseinander, überflog die Worte, die darauf gekritzelt waren, und sagte dann: „Wenn ich herausfinden sollte, dass du zu diesen dreimal Verdammten gehörst, werde ich zurückkommen und dich eigenhändig in die Dschehenna[3] schicken, so dass du ewiglich in en Nar[4] brennen wirst!“

„Ich bin nur der harmlose Überbringer dieser Botschaft, Sihdi.“

Halef atmete tief durch, wollte sich von dem Schlangenbändiger abwenden, als dieser ihn erneut festhielt.

Ya Allah, Sihdi, sind euch meine Auskünfte gar nichts wert?“

Der anfängliche Zorn des Hadschis auf den ärmlichen Alten war verraucht. Er glaubte, dass der ihm die Wahrheit gesagt hatte. So gab er ihm einen Dirham und strebte eiligen Schrittes dem Steintor zu, die Kasbah hinaus.

Ma´a as-salāma – mit dir sei Friede!“, rief der Schlangenbändiger ihm nach. Aber Halef hörte es nicht mehr, denn nur noch die Gedanken an seinen entführten Sohn beherrschten ihn.

In Kürze sollte Kara Ben Nemsi im Hafen eintreffen. Er würde ihn bitten, ihm bei der Suche nach seinem Jungen zu helfen. Das Wiedersehen mit seinem deutschen Weggefährten hatte er sich wahrlich anderes vorgestellt.

 

  1. Die Spur ins „Land Gottes“

 

Wieder einmal war ich mit einem Schiff der Reederei Messageries Maritimes von Frankreich aus, genauer gesagt von Marseille, an die Küste Nordafrikas gefahren. Und erneut war es die Avignon, die mit ihren über sechstausend Bruttoregistertonnen ruhig jede Welle nahm, so dass ich mich verhältnismäßig sicher fühlte.[5] Dieses Mal jedoch steuerte sie nicht den Hafen von Algier an, sondern Agadir an der Südküste Marokkos.

Hier wollte ich mich nach einer beschaulichen Zeit in meiner Heimat mit meinem treuen Freund Hadschi Halef Omar treffen. Den Zeitpunkt meiner Ankunft hatte ich ihm schon vor vielen Wochen per Brief mitgeteilt. So ergriff mein orientalischer Weggefährte die Gelegenheit beim Schopfe, um nicht nur einen fernen Verwandten in Agadir zu besuchen, sondern seinem Sohn auch den Atlantik zu zeigen. Das jedenfalls schrieb er mir zurück.

Die Vorfreude auf die beiden war groß. Zudem plante ich von hier aus eine erneute Reise durch das Morgenland, um meine weiteren Erzählungen mit neuen Eindrücken zu bereichern.

Ich selbst hatte im Maghreb oder al-maghrib, wie ihn die Araber nannten, schon viele Abenteuer bestanden[6]. Für mich war der Maghreb-el-aksa, der äußerste Westen, der aus Marokko, Algerien und Tunesien bestand, eine Region voller Gegensätze, die doch harmonisch miteinander vereint war. Seit jedoch die Franzosen 1830 Algerien eroberten und in den Jahren 1843 und 1844 Krieg gegen die marokkanischen Truppen führten, die sie schließlich besiegten, war das Gebiet zu einem Zankapfel europäischer Kolonialmächte geworden. Das Deutsche Reich bildete hierbei gewiss keine Ausnahme. Ebensowenig das Königreich Spanien.

Ein altes arabisches Sprichwort besagte: „Der Maghreb ist ein heiliger Vogel. Sein Leib ist Algerien, sein rechter Flügel Tunesien, sein linker Marokko.“

Als ich das Passagierschiff im Hafen von Agadir verließ, atmete ich die nordafrikanische Luft tief ein, die mir so gut bekam. Sie war durchsetzt vom Salz des Ozeans, von den vielfältigen Gewürzen der Händler und dem allgegenwärtigen Geruch von frischgefangenem Fisch. Ganz anders, als die unbeständigen und trockenen Brisen im kühlen Deutschland.

Mit meinem scharfen Blick durchforstete ich jede Stelle des Kais, die mir einsichtig war, konnte Halef jedoch nirgends entdecken. Die Schwierigkeit dabei war, dass der Hadschi, klein von Statur, vom dichten Gedränge nahezu verschluckt wurde, das die ausgestiegenen Passagiere, Matrosen und Soldaten der Kolonialinfanterie bildeten. Hinzu kamen die zahlreichen Bettler und Dirnen, die bereits auf die Neuankömmlinge warteten.

So packte ich schließlich meinen Reisesack und die Segeltuchtasche, in der ich meine Waffen verstaut hatte, und schritt den Steg an der Kaimauer entlang.

Dann endlich sah ich meinen treuen Freund, der einmal mein Diener gewesen war. Er stand abseits der anderen Wartenden, um sich wohl so einen besseren Überblick zu verschaffen. Nun erkannte auch er mich, kam unverzüglich mit seinem watschelnden Gang auf mich zu. Wie eh und je wunderte ich mich, dass er nicht über seinen überlangen Burnus stolperte.

Als er vor mir stehen blieb, sah ich sofort, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. So elend hatte ich ihn in all der Zeit, in der wir uns kannten, noch nicht gesehen. Obwohl sich sein Mund vor Wiedersehensfreude zu einem schnellen Lächeln verzog, war der Blick in seinen Augen seltsam leer. Seine Barthärchen zuckten, seine Gesichtszüge waren verzerrt, als leide er seelische Qualen. Es musste irgendetwas Furchtbares geschehen sein!

Wir wechselten ein paar Begrüßungsfloskeln, dann strebten wir dem kleinen Hotel in der Nähe des Hafens zu, in das ich mich für ein paar Tage eingemietet hatte. Halef ging schweigend und eiligen Schrittes neben mir, so als stünde er unter großem Zeitdruck. Erst als ich das Gepäck auf mein Zimmer brachte, erzählte er mir, was er auf dem Herzen hatte. Als ich hörte, dass vor etwa zwei Stunden sein Sprössling in der Kasbah entführt worden war, verspürte ich einen Knoten in meinem Magen. Wie mochte es da erst meinem Freund ergehen?

Schließlich gab er mir den Zettel, den der Schlangenbändiger ihm ausgehändigt hatte. In krakeliger Schrift stand dort auf Arabisch: „Folge dem Sand ins Land Gottes und du wirst eine Spur zu deinem Sohn finden.“ Darunter waren diese Schriftzeichen abgebildet: ⵎⴻⵕⵕⴰⴽⴻⵛ.

„Was hat das zu bedeuten?“, fragte ich.

„Das Rätsel ist schnell gelöst, Sihdi“, antwortete Halef mit rauer Stimme. „Mit dem Land Gottes und den Zeichen ist ein und dasselbe gemeint!“

„Und was ist das?“

„Die Perle des Südens!“

Fragend sah ich den Hadschi an, der für einen Moment seine Besorgnis vergaß, um mir den Sachverhalt zu erklären.

„Du beherrschst zwar einige Sprachen, Sihdi, aber gegenüber meinen Kenntnissen ist das geradeso, als würde sich eine Regenpfütze mit einem Ozean vergleichen wollen!“

Tatsächlich war der Hadschi aller Dialekte mächtig, die zwischen dem großen Dschebel Schur-Schum in der westlichen Sahara, dem Wohnsitz der Ulead Selim und der Ulead Bu Seba, von denen sein Großvater Dawuhd Al Gossarah abstammte, und der Nilmündung vorkamen.

„Die Schriftzeichen sind auf Tamazight, einem Berberdialekt, der im gesamten Maghreb sogar bis nach Libyen und Ägypten gesprochen wird“, fuhr er belehrend fort. „Dieser unterscheidet sich jedoch von den beiden anderen in Marokko weitverbreiteten Dialekten, dem Taschelhit, der im Süden des Landes gesprochen wird und dem Tarifit, der im Norden und dort vor allem im Rifgebirge zu Hause ist. Allerdings gibt es einen großen Unterschied zum Tamaschek der Tuareg.“

„Heißt das, dass die Entführer berberische Berglandbewohner sind? Aufgrund der Beschreibung ihrer Kleidung durch den Schlangenbändiger sowie des Tamazight-Dialekts in der Botschaft liegt das nahe.“

„Nicht unbedingt, Sihdi. Wie gesagt, wird der Berberdialekt überall im Maghreb und darüber hinaus gesprochen.“

„Und das Land Gottes und die Perle des Südens bedeuten demnach ein und dasselbe?“

Mein Freund nickte so heftig, dass ich die Befürchtung hatte, sein übergroßer Turban würde von seinem schmalen Haupt fallen.

„Gemeint ist damit die Stadt Murrākuš, die weitläufig Marrakesch genannt wird. Oder auch mar-our-kouch, das Durchzugsland.“

Terre de parcours„, sinnierte ich auf Französisch, was das gleiche bedeutete.

„Wer könnte Interesse daran haben, deinen Sohn dorthin zu verschleppen?“

„Ich weiß es nicht, Sihdi! Aber wenn ich ohne Kara Ben Halef zu Hanneh zurückkehre, wird ihr das Herz für immer brechen! Sie war es, die zusagte, dass ich unseren Sohn mit nach Agadir nehme, um ihm die Weite des Atòlasî zu zeigen.“

Hanneh war Halefs junge Ehefrau, eine Ateïbeh-Beduinin, Angehörige des Stammes der Haddedihn. Die beiden hatten sich auf höchst eigenartige Weise kennengelernt: Hanneh sollte eine Haddsch[7] nach Mekka absolvieren. Da dies jedoch nur verheirateten Frauen erlaubt war, schlug ihr Großvater Scheik Malek vor, eine Scheinehe mit Halef einzugehen. Mein Freund versprach, die Ehe nach der Pilgerreise wieder aufzuheben. Doch es kam anders: die beiden so unterschiedlichen Menschen verliebten sich ineinander und Halef erreichte mit der Aufnahme in den Stamm der Ateïbeh, der sich später den Haddedihn anschloss, dass Hanneh seine Gattin bleiben durfte. Nach den kurzen Flitterwochen und während mein Weggefährte mich bei meinen gefahrvollen Abenteuern durch Kurdistan begleitete, bekam die junge Beduinin ihren Sohn.[8] Er wurde nach mir benannt: Kara Ben Halef. Eine große Ehre für mich und auch deshalb fühlte ich mich verpflichtet, seinem Vater unter allen Umständen zu helfen.

„Lass uns unverzüglich aufbrechen!“, sagte ich.

„Du hilfst mir bei der Suche, Sihdi?“

Ich sah Halef erstaunt an. „Natürlich! Hast du etwas anderes erwartet? Du bist mein Freund, der immer treu an meiner Seite gestanden hat! Nun ist es an der Zeit, mich dafür zu revanchieren!“

„Das hast du schon oft getan, Sihdi. Aber dennoch danke ich dir von ganzem Herzen. Allah wird weiter über dich wachen!“

Kurz sah es so aus, als würde der Kleine mich umarmen wollen. Dann wandte er sich schnell von mir ab, wischte sich mit dem rechten Zeigefinger über seine wässrigen Augen. Er schaute kurz zu Boden, als schäme er sich für seinen Gefühlsausbruch.

Ich schlug ihm auf die Schulter, um ihm Mut zu machen, ohne dabei auch nur im Geringsten zu ahnen, was auf uns zukommen würde.

 

  1. Wiedersehen mit Lord Lindsay

 

Atlas-Gebirge/Marrakesch, Marokko

 

Der Atlas, der Ǧibāl al-Aṭlas, ist ein Hochgebirge im Nordwesten Afrikas, das sich fast zweieinhalbtausend Kilometer über den Maghreb erstreckt. Es bildet eine Scheidelinie zwischen dem feuchten Klima des äußersten Nordens Westafrikas und der extrem heißen und trockenen Sahara.

Die antiken griechischen Dichter, Denker und Historiker Homer und Herodot sahen im Atlas die westliche Grenzlinie der damals bekannten Welt.

Der al-Aṭlas al-kabīr, der Hohe Atlas im Süden Marokkos, ist die höchste Gebirgskette, die sich von der Atlantikküste im Westen bis an die marokkanisch-algerische Grenze erhebt. Im Osten schließt sich der Tellatlas und der Saharaatlas an, die größtenteils zu Algerien gehören. Der steilste Gipfel ist der Jbel Toubkal, der über viertausend Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Nach einem Dreitages-Ritt von Agadir aus stieg das Land immer weiter an. Der natürliche Saumpfad wechselte in eine kurvenreiche Kamelpiste über, die direkt ins Hochgebirge führte. Auf den höchsten Gipfeln schimmerte das Weiß des Schnees.

Zum Schutz vor Sonne, Wind und Sand hatten Halef und ich uns Schesch, lange Musselintücher, um Kopf, Hals und Mund gebunden. Neben unseren beiden Hudschûn[9] hatten wir noch ein weiteres Wüstenschiff im Schlepptau, beladen mit unserem Gepäck, den Vorräten und den Waffen. Darunter mein fünfundzwanzigschüssiger Henrystutzen und der „Bärentöter“, die Elefanten-Doppelbüchse. Meinen Adams-Trommelrevolver und das schwere Bowiemesser trug ich am Gürtel…

Fußnoten:

[1]     Teufel

[2]     „Was Gott will“ (gebräuchlicher Ausruf der Verwunderung)

[3]     Hölle

[4]     Ewiges Feuer

[5]     Siehe: Jörg Kastner: Hadschi Halef Omar Die Vorgeschichte zu Karl Mays Reiseerzählung DURCH DIE WÜSTE (Karl-May-Verlag, Bamberg 2010)

[6]     Siehe vor allem die sogenannten „Orientbände“ (erschienen im Karl-May-Verlag)

[7]     Islamische Pilgerfahrt nach Mekka

[8]     Siehe: Karl Mays Reiseerzählungen DURCH DIE WÜSTE (Band 1), DURCHS WILDE KURDISTAN (Band 2), VON BAGDAD NACH STAMBUL (Band 3) (alle: Karl-May-Verlag, Bamberg)

[9]     Reitkamele

Kara Ben Nemsi


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  http://blitz-verlag.de/

Karl Mays KARA BEN NEMSI: Die Legende kehrt zurück! – Meine mit neuen Romanen konzipierten Abenteuer-Serie


Kara Ben Nemsi

Kara Ben Nemsi alias Old Shatterhand alias Karl May und seine treuen Gefährten Hadschi Halef Omar, Krüger-Bei und Sir David Lindsay sind zurück!

Figuren die der große Volksschriftsteller Karl May vor vielen Jahrzehnten schuf, die zwei Weltkriege überdauerten und uns noch immer so nah und vertraut sind.

Im BLITZ-Verlag werden neue Wüstenabenteuer mit Kara Ben Nemsi erscheinen. Ich selbst habe den ersten Band dazu geschrieben und verfasse auch die Serien-Exposés.

Band 1 „Die Rückkehr des Schut“ von G.G. Grandt ist demnächst erhältlich.

Band 2 und 3 sind ebenfalls schon geschrieben.

Folgt uns in die unermesslichen Weiten der Wüsten Nordafrikas und begleitet Kara Ben Nemsi und seine treuen Gefährten zu neuen Abenteuern!

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http://blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=1844

Inhalt:

Kara Ben Nemsi und seine treuen Gefährten müssen gegen einen übermächtigen Gegner antreten, von dem sie glaubten, er wäre schon längst tot. Doch der Schut lebt. Seine Schergen entführen Hadschi Halef Omars Sohn. Der Diener von Kara Ben Nemsi nimmt zusammen mit seinem Herrn die Verfolgung auf. Es geht durch die Wüste von Marokko bis nach Libyen. Während der Jagd müssen die Freunde zahlreiche Gefahren meistern. Erst als sie dem Schut gegenüberstehen, begreifen sie, dass der Todfeind ihnen eine Falle gestellt hat, aus der es kein Entrinnen gibt.

LESEPROBE:

  1. Kara Ben Halefs Entführung

Agadir, Marokko

Gleißend stand die Sonne über dem zweihundertvierzig Meter hohen Hügel, auf dessen Kuppe sich drohend die kolossale Agadir Oufella, die alte Festungsanlage von Agadir erhob. Von der durch gewaltige Mauern und Türmen gesicherten Kasbah aus hatte man einen weiten Blick über die Hafenstadt im Süden Marokkos, an deren feinsandigen Stränden sich sanft die Wellen des Atlantischen Ozeans verloren. Ebenso waren von hier oben das weite, flache Land sowie die ersten Ausläufer des Atlasgebirges im Norden zu sehen.

Der kleine, hagere und spindeldünne Mann verharrte an der mit weißen Steinzinnen bewehrten Festungsmauer, die an verschiedenen Stellen bröckelte. Diese war schon vor mehr als drei Jahrhunderten zum Schutz vor den Angriffen der portugiesischen See- und Landstreitkräften von den Saʿdīyūn[1] errichtet worden. Zahlreiche eiserne Kanonen auf Holzgestellen sicherten die Stadt innerhalb der Kasbah, die zeitweise bis zu tausend Menschen beherbergte.

Das Gesicht des Kleinen verschwand fast vollständig unter dem drei Fuß durchmessenden Turban. An seinem Kinn hingen ein paar wenige Bartfäden hinab. Zählte man sie, so kam man auf sieben. Weitere acht waren rechts und neun links von seiner Nase gewachsen. Mehr aber auch nicht. So konnte man nur mit Vorbehalt von einem Schnurrbart sprechen, wie ihn die Muslime in diesen Breiten trugen. Sein einstmals weißer Selham[2] strotzte vor Schmutz und Fettflecken und war so weit, dass er wie das Reitkleid einer Dame anmutete.

Neben dem Kleinen stand ein etwa achtjähriger Junge mit großen, dunklen Augen, gleichsam verschmutzter Kleidung und ebenfalls überdimensionalem Turban auf dem schmalen Kopf.

Bei dem Mann handelte es sich um Halef, der bei offiziellen Anlässen allerdings auf die Vollständigkeit seines Namens pochte, der da war: Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawud Al Gossarah.

Der Junge an seiner Seite war sein Sohn Kara Ben Halef, der nun wie sein Vater über die Festungsmauer auf das klare, blaue Wasser hinunterblickte.

Sie waren den weiten Weg von ihrer Heimat nach Agadir aus drei Gründen gekommen: Zum einen wollte Halef seinem Sprössling den Atlantischen Ozean zeigen. Zum anderen besuchten sie Hamnd Memeh, einen entfernten Verwandten, der sich vor einigen Jahren in der Hafenstadt niedergelassen hatte. Der wichtigste Grund aber war, dass der Hadschi hier seinen alten Weggefährten und Freund Kara Ben Nemsi treffen würde. Schon viele Monate hatte er ihn nicht mehr gesehen und freute sich besonders auf eine Zusammenkunft.

„Siehst du, mein Sohn, das also ist der Atòlasî[3], der noch größer und mächtiger ist als al-Baḥr al-Abyaḍ, das Weiße Meer[4]„, erklärte Halef soeben seinem Stammhalter voller Inbrunst. Es fiel ihm schwer den Blick von der grandiosen Landschaft, den glitzernden Wellen und der Endlosigkeit des Himmels abzuwenden. „Das alles hat Allah …“ Er verstummte, denn als er zu seinem Sohn hinuntersah, erstarrte er augenblicklich!

Kara Ben Halef, der soeben noch neben ihm gestanden hatte, war nicht mehr da!

Zunächst glaubte der Hadschi, dass sich der Kleine irgendwohin verdrückt hatte, weil ihm seine Ausführungen zu langweilig geworden waren. Obwohl dies normalerweise keinesfalls seiner Natur entsprach. So suchte er die nähere Umgebung ab, fand jedoch keinen Hinweis auf seinen Verbleib. Dann befragte er die Straßenhändler, Flötenspieler, Gaukler, Schuhputzer und Bettler, die in den verwinkelten Gassen der Kasbah standen, saßen oder lagen. Allerdings ohne Erfolg. Allmählich verwandelte sich Halefs Unwille in Sorge. Eine eisige Klaue griff nach seinem Herzen.

Wo war sein Sohn? Er konnte doch nicht einfach so verschwunden sein, als hätte ihn von einem Moment auf den anderen der Erdboden verschluckt!

Der Hadschi rannte einen schmalen Weg hinab, der an der Seeseite der Stadtmauer entlang führte. Die einstigen Konstrukteure des Plateaus hatten jeden noch so geringen Platz für die Bebauung innerhalb der Kasbah genutzt. Diese betrug in ihrer Längsrichtung über vierhundert Meter und ihn ihrer Breite einhundertfünfzig Meter. Unterhalb der Oufella lag das portugiesische Fort.

Keuchend hielt Halef inne. Im Südwesten der Kasbah befand sich eine Moschee mit einem großen manāra[5], das in den wolkenlosen Himmel aufragte, von dem der Muezzin fünfmal am Tag zum Gebet rief. Ebenso der sūq[6] und die madīna ʿatīqa[7] mit den verschiedenen Wohnvierteln, zu denen auch eine mallāḥ[8] gehörte.

Die Schatten, die von den vorspringenden Dächern fielen, wurden bereits länger. Der Hadschi folgte nun den immer verwinkelter werdenden Gassen und Durchgängen mit ihren zahlreichen Steintreppen hinab, vorbei an kastenförmigen Lehmziegelhäusern. Als das Eingangstor vor ihm auftauchte, legte sich unvermittelt eine schmale Hand auf seinen Unterarm.

Mehr erleichtert als erschrocken fuhr Halef herum, in der Erwartung seinem geliebten Sohn gegenüberzustehen. Doch er wurde bitter enttäuscht. Stattdessen blickte ihn ein zahnloser Greis aus zusammengekniffenen Augen an, die listig blitzten. Er war nur mit einer zerrissenen Hose bekleidet und stützte sich auf einen verwitterten Holzstock. Neben ihm stand ein offener Bastkorb, in dem der schwarze, schuppige Leib einer zusammengerollten Kobra lag.

„Ihr sucht einen Jungen?“, fragte der Schlangenbändiger mit rauer Stimme ohne Umschweife.

Halef packte ihn grob an den Schultern und riss ihn so nahe an sich heran, dass er die Ausdünstung des Alten riechen konnte. „Weißt du, wo mein Sohn ist?“

Lā, ya sihdi – nein, Herr!“, gab der Schlangenbändiger ängstlich zurück.

„Du hast mich doch soeben gefragt, ob ich einen Jungen suche! Berichte, was du weißt, sonst werde ich dir deine hässlichen Rattenaugen ausstechen, damit sie niemals wieder das Licht des Tages sehen, sondern nur noch die Schwärze der Verdammnis!“

Ya mussihbe, ya ghumm, ya elehm, ya rezalet – o Unglück, o Kummer, o Schmerz, o Schande!“

„Höre mit deinem Gejammer auf, Unglückseliger!“ Halef griff nach dem Krummdolch, der in seinem Gürtel steckte, und erntete dafür einen ängstlichen Ausruf seines Gegenübers.

Ᾱna āsef, sihdi – es tut mir leid, Herr! Tatsächlich habe ich einen Jungen gesehen, den zwei Männer an mir vorbeiführten. Er strampelte wild, konnte aber nicht schreien, weil einer von ihnen ihm den Mund zuhielt.“

Fußnoten:

[1]     Saadier: eine muslimische Dynastie, die von 1549 bis 1664 über das heutige Marokko herrschte

[2]     Auch Burnus genannt: ein weiter Kapuzenmantel der nordafrikanischen Männer, der zumeist keine Ärmel hat und vorn offen getragen wird

[3]     Atlantischer Ozean

[4]     Mittelmeer

[5]    Minarett

[6]     Markt

[7]     Altstadt

[8]     Jüdisches Viertel

Kara Ben Nemsi


 

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Mein Autorenporträt im BLITZ-Verlag!


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Guido Grandt, geboren 1963, ist Autor/Publizist, freier TV-Produzent, TV-Redakteur, Fachzeitschriftenredakteur.

Er hat rund 300 Filmbeiträge für private, öffentlich-rechtliche und ausländische TV-Sender recherchiert, gedreht und produziert.

Dazu hat er bislang über 30 Sachbücher verfasst.

Ferner schreibt er diverse Artikel für die renommierte Zeitungen und sonstige Onlinemedien (insgesamt ca. 1200 Contents).

Der Dokumentarfilm „Höllenleben – Eine multiple Persönlichkeit auf Spurensuche“, den er recherchierte, wurde 2002 für den höchsten deutschen Fernsehpreis, den Adolf Grimme-Preis nominiert.

Die Filmdoku „Hinter dem Dorf die Hölle – Die vergessenen Konzentrationslager auf der Schwäbischen Alb“, die er mit Filmförderungen verschiedener baden-württembergischer Landkreise produzierte, wurde im Januar 2013 als Kino-Premiere gezeigt, im März 2013 bei der Stiftung EVZ in Berlin vorgeführt und läuft seitdem in diversen Kinos.

Zudem wird Guido Grandt als Experte zu seinen Themen zu den verschiedensten Talk-Shows eingeladen und hält Vorträge, Lesungen und Seminare an Polizeifachhochschulen, Volkshochschulen, Schulen, Weiterbildungsinstituten und anderen Einrichtungen.

Schon seit er 12 Jahre alt ist schreibt er auch Belletristik. Zunächst für Grusel-Krimi (unter Desmond Black) und Gespenster-Krimi (unter Mike Shadow), später unter verschiedenen anderen Pseudonymen für seinen gugra-Media-Verlag. Jüngst hat er einen Jerry Cotton verfasst sowie mehrere Lassiter. Ebenso ist er Autor der neuen Kelter-Westernreihe Cassidy.

Für den BLITZ-Verlag schreibt er bei Larry Brent, Der Butler und Sherlock Holmes mit.

Er konzipierte die neuen Serien Stahlwölfe, SNAKE und Karl Mays KARA BEN NEMSI – Neue Abenteuer, bei denen er nicht nur mitschreibt, sondern auch die Reihen-Exposés verfasst.

Seit Juni 2015 ist Guido Grandt Chefredakteur des BLITZ-Verlages.

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CASSIDY: „Heißer als die Hölle“!


Mein erster Western für die neue Reihe CASSIDY ist gestern im KELTER-Verlag erschienen:

Cover Cassidy 5

Völlig unvermittelt tauchten die beiden Gestalten aus dem Dunkel der Vordächer auf, gerade so, als hätten sie ihm aufgelauert. Doch Dallas Stoudenmire erschrak keineswegs darüber. Dazu war er viel zu berauscht. Außerdem kannte er sie. Bei dem großen Stämmigen mit dem dunklen Haar handelte es sich um Jim Manning. Der kleine hagere Blondschopf neben ihm war sein Bruder Felix. Sie waren um die vierzig, wirkten ziemlich hart und grob. Zusammen mit John und Frank betrieben sie den Coliseum Saloon, besaßen überdies eine Ranch außerhalb von El Paso.
Schon seit langer Zeit lag Stoudenmire mit den Brüdern in Fehde. Zudem hatte er geschworen, den Tod seines Schwagers und Deputys Stanley Cummings zu rächen.
Barsch wurden seine Gedanken unterbrochen, als Jim laut und mit höhnischem Unterton sagte: »Kaum zu fassen – der berühmte Revolvermarshal! Besoffen wie eine alte Armee-Haubitze!«
Wie Regentropfen ließ der Sternträger die Worte von sich abperlen. Er hob nicht einmal den Kopf, sondern starrte weiter unbeirrt auf die nächtliche Straße. Allerdings musste er stehen bleiben, als die Männer ihm den Weg versperrten. »Hat es dir die Sprache verschlagen?«, stieß Jim Manning zwischen den Zähnen hervor. Voller Verachtung und in den haselnussbraunen Augen, in denen ein unkontrolliertes Feuer glomm, betrachtete er sein Gegenüber. Dallas Stoudenmire konnte das Unheil geradezu wittern, das nun wie ein Leichengeruch in der Abendluft lag. Die Aasgeier versammelten sich bereits. Trotz des übermäßigen Whiskeykonsums besaß er noch immer den Instinkt und die Erfahrung eines alten Wolfes, der bei unzähligen Kämpfen gelernt hatte, in der erbarmungslosen Wildnis zu überleben. »Bist du taub, du Hundesohn?«, provozierte Jim ihn weiter, in der irrigen Annahme, dass das Alkoholwrack vor ihm kein ernst zu nehmender Gegner mehr war…

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http://www.amazon.de/Paso-hei%C3%9Fer-als-die-H%C3%B6lle-ebook/dp/B00XA1HQIK/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1434520755&sr=8-2&keywords=heisser+als+die+h%C3%B6lle


Neben dem Schreiben von Sachbüchern und meiner journalistischen Arbeit ist Belletristik ein Steckenpferd von mir, das ich seit meinen Jugendjahren pflege:-)

Ob Abenteuer (KARL MAYS KARA BEN NEMSI), Historic-Crime (SHERLOCK HOLMES), Agententhriller (SNAKE), Humor-Krimi (DER BUTLER), Steampunk-Western-Horror-SF (STAHLWÖLFE) oder Kult-Horror (LARRY BRENT) – überall schreibe ich mit, habe verschiedene Serien konzipiert und/oder verfasse auch die Reihenexposés.

Beispielsweise im BLITZ-Verlag:

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Alle hier: http://blitz-verlag.de/


Aber auch im BASTEI-Verlag habe ich beispielsweise für JERRY COTTON geschrieben:

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Sowie für LASSITER:

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Karl Mays Kara Ben Nemsi & die Trauer um Winnetou


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Auch der BLITZ-Verlag trauert um den französischen Schauspieler Pierre Brice, der erst vor wenigen Tagen im Alter von 86 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben ist.

Brice, der mit bürgerlichem Namen Pierre Louis Baron de Bris hieß, wurde vor allem durch die Darstellung des edlen Apachenhäuptlings Winnetou in den Karl May-Verfilmungen bekannt. Niemand spielte die Figur Winnetous so überzeugend und authentisch wie Pierre Brice.

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Genauso wie sein Pendant Lex Barker (Alexander Crichlow Barker Jr.), der die Rolle des Old Shatterhand/Kara Ben Nemsis verkörperte. Barker starb bereits 1973 mit nur 54 Jahren an einem Herzinfarkt.

Auch sein Durchbruch war – wie der von Brice – die Darstellung von Karl Mays Hauptprotagonisten.

Der BLITZ-Verlag ist stolz darauf, die Figur des Old Shatterhand/Kara Ben Nemsi in einer brandneuen Reihe weiterleben zu lassen.

Band 1 von KARL MAYs KARA BEN NEMSI – NEUE ABENTEUER erscheint in Kürze. Verfasst wurde er von mir (G. G. Grandt).

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Bestellung: http://blitz-verlag.de/index.php?action=serie&serieid=313

Kara Ben Nemsi und seine treuen Gefährten müssen gegen einen übermächtigen Gegner antreten, von dem sie glaubten, er wäre schon längst tot.

Doch der Schut lebt. Seine Schergen entführen Hadschi Halef Omars Sohn.

Der Diener von Kara Ben Nemsi nimmt zusammen mit seinem Herrn die Verfolgung auf. Es geht durch die Wüste von Marokko bis nach Libyen. Während der Jagd müssen die Freunde zahlreiche Gefahren meistern.

Erst als sie dem Schut gegenüberstehen, begreifen sie, dass der Todfeind ihnen eine Falle gestellt hat, aus der es kein Entrinnen gibt.

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