Mein neuer SNAKE-Agententhriller „Hexenkessel Ukraine“ – mehr als nur Fiktion!


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Mein neuester Blitz-Thriller um SNAKE, den besten Agenten des Global Diplomatic Bureau (GDB), für den ich vor Ort in der Ukraine recherchiert habe, scheint sich nun sogar zu bestätigen. In SNAKE gehe ich davon aus, dass die ukrainische Armee Malaysia-Airlines-Flug MH17 von Amsterdam nach Kuala Lumpur abgeschossen hat, damit der Westen Sanktionen gegen Russland einleitet. So ist es schließlich auch gekommen. Bislang galt dieses Szenario, das ich in meinem spannenden Agenten-Thriller aufgegriffen habe, als Verschwörungstheorie.

So schreiben nun die Deutschen Wirtschaftsnachrichten:

Die BBC wird am 3. Mai eine Dokumentation ausstrahlen, die angeblich die Ukraine für den Abschuss der MH17 verantwortlich macht. Für die Produktion der Dokumentation „Conspiracy Files: Who Shot Down MH17?“ wurden zahlreiche Zeugen befragt und Videos und Dokumente ausgewertet. Es soll nach Informationen des britischen Senders sehr vieles dafür sprechen, dass die MH17 von einem ukrainischen Militärflugzeug vorsätzlich abgeschossen wurde. So soll die Augenzeugin Natascha Beronina den Abschuss vom Boden aus beobachtet haben (…) Der deutsche Journalist Billy Six hat bei der Produktion der Dokumentation mitgewirkt und dafür sieben Zeugen befragt, die alle kurz vor dem Abschuss einen ukrainischen Kampfjet beobachtet haben sollen. „Einer der Augenzeugen berichtete mir, wie er einen Raketenabschuss gesehen hat. Es war ein dünner Streifen im Himmel zu sehen. Dann hörte er einen lauten Knall“, zitiert der Sunday Express Six. Der deutsche Reporter ist der Ansicht, dass die MH17 von zwei Jets angegriffen wurde. Zunächst soll ein Jet in das Cockpit geschossen haben. Anschließend habe der zweite Jet eine Luft-Luft-Rakete auf die MH17 abgefeuert.

Quelle: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/04/26/bbc-spekuliert-ueber-abschuss-von-mh17-durch-die-ukraine/

Auch wenn die BBC später etwas zurückruderte – wohl unter dem Druck derjenigen politischen Verantwortlichen, die bis heute die Russland-Sanktionen befürworten – ist es in Geheimdienst- und Sicherheitskreisen schon länger ein offenes Geheimnis, wer tatsächlich für den Abschuss von MH17 verantwortlich ist.

In meinem  2. SNAKE „Hexenkessel Ukraine“ habe ich diese Spur akribisch in einem spannenden Agententhriller aufgearbeitet. Genauso, wer die Todesschüsse auf die Maidan-Demonstranten  in Kiew befohlen hat. Somit ist SNAKE weitaus mehr als pure Fiktion.

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Malaysia-Airlines-Flug MH17 von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Knapp drei Stunden nach dem Start geschieht die Katastrophe: Die Boeing 777 stürzt in der Nähe der ostukrainischen Stadt Tores ab. Alle Insassen sterben. Prinz Silko von Nake, der beste Agent des Global Diplomatic Bureau, geht im Hexenkessel Ukraine auf Spurensuche. Bei seinen Ermittlungen wird schnell klar, dass die Hintergründe der Maidan-Aufstände und die des Brandanschlags auf das Gewerkschaftshaus in Odessa nicht der offiziellen Version entsprechen. So stellt er sich die Frage: Wer initiierte die Aufstände auf dem Maidan in Kiew wirklich? Wer ist für den Abschuss von Flug MH 17 in der Ostukraine verantwortlich? Welche Rolle spielen westliche und russische Geheimdienste im Hexenkessel Ukraine? SNAKE wird beauftrat, Lichts ins Dunkel zu bringen. Kein einfacher Weg, denn hinter jeder Ecke lauert der Tod!

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Leseprobe zu meinem ersten Sherlock Holmes-Roman: „Sherlock Holmes im Auftrag der Krone“


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Ostern 1903. In den Armenvierteln von London werden französische Prostituierte gekreuzigt aufgefunden. In der Kleidung der Leichen entdeckt man mysteriöse Nachrichten. Diese Kreuzigungs-Morde sorgen für internationales Aufsehen und belasten einen anstehenden Staatsbesuch des englischen Königs beim französischen Präsidenten, bei dem sich beide Großmächte einander annähern wollen.
Inspektor Bradstreet von Scotland Yard und die Londoner Polizei tappen im Dunkeln. Zur Klärung der Mordserie wird Sherlock Holmes vom König direkt beauftragt. Nach Entschlüsselung der chiffrierten Botschaften beginnt ein atemberaubendes Katz-und-Maus-Spiel mit den Tätern, das Dr. Watson sogar zeitweise von seinem Freund entzweit.

LESPROBE:

Vorrede von Dr. Watson

Zweifellos muss ich zugeben, dass ich mich in meiner Eigenschaft als Chronist meines Freundes Sherlock Holmes mit der Niederschrift dieses Falles sehr schwergetan habe. Zum einen, weil ich nicht umhinkomme, dem geneigten Leser ein kurzzeitiges Zerwürfnis zwischen mir und meinem Partner einzugestehen, was mir keineswegs leichtfällt. Zum anderen, weil mich der Fall der gekreuzigten Frauen bis heute tief berührt und meine Seele noch immer in einen inneren Aufruhr versetzt, selbst wenn ich inzwischen bestens mit der Mentalität des Verbrechens vertraut bin. Diese Aufzeichnung ist ein erneuter Beweis für den scharfsinnigen Geist meines Freundes und steht daher völlig berechtigt neben den zahlreichen Schilderungen, die ich bislang zu Papier gebracht habe.

Dennoch möchte ich an dieser Stelle besonders hervorheben, dass uns dieser Fall alles abverlangt hat, nicht nur im intellektuellen Sinne, sondern auch auf zwischenmenschlicher Ebene. Dem Himmel sei Dank, dass er mich und Holmes nicht endgültig voneinander trennte. Schon alleine dieser Aspekt ist Motivation genug, um darüber zu berichten.

In der Nacht auf Karfreitag, den 10. April 1903, schlich der Tod durch das Armenviertel des Londoner East End. Er fand sein Opfer in der dreißigjährigen Straßenprostituierten Isabelle LaGarde, die an der Flower Street auf Kunden wartete. Am darauffolgenden Morgen wurde ihre Leiche entdeckt. Die Umstände ihres Todes waren so grausam und ungewöhnlich, dass ich sie nachfolgend detailliert schildern will, denn in der Folge blieb dieser grausige Mord nicht der einzige. Weitere folgten. Ihre Ausmaße uferten in solchen Ungeheuerlichkeiten aus, dass sie nicht nur mich und Holmes beinahe entzweiten, sondern London und Paris auf eine harte Probe stellten und sogar den Frieden in der Welt gefährdeten.

1. Kapitel

Karfreitag, 10. April 1903

Es war ein kalter und bewölkter Morgen. Im Labyrinth der Straßen und Gassen des Londoner East End hingen milchig graue Schleier, die das schwache Morgenlicht wie durch einen gigantischen Wattebausch dämpften. Nicht einmal die Häusergiebel der Elendswohnungen waren zu erkennen. Der Nebel schien sogar den allgegenwärtigen penetranten Geruch, der hier in den Armenvierteln vorherrschte, auf die Erde niederzudrücken, den Gestank aus den schlechten Kohleöfen, den Bergen aus faulendem Unrat, den jämmerlichen Latrinen und den Abwasserrinnen, die im Gegensatz zu den besseren Stadtteilen, in denen es seit einigen Jahren ein unterirdisches Abwassersystem gab, die Kloake direkt in die Themse leiteten.

Wie jeden Tag ging Rebecca Reeves an der schmalen Gasse in der Nähe der neuen Docks vorbei, die im Volksmund Devil’s Mouth genannt wurde. Und das aus gutem Grund: Lange vor den grausamen Morden Jack the Rippers hatte hier der geistesverwirrte Hausierer Jake McNan Kinder hineingelockt, um sich an ihnen zu vergehen. Schließlich war der Schotte von der Polizei gefasst worden, und der Strafgerichtshof verurteilte ihn zu einer lebenslangen Haftstrafe, die er bis zu seinem Tod im Zuchthaus verbrachte. Seitdem lastete ein Fluch auf dieser Seitenstraße, so jedenfalls munkelte man. Davon war auch Rebecca Reeves überzeugt. Sie war eine einfach gestrickte Frau, die, seit sie denken konnte, als Hebamme im Whitechapel Armenhaus arbeitete und aus Furcht noch niemals zuvor das Devil’s Mouth betreten hatte.

An diesem Morgen war sie früher als sonst von einem Botenjungen in eines der Hurenhäuser gerufen worden. Die Entbindung einer Dirne stand unmittelbar bevor. Ein weiteres unschuldiges Wesen würde in den verlorenen Armenvierteln des East End hineingeboren werden und einer ungewissen Zukunft voller Schmutz, Elend und Krankheit entgegensehen. Alle fünf Minuten erblickte in London ein Kind das Licht der Welt, und alle acht Minuten starb ein Mensch. Das wusste sie von Mr Billingham, dem Leiter des Armenhauses.

Rebecca Reeves schickte sich an, eiligst weiterzugehen. Um diese Zeit war sie noch alleine in dieser verkommenen und verrufenen Gegend. Flüchtig nur warf sie einen Blick ins Devil’s Mouth und erstarrte, als sie aus der dunklen Gasse das nackte Grauen wie ein tollwütiger Hund ansprang und ihr für einen Moment den Atem raubte. Sie spürte einen dicken Knoten in ihrem Magen, wagte es kaum, genauer hinzusehen.

An der brüchigen Fassade eines der heruntergekommenen Gebäude lehnte aufrecht ein riesiges verwittertes Holzkreuz. Und daran hing – eine Frau! Das Gesicht der Gekreuzigten wurde von dem verfilzten roten Haar fast gänzlich verdeckt. Nur das linke Auge stierte die Hebamme starr und kalt an wie das eines an Land gezogenen Fisches, verloren in der Ewigkeit des Todes, eingefroren im leidvollen Augenblick des Sterbens. Der bleiche, abgemagerte Körper der Toten war lediglich mit einer schäbigen, verschmutzten Tunika bekleidet. Durch ihre Handgelenke waren rostige Nägel getrieben, die sie am Querbalken des Kreuzes hielten, ein weiterer ragte aus ihren übereinandergelegten Fußgelenken am Längsbalken heraus.

Der schreckliche Anblick schnürte Rebecca Reeves geradewegs die Kehle zu. Die alte Hebamme wankte und musste sich an der Hauswand abstützen, um einer Ohnmacht zu entgehen. Dann entfuhr ihr doch ein gellender Schrei, der so laut und schrill durch das Devil’s Mouth gellte wie das Signalhorn eines Dampfers auf dem schlammigen Wasser der nahen Themse.

*

Ich komme nicht umhin zu gestehen, dass ich an diesem Morgen leicht reizbar war. Vielleicht lag es daran, dass ich die Nacht über trotz geöffnetem Fenster und somit ausreichender Zufuhr von frischer Luft schlecht geschlafen hatte. Schon immer war Mangel an Schlaf betrüblich für mein Gemüt gewesen. Auch der Blick nach draußen konnte mich nicht erquicken. Der Himmel war diesig und grau verhangen. Aus den Wolken fiel dichter Regen, der den Schmutz auf den Gehsteigen der Baker Street in Schlamm verwandelte.

Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich, als ich aus meinem Schlafgemach in unseren gemeinsamen und fröhlich möblierten Wohnraum trat, Sherlock Holmes auf der Couch liegen sah, nur mit seinem Morgenrock bekleidet und geistig völlig abwesend. Seine geweiteten Pupillen fixierten einen unsichtbaren Punkt an einem der breiten Fenster, durch die gedämpftes Morgenlicht hereinfiel. Neben ihm im Samtpolster lag die Spritze, die er sich, seinem Zustand nach zu urteilen, gewiss erst vor Kurzem an seinen Unterarm gesetzt hatte.

Schon zu dieser frühen Stunde frönte er also irgendeinem Narkotikum – ein unmittelbares Zeichen mangelnder intellektueller Beschäftigung und Anzeichen klassischer Symptome einer Depression sowie Trübsinns, wie ich es bei ihm des Öfteren vorgefunden hatte. Für mich als Arzt war sein Rauschmittelkonsum nicht nur ein unnötiges, sondern auch ein selbstzerstörerisches Laster. Doch dahingehend ließ er sich, wie ich aus vergangenen Zeiten wusste, nicht belehren.

„Sind Sie ansprechbar, Holmes?“, fragte ich in die morgendliche Stille des Raumes hinein.

Zuerst erfolgte weder eine irgendwie geartete körperliche Reaktion, noch erhielt ich eine Antwort. Der beratende Detektiv musste seinen Geist erst aus den Sphären zurückholen, in die er sich dank seiner Drogen geflüchtet hatte. So jedenfalls kam es mir vor. Für einen Moment flatterten seine Augenlider wie die Flügel eines Schmetterlings, dann sah er mich unvermittelt an. Das Leuchten in seinen grauen Augen war seltsam gedämpft.

„Sie scheinen Kummer mit Ihrem Bett zu haben, mein lieber Watson“, sagte er sogleich mit überraschend fester Stimme.

„Derweil Sie sich mit dem Übel der rauschhaften Ablenkung begnügen, werden meine Schlafstörungen langsam notorisch.“

„Vielleicht sollten Sie es einmal mit einer Portion Morphium versuchen, um sich nicht nur körperlich, sondern auch geistig zu entspannen.“ Ein kurzes Lächeln huschte über Holmes’ Lippen.

„Verschonen Sie mich mit diesem ungesunden Laster! Bei Ihnen ist das schon zu einem bedauerlichen Makel geworden, dessen Sie nicht mehr selbst Herr sind!“

„Lassen Sie uns nicht wieder über Sinn oder Unsinn von Morphium und Kokain diskutieren. Das bin ich langsam leid.“

Ich atmete tief durch und wandte mich wortlos ab, um in mein Schlafzimmer zurückzugehen und vielleicht doch noch etwas Ruhe zu finden, da klopfte es an der Tür. Es war erst kurz nach acht Uhr. Wer mochte das um diese Zeit sein?

Holmes ignorierte das Klopfen geflissentlich. Er hatte seine Augen erneut geschlossen, als ginge ihn das Ganze nichts an, und versank in seiner ihm eigenen Welt.

Ich zog den Gürtel meines Morgenrocks fester um die Taille und öffnete. Mrs Hudson, unsere Vermieterin, stand vor mir.

„Entschuldigen Sie die Störung, Doktor Watson, aber es ist bereits Besuch für Mister Holmes angesagt.“

„Besuch? Wer?“

„Die Polizei. Inspektor Bradstreet von Scotland Yard.“

„Um diese Zeit? Nun gut, warten Sie einen Augenblick.“ Ich wandte mich zu Holmes um, der immer noch auf der Couch lag, und fragte ihn: „Fühlen Sie sich in der Lage, einen Gast zu empfangen?“

Der Detektiv öffnete die Augen. „Natürlich, Watson! Natürlich! Sie wissen, dass mir, im Gegensatz zu Ihnen, Schlafmangel nichts ausmacht.“

„Nun gut, bitten Sie den Inspektor herein“, sagte ich daraufhin zu Mrs Hudson, die mit einem Nicken verschwand, um kurz darauf mit dem Polizeibeamten zurückzukommen. Sie war es gewohnt, dass das luftige Wohnzimmer auch als Geschäftsraum genutzt wurde.

Bradstreet war uns kein Unbekannter, hatten wir doch in verschiedenen Fällen bereits mit ihm zu tun gehabt*. Bevor der große, stämmige Mann zu Scotland Yard gewechselt war, war er der Bow Street Polizeiwache beigestellt gewesen. Er hatte seine Arbeit also von der Pike auf gelernt und besaß ausreichend Erfahrung, wie man sie nur in den Straßen vorfand, vor allem in denen der Elendsviertel, denn hier zeigte das Verbrechen jeglicher Abart seine wahre, schmutzige und grausame Fratze. Das hob Bradstreet weit über den Status eines hinter dem Schreibtisch dahinwelkenden Beamten hinaus, der in irgendwelchen Vorschriften und Fahndungstheorien schwelgte, die so ineffektiv und unpraktisch waren wie altes Schuhwerk.

Der Inspektor trug eine Schirmmütze und eine mit Schnüren besetzte Jacke. Er setzte sich neben

* Beispielsweise in: Der Mann mit der entstellten Lippe. Der Daumen des Ingenieurs. Der blaue Karfunkel.

mich auf das Zweiersofa, das normalerweise Holmes für sich als Sitzgelegenheit vereinnahmte. Der Detektiv hatte sich inzwischen von der Couch am Fenster aufgerafft und platzierte sich in den Ohrensessel uns gegenüber. Die Morphiumspritze konnte ich nirgends mehr entdecken.

„Es tut mir leid, meine Herren, dass ich Sie um diese unwirtliche Zeit störe, aber es ist ein Verbrechen geschehen, dessen Aufklärung keinen Aufschub duldet“, begann der Inspektor. „Von oberster Dienststelle wurden sämtliche involvierten Beamten zu einem raschen Ermittlungserfolg angehalten, doch wir stehen vor einem Rätsel. Weil ich der festen Überzeugung bin, dass Sie uns bei der Lösung helfen können, Mister Holmes, suche ich also Sie und Doktor Watson unverzüglich nach meiner Nachtschicht auf. Ich hoffe, ich bereite Ihnen damit keine Unannehmlichkeiten …“

Bradstreet sah tatsächlich völlig übernächtigt aus. Sein Gesicht war blass mit einem Ausdruck tiefster Düsterheit. Unter seinen müden Augen lagen dunkle Ringe, die sich wie bei einem knorrigen Baumstamm in die Haut eingegraben hatten.

„Ganz und gar nicht, Inspektor. Unangenehm ist es für mich, in einen Tag voller Langeweile hineinzuleben“, antwortete Holmes. Es schien nichts mehr von der rauschhaften Benommenheit des kurz zuvor injizierten Morphiums zurückgeblieben zu sein. Im Gegenteil: Er wirkte wach, klar und präzise.

Unvermittelt wechselte er das Thema und fragte unseren Besucher: „Möchten Sie vielleicht ein Frühstück? Eier mit Speck, Toast und Tee? Misses Hudson wird Ihnen gerne etwas zubereiten.“

„Sehr freundlich, Mister Holmes, aber ich habe keinen Hunger. Ehrlich gesagt, ist er mir vergangen.“

„Nun gut … Sie werden uns sicher gleich darüber aufklären, was Ihnen den Appetit verdorben hat. Also, um was für ein Verbrechen handelt es sich, Inspektor?“

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In eigener Sache: „Von Gerüchten, Namensverwechslungen und falschen Tatsachenbehauptungen“


Die geneigten Leser meiner Romane und Sachbücher wissen, dass ich nicht nur (Belletristik-)Autor bin, sondern auch Journalist und TV-Produzent.

Hier meine Vita: https://guidograndt.wordpress.com/uber-mich/

Im Zuge meiner zumeist investigativen Recherchen habe ich Sachbücher in vielen Verlagen veröffentlicht, u.a. Droemer Knaur, Pattloch (damals gehörte der Verlag noch zu Weltbild), Patmos, Ueberreuter, Patmos, Falken, Alibri und dem Kopp-Verlag.

Nun gibt es Zeitgenossen, die im Internet falsche Tatsachenbehauptungen aufstellen. Sie schreiben, dass ich NACH WIE VOR für den Kopp-Verlag schreibe, was absolut FALSCH ist.

Um ein für alle mal  klarzustellen:

Ich habe das letzte Buch im Kopp-Verlag 2010, also vor 5 (!) Jahren veröffentlicht.

Viele Leser wissen vielleicht nicht, dass ich einen eineiigen Zwillingsbruder habe. Mein Bruder Michael Grandt schreibt nach wie vor für den Kopp-Verlag. Auch wenn wir gleich aussehen, sind wir doch verschiedene Personen:-)

Also noch einmal: Michael Grandt veröffentlicht beim Kopp-Verlag. Guido Grandt seit vielen Jahren nicht mehr.

Und noch das:

Aufgrund meiner journalistischen Arbeit, die sich u.a. auch gegen Rechtsradikalismus wendet, habe ich eine Dokumentation über die letzten Konzentrationslager auf der Schwäbischen Alb produziert, in dem auch jüdische Opfer zu Wort kamen.

Siehe hier.           https://www.youtube.com/watch?v=FaT4Xpe8yjQ&feature=player_embedded

Cover_DVD

Dieser Film ist u.a. von meinem heimischen Landkreis finanziell gefördert worden, in verschiedenen Kinos gelaufen und auch bei der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ mit anschließender Talkrunde vorgeführt worden.

Die EVZ wurde im Jahr 2000 gegründet, um vor allem Zahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter zu leisten. Die Auszahlungsprogramme wurden im Jahr 2007 abgeschlossen. Das Gründungskapital in Höhe von 5,2 Mrd. Euro wurde vom deutschen Staat und von der deutschen Wirtschaft aufgebracht. Davon wurden 358 Mio. Euro als Stiftungskapital für die Fördertätigkeit reserviert. Aus den Erträgen finanziert die Stiftung EVZ ihre dauerhaften Aktivitäten. Heute setzt sich die EVZ für NS-Zwangsarbeiter ein.

Siehe hier: http://www.stiftung-evz.de/index.php?id=763

Auch die „Jüdische Allgemeine“ hat darüber berichtet.

Siehe hier: https://guidograndt.wordpress.com/2013/03/14/die-judische-allgemeine-und-ich-hinter-dem-dorf-die-holle/

Übrigens hat mir zu diesem  Film der GRÜNE-Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, ein Grußwort zukommen lassen, das im Film auch gezeigt wird.

Außerdem habe ich das Buch

Maidan-Faschismus-Cover

geschrieben, in dem ich den Rechtsextremismus in der Ukraine, finanziert von Deutschland, den USA und der EU anprangere.

Und damit sind wir bei SNAKE 2.

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Gegen den ausufernden Rechtsextremismus in der Ukraine habe ich zudem rund 100 Contents geschrieben.

Siehe hier: https://guidograndt.wordpress.com/category/maidan-faschismus/

Jüngst: https://guidograndt.wordpress.com/2015/09/01/so-verlogen-ist-die-politik-maidan-faschismus-einstmals-vom-westen-unterstuetzte-nazis-wollen-ukrainisches-parlament-stuermen/

Sogar in der russisch/deutschen „Stimme Russlands“ (heute: „Sputnik News“) ist (neben anderen) ein Artikel von mir gegen den Faschismus in der Ukraine erschienen.

Siehe hier: http://de.sputniknews.com/german.ruvr.ru/2014_03_20/Der-Videobeweis-Putin-hat-Recht-In-der-Ukraine-sind-die-Faschisten-mit-an-der-Macht-6994/

So, nun hoffe ich, dass alle diesbezüglichen Unklarheiten betr. Namensverwechslungen etc. beseitigt sind.

 

„HEXENKESSEL UKRAINE“ – Auf den Spuren meines neuen SNAKE-Agenten-Thrillers (4)


Soeben bin ich von seiner Reise aus der Ukraine, genauer Odessa, zurückgekommen. Schon des Öfteren habe ich die Schwarzmeermetropole besucht.  Mein neuster SNAKE-Thriller

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http://blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=1812

http://blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=1813

spielt in Kiew, in Odessa sowie in der Ostukraine. Es geht um die Hintergründe zu den Maidan-Aufständen, dem Massenbrandmord im Gewerkschaftshaus in Odessa und dem Abschuss von Flug MH17.

Ich habe meine jüngsten Eindrücke in Artikeln verarbeitet sowie die Schauplätze meines absolut authentischen Agenten-Thrillers in Fotos festgehalten.

Der 1. Teil der großen SNAKE-Artikel-Reihe zu Band 2 „Hexenkessel Ukraine“, der vorbestellt werden kann, hier:

https://blitzverlag.wordpress.com/2015/08/27/hexenkessel-ukraine-blitz-chefredakteur-g-g-grandt-auf-den-spuren-seines-neuen-snake-agenten-thrillers-1/

Teil 2:

https://blitzverlag.wordpress.com/2015/08/28/hexenkessel-ukraine-blitz-chefredakteur-g-g-grandt-auf-den-spuren-seines-neuen-snake-agenten-thrillers-2/

Teil 3:

https://blitzverlag.wordpress.com/2015/08/31/hexenkessel-ukraine-blitz-autor-g-g-grandt-auf-den-spuren-seines-neuen-snake-agenten-thrillers-3/


Schnellen Schrittes ging Petrow durch das Stadtzentrum der Hafenstadt. Mehrmals blickte er argwöhnisch über die Schulter, suchte nach wiederkehrenden Fußgängern oder Fahrzeugen, konzentrierte sich dabei auf Farben und Formen. Obwohl er nichts Verdächtiges entdecken konnte, fühlte er sich beobachtet. Es war nicht ausgeschlossen, dass ihm bereits ein Überwachungsteam des SBU auf den Fersen war. Er spürte die Geheimdienstkiller mehr, als dass er sie sah. Wie ein Bär, der von einem Rudel Wölfe eingekreist wurde, das sich noch im Wald versteckte, sich aber stetig an ihn heranpirschte. Michail Petrows Instinkte funktionierten genauso gut, wie während seiner aktiven Dienstzeit bei der Sonderpolizei.

Als er die Tchaikovskogo Straße erreichte, tauchte vor ihm das dreieckige Gebäude des Akademischen Nationalen Theaters auf, in dem die Oper und das Ballett untergebracht waren.

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Das Opernhaus war im Wiener Barockstil gestaltet und mit zahlreichen Skulpturen geschmückt. Hier hatten schon Pjotr Tschaikowsky und Sergej Rachmaninow dirigiert, Enrico Caruso gesungen und Anna Pawlowa getanzt. Doch Petrow hatte keinen Blick für die architektonische Schönheit. Er hastete die wenigen Stufen zum Haupteingang hinauf,

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der von verschiedenen Säulen und Figurengruppen flankiert war

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und trat durch die unverschlossene Flügeltür.

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Ein junger Mann, blass und dünn, als hätte er die Schwindsucht, saß hinter der Kasse.

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Fragend blickte er zu ihm auf, denn um diese Zeit gab es weder Vorstellungen noch Besucher. Petrow kannte ihn vom Sehen, nickte kurz und legte einen Hundert-Euro-Schein auf den Kassentisch. Dafür wurde er durch eine Seitentür in den Innenbereich eingelassen.

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Seine Cousine Svetlana räumte offenbar in einem der Säle Flaschen und Gläser von der letzten Aufführung weg.

Petrow ging eines der seitlich gelegenen, prächtig ausgestatteten Treppenhäuser hinauf. Ein vorgelagertes Foyer, wie es für solche Bauwerke üblich war, gab es hier nicht. Alles war dem französischen Rokoko verpflichtet, mit Skulpturen, Bögen, Spiegel und pompöser Stuckatur. Auch der große Saal war luxuriös dekoriert und reich vergoldet. Dabei überwogen die floralen Elemente, die durch edlen Figurenschmuck ergänzt wurden. Die kunstvolle Decke des Saals wurde von Gemälden aus Werken von Shakespeare eingenommen. In ihrer Mitte war ein zweieinhalb Tonnen schwerer Kristallkronleuchter befestigt.

Petrow blieb für einen Moment stehen, weil er sich der Magie dieser Architektur nun doch nicht ganz entziehen konnte. Zuerst warf er einen Blick hinauf zu den Rängen und ließ ihn dann über das Parkett schweifen. Die geschwungenen Sitzreihen mit den akribisch angeordneten Sesseln, schimmerten in dunkelrotem Samt. Als er jedoch zur Hauptbühne hinübersah, erstarrte er. Denn dort lag eine reglose Frauengestalt. Die Bühnenbeleuchtung machte jedes Detail sichtbar. Ihr rotes Haar war wie ein zerrissenes Banner um den schmalen Kopf ausgebreitet. Ihr Gesicht war bleich, mit toten Augen und verzerrtem Mund.

Svetlana!

Im selben Moment, als Petrow das erkannte, ließ er sein Gepäck fallen, das er noch immer in der linken Hand hielt. Aus den Augenwinkeln heraus registrierte er zwei Schatten auf den Rängen. Mit der Rechten griff er zu der PSM-Pistole, die in seinem Gürtel steckte und zog sie heraus …

(Auszug aus SNAKE 2: “Hexenkessel Ukraine”)

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Ich vor der Oper in Odessa, in der ein wichtiger Handlungsstrang meines 2. SNAKE-Bandes „Hexenkessel Ukraine“ endet.

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Der 1. Teil der großen SNAKE-Artikel-Reihe zu Band 2 „Hexenkessel Ukraine“, der vorbestellt werden kann, hier:

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Teil 2:

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Michail Petrow wandte seinen Blick vom Schwarzen Meer ab, kehrte der Potemkin-Treppe den Rücken und ging am Herzog Richelieu-Denkmal vorbei, das auf dem großen halbrunden Platz thronte.

Einst war der Duke vor der Französischen Revolution nach Russland geflohen und 1803 zum Gouverneur von Odessa ernannt worden. Die Statue zeigte ihn mit einer römischen Toga bekleidet; in der linken Hand hielt er eine Schriftrolle.

Vielleicht wird mir aufgrund meiner Enthüllungen auch mal ein Gedenkstein gesetzt, allerdings nicht in diesem Land!, dachte Petrow bitter. Der Edward Snowden der Ukraine …

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Er lachte freudlos in sich hinein, während er der schattigen Kastanienallee des Primorsky Boulevard zustrebte. Dieser verlief auf beiden Seiten des Platzes parallel zur Meereslinie und säumte viele prächtige Gebäude. Er passierte das feine Hotel Londonskaya sowie den zweistöckigen Palace Naryschkin, den Palast der Seeleute.

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Ich vor dem Hotel Londonskaya in Odessa.

 Als er das südliche Ende mit dem Puschkin-Denkmal erreichte, das gegenüber dem Sitz der Stadtregierung stand, hielt er inne.

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Aus den Augenwinkeln heraus registrierte er eine Gestalt, die unvermittelt hinter einem der Bäume aufgetaucht war. Blitzschnell fuhr er herum. Seine Rechte lag auf dem Kolben der russischen PSM-Pistole, die verdeckt von der leichten Windjacke, in seinem Gürtel steckte …

(Auszug aus SNAKE 2: “Hexenkessel Ukraine”)

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Sitz der Stadtregierung in Odessa.

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Ich mit dem Nationaldichter Alexander Sergejewitsch Puschkin, dem Begründer der modernen russischen Literatur.

Fortsetzung folgt…


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Der 1. Teil der großen SNAKE-Artikel-Reihe zu Band 2 „Hexenkessel Ukraine“, der vorbestellt werden kann, hier:

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Nicht allzu weit von der Potemkin-Treppe

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Ich auf der Potemkin-Treppe

stand das angekokelte Gewerkschaftshaus, das zum grausigen Sinnbild von Hass, Tod und Terror in der Stadt geworden war.

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Am 2. Mai 2014 marschierten ukrainische Nationalisten durch die Straßen der Schwarzmeerstadt. Prorussische Aktivisten griffen den Demonstrationszug an und es kam zu einem erbitterten Kampf.

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Schließlich ging vor dem Gewerkschaftshaus ein Zeltlager der Russensympathisanten in Flammen auf, die sich in dem Gebäude verschanzten.

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Danach sollten sie, so jedenfalls die offizielle Darstellung, aus den Fenstern und vom Dach auf die Menge geschossen haben. Kurz darauf brach an verschiedenen Stellen Feuer aus.

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Tatsächlich hatten nationale Extremisten den Brand mit Molotow-Cocktails gelegt, um die verhassten Separatisten auszuräuchern.

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Zu diesem Zeitpunkt befanden sich mehrere Hunderte Menschen, darunter Frauen und Kinder, im Inneren des Bauwerks. Voller Panik versuchten sie dem Höllenbrand zu entgehen.

Manche sprangen einfach aus den Fenstern.

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Einige wiederum konnten durch die Tür aus dem brennenden Gebäude flüchteten, wurden aber von ihren Gegnern auf offener Straße totgeschlagen.

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Offiziell starben sechsundvierzig Menschen. Die Dunkelziffer lag allerdings weitaus höher und wurde bis heute von den Ermittlungsbehörden verschwiegen.

Aufgrund seiner zahlreichen Kontakte wusste Michail Petrow, dass einige Opfer Schusswunden aufwiesen. Andere lediglich Brandwunden am Kopf und an den Unterarmen. Seltsamerweise jedoch nicht an den Unterkörpern. Sie waren vorher mit speziellen Brandstoffen übergossen worden, um eine spätere Identifizierung unmöglich zu machen.

Eine Schwangere wurde sogar mit einem Draht stranguliert. Ein Video, das auf Youtube kursierte, dokumentierte ihre verzweifelten Todesschreie.

Das ließ den Schluss zu, dass viele Menschen zuvor im Inneren des Gebäudes regelrecht hingerichtet wurden. Schon lange gab es Gerüchte, dass noch dreihundert Leichen, vor allem Frauen und Kinder, im Keller des Gewerkschaftshauses lagen. Brutal erschlagen mit Äxten und Holzstücken. Offiziell jedoch galten sie als vermisst.

(Auszug aus SNAKE 2: “Hexenkessel Ukraine”)

Heute wird im Gewerkschaftshaus von Odessa wieder gearbeitet, die verwüsteten Flügel neu renoviert.

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Allerdings gibt es keinen Hinweis auf die Opfer am umliegenden Zaun, wie etwa bei den Maidan-Aufständen in Kiew.

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Ein klarer Hinweis für mich, dass die ukrainische, Pro-amerikanische und Pro-EU-Regierung etwas zu verbergen hat. Zumindest aber die separatistischen Opfer nicht zu Helden der Nation erklären will. Ganz im Gegenteil…

Lediglich ein paar bepflanzte Schalen stehen vor dem umzäunten Vordereingang. Sonst gibt es keinen Hinweis auf den Massenbrandmord.

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Dieser Massenbrandmord im Gewerkschaftshaus von Odessa ist ein wichtiger Handlungsstrang in meinem 2. SNAKE-Agenten-Thriller „Hexenkessel Ukraine“.

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Ich vor dem Gewerkschaftshaus in Odessa

Fortsetzung folgt…


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„HEXENKESSEL UKRAINE“ – Auf den Spuren meines neuen SNAKE-Agenten-Thrillers (1)


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Soeben bin ich von seiner Reise aus der Ukraine, genauer Odessa, zurückgekommen. Schon des Öfteren habe ich die Schwarzmeermetropole besucht.  Mein neuster SNAKE-Thriller

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http://blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=1812

http://blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=1813

spielt in Kiew, in Odessa sowie in der Ostukraine. Es geht um die Hintergründe zu den Maidan-Aufständen, dem Massenbrandmord im Gewerkschaftshaus in Odessa und dem Abschuss von Flug MH17.

Ich habe meine jüngsten Eindrücke in Artikeln verarbeitet sowie die Schauplätze meines absolut authentischen Agenten-Thrillers in Fotos festgehalten.

So starte ich heute die große SNAKE-Artikel-Reihe zu Band 2 „Hexenkessel Ukraine“, der vorbestellt werden kann.


„Odessa, Ukraine.

Die Schöne am Schwarzen Meer. Das ukrainische Venedig. Nahtstelle zwischen Orient und Okzident.

Das alles war Odessa. Eine der vielen Legenden besagte, dass der Name der Hafenmetropole von der antiken griechischen Stadt Odessos, dem heutigen Warna abstammte. Hier lebten inzwischen über eine Million Menschen zusammen. Ukrainer, Russen, Bulgaren, Rumänen, Weißrussen, Griechen, Albaner, Armenier, Georgier, Krimtataren, Deutsche, Araber und Juden. Insgesamt einhundertdreißig Nationen, die bis vor wenigen Monaten noch friedlich miteinander umgegangen waren. Bis dieser schreckliche Bürgerkrieg sie eingeholt hatte, der sich nicht einmal achthundert Kilometer von hier wie ein Krebsgeschwür immer weiter ausbreitete. Die Wellen von Terror, Zerstörung und Tod tief ins Land hineinspülten. So brandeten bereits die ersten Wogen des Chaos bis nach Odessa. Die Terroranschläge nahmen genauso zu, wie die Feindseligkeiten zwischen den gebürtigen Ukrainern und Russen. Und das, obwohl die Odessiten als weltoffen galten und alles andere als nationalistisch verbohrte Dummköpfe waren.“

(Auszug aus SNAKE 2 „Hexenkessel Ukraine“)

Genauso, wie ich es in meinem neuen SNAKE-Thriller beschrieb, habe ich die ersten Eindrücke von Odessa auch empfunden. Es ist mein dritter Besuch hier.  Und vieles hat sich verändert.

Zum Negativen.

Himmel und Hölle.

Und doch mehr Hölle als Himmel.

Denn nun hat die von der EU und den USA durch die Maidan-Aufstände geputschte Regierung den Nationalismus zurückgebracht. Und noch schlimmer: den Rechtsextremismus.

Das Volk scheint völlig zerrissen zwischen dem EU/USA-Vasallen und Oligarchen Petro Poroschenko, dem Präsidenten der Ukraine sowie den Putin zugewandten Separatisten.

Die Jugend, so wurde mir mehrfach bestätigt, hat hier keine Zukunft mehr. Sie betäubt sich mit Alkohol und Drogen.

Siehe hierzu auch meine Blogbeiträge auf: https://guidograndt.wordpress.com/

„All das schoss dem großen, breitschultrigen Mann mit dem langen brünetten Haar durch den Kopf, als er auf der obersten Stufe der berühmten Potemkin-Treppe stand. Seit 1955 trug sie diesen Namen, den sie dem sowjetischen Film Panzerkreuzer Potemkin aus dem Jahr 1925 verdankte. Die Potemkin-Treppe war das Wahrzeichen der Stadt, die zwischen dem Primorski-Boulevard und dem Hafen rund dreißig Meter Höhenunterschied überwand. Sie war an die einhundertfünfzig Meter lang und wies exakt einhundertzweiundneunzig Stufen auf. Michail Petrow hatte das nachgezählt.“

(Auszug aus SNAKE 2: „Hexenkessel Ukraine“)

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Die weltberühmte Potemkin-Treppe, die ich auch in SNAKE 2 „Hexenkessel Ukraine“ erwähnt wird.

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Ich auf der Potemkin-Treppe letzte Woche in Odessa.

Fortsetzung folgt…


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Mein KARL MAYs KARA BEN NEMSI Band 1 von G.G. Grandt – „Die Rückkehr des Schut“ (Leseprobe)


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http://www.blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=1844

Inhalt:

Kara Ben Nemsi und seine treuen Gefährten müssen gegen einen übermächtigen Gegner antreten, von dem sie glaubten, er wäre schon längst tot. Doch der Schut lebt. Seine Schergen entführen Hadschi Halef Omars Sohn. Der Diener von Kara Ben Nemsi nimmt zusammen mit seinem Herrn die Verfolgung auf. Es geht durch die Wüste von Marokko bis nach Libyen. Während der Jagd müssen die Freunde zahlreiche Gefahren meistern. Erst als sie dem Schut gegenüberstehen, begreifen sie, dass der Todfeind ihnen eine Falle gestellt hat, aus der es kein Entrinnen gibt.

LESEPROBE:

Halefs Herz schlug bis zum Hals. Doch er musste ganz sicher sein. Er ließ den Alten wieder los und fragte: „Wie war er bekleidet?“

Der Schlangenbändiger deutete auf ihn. „Ähnlich wie ihr! Der Turban schien ihm viel zu groß … Verzeiht mir meine unbedachten Worte, Sihdi.“

Nun hatte der Hadschi die endgültige Gewissheit, dass es sich um seinen Sohn handelte, der aus seiner unmittelbaren Nähe entführt worden war!

„Wie sahen die Männer aus?“

Ya salam, ya laṭīf – o Himmel, o Gütiger, es waren Schejatin[1], Sihdi!“ Kurz nur hielt der Greis inne, dann beschrieb er zwei bärtige Kerle mit weiten Hosen, bestickten Jacken und turbanartigen Schesch, wie sie die Berglandbewohner trugen.

„Wohin brachten sie meinen Sohn?“

„Sie gingen mit ihm zur Kasbah hinaus. Mehr konnten meine müden, alten Augen nicht sehen.“

„Bist du dir ganz sicher?“

Na’am, sihdi – ja, Herr!“ Der Schlangenbändiger machte eine kurze Pause, dann streckte er dem Hadschi die knorrigen, schmutzigen Finger seiner rechten Hand entgegen, die einen zusammengefalteten Zettel hielten. „Das soll ich euch geben!“

Halefs Gedanken überschlugen sich. „Woher weißt du, dass das für mich ist, Unglückseliger?“, fragte er mit scharfer Stimme, während er das Papier entgegennahm.

„Die Männer haben mir euch beschrieben, Sihdi. Sie wussten, dass ihr an dieser Stelle wieder zur Kasbah hinausgehen werdet, denn einen anderen Weg gibt es nicht. Ich musste also nur auf euch warten …“

„Steckst du mit diesen verfluchten Hunden etwa unter einer Decke?“

Maschallah![2]„, rief der Schlangenbändiger erschrocken aus, duckte sich unwillkürlich, als erwarte er Schläge. „Asch ka t-abber-ek, sihdi – was denkt ihr von mir, Herr?“

Der Hadschi faltete den Zettel auseinander, überflog die Worte, die darauf gekritzelt waren, und sagte dann: „Wenn ich herausfinden sollte, dass du zu diesen dreimal Verdammten gehörst, werde ich zurückkommen und dich eigenhändig in die Dschehenna[3] schicken, so dass du ewiglich in en Nar[4] brennen wirst!“

„Ich bin nur der harmlose Überbringer dieser Botschaft, Sihdi.“

Halef atmete tief durch, wollte sich von dem Schlangenbändiger abwenden, als dieser ihn erneut festhielt.

Ya Allah, Sihdi, sind euch meine Auskünfte gar nichts wert?“

Der anfängliche Zorn des Hadschis auf den ärmlichen Alten war verraucht. Er glaubte, dass der ihm die Wahrheit gesagt hatte. So gab er ihm einen Dirham und strebte eiligen Schrittes dem Steintor zu, die Kasbah hinaus.

Ma´a as-salāma – mit dir sei Friede!“, rief der Schlangenbändiger ihm nach. Aber Halef hörte es nicht mehr, denn nur noch die Gedanken an seinen entführten Sohn beherrschten ihn.

In Kürze sollte Kara Ben Nemsi im Hafen eintreffen. Er würde ihn bitten, ihm bei der Suche nach seinem Jungen zu helfen. Das Wiedersehen mit seinem deutschen Weggefährten hatte er sich wahrlich anderes vorgestellt.

 

  1. Die Spur ins „Land Gottes“

 

Wieder einmal war ich mit einem Schiff der Reederei Messageries Maritimes von Frankreich aus, genauer gesagt von Marseille, an die Küste Nordafrikas gefahren. Und erneut war es die Avignon, die mit ihren über sechstausend Bruttoregistertonnen ruhig jede Welle nahm, so dass ich mich verhältnismäßig sicher fühlte.[5] Dieses Mal jedoch steuerte sie nicht den Hafen von Algier an, sondern Agadir an der Südküste Marokkos.

Hier wollte ich mich nach einer beschaulichen Zeit in meiner Heimat mit meinem treuen Freund Hadschi Halef Omar treffen. Den Zeitpunkt meiner Ankunft hatte ich ihm schon vor vielen Wochen per Brief mitgeteilt. So ergriff mein orientalischer Weggefährte die Gelegenheit beim Schopfe, um nicht nur einen fernen Verwandten in Agadir zu besuchen, sondern seinem Sohn auch den Atlantik zu zeigen. Das jedenfalls schrieb er mir zurück.

Die Vorfreude auf die beiden war groß. Zudem plante ich von hier aus eine erneute Reise durch das Morgenland, um meine weiteren Erzählungen mit neuen Eindrücken zu bereichern.

Ich selbst hatte im Maghreb oder al-maghrib, wie ihn die Araber nannten, schon viele Abenteuer bestanden[6]. Für mich war der Maghreb-el-aksa, der äußerste Westen, der aus Marokko, Algerien und Tunesien bestand, eine Region voller Gegensätze, die doch harmonisch miteinander vereint war. Seit jedoch die Franzosen 1830 Algerien eroberten und in den Jahren 1843 und 1844 Krieg gegen die marokkanischen Truppen führten, die sie schließlich besiegten, war das Gebiet zu einem Zankapfel europäischer Kolonialmächte geworden. Das Deutsche Reich bildete hierbei gewiss keine Ausnahme. Ebensowenig das Königreich Spanien.

Ein altes arabisches Sprichwort besagte: „Der Maghreb ist ein heiliger Vogel. Sein Leib ist Algerien, sein rechter Flügel Tunesien, sein linker Marokko.“

Als ich das Passagierschiff im Hafen von Agadir verließ, atmete ich die nordafrikanische Luft tief ein, die mir so gut bekam. Sie war durchsetzt vom Salz des Ozeans, von den vielfältigen Gewürzen der Händler und dem allgegenwärtigen Geruch von frischgefangenem Fisch. Ganz anders, als die unbeständigen und trockenen Brisen im kühlen Deutschland.

Mit meinem scharfen Blick durchforstete ich jede Stelle des Kais, die mir einsichtig war, konnte Halef jedoch nirgends entdecken. Die Schwierigkeit dabei war, dass der Hadschi, klein von Statur, vom dichten Gedränge nahezu verschluckt wurde, das die ausgestiegenen Passagiere, Matrosen und Soldaten der Kolonialinfanterie bildeten. Hinzu kamen die zahlreichen Bettler und Dirnen, die bereits auf die Neuankömmlinge warteten.

So packte ich schließlich meinen Reisesack und die Segeltuchtasche, in der ich meine Waffen verstaut hatte, und schritt den Steg an der Kaimauer entlang.

Dann endlich sah ich meinen treuen Freund, der einmal mein Diener gewesen war. Er stand abseits der anderen Wartenden, um sich wohl so einen besseren Überblick zu verschaffen. Nun erkannte auch er mich, kam unverzüglich mit seinem watschelnden Gang auf mich zu. Wie eh und je wunderte ich mich, dass er nicht über seinen überlangen Burnus stolperte.

Als er vor mir stehen blieb, sah ich sofort, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. So elend hatte ich ihn in all der Zeit, in der wir uns kannten, noch nicht gesehen. Obwohl sich sein Mund vor Wiedersehensfreude zu einem schnellen Lächeln verzog, war der Blick in seinen Augen seltsam leer. Seine Barthärchen zuckten, seine Gesichtszüge waren verzerrt, als leide er seelische Qualen. Es musste irgendetwas Furchtbares geschehen sein!

Wir wechselten ein paar Begrüßungsfloskeln, dann strebten wir dem kleinen Hotel in der Nähe des Hafens zu, in das ich mich für ein paar Tage eingemietet hatte. Halef ging schweigend und eiligen Schrittes neben mir, so als stünde er unter großem Zeitdruck. Erst als ich das Gepäck auf mein Zimmer brachte, erzählte er mir, was er auf dem Herzen hatte. Als ich hörte, dass vor etwa zwei Stunden sein Sprössling in der Kasbah entführt worden war, verspürte ich einen Knoten in meinem Magen. Wie mochte es da erst meinem Freund ergehen?

Schließlich gab er mir den Zettel, den der Schlangenbändiger ihm ausgehändigt hatte. In krakeliger Schrift stand dort auf Arabisch: „Folge dem Sand ins Land Gottes und du wirst eine Spur zu deinem Sohn finden.“ Darunter waren diese Schriftzeichen abgebildet: ⵎⴻⵕⵕⴰⴽⴻⵛ.

„Was hat das zu bedeuten?“, fragte ich.

„Das Rätsel ist schnell gelöst, Sihdi“, antwortete Halef mit rauer Stimme. „Mit dem Land Gottes und den Zeichen ist ein und dasselbe gemeint!“

„Und was ist das?“

„Die Perle des Südens!“

Fragend sah ich den Hadschi an, der für einen Moment seine Besorgnis vergaß, um mir den Sachverhalt zu erklären.

„Du beherrschst zwar einige Sprachen, Sihdi, aber gegenüber meinen Kenntnissen ist das geradeso, als würde sich eine Regenpfütze mit einem Ozean vergleichen wollen!“

Tatsächlich war der Hadschi aller Dialekte mächtig, die zwischen dem großen Dschebel Schur-Schum in der westlichen Sahara, dem Wohnsitz der Ulead Selim und der Ulead Bu Seba, von denen sein Großvater Dawuhd Al Gossarah abstammte, und der Nilmündung vorkamen.

„Die Schriftzeichen sind auf Tamazight, einem Berberdialekt, der im gesamten Maghreb sogar bis nach Libyen und Ägypten gesprochen wird“, fuhr er belehrend fort. „Dieser unterscheidet sich jedoch von den beiden anderen in Marokko weitverbreiteten Dialekten, dem Taschelhit, der im Süden des Landes gesprochen wird und dem Tarifit, der im Norden und dort vor allem im Rifgebirge zu Hause ist. Allerdings gibt es einen großen Unterschied zum Tamaschek der Tuareg.“

„Heißt das, dass die Entführer berberische Berglandbewohner sind? Aufgrund der Beschreibung ihrer Kleidung durch den Schlangenbändiger sowie des Tamazight-Dialekts in der Botschaft liegt das nahe.“

„Nicht unbedingt, Sihdi. Wie gesagt, wird der Berberdialekt überall im Maghreb und darüber hinaus gesprochen.“

„Und das Land Gottes und die Perle des Südens bedeuten demnach ein und dasselbe?“

Mein Freund nickte so heftig, dass ich die Befürchtung hatte, sein übergroßer Turban würde von seinem schmalen Haupt fallen.

„Gemeint ist damit die Stadt Murrākuš, die weitläufig Marrakesch genannt wird. Oder auch mar-our-kouch, das Durchzugsland.“

Terre de parcours„, sinnierte ich auf Französisch, was das gleiche bedeutete.

„Wer könnte Interesse daran haben, deinen Sohn dorthin zu verschleppen?“

„Ich weiß es nicht, Sihdi! Aber wenn ich ohne Kara Ben Halef zu Hanneh zurückkehre, wird ihr das Herz für immer brechen! Sie war es, die zusagte, dass ich unseren Sohn mit nach Agadir nehme, um ihm die Weite des Atòlasî zu zeigen.“

Hanneh war Halefs junge Ehefrau, eine Ateïbeh-Beduinin, Angehörige des Stammes der Haddedihn. Die beiden hatten sich auf höchst eigenartige Weise kennengelernt: Hanneh sollte eine Haddsch[7] nach Mekka absolvieren. Da dies jedoch nur verheirateten Frauen erlaubt war, schlug ihr Großvater Scheik Malek vor, eine Scheinehe mit Halef einzugehen. Mein Freund versprach, die Ehe nach der Pilgerreise wieder aufzuheben. Doch es kam anders: die beiden so unterschiedlichen Menschen verliebten sich ineinander und Halef erreichte mit der Aufnahme in den Stamm der Ateïbeh, der sich später den Haddedihn anschloss, dass Hanneh seine Gattin bleiben durfte. Nach den kurzen Flitterwochen und während mein Weggefährte mich bei meinen gefahrvollen Abenteuern durch Kurdistan begleitete, bekam die junge Beduinin ihren Sohn.[8] Er wurde nach mir benannt: Kara Ben Halef. Eine große Ehre für mich und auch deshalb fühlte ich mich verpflichtet, seinem Vater unter allen Umständen zu helfen.

„Lass uns unverzüglich aufbrechen!“, sagte ich.

„Du hilfst mir bei der Suche, Sihdi?“

Ich sah Halef erstaunt an. „Natürlich! Hast du etwas anderes erwartet? Du bist mein Freund, der immer treu an meiner Seite gestanden hat! Nun ist es an der Zeit, mich dafür zu revanchieren!“

„Das hast du schon oft getan, Sihdi. Aber dennoch danke ich dir von ganzem Herzen. Allah wird weiter über dich wachen!“

Kurz sah es so aus, als würde der Kleine mich umarmen wollen. Dann wandte er sich schnell von mir ab, wischte sich mit dem rechten Zeigefinger über seine wässrigen Augen. Er schaute kurz zu Boden, als schäme er sich für seinen Gefühlsausbruch.

Ich schlug ihm auf die Schulter, um ihm Mut zu machen, ohne dabei auch nur im Geringsten zu ahnen, was auf uns zukommen würde.

 

  1. Wiedersehen mit Lord Lindsay

 

Atlas-Gebirge/Marrakesch, Marokko

 

Der Atlas, der Ǧibāl al-Aṭlas, ist ein Hochgebirge im Nordwesten Afrikas, das sich fast zweieinhalbtausend Kilometer über den Maghreb erstreckt. Es bildet eine Scheidelinie zwischen dem feuchten Klima des äußersten Nordens Westafrikas und der extrem heißen und trockenen Sahara.

Die antiken griechischen Dichter, Denker und Historiker Homer und Herodot sahen im Atlas die westliche Grenzlinie der damals bekannten Welt.

Der al-Aṭlas al-kabīr, der Hohe Atlas im Süden Marokkos, ist die höchste Gebirgskette, die sich von der Atlantikküste im Westen bis an die marokkanisch-algerische Grenze erhebt. Im Osten schließt sich der Tellatlas und der Saharaatlas an, die größtenteils zu Algerien gehören. Der steilste Gipfel ist der Jbel Toubkal, der über viertausend Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Nach einem Dreitages-Ritt von Agadir aus stieg das Land immer weiter an. Der natürliche Saumpfad wechselte in eine kurvenreiche Kamelpiste über, die direkt ins Hochgebirge führte. Auf den höchsten Gipfeln schimmerte das Weiß des Schnees.

Zum Schutz vor Sonne, Wind und Sand hatten Halef und ich uns Schesch, lange Musselintücher, um Kopf, Hals und Mund gebunden. Neben unseren beiden Hudschûn[9] hatten wir noch ein weiteres Wüstenschiff im Schlepptau, beladen mit unserem Gepäck, den Vorräten und den Waffen. Darunter mein fünfundzwanzigschüssiger Henrystutzen und der „Bärentöter“, die Elefanten-Doppelbüchse. Meinen Adams-Trommelrevolver und das schwere Bowiemesser trug ich am Gürtel…

Fußnoten:

[1]     Teufel

[2]     „Was Gott will“ (gebräuchlicher Ausruf der Verwunderung)

[3]     Hölle

[4]     Ewiges Feuer

[5]     Siehe: Jörg Kastner: Hadschi Halef Omar Die Vorgeschichte zu Karl Mays Reiseerzählung DURCH DIE WÜSTE (Karl-May-Verlag, Bamberg 2010)

[6]     Siehe vor allem die sogenannten „Orientbände“ (erschienen im Karl-May-Verlag)

[7]     Islamische Pilgerfahrt nach Mekka

[8]     Siehe: Karl Mays Reiseerzählungen DURCH DIE WÜSTE (Band 1), DURCHS WILDE KURDISTAN (Band 2), VON BAGDAD NACH STAMBUL (Band 3) (alle: Karl-May-Verlag, Bamberg)

[9]     Reitkamele

Kara Ben Nemsi


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Karl Mays KARA BEN NEMSI: Die Legende kehrt zurück! – Meine mit neuen Romanen konzipierten Abenteuer-Serie


Kara Ben Nemsi

Kara Ben Nemsi alias Old Shatterhand alias Karl May und seine treuen Gefährten Hadschi Halef Omar, Krüger-Bei und Sir David Lindsay sind zurück!

Figuren die der große Volksschriftsteller Karl May vor vielen Jahrzehnten schuf, die zwei Weltkriege überdauerten und uns noch immer so nah und vertraut sind.

Im BLITZ-Verlag werden neue Wüstenabenteuer mit Kara Ben Nemsi erscheinen. Ich selbst habe den ersten Band dazu geschrieben und verfasse auch die Serien-Exposés.

Band 1 „Die Rückkehr des Schut“ von G.G. Grandt ist demnächst erhältlich.

Band 2 und 3 sind ebenfalls schon geschrieben.

Folgt uns in die unermesslichen Weiten der Wüsten Nordafrikas und begleitet Kara Ben Nemsi und seine treuen Gefährten zu neuen Abenteuern!

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Inhalt:

Kara Ben Nemsi und seine treuen Gefährten müssen gegen einen übermächtigen Gegner antreten, von dem sie glaubten, er wäre schon längst tot. Doch der Schut lebt. Seine Schergen entführen Hadschi Halef Omars Sohn. Der Diener von Kara Ben Nemsi nimmt zusammen mit seinem Herrn die Verfolgung auf. Es geht durch die Wüste von Marokko bis nach Libyen. Während der Jagd müssen die Freunde zahlreiche Gefahren meistern. Erst als sie dem Schut gegenüberstehen, begreifen sie, dass der Todfeind ihnen eine Falle gestellt hat, aus der es kein Entrinnen gibt.

LESEPROBE:

  1. Kara Ben Halefs Entführung

Agadir, Marokko

Gleißend stand die Sonne über dem zweihundertvierzig Meter hohen Hügel, auf dessen Kuppe sich drohend die kolossale Agadir Oufella, die alte Festungsanlage von Agadir erhob. Von der durch gewaltige Mauern und Türmen gesicherten Kasbah aus hatte man einen weiten Blick über die Hafenstadt im Süden Marokkos, an deren feinsandigen Stränden sich sanft die Wellen des Atlantischen Ozeans verloren. Ebenso waren von hier oben das weite, flache Land sowie die ersten Ausläufer des Atlasgebirges im Norden zu sehen.

Der kleine, hagere und spindeldünne Mann verharrte an der mit weißen Steinzinnen bewehrten Festungsmauer, die an verschiedenen Stellen bröckelte. Diese war schon vor mehr als drei Jahrhunderten zum Schutz vor den Angriffen der portugiesischen See- und Landstreitkräften von den Saʿdīyūn[1] errichtet worden. Zahlreiche eiserne Kanonen auf Holzgestellen sicherten die Stadt innerhalb der Kasbah, die zeitweise bis zu tausend Menschen beherbergte.

Das Gesicht des Kleinen verschwand fast vollständig unter dem drei Fuß durchmessenden Turban. An seinem Kinn hingen ein paar wenige Bartfäden hinab. Zählte man sie, so kam man auf sieben. Weitere acht waren rechts und neun links von seiner Nase gewachsen. Mehr aber auch nicht. So konnte man nur mit Vorbehalt von einem Schnurrbart sprechen, wie ihn die Muslime in diesen Breiten trugen. Sein einstmals weißer Selham[2] strotzte vor Schmutz und Fettflecken und war so weit, dass er wie das Reitkleid einer Dame anmutete.

Neben dem Kleinen stand ein etwa achtjähriger Junge mit großen, dunklen Augen, gleichsam verschmutzter Kleidung und ebenfalls überdimensionalem Turban auf dem schmalen Kopf.

Bei dem Mann handelte es sich um Halef, der bei offiziellen Anlässen allerdings auf die Vollständigkeit seines Namens pochte, der da war: Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawud Al Gossarah.

Der Junge an seiner Seite war sein Sohn Kara Ben Halef, der nun wie sein Vater über die Festungsmauer auf das klare, blaue Wasser hinunterblickte.

Sie waren den weiten Weg von ihrer Heimat nach Agadir aus drei Gründen gekommen: Zum einen wollte Halef seinem Sprössling den Atlantischen Ozean zeigen. Zum anderen besuchten sie Hamnd Memeh, einen entfernten Verwandten, der sich vor einigen Jahren in der Hafenstadt niedergelassen hatte. Der wichtigste Grund aber war, dass der Hadschi hier seinen alten Weggefährten und Freund Kara Ben Nemsi treffen würde. Schon viele Monate hatte er ihn nicht mehr gesehen und freute sich besonders auf eine Zusammenkunft.

„Siehst du, mein Sohn, das also ist der Atòlasî[3], der noch größer und mächtiger ist als al-Baḥr al-Abyaḍ, das Weiße Meer[4]„, erklärte Halef soeben seinem Stammhalter voller Inbrunst. Es fiel ihm schwer den Blick von der grandiosen Landschaft, den glitzernden Wellen und der Endlosigkeit des Himmels abzuwenden. „Das alles hat Allah …“ Er verstummte, denn als er zu seinem Sohn hinuntersah, erstarrte er augenblicklich!

Kara Ben Halef, der soeben noch neben ihm gestanden hatte, war nicht mehr da!

Zunächst glaubte der Hadschi, dass sich der Kleine irgendwohin verdrückt hatte, weil ihm seine Ausführungen zu langweilig geworden waren. Obwohl dies normalerweise keinesfalls seiner Natur entsprach. So suchte er die nähere Umgebung ab, fand jedoch keinen Hinweis auf seinen Verbleib. Dann befragte er die Straßenhändler, Flötenspieler, Gaukler, Schuhputzer und Bettler, die in den verwinkelten Gassen der Kasbah standen, saßen oder lagen. Allerdings ohne Erfolg. Allmählich verwandelte sich Halefs Unwille in Sorge. Eine eisige Klaue griff nach seinem Herzen.

Wo war sein Sohn? Er konnte doch nicht einfach so verschwunden sein, als hätte ihn von einem Moment auf den anderen der Erdboden verschluckt!

Der Hadschi rannte einen schmalen Weg hinab, der an der Seeseite der Stadtmauer entlang führte. Die einstigen Konstrukteure des Plateaus hatten jeden noch so geringen Platz für die Bebauung innerhalb der Kasbah genutzt. Diese betrug in ihrer Längsrichtung über vierhundert Meter und ihn ihrer Breite einhundertfünfzig Meter. Unterhalb der Oufella lag das portugiesische Fort.

Keuchend hielt Halef inne. Im Südwesten der Kasbah befand sich eine Moschee mit einem großen manāra[5], das in den wolkenlosen Himmel aufragte, von dem der Muezzin fünfmal am Tag zum Gebet rief. Ebenso der sūq[6] und die madīna ʿatīqa[7] mit den verschiedenen Wohnvierteln, zu denen auch eine mallāḥ[8] gehörte.

Die Schatten, die von den vorspringenden Dächern fielen, wurden bereits länger. Der Hadschi folgte nun den immer verwinkelter werdenden Gassen und Durchgängen mit ihren zahlreichen Steintreppen hinab, vorbei an kastenförmigen Lehmziegelhäusern. Als das Eingangstor vor ihm auftauchte, legte sich unvermittelt eine schmale Hand auf seinen Unterarm.

Mehr erleichtert als erschrocken fuhr Halef herum, in der Erwartung seinem geliebten Sohn gegenüberzustehen. Doch er wurde bitter enttäuscht. Stattdessen blickte ihn ein zahnloser Greis aus zusammengekniffenen Augen an, die listig blitzten. Er war nur mit einer zerrissenen Hose bekleidet und stützte sich auf einen verwitterten Holzstock. Neben ihm stand ein offener Bastkorb, in dem der schwarze, schuppige Leib einer zusammengerollten Kobra lag.

„Ihr sucht einen Jungen?“, fragte der Schlangenbändiger mit rauer Stimme ohne Umschweife.

Halef packte ihn grob an den Schultern und riss ihn so nahe an sich heran, dass er die Ausdünstung des Alten riechen konnte. „Weißt du, wo mein Sohn ist?“

Lā, ya sihdi – nein, Herr!“, gab der Schlangenbändiger ängstlich zurück.

„Du hast mich doch soeben gefragt, ob ich einen Jungen suche! Berichte, was du weißt, sonst werde ich dir deine hässlichen Rattenaugen ausstechen, damit sie niemals wieder das Licht des Tages sehen, sondern nur noch die Schwärze der Verdammnis!“

Ya mussihbe, ya ghumm, ya elehm, ya rezalet – o Unglück, o Kummer, o Schmerz, o Schande!“

„Höre mit deinem Gejammer auf, Unglückseliger!“ Halef griff nach dem Krummdolch, der in seinem Gürtel steckte, und erntete dafür einen ängstlichen Ausruf seines Gegenübers.

Ᾱna āsef, sihdi – es tut mir leid, Herr! Tatsächlich habe ich einen Jungen gesehen, den zwei Männer an mir vorbeiführten. Er strampelte wild, konnte aber nicht schreien, weil einer von ihnen ihm den Mund zuhielt.“

Fußnoten:

[1]     Saadier: eine muslimische Dynastie, die von 1549 bis 1664 über das heutige Marokko herrschte

[2]     Auch Burnus genannt: ein weiter Kapuzenmantel der nordafrikanischen Männer, der zumeist keine Ärmel hat und vorn offen getragen wird

[3]     Atlantischer Ozean

[4]     Mittelmeer

[5]    Minarett

[6]     Markt

[7]     Altstadt

[8]     Jüdisches Viertel

Kara Ben Nemsi


 

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Brisante Mischung aus Fakten & Fiktion: SNAKE – Der härteste Agent des Global Diplomatic Bureau! (2)


Snake

LESEPROBE BAND 1;

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  1. Kapitel

 

US-Marinestützpunkt Manda Bay, Kenia / Kelley Barracks, Stuttgart, Deutschland / US-Basis Ramstein, Deutschland / Camp Lemonnier, Dschibuti / Cannon Air Force Base, New Mexico, USA.

Im JSOC-Einsatzraum des US-Marinestützpunktes Manda Bay herrschte rege Geschäftigkeit. Captain James Barker saß mit einem Joystick in der Rechten vor der mannshohen Data Wall. Mit äußerster Konzentration beobachtete er auf dem LCD-Bildschirm, welchen Weg die unbewaffnete Überwachungsdrohne im Grenzgebiet zwischen Kenia und Somalia nahm. Mittels einer Ku-Band-Satellitenverbindung wurde die ScanEagle von der Bodenstation aus gesteuert. Die für taktische Luftraumaufklärung verwendete Maschine konnte mit ihren Tageslicht- und Infrarotkameras für Schlechtwetter- und Nachtsicht vierundzwanzig Stunden lang ein Gebiet aufklären.

Barker war Pilot und gehörte der Aufklärungsabteilung Activity des Joint Special Operations Command an. Das JSOC war eine teilstreitkräfteübergreifende Kommandoeinrichtung, die einheitlich die auf Terrorismusbekämpfung, Geiselbefreiung und verdeckte Operationen ausgerichteten Spezialeinheiten führte. Seine Special Mission Units übernahmen jedoch nicht nur nachrichtendienstliche Aufgaben oder Feindaufklärung, sondern ebenso direkte Angriffsoperationen. Finden, Festnageln, Fertigmachen – rasches und sicheres Töten aller Feinde – war auch in Somalia, einem der unruhigsten Krisengebiete dieser Erde, die Maxime der amerikanischen Militärs.

Barker hatte schon annähernd fünfhundert Drohneneinsätze hinter sich. Neben ihm saß sein Sensoroperator, der genauso gespannt wie er selbst auf den Monitor starrte. Der Kopilot bediente die Bordkameras und sichtete die Aufnahmen.

Die Drohne hatte das Ziel lokalisiert und sandte Livebilder an die Kommandozentrale des Marine-Stützpunkts. Darauf war ein Konvoi von zehn alten, ramponierten Fahrzeugen zu sehen, der durch die karge, sonnenverbrannte Landschaft holperte. Bei den Wagen handelte es sich um sogenannte Technicals, Pick-ups mit auf Pritschen montierten Maschinengewehren oder Geschützen.

„Gottverdammt, wir haben diesen verfluchten Bastard!“, sagte Captain James Barker mit unverhohlenem Triumph in der Stimme. Schon seit Wochen waren sie der Zielperson Mohammed Abdirahman auf den Fersen, der die Wagenkolonne anführte. Die All Source Analysts, die Spezialisten der Special-Operations-Abteilung, hatten ihn längst als potenzielles Ziel nominiert. Präsident Barack Obama hatte ihn höchstpersönlich mit seiner Unterschrift auf dem Hinrichtungsdokument zum Abschuss freigegeben. Damit stand Abdirahman ganz oben auf der kill list.

Doch bislang hatte es der somalische Warlord immer wieder verstanden, sich dem Zugriff der Amerikaner zu entziehen. Damit sollte nun Schluss sein. Abdirahman gehörte so gut wie der Vergangenheit an.

Über Satellit gab Captain James Barker die genauen Koordinaten des Konvois nach Süddeutschland an die Kelley Baracks der US-Kaserne in Stuttgart-Möhringen weiter. Hier befand sich der Hauptsitz des Africa Command, dem die militärische Verantwortung für jeden Drohneneinsatz über Afrika unterlag. Das AFRICOM koordinierte zudem sämtliche Ablaufschritte der sogenannten kill chain, der Tötungskette eines Drohnenangriffs.

Der eigentliche Kampfeinsatzraum allerdings lag in der Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz. Dieser Stützpunkt war der größte Militärflugplatz außerhalb Amerikas, die Drehscheibe für die Kriege in Afghanistan und im Irak. Seit einiger Zeit stand dort auch das Air and Space Operations Center. Mit seinen fünftausend Quadratmetern modernster Technik und eintausendfünfhundert Computern bildete das AOC den Hochsicherheitsbereich der Airbase. Sie war das Herz und die Steuerzentrale des amerikanischen Luftkrieges in Afrika, von dem aus der Kampf gegen islamistische Terror-Milizen gelenkt wurde.

Auf der Data Wall im Kampfeinsatzraum wurde jedes einzelne Flugzeug und jede Drohne angezeigt, die über Afrika in der Luft war. Nahezu in Echtzeit gingen die Bilder der Bordkameras zur sofortigen Auswertung durch die Analysten ein. Über einen verschlüsselten Internet-Chat war das Militär in Ramstein mit anderen Einsatzbeteiligten verbunden: dem eigentlichen Startteam, dem Kommando in Stuttgart und den Piloten, die die Maschinen fernlenkten.

Auf dem Monitor erschienen nun die Liveaufnahmen von Abdirahmans Fahrzeugkonvoi. Rund tausend Kilometer von ihm entfernt, im Camp Lemonnier an der Meerenge Bab al-Mandab in der ostafrikanischen Republik Dschibuti, ging ein Befehl des AFRICOM ein. Daraufhin wurden auf einem abgetrennten, streng bewachten Teil des Flughafens zwei Drohnen für ihren Einsatz vorbereitet. Sie besaßen ungefähr die Größe einer Cessna 172. Unter den fünfzehn Meter langen Flügeln der R-Q1 Predators waren Hellfire-Luft-Boden-Raketen angebracht. Die Marschflugkörper wurden durch das Synthetic Aperture Radar der Kommandozentrale unterstützt und mit Satellitennavigation gelenkt.

Die Starts der Kampfdrohnen vom Rollfeld verliefen reibungslos. Ein Pilotenteam auf der Cannon Air Force Base im US-amerikanischen Bundesstaat New Mexico übernahm das Steuer. Die eigentliche Mission, die Jagd auf Mohammed Abdirahman, ging in ihre letzte Phase.

Das AOC in Ramstein blieb über den Chat weiterhin mit dem Startteam in Dschibuti, dem Kommando in Stuttgart und den Piloten verbunden. Sie wussten, dass das Targeting der Kampfdrohnen nicht immer hundertprozentig perfekt war, deshalb beobachteten sie gespannt die beweglichen Zielobjekte.

Die Predators flogen stabil in einer Höhe von annähernd sechs Kilometern; sie folgten den beweglichen Zielen seit zwei Stunden. Inzwischen war die Nacht hereingebrochen, doch die Infrarotkameras an Bord lieferten weiter klare Bilder. Die Richtmikrofone waren so eingestellt, dass die Tausende Kilometer weit entfernten Piloten die Detonationen der Explosionen und selbst die Todesschreie der Zielobjekte hören konnten. Die Wärmebildkameras würden anzeigen, wie sich die Temperaturen der menschlichen Ziele nach dem Abschuss veränderten, die Körper immer kälter wurden.

Das Pilotenteam in New Mexico überprüfte noch einmal, ob die Bordwaffen funktionsfähig waren, und kalibrierte dann die Ziellaser. Alles war für den Abschuss bereit. Gleich darauf betätigten sie die Feuerknöpfe.

 

*

 

Kenianisch-somalisches Grenzgebiet.

Die Nacht brach so schnell herein, als ob jemand das Licht ausgemacht hätte. Mohammed Abdirahman kannte es nicht anders; schließlich hatte er sein ganzes Leben unter dem Äquator am Horn von Afrika verbracht. Im wilden, rauen, brutalen Somalia, das nie zur Ruhe kam. Das seit Jahrzehnten mit Wahnsinn, Blut und Gewalt überzogen wurde. In einem Land, in dem sich Regierungstruppen, Milizen, Terrororganisationen, Stämme, Clans sowie ausländische Kräfte der internationalen Gemeinschaft abwechselnd, manchmal aber auch gleichzeitig, einen erbitterten Kampf lieferten. Abgesehen von diesen militärischen und innenpolitischen Problemen betrieben auch noch skrupellose Geschäftsleute illegale Atommüll- und Giftmüllentsorgungen an der Küste. Ein Teil der Strände war verseucht und verstrahlt, mit nicht absehbaren Folgen für die nachfolgenden Generationen.

Wie lästige Fliegen schüttelte Abdirahman die Gedanken ab. In seiner Lage war es unsinnig, an die Zukunft zu denken. Zunächst einmal musste er die Gegenwart überleben. Denn als gefürchteter Warlord und Milizenkommandeur der Terror-Organisation al-Shabaab besaß er mächtige Feinde. Nicht nur die somalischen Regierungseinheiten oder die AMISOM, die Friedenstruppen der Afrikanischen Union, sondern auch die Amerikaner. Die verfluchten Ungläubigen wollten ihn für verschiedene Attacken auf Touristengebiete im Nachbarland Kenia, für die er verantwortlich war, zur Rechenschaft ziehen, anders ausgedrückt; zur Strecke bringen. Deshalb befand er sich seit Monaten auf der Flucht vor der modernen Überwachungstechnik seiner Gegner. Bislang war er ihnen immer wieder entkommen. Er hoffte, dass sein Glück anhielt.

Abdirahman war ein großer, sehniger Mann mit kurzen Kraushaaren und schmalem Kinnbart, mit einer Haut so pechschwarz wie eine sternenlose Nacht. Bekleidet war er mit einer olivgrünen Tarnfleckuniform. Der Somali ließ seinen Blick über die zehn Pick-ups schweifen, die um ein paar Akaziensträucher gruppiert standen. Es handelte sich ausnahmslos um ältere Toyota- oder Nissangeländewagen, die teilweise schon recht ramponiert aussahen. Dennoch erwiesen sich die Fahrzeuge als absolut zuverlässig. Im fahlen Mondlicht schimmerten die stählernen Läufe der auf den Pritschen montierten .50er-MGs. Mit den Technicals waren die Milizionäre der al-Shabaab mobiler in ihrer Kampfkraft, als wenn sie sich lediglich hinter Sandsäcken oder in Schützengräben verschanzten. So konnten sie einen ausgeklügelten und erfolgreichen Guerillakampf gegen ihre Feinde führen.

Abdirahmans Männer schliefen einige Meter weit weg unter offenem Himmel. Sollte man die Fahrzeuge ausmachen und angreifen, dann lagen sie wenigstens nicht darin oder direkt daneben. Wie immer verzichteten sie abends auf ein Feuer zum Kochen, ebenso tagsüber, um keinen Rauch zu erzeugen. Langsam ging allerdings das vorgekochte Essen zu Ende. Sie mussten sich bald neu eindecken.

Abdirahman öffnete die Fahrertür seines Pick-ups und griff nach dem Thuraya-Satellitentelefon in der Halterung am Armaturenbrett. Mit ihm hielt er Verbindung zum neuen Anführer der al-Shabaab, Ahmed Omar, der mit richtigem Namen Abu Ubeida hieß. Dieser führte die Kämpfer an, nachdem die Amerikaner im September 2014 seinen Vorgänger Achmed Abdi Godane alias Mukhtar Abu Zubeyr mit einer Drohne in die Luft gejagt hatten.

Bevor Abdirahman das Satellitentelefon jedoch in Betrieb nahm, zögerte er. Irgendetwas beunruhigte ihn. Zuerst wusste er nicht, was es war. Doch dann bemerkte er, wie sich in östlicher Richtung unweit von ihrem Standort das Licht des Firmaments unvermittelt veränderte, seltsam heller wurde und flackerte. Schwach zwar, aber dennoch war es klar und deutlich zu sehen. Es handelte sich um das unbedachte Lagerfeuer von Hirten, die damit Raubtiere und Moskitos von ihren Herden fernhielten. Sicher ahnten sie nichts von dem al-Shabaab-Trupp in ihrer Nähe, sonst wären sie garantiert eiligst weitergezogen. Mohammed Abdirahman spürte, wie Groll in ihm aufstieg. Obwohl sich die Milizionäre erst vor Kurzem hingelegt hatten, konnten sie nicht mehr bis zum Morgengebet hierbleiben. Zu groß war nun das Risiko, entdeckt zu werden.

Mohammed Abdirahman wollte das Satellitentelefon betätigen, hielt jedoch erneut inne. Dieses Mal war es nicht nur das Licht am Himmel, das sich schlagartig veränderte, sondern auch die Luft. Es war fast so, als würde sie erzittern. Und dann dieses seltsame, tief brummende Geräusch. Das hochfrequente Surren von Drohnenpropellern …

Weiter kam der Milizenkommandeur in seinen Überlegungen nicht. Denn plötzlich explodierte alles um ihn herum in einem ohrenbetäubenden, gleißenden Flammenmeer.

 

*

 

Die zwei Black-Hawk-Hubschrauber des Task Force 88-Teams aus Manda Bay landeten genau an der Stelle des kenianisch-somalischen Grenzgebiets, wo der Milizen-Konvoi zerstört worden war.

Noch immer stieg dichter Rauch von den mit Marschflugkörpern getroffenen Fahrzeugwracks auf. Die Sprengköpfe der Hellfire-Luft-Boden-Raketen hatten die Landschaft in einem Umkreis von über hundert Metern in eine Mondlandschaft verwandelt. Wie zufällig hingeworfen lagen inmitten der verbrannten Erde die Leichenteile von vierzig zerfetzten Terroristen verstreut. Einige der abgetrennten Gliedmaßen und Schädel fanden sich sogar weiter entfernt in vertrockneten Dornbüschen.

Die Männer des Task Force 88-Teams nahmen DNA-Proben von allen Toten. Nach ihrer Rückkehr zum Marinestützpunkt würden die Forensikspezialisten diese zu identifizieren versuchen. Vorausgesetzt, sie waren in irgendeinem Computer der JSOC verzeichnet. Neben den Toten entdeckten sie verschiedene Papiere, darunter den blutverschmierten Pass Mohammed Abdirahmans. Volltreffer, dachten sie.

Doch kurz darauf stellten die Ranger fest, dass die Hellfire-Raketen nicht nur den Milizen-Konvoi dem Erdboden gleichgemacht hatten, sondern auch eine Gruppe nomadischer Hirten, die sich in unmittelbarer Nähe aufgehalten hatte. Die zerrissenen Körper der sechsunddreißig Frauen, Männer und Kinder waren in traditionelle somalische Gewänder gehüllt, von denen nur noch Fetzen übrig geblieben waren. Die verschmorten Gummi-Billigsandalen made in China und die Turbane, die zumeist aus ihrem eigenen Bettzeug bestanden, sahen wie unwirkliche Reliquien aus, ebenso die zerbrochenen Schalen mit dem eingedampftem Hirsebrei und der Kamelmilch, die im verbrannten Gras versickert war. Die verkohlten Kadaver ihrer Ziegen und Kamele muteten wie ein Potpourri aus Fleisch, Blut, Haut und Knochen an. Die Nomaden waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, galten statistisch gesehen als Kollateralopfer.

Nachdem das Team der Task Force seine Arbeit erledigt hatte, stiegen die Black Hawks wieder in den azurblauen Himmel. Auch wenn es sich bei den Drohnenangriffen um völkerrechtswidrige Exekutionen handelte – sie befanden sich im Krieg gegen den internationalen Terror. Und im Krieg war alles erlaubt.

 

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