COMPACT-Artikel: „Natascha Kampusch – Der rätselhafte Tod des Chefermittlers“


Im neuen COMPACT-Heft 8/2013 erhältlich bei www.compact-magazin.com

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erschien folgender Artikel:

„Der rätselhafte Tod des Chefermittlers“

Wurde Natascha Kampusch von einem Einzeltäter entführt und eingekerkert? Polizeioberst Franz Kröll ging von einem Pädophilen- und Porno-Netzwerk aus.

 

Von Guido Grandt/Udo Schulze

2. März 1998: Die zehnjährige Natascha Kampusch verlässt gegen 7.45 Uhr die Wohnung am Rennbahnweg im Wiener Heimatbezirk Donaustadt und macht sich auf den Schulweg. Dabei wird sie von dem 44-jährigen Wolfgang Priklopil in einen weißen Kleintransporter gezerrt und ins niederösterreichische Strasshof entführt. Er versteckt das Mädchen in seinem Haus in einem Kellerverlies, das durch eine Tresortür gesichert ist.

23. August 2006: Nach achteinhalb Jahren oder 3096 Tagen gelingt Natascha Kampusch die Flucht. Als Priklopil ihr Verschwinden bemerkt, fährt er er mit seinem roten BMW nach Wien, wirft sich vor einen Zug und stirbt sofort.

10. Februar 2008: Polizeioberst Franz Kröll, damals Leiter des Landeskriminalamtes Steiermark, wird zum Chefermittler bei der Aufklärung des Verbrechens bestimmt.

Einem Journalisten gegenüber äußerte Kröll zwei Jahre später: »Der Fall hat eine Dimension wie Lucona. Ich bin knapp davor, ihn zu lösen und die Kriminellen zu entlarven.« Er spielt dabei auf die so genannte »Lucona-Affäre« an, die bis in die frühen 1990er Jahren ganz Österreich in Atem hielt, ein gigantischer Versicherungsbetruges in Millionenhöhe, der am Ende aber nicht gelang. Am 23. Januar 1977 war der Frachter »Lucona« durch eine Explosion im Indischen Ozean versenkt worden. Dabei starben sechs Besatzungsmitglieder. Als Drahtzieher des Anschlags gilt Udo Proksch, der Kontakte in die höchsten politischen Kreise und sogar bis in die österreichische Regierung hatte.

Proksch selbst wird im März 1991 zu 20 Jahren Haft verurteilt, im Januar 1992 im Berufungsverfahren sogar zu lebenslanger Haft. 2001 stirbt der »Politik-Networker« nach einer Herzoperation. Im Zuge der »Lucona«-Affäre werden insgesamt sechzehn hochrangige Politiker und Beamte von ihren Posten entfernt, angeklagt oder verurteilt.

Der ebenfalls in den Skandal verwobene damalige Verteidigungsminister Karl Lütgendorf, der vermutlich Munition für die Sprengung der »Lucona« beschafft hatte (obwohl der Nachweis im Gerichtsverfahren nicht gelang), begeht später Selbstmord. So jedenfalls die offizielle Version. Dabei hatte er sich mit einer Waffe in den Mund geschossen, die er in der linken Hand hielt. Und das, obwohl er Rechtshänder war. Dennoch wurden die Akten geschlossen.

Ähnlich zweifelhaft war der Selbstmord von Oberst Kröll selbst. Am 27. Juni 2010 tötete er sich mit seiner Dienstwaffe, einer Walther PKK, Kaliber 7,65 mm, angeblich wegen Depressionen. Auch er schoss mit links, war aber Rechtshänder. Vor allem sein Bruder Karl bezweifelt die Selbstmordversion. Bis zuletzt hatte er nach eigener Aussage ein gutes Verhältnis zu Franz und sah keinerlei Vorzeichen einer Suizidabsicht. In einem Interview mit dem österreichischen Kurier äußerst sich Karl Kröll zu dem mutmaßlichen Selbstmord seines Bruders: »Franz hat noch knapp vor seinem Tod zu mir und einem seiner Kollegen gesagt: ‚Diese Verbrecher hole ich mir noch. Den Fall löse ich, dann geh ich in Pension!‘«

Wir machten uns auf Spurensuche, um selbst zu recherchieren. Zunächst erfuhren wir von Karl Kröll, dass sein Bruder, nachdem die Akte Kampusch geschlossen worden war, auf eigene Faust weiter ermittelt habe. »Und ich glaube«, so Kröll, »dass er noch mehr wusste. Er führte immer ein Heft mit sich, worin er seine laufenden Ermittlungsergebnisse und -vorhaben notierte. Das Heft ist seit seinem Tod jedoch verschwunden.«

Der Kurier vermeldete im September 2011: »(Franz) Kröll hatte schon im Zuge der offiziellen Ermittlungen 2009 in einem Telefonat festgehalten, dass er hinter dem Entführungsfall ein Pädophilen- und Porno-Netzwerk vermute.« Auszüge eines Tonbandmitschnitts dieses Telefongespräches, das der Oberst mit einem Journalisten führte, wurden im Kurier zitiert. Dieses Tonband liegt auch uns vor. Nachfolgend geben wir umfassende Details daraus wieder:

Journalist: „In X, wenn ich da hingehen würde, da kommt ein weißer Lieferwagen, der bringt Kinder.“

Kröll: „Ein weißer Lieferwagen soll Kinder bringen?“

Journalist: „Der bringt Kinder, ja. Der liefert Kinder an. Da geht es um Waisenhäuser und Kinderheime, die liefern auch Kinder, die werden auch zur Adoption gegeben in diese Kreise.“ (…)

Kröll: „Uns allen geht es um die Aufdeckung schlimmster Verbrechen. Da geht es um die größten Schweine. Da kann man nur zusammenarbeiten. Diese Namen, die Sie uns genannt haben, haben wir alle überprüft, das sind sensible Personen. Wenn wir den kleinsten Fehler machen wird dieses Netzwerk tätig, verstehen Sie mich?“ (…)

Journalist: „Ich bin in den nächsten Tagen in Wien und dann könnten wir uns treffen…“

Kröll: „Ich bin da, wir sind da, Tag und Nacht, wenn es um so eine Sache geht. (…) Wir lassen da nicht zu, dass diese Leute hinausschlüpfen, nur weil sie es sich wieder richten. Das sind Kreise, das sind Leute, die Verbindungen bis in die höchsten Kreise haben. Um Gottes Willen, wenn die nur den geringsten Wind bekommen, da können Sie sich vorstellen, was sich da abspielt. Wir laufen auf, und die ganze Geschichte ist ein Flop. Dann wird der Spieß umgedreht (…).“

Wer sind die »sensiblen« Personen, die Verbindungen bis in die »höchsten Kreise« haben sollen, über die der Journalist und Oberst Franz Kröll sprachen? Stammen sie aus Politik- und oder Justizkreisen? Ähnlich wie in der „Lucona“-Affäre?

Herbert Szlezak, Sprecher des Vereins Opferinitiative, erzählte uns diesbezüglich in einem Interview: »Wir haben Kontakt gehabt mit Oberst Franz Kröll. Und Oberst Franz Kröll ist im Zuge seiner Recherchen ebenfalls zu der Erkenntnis gekommen, dass es ein hochkarätiges Netzwerk gibt, das diesen Fall vertuscht. (…) Es gibt keine Verschwörungstheorie in diesem Fall, nur eine Verschwörungspraxis.“

Gleich nach dem angeblichen Freitod des Chefermittlers ging sein Bruder Karl in dessen Wohnung und nahm einen USB-Stick, der er in einer Kaffee-Tasse fand, Dokumente, versteckt unter einer Matratze, sowie dessen Laptop an sich. Alle diesbezüglich gespeicherten Daten und Unterlagen betreffen den Fall Kampusch und sind hochbrisant und geheim. Franz Kröll hatte sie zu Hause »versteckt«, um den Ermittlungen auch in der Freizeit nachzugehen. Bruder Karl wusste davon. Später wurde bekannt, dass der Oberst seinem Bruder bereits im Juni 2010 einen USB-Stick, Aktenstücke und private Aufzeichnungen übergeben und gesagt haben soll: »Nur für den Fall, dass mir etwas passiert.«

Die Illustrierte die aktuelle gibt im Oktober 2010 das letzte Gespräch zwischen Oberst Franz Kröll und seinem Bruder wieder – wenige Wochen vor dessen Tod. Nachfolgend zitieren wir es in Auszügen:

Oberst Kröll: „Es wird immer gefährlicher. Ich muss mit allem rechnen. Mit dem Schlimmsten. Die Leute schrecken vor nichts zurück.“

Karl Kröll: „Wer?“

Oberst Kröll: „Die, die mit aller Macht verhindern wollen, dass der Fall Kampusch aufgeklärt wird. Die, die bis zum Hals da drin stecken in der Kindersex-Szene (…) Zum Bespiel ein Politiker aus Niederösterreich zum Beispiel, eine Beamtin aus dem Innenministerium, ein Richter, Kollegen, einer aus dem 15. Wiener Bezirk (…) Die Spitze vom Eisberg. Du weißt ja, schon einmal hing ein Strick an meiner Bürotür. Erinnerst du dich?“

Karl Kröll: „Hast du auch Namen von denen?“

Oberst Kröll: „Das macht ja die Sache so gefährlich. Ich muss gegen einflussreiche und mächtige Personen ermitteln und bin auf mich allein gestellt. Ich stehe vor einer riesigen stinkenden Blase aus Lügen, Abartigkeiten, Sex und Erpressung. Wenn ich in die Blase steche, wird es ein Beben in Österreich geben. Aber die werden das zu verhindern wissen. So wie sie in den letzten Jahren zu verhindern wussten, dass es im Fall Kampusch Ergebnisse gab. Dieses Mal haben sie es nicht so leicht wie bei meinen Vorgängern. Ich lass’ mich nicht einschüchtern (…) Karl, ich weiß, dass ich überwacht werde. Ich bin nicht einmal mehr in meinem Büro sicher. Es gibt mindestens einen Maulwurf. Da verschwinden Akten. Ich weiß nicht wem ich noch trauen kann.“

In der Folge wird Karl Kröll wegen der mitgenommenen Unterlagen aus der Wohnung seines Bruders verhaftet. Ihm wird unterstellt, den Toten böswillig bestohlen zu haben, um sich selbst zu bereichern. Anfang März 2011 wird Karl Kröll vom Straflandesgericht Graz wegen schweren Diebstahls, Urkundenunterdrückung und der Exekutionsvereitelung  schuldig gesprochen und zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig – Kröll kämpft dagegen an.

Im September 2012 schlägt Karl Kröll zurück und stellt drei Anzeigen gegen Behörden und Staatsanwälte. Sie richten sich gegen die Innsbrucker Staatsanwältin Brigitte Loderbauer, der Amtsmissbrauch vorgeworfen wird. Genauso gegen die Tatortgruppe im LKA Steiermark, die bei der Aufklärung des Mordes an seinem Bruder nachlässig gehandelt haben soll. Und auch gegen die Zeugin Martina Kröll, Ex-Frau des toten Oberst, die widersprüchliche Aussagen getätigt habe. Zudem sei ein Fremdverschulden beim Tod Franz Krölls nicht auszuschließen. Eine Obduktion, die nie stattgefunden hat, wäre von Nöten.

Karl Kröll ist und bleibt also ein wahrhaftig »gesuchter« Mann, wie es der Kurier ausdrückte, seit bekannt geworden ist, dass er hochbrisantes Material seines Bruders besitzt. Im November 2012 übergibt er Kopien der US-Botschaft und schickt sie auf dem Postweg direkt nach Deutschland ins Bundeskriminalamt (BKA) nach Wiesbaden, wie es ihm die deutsche Botschaft geraten hat. Im Februar 2013 schreibt der Kurier: »Aber so lange nicht alle Papiere auf dem Tisch liegen, können die Aktendeckel nicht geschlossen werden. Der Abschluss wird durch ein seltsames Versteckspiel hinaus gezögert. Denn immer wieder landen auf dem Postweg Aktenauszüge von Kröll beim FBI und beim BKA, mit dem Vermerk, dass er noch mehr habe. Warum legt Kröll nicht alles auf den Tisch?« Und weiter: »Karl-Heinz Grundböck vom Innenministerium: ‚Die Kommunikation ist sehr schwierig‘. Kröll misstraut den Behörden und fühlt sich verfolgt. Die Polizei würde sein Telefon abhören und ihn observieren (…).«

Der Kampf des Bruders für den Bruder geht also weiter. Und jeder, der Karl Kröll kennt weiß, dass er diesen notfalls bis zum bitteren Ende durch ficht.

Guido Grandt ist freier TV-Produzent und hat 20 Bücher geschrieben. Udo Schulze ist Buchautor und arbeitete unter anderem für Bild und RTL als Gerichtsreporter. Das Duo hat gerade das Buch Staatsaffäre Natascha Kampusch. Politskandal – Vertuschung – Opfer mit vielen neuen Dokumenten zum Thema veröffentlicht (368 Seiten, 22,90 Euro, http://verlag-weltenwandel.sc-group.de)

 

Neues Interview: „Der Fall Kampusch – Spitze eines Eisbergs?“


Guido Grandt und Udo Schulze im Gespräch mit Michael Vogt über den „Entführungsfall“ Natascha Kampusch und dessen wahre Hintergründe.

Vor sechs Jahren entkam Natascha Kampusch ihrem Peiniger Wolfgang Priklopil. Der hatte sie im Alter von zehn Jahren entführt und acht Jahre lang in seinem Haus bei Wien in einem Keller gefangen gehalten.

Nach Kampuschs Flucht tötete sich der Täter 2006 selbst. Bei den anschließenden Ermittlungen der österreichischen Polizei soll es zu Fehleinschätzungen und Pannen gekommen sein. Der Fall wurde in Österreich vielfach untersucht und diskutiert, doch die Verschwörungstheorien ebbten nicht ab. Jetzt wird der Fall neu aufgerollt – von Spezialisten des FBI und BKA. Der Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil hatte Natascha Kampusch 1998 entführt und in seinem Haus in Straßhof bei Wien gefangen gehalten. Sie lebte vollkommen isoliert in einem dreimal vier Meter großen Versteck, das von einer schalldichten Tresortür verschlossen wurde.

In den Folgejahren kursierten immer wieder Verschwörungstheorien, daß Priklopil Helfer oder Mitwisser hatte. In ihren Memoiren “3096 Tage” hatte Kampusch beschrieben, wie sie der Entführer hungern ließ, sie mißhandelte und sie als Sklavin mißbrauchte. 25 Politiker von fünf verschiedenen Parteien hatten zuvor geprüft, ob es rechtens war, daß im November 2011 ein Amtsmißbrauchsverfahren gegen fünf Staatsanwälte eingestellt wurde. Ihnen war zur Last gelegt worden, in der Causa Kampusch nicht korrekt ermittelt zu haben. Ungeklärt sind mehrere Punkte in dem Kriminalfall. Immer wieder wurde vermutet, Priklopil habe einen oder mehrere Komplizen gehabt.

Eine junge Zeugin, die die Entführung beobachtet hatte, sprach von zwei Tätern. In einem Telefongespräch soll der Entführer selbst einmal über “die anderen” gesprochen haben. Außerdem soll die Polizei es versäumt haben, dem Hinweis eines Polizeihundeführers auf Priklopil rechtzeitig nachzugehen. Guido Grandt und Udo Schulze haben die Hintergründe recherchiert und legt eine völlig neue Version des Falls vor.

Guido Grandt und Udo Schulze legen mit ihrer Publikation „Staatsaffäre Natascha Kam-pusch. Politskandal. Vertuschung. Opfer.“ puren Sprengstoffs vor, der Licht in einen Fall voller Lügen, Unwahrheiten und Vertuschungen bringt und höchste staatliche Stellen in Österreich und darüber hinaus involviert.

Weitere Themen

  • Medienboykott der Pressekonferenz in Wien bei der Buchvorstellung
  • Eine Kindheit im »sozialen Brennpunkt
  • Die »Skandal-Fotos«
  • »Mitwisser« Arthur K. und die »mächtige Seilschaft«
  • Franz Kröll – Der rätselhafte Tod des Chefermittlers
  • Die »Lucona-Affäre«, ein Netzwerk in »höchsten Kreisen« und der mysteriöse Tod des Chefermittlers
  • Geheimdienstskandal Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (Offizier aus Wien verkehrte dort zusammen mit russischem Militärattache, Offizier später tot in Deutschland, BRD hängt mit drin)
  • Psychogramm Priklopil
  • unbewohntes Verlies (die ersten Beamten vor Ort beschrieben es als eine Art Abstellkammer; es gab zahlreiche Spuren, die darauf schließen ließen, daß das Verlies längere Zeit unbewohnt war)
  • dritte DNA-Spur im Auto (im Wagen von Ernst H., der allein mit Priklopil am Tag dessen Todes durch Wien gefahren sein will, wurde die frische DNS-Spur eines Mannes gefunden. War er am Mord an Priklopil beteiligt, wer war es?)
  • Mysteriöse Todesfälle (neben Priklopil und Kröll starben weitere, die mit dem Fall zu tun hatten, darunter ein Ex-Polizist)
  • Blackwater in Österreich (dubiose Nebengeschichte: Blackwater-Chef Prince hatte Wohnsitz in Eisenstadt und suchte Kontakt zu Flugzeughersteller, bei dem ein Mann aus dem Komplex Kampusch Geschäftsführer war)

Das Interview ist hier zu sehen:

http://www.alpenparlament.tv/video/der-fall-kampusch-spitze-eines-eisbergs/

Website

www.verlag-weltenwandel.com

Lesestoff

  • Guido Grandt & Udo Schulze, Staatsaffäre Natascha Kampusch. Politskandal. Vertuschung. Opfer.
  • Guido Grandt, 2018. Deutschland nach dem Crash. Was Politiker nicht erzählen

Mein vergriffener Besteller „Schwarzbuch Freimaurerei – Geheimpolitik, Staatsterror, Politskandale“ endlich als e-Book lieferbar!


cover schwarzbuch freimaurerei

Erstmals erschien mein

»Schwarzbuch Freimaurerei – Geheimpolitik, Staatsterror, Politskandale«

im September 2007. Seit dem ist es in verschiedenen Auflagen nachgedruckt und auch auf tschechischer und polnischer Sprache übersetzt worden. Allerdings legt der ursprüngliche deutsche Verlag das Werk nun nicht mehr neu auf.

Aufgrund des weiterhin ungebrochenen Interesses werde ich nun in meinem gugra-Media-Verlag in der Reihe »gugra-Media-Nostalgie« vergriffene Bücher als E-Books veröffentlichen, um diese weiterhin einem breiten Leserkreis zur Verfügung zu stellen.

Dazu gehört auch das »Schwarzbuch Freimaurerei«. Der ursprüngliche Text wird nicht aktualisiert, sondern so publiziert, wie er bei damaligem Erscheinen war: Unzensiert und ungekürzt. Dabei versteht es sich von selbst, dass sich politische Konstellationen und/oder Mitspieler in ihren Ämtern und Funktionen zwischenzeitlich geändert haben (können).

Das »Schwarzbuch Freimaurerei« ist zu einem »Standardwerk« der Freimaurer-Kritik herangereift und hat – wie nicht anders zu erwarten -unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen: Während es von der »Diskreten Gesellschaft« zumeist »verdammt« wird, hat es bei anderen interessierten Lesern ein zumeist positives Echo auslöst.

Es wurden wohl, so wurde mir hinter vorgehaltener Hand berichtet, negative Amazon-Rezensionen geschrieben, um mich als Autor, sowie das Buch zu diskreditieren.

Es ist nicht gelungen! Denn nun gibt es das »Schwarzbuch Freimaurerei« auch als günstiges E-Book (ca. 450 Seiten für € 9,99) und wird so seinen weiteren Weg zu einer noch breiteren Leserschaft finden.

Direkt zu bestellen bei Amazon:

http://www.amazon.de/Schwarzbuch-Freimaurerei-Politskandale-gugra-Media-Nostalgie-ebook/dp/B00E0LIK0W/ref=sr_1_cc_1?s=aps&ie=UTF8&qid=1374234331&sr=1-1-catcorr&keywords=schwarzbuch+freimaurerei

Nachfolgend das Inhaltsverzeichnis und das Vorwort der Original-Ausgabe von 2007, das in seiner Brisanz nichts eingebüßt hat.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort zur E-Book-»Nostalgie-Ausgabe«

Vorwort

 

Quellenhinweis

 

1. Freimaurerei allgemein

1.1 Was ist Freimaurerei?

1.2 Freimaurer-Historie

1.2.1 Exkurs: Freimaurerlogen als »Vereine«

1.3 Weltanschauung der Freimaurer

1.4 Logensysteme und -grade

1.5 Ritual, Verschwiegenheit und Geheimnis

1.5.1 Ritual

1.5.2 Geheimnis und Verschwiegenheit

1.6 Freimaurer und Frauen

1.7 Freimaurer und Juden

1.8 Freimaurer und Behinderte

1.9 »Magische« und »okkultistische« Freimaurerei

1.9.1 Magie

1.9.2 Okkultismus und Satanismus

1.9.3 »Magische« und »okkultistische« Freimaurerei

1.10 Verschwörungstheorien:

Freimaurer, »Herrscher der Welt«?

1.10.1 Weltliche Verschwörungshetzer (I)

1.10.2 Geistliche Verschwörungshetzer (I)

1.10.3 Weltliche Verschwörungshetzer (II)

1.10.4 Geistliche Verschwörungshetzer (II)

1.10.5 »Bruderkette« oder »Weltloge«?

1.10.6 »Weltenherrscher« Rothschild

1.10.7 Weltliche Verschwörungshetzer (III)

1.11 Freimaurer und Illuminaten

1.12 Wie kritikfähig und offen ist die Diskrete Gesellschaft?

2. Prominente Freimaurer (Auswahl)

2.1 Künstler: Dichter/Schriftsteller/Philosophen,

Komponisten, Maler, Schauspieler, Sänger

2.2 Unternehmer

2.3 Wissenschaftler

2.4 Sonstige

 

3. Die Suche nach der Wahrheit – Freimaurerei und Politik

3.1 »Unter Ausschluss der Öffentlichkeit« – freimaurerische Politik

3.1.1 Freimaurerei als politische Organisation

3.1.2 Das »wahre« Geheimnis der Freimaurer

3.1.3 Freimaurer und Oppositionspolitik

3.1.4 Freimaurerischer »Demokratie-Betrug«

3.1.5 »Freimaurer-Politik«

3.2 Politische Fragen an die Freimaurer-Großlogen

3.3 Freimaurer aus Politik, Adel und Militär weltweit (Auswahl)

3.4 Freimaurer-Politik, die die Welt veränderte

3.4.1 Weltweite Freimaurer-Politik

3.4.2 Deutsche Freimaurer-Politik

3.4.3 Österreichische Freimaurer-Politik

3.4.4 Schweizer Freimaurer-Politik

3.4.5 Italienische Freimaurer-Politik

3.4.6 Französische Freimaurer-Politik

3.4.7 Englische Freimaurer-Politik

3.5 »Freimaurer-Politiker-Outing«

3.5.1 Deutsche Parteien/Bundestag

3.5.1.1 CDU (Christlich Demokratische Union Deutschlands)

3.5.1.2 CSU (Christlich-Soziale Union)

3.5.1.3 SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands)

3.5.1.4 FDP (Freie Demokratische Partei)

3.5.1.5 Bündnis 90/DIE GRÜNEN

3.5.1.6 DIE LINKE

3.5.1.7 Deutscher Bundestag

3.5.2 Österreichische Parteien

3.5.2.1 SPÖ (Sozialdemokratische Partei Österreichs)

3.5.2.2 ÖVP (Österreichische Volkspartei)

3.5.2.3 FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs)

3.5.2.4 DIE GRÜNEN – Die Grüne Alternative

3.5.3 Schweizer Parteien

3.5.3.1 SVP (Schweizerische Volkspartei)

3.5.3.2 FDP (Freisinnig-Demokratische Partei)

3.5.3.3 CVP (Christlichdemokratische Volkspartei)

3.5.3.4 SP/PS (Sozialdemokratische Partei der Schweiz)

3.5.4 Polit-Tabu »Freimaurerei«

 

4. »Licht ins Dunkel« – Freimaurer, Revolutionen und Skandale

4.1 Freimaurer und »Politaffären«

4.1.1 »Politaffäre« Amerikanische Revolution

4.1.2 »Politaffäre« Französische Revolution

4.1.3 Exkurs: Der »politische« Ritualmord

4.1.4 »Politaffäre« Propaganda Due (P2)

4.1.4.1 Drahtzieher der Freimaurerloge Propaganda Due (P2): Gelli, Sindona, Calvi und Ortolani

4.1.4.2 Freimaurerei und Mafia

4.1.4.3 Politische Kontakte der Propaganda Due (P2)

4.1.4.4 Medienkontakte der Propaganda Due (P2)

4.1.4.5 Freimauer, Tod und Terror

4.1.4.6 Propaganda Due (P2) und internationale Geheimdienst- und Terror-Verflechtungen

4.1.4.7 Politischer Ritualmord Aldo Moro?

4.1.4.8 Politischer Ritualmord Papst Paul I.?

4.1.4.9 Die »Heilige Allianz«: Papst, US-Präsident und Freimaurer-Bankier

4.1.4.10 »Teuflisches« Triumvirat: Logen-Großmeister, Mafiosi und Erzbischof

4.1.4.11 Der Zusammenbruch der Banco Ambrosiano

4.1.4.12 »Politischer« Ritualmord Roberto Calvi?

4.1.4.13 Freimaurer-Großmeister Licio Gelli auf der Flucht

4.1.4.14 Logenbruder Michaele Sindona und seine mächtigen Freunde

4.1.4.15 Die undurchsichtige Rolle des »Meisters der Geheimpolitik« Giulio Andreotti

4.1.4.16 »Politischer« Ritualmord Michele Sindona?

4.1.4.17 Der »unantastbare« Erzbischof und die schützende Hand des Papstes

4.1.4.18 Ein chancenloser Untersuchungsausschuss

4.1.4.19 Freimaurerloge Propaganda Due (P2) »regulär« oder »irregulär«?

4.1.4.20 Terror-Politik und »reguläre« Freimaurerei

4.1.4.21 Mitglieder der Propaganda Due (P2)

4.1.4.22 Mächtiger Logenbruder Silvio Berlusconi

4.1.4.22.1 Berlusconi, die Propaganda Due (P2), Michele Sindona und Roberto Calvi

4.1.4.22.2 Logenbruder Berlusconi und die Mafia

4.1.4.22.3 Logenbruder Berlusconi und das weibliche Geschlecht

4.1.4.22.4 Logenbruder Berlusconis »kriminelle« Karriere und Politskandale

4.1.4.22.5 Logenbruder Berlusconis mediale Macht

4.1.4.22.6 Logenbruder Berlusconis blamable politische Bilanz

4.1.4.22.7 Logenbruder Berlusconis diplomatische Entgleisungen

4.1.4.22.8 Logenbruder Berlusconi und die Ziele der Propaganda Due (P2)

4.1.4.23 Fazit: Freimaurerloge Propaganda Due (P2)

4.1.5 »Politaffäre« Uwe Barschel

4.1.5.1 »Waterkantgate«

4.1.5.2 Die »Schubladenaffäre«

4.1.5.3 Selbstmord oder Mord?

4.1.5.3.1 »Politischer« Ritualmord Uwe Barschel?

4.1.5.3.2 Mord-Theorie 1: Auftraggeber Bundesnachrichtendienst (BND)?

4.1.5.3.3 Mord-Theorie 2: Auftraggeber Ministerium für Staatssicherheit der DDR (Stasi)?

4.1.5.3.4 Mord-Theorie 4: Auftraggeber Iran?

4.1.5.3.5 Mord-Theorie 3: Auftraggeber Mossad ?

4.1.5.3.6 Mord-Theorie 4: Auftraggeber Propaganda Due (P2)?

4.1.5.3.6.1 P2-Kontakte in die Schweiz

4.1.5.3.6.2 Geheimarmee »P26«

4.1.5.3.6.3 Logenbruder Uwe Barschel (I)?

4.1.5.3.6.4 Logenbruder Gerhard Stoltenberg?

4.1.5.3.6.5 Die »deutsche« Propaganda Due (P2)?

4.1.5.3.6.6 Logenbruder Björn Engholm?

4.1.5.3.6.7 »Maurerisches« Mord-Motiv

4.1.5.3.6.8 Noch ein »Maurer-Indiz«: Die Ablage der Leiche

4.1.5.3.6.9 Logenbruder Uwe Barschel (II)

 

5. »Zwielichtige« Freimaurer

5.1 Freimaurer und Pädophiler: Logenbruder Friedrich Wilhelm II.

5.2 Freimaurer und Völkermörder: Logenbruder Talaat Pascha

5.3 Freimaurer und Nazi: Logenbruder Hjalmar Schacht

5.4 Freimaurer und Despoten: Logenbrüder Bongo und Nguesso

5.5 Freimaurer und Okkultisten: Logenbrüder Höglhammer und Schorno

5.6 Freimaurer und Judenhasser: Logenbruder Henry Ford

5.7 Freimaurer und Konzentrationslager (KZ): Logenbruder Horatio Herbert Kitchener

5.8 Freimaurer, Atombomben und Massenmord: Logenbruder Harry Spencer Truman

5.9 Fazit über Freimaurer und unehrenhafte Logenbrüder

 

Nachwort

Vorwort

 

 

»Die Freimaurer sind nur durch ein fürchterliches Geheimnis so mächtig, das so gut gehütet wird, dass es selbst die Eingeweihten des höchsten Grades nicht kennen.«

Abbé Louis Constant alias Eliphas Levi (Okkultist und Freimaurer)

»Es gibt Dinge, die sind so geheim, dass man sie nicht einmal zu sich selber sagen darf.«

Giulio Andreotti (siebenfacher Ministerpräsident Italiens)

 

»Wer mit dem Teufel essen will, muss einen langen Löffel haben.«

Volksweisheit

 

»Die Welt ist in zwei Klassen geteilt, in diejenigen, welche das Unglaubliche glauben, und diejenigen, welche das Unwahrscheinliche tun.«

Oscar Wilde (englischer Schriftsteller und Freimaurer)

 

»Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.«

»Sammle erst die Fakten, dann kannst du sie verdrehen, wie es dir passt.«

Mark Twain (amerikanischer Schriftsteller und Freimaurer)

Freimaurer sind »in«. Zumindest publizistisch gesehen. Denn mit Hochspannung erwarten nach weltweit über 40 Millionen verkauften Sakrileg-Büchern Verschwörungsfans den neuen Thriller des amerikanischen Bestsellerautors Dan Brown mit dem (voraussichtlichen) amerikanischen Titel The Solomon Key. Thema des Buches wird die US-Freimaurerei sein und das Geheimnis des Salomonischen Tempels, verwoben mit der geheimnisvollen Architektur der US-Bundeshauptstadt Washington.[1] Dan Brown wird in seiner unnachahmlichen Art Fakten und Fiktionen zu einem neuen Weltbestseller mixen, der das Thema Freimaurerei in einer nie gekannten Weise in den Fokus der Öffentlichkeit rücken wird.

In dem vorliegenden Buch geht es ebenfalls um Freimaurerei und auch um »Verschwörungen«, jedoch nicht um Theorien, sondern um tatsächlich geschehene und aufgedeckte Verschwörungen und Politaffären. Und vor allen Dingen nicht um Fiktionen, sondern um Fakten.

Übrigens haben mich viele gewarnt, dieses Buch überhaupt erst zu schreiben: Diverse (inoffizielle) Geheimdienst- und Ermittlerkreise (wegen meiner erstmals publizierten, völlig neuen Recherchen und Erkenntnisse zum Fall Uwe Barschel), erfahrene Kollegen (die mir den Rat gaben, mich lieber nicht mit den »mächtigen« Freimaurern »anzulegen«, die auch in Schlüsselpositionen der Medien sitzen und meinen weiteren journalistischen Weg »verbauen« könnten), Verwandte, Freunde und Bekannte (die mich fragten, ob es denn nicht noch andere, weniger »heikle« Themen geben würde) und »abtrünnige« Freimaurer selbst, die mich völlig vertraulich mit Informationen versorgten, weil sie zum Teil noch einer Loge angehören (damit endlich »Licht ins Dunkel« kommt, weil »nicht alles Gold ist, was glänzt« und mich gut gemeint warnten: »Passen Sie auf sich auf!«).

Von all dem habe ich mich aber nicht beirren lassen. Und um gleich allen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen: Dies ist kein Verschwörungs-, sondern ein »Enthüllungs«- und »Aufklärungsbuch«! Eine journalistische Auseinandersetzung mit dem Thema Freimaurerei und ihrer politischen Betätigung also. Alles, was hier an Kritik gegen die »Brüder im Geiste« aufkommt, ist belegbar. Vieles aus eigenen, maurerischen, also authentischen Quellen bzw. seriösen Werken. Ich habe keine Quelle aus so genannter »Verschwörungs-Literatur« benutzt, die einen Sachverhalt »gegen« die Freimaurerei stützen oder belegen soll. Wo »Verschwörungsautoren« genannt werden, ist dies für den Leser ersichtlich, weil extra erwähnt. Sie erhalten durch mich auch keine Aufwertung oder Quellenlegitimation (siehe Quellenhinweise). Denn im Laufe meiner über 20-jährigen journalistischen Tätigkeit habe ich eines gelernt: Ein Karpfen, der es wagt, im Haifischbecken zu schwimmen, der muss sich mit seriösen und authentischen Quellen schützen, um nicht »gefressen« zu werden. Und dass ich in einem solchen schwamm, wurde mir spätestens dann klar, als ich feststellte, dass ich während meiner Recherchen (vermutlich) zeitweise abgehört wurde. Von wem auch immer. Schließlich ging es ja bei meinen Recherchen auch mit um den größten deutschen Politskandal der Nachkriegszeit, um den Tod des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel.

Dabei bin ich nicht den »einfachen« Weg der so genannten »Verschwörungstheoretiker« gegangen, die Freimaurern und Juden ohnehin an allem Übel dieser Welt die Schuld geben (was beispielsweise anhand des früheren Antisemitismus in den Freimaurerlogen schon allein ad absurdum geführt wird; dazu später mehr), sondern habe erstmals versucht »alle« relevanten Themen um die Freimaurerei aufzuzeigen und zu entwirren. Dazu musste ich jeden einzelnen Faden dieses komplexen Gewebes »in die Hand« nehmen und ihm durch Myriaden von Mustern bis zu seinem Ursprung, seiner Quelle folgen – Fehlinformationen so von wahren Fakten trennen. Eine komplizierte, ja geradezu gigantische Aufgabe, die ich mir da gestellt hatte. Mit dem schockierenden Ergebnis, dass »Verschwörungstheoretiker« (leider) nicht immer im Unrecht waren und sind. Im Gegenteil.

Michael Kraus, Großmeister der »Großloge von Österreich« erklärte noch im August 2007, dass die Freimaurer »rein gar nichts« mit »jeglicher Art von Verschwörung zu tun« hätten, von »unlauterer Verquickung mit der Politik könne ebenfalls keine Rede sein«.[2] Mit meinem Buch, dem jahrelange Recherchen zu Grunde liegen, werde ich nachweisen, dass dies keineswegs immer zutrifft und oftmals nichts anderes als Augenwischerei ist. Eine reine Schutzbehauptung der Freimaurer.

Aber um auch dies gleich vorweg zu sagen: Freimaurer haben seit ihrer historischen Gründung 1717 weltweit viel Gutes getan, sich für Völkerverständigung, für Frieden und Gerechtigkeit eingesetzt, der europäischen Aufklärung zum Sieg verholfen und fortschrittliche Ideen und Programme begründet, von denen die meisten auch heute noch gültig sind. Viele der Logenbrüder sind sicher ehrbare und rechtschaffende Männer, die mit ihrer Zugehörigkeit zur so genannten »Diskreten Gesellschaft« für Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit stehen. Und die viel Gutes tun wollen, viel Gutes getan haben und immer noch tun. Hunderte von »Pro-Freimaurer-Büchern« haben sich damit schon beschäftigt und dies eindrucksvoll belegt.

Aber es gibt auch eine Schattenseite der Freimaurerei. So wird der Leser im vorliegenden Buch neben allgemeinen, auch kritischen, Informationen zur Freimaurer-Thematik viel Neues und auch Schockierendes erfahren. Dinge, über die die Logenbrüder am liebsten schweigen: Über den bedenklichen Umgang mit Frauen, Behinderten und Juden, über okkult-magische Traditionen, über die tatsächliche Verquickung mit dem weltweit bekanntesten politischen Geheimbund, den »Illuminaten«, über die »aktive« weltweite Freimaurer-Politik, über freimaurerische »Politaffären«, wie die Amerikanische oder die Französische Revolution, über die kriminelle Freimaurerloge Propaganda Due (P2) und die Macht des Logenbruders Silvio Berlusconi bis hin zum deutschen Politskandal um den damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel, der in einem Hotelzimmer in Genf »hingerichtet« wurde. Seinen Tod, dessen Jahrestag sich im Oktober 2007 zum 20. Male jährt, bringe ich erstmalig, basierend auf vielen Indizien, mit einem »politischen« Ritualmord krimineller Freimaurer in Verbindung. Ebenso erfährt der Leser über »zwielichtige« Freimaurer, die für Rassenhass und Völkermord, nukleare Katastrophen und Staatsterror, Konzentrationslager und Nazi-Herrschaft (mit)verantwortlich waren. Sie alle stehen freilich nicht im öffentlichen Rampenlicht der Diskreten Gesellschaft, weil das ihrem guten gesellschaftlichen Ruf nachhaltig schaden könnte. Auch das ist ein Tabu, von dem vielleicht viele der »Brüder im Geiste« selbst gar nichts wissen. So kann auch für sie selbst die vorliegende Publikation ein Aufklärungsbuch sein und vielleicht sogar Anstoß dazu geben, den eigenen »Tempel« einmal kritischer zu betrachten. Und ich nenne, im Gegensatz zu den meist anderen Autoren, die sich mit dem Freimaurertum befasst haben, alle Namen, außer natürlich denen meiner Informanten.

Aber ich »enthülle« noch etwas anderes, nämlich das »wahre« Geheimnis der Freimaurerei – über Jahrhunderte hinweg sorgsam in den verschwiegenen Logen und durch geheim gehaltene Mitgliederlisten gehütet –, das unter keinen Umständen nach außen, an die Öffentlichkeit, dringen darf – koste es, was es wolle. Zu viel hängt daran, zu viel steht auf dem Spiel. Meine »Enthüllungen« hinterfragen unsere parlamentarische Demokratie. Und es geht noch um vieles mehr.

So habe ich mich daran gemacht, ein neues Buch über die Freimaurerei zu schreiben, das einem anderen Ansatz folgt: dem kritischen nicht-»verschwörerischen«, journalistischen Hinterfragen bestimmter Sachverhalte, ja der Freimaurerei an sich. Schritt für Schritt habe ich mich auch jenen »dunklen Kammern« genähert, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Ich musste dabei teilweise mehr als Bedenkliches feststellen, mit dem ich am Anfang meiner Recherche nie und nimmer gerechnet hätte. Bar jeglicher Verschwörungstheorien habe ich mich faktisch diesem zumeist verschwiegenen Bereich der Freimaurerei genähert, um ewiggestrige Schatten zu verdrängen und schließlich Licht in das Dunkel verstaubter Logenwinkel zu bringen.

Mir dabei irgendwelche »Verschwörungsgedanken« zu unterstellen, ist schon allein deshalb völlig absurd, weil ich als erster deutscher Journalist alle Freimaurer-Großlogen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit der Bitte angeschrieben habe, kritische Fragen zu beantworten und Hintergründe zu erklären. Damit habe ich der Freimaurerei die publizistische Möglichkeit eingeräumt, selbst Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen, ihre Sicht der Dinge zu erklären, um ausgewogen berichten zu können. Ganz nach dem Motto des deutschen Aphoristikers Ernst R. Hauschka: »Wer die Wahrheit hören will, den sollte man vorher fragen, ob er sie ertragen kann.«

Ebenso habe ich erstmals bei allen großen Volksparteien in Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Thematik Politik und Freimaurerei nachgefragt, um einen »offenen« Dialog zu führen, ohne dass man mir später »Einseitigkeit« oder »Subjektivität« vorwerfen kann. »Freimaurer haben sich immer für Gedankenfreiheit, in jeder Form eingesetzt«, steht auf der Homepage der »Vereinigten Großlogen von Deutschland«.[3] Im Sinne dieser »Gedankenfreiheit« soll auch das vorliegende Buch verstanden werden, denn, so der römische Geschichtsschreiber Livius um 250 v. Chr.: »Die Wahrheit wird oft verdunkelt, aber sie erlischt nie.«

Guido Grandt,

im Oktober 2007


[1] Vgl. Sven Berger: „Dan Brown: US-Freimaurern auf der Spur“ in: „Mysteries 4/2006“, S. 12-17/„Die Wahrheit über die Freimaurer“ in: „PM – Welt des Wissens August 2007“, S. 31

[2] Vgl. „Die Wahrheit über die Freimaurer“ in: „PM – Welt des Wissens August 2007“, S. 26

[3] Vgl.  „Fragen und Antworten/FAQ“ in: http://freimaurer.org/faq/links.htm(Zugriff: 14.06.08) der „Vereinigten Großlogen von Deutschland

krisenfrei.de – „2018-Deutschland nach dem Crash“-Interview


Vor wenigen Tagen wurde ich von Dieter Sordon von „krisenfrei.de“ zu meinem Wirtschafts-Enthüllungsbuch „2018 – Deutschland nach dem Crash“ interviewt, das ich nachfolgend wiedergeben möchte:

Quelle: http://krisenfrei.wordpress.com/2013/07/09/interview-mit-guido-grandt-journalist-und-buchautor/

krisenfrei.de Sehr geehrter Herr Grandt, neulich haben Sie das Buch „2018 – Deutschland nach dem Crash“ veröffentlicht. Ich habe Ihre Leseprobe gelesen. Einerseits ist dort zu lesen, dass der Euro spätestens im Februar 2014 crashen könnte und andererseits beziehen Sie sich auf den Diplom-Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler Bernd-Thomas Ramb, wonach eine Währungsreform 2018 wahrscheinlich wäre. Sorry, aber eine Währungsreform ist kein mathematisches Konstrukt, oder ist damit gemeint, dass die Exponentialfunktion der Schuldenexzesse in 2018 ein Ende finden wird?

Guido Grandt “Focus Money” hat im August 2012 die Titelstory geschrieben “In 18 Monaten ist der Euro kaputt”. Demnach würde der Euro im Februar 2014 crashen. Die Kollegen nehmen darin Bezug auf ein prominentes Mitglied der Regierungspartei, das in Sachen Euro auspackte. Auch die Jahreszahl 2018 ist natürlich spekulativ und ebenfalls nicht von mir “erfunden”. Den Diplom-Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler Bernd-Thomas Ramp habe ich aus zwei Gründen in meinem Buch angeführt: erstens weil ich seine Wahrscheinlichkeitsberechnungen interessant fand und zweitens, um einen Wissenschaftler den unzähligen spirituellen und esoterischen Crash-Propheten gegenüberzustellen. Natürlich bin auch ich selbst davon überzeugt, dass die Zeit des Euros gezählt ist.

krisenfrei.de Das “Drehbuch” einer Welt nach dem großen Crash wird vielen Menschen Angst machen. Welche Erfahrungen machen Sie in Ihrem Umfeld, wenn Sie derartige, durchaus nachvollziehbare, Szenarien ansprechen?

Guido Grandt Natürlich machen solche Szenarien Angst. Aber sollte man sie aus diesem Grund verschweigen, während Politiker, Unternehmer, Banker, Geheimdienste, Militär etc. schon längst darauf vorbereitet sind? Nein! Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben. Bei meinen Vorträgen und auch durch Zuschriften erfahre ich dafür große Zustimmung und keineswegs Ablehnung! Die Menschen möchten informiert werden und informiert sein über das was kommen könnte.

krisenfrei.de Sie erwähnen, dass Sie sich auf Erkenntnisse, Pläne, Dokumente, Statistiken und ähnliches beziehen, die Ihr Zukunftsbild untermauern. Diese Unterlagen und Fakten sind höchst brisant. Nun werden Sie mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit mit “Verschwörungstheorien” konfrontiert werden, die den Zweck verfolgen, Ihre Aussage zu diskreditieren. Sie sprechen dies in Ihrer Einleitung selbst an. Wie werden Sie mit diesen Unterstellungen umgehen, die trotz Ihrer Quellenverzeichnisse in Umlauf gebracht werden?

Guido Grandt Gebetsmühlenartig wiederhole ich bei all meinen Büchern und Filmen, dass Kritiker und Zweifler nicht mich, sondern den von mir dargestellten und dokumentierten Sachverhalt angreifen, prüfen, wiederlegen sollen. Inzwischen gehe ich straf- und zivilrechtlich gegen all jene vor, die mir unterstellen “Verschwörungstheoretiker” zu sein: das diskrediert und verunglimpft mich und ist geschäfts- und rufschädigend. Ich bin Journalist und muß mich an Fakten halten. Anders arbeite ich nicht. Das Totschlag-Argument des Verschwörungstheoretikers stammt von jenen, die selbst Verschwörungstheorien verbreiten. Eine uralte Waffe im Kampf der Meinungsmanipulation.

krisenfrei.de Die Hochwasserkatastrophe in einigen Teilen Deutschlands, Polens und Tschechiens zeigt auf, wie schnell zum Beispiel Wasservorräte knapp werden können und mit welchen schlimmen Zuständen man rechnen muss, wenn einem keine Hilfe von anderen mehr zuteil wird, weil dort gleiche Verhältnisse herrschen. Wie macht man den Menschen begreiflich, dass es wichtig ist, für den “Super-Gau” vorzusorgen ohne sich dem Vorwurf der Lächerlichkeit preiszugeben?

Guido Grandt Durch Fakten! Nehmen Sie beispielsweise meine Kapitel “Die große Hungersnot” oder “Blackout – Wenn die Energieversorgung kollabiert”. Hier habe ich gut belegt Szenerarien dokumentiert, die über uns hereinbrechen könnten. Auch wenn sie noch so unrealistisch erscheinen mögen: Eine Hungersnot in Deutschland? – Nie im Leben, mag manch einer denken. Und doch ist gerade dies nicht unwahrscheinlich, wenn man die Fakten kennt! Keiner meiner Leser oder Zuhörer hat darüber gelacht, sondern ist sich sehr schnell über den Ernst der Lage bewusst geworden. Damit habe ich genau das erreicht, was ich mit meinem Buch wollte: Dass die Menschen darüber nachdenken, was NACH einem Crash auf sie zukommen könnte.

krisenfrei.de Haben Sie eine Erklärung dafür, warum viele Menschen gerade in Deutschland immer noch an die Unerschütterlichkeit Deutschlands glauben? Sind wir besonders naiv oder ignorant oder ist es eher dem Umstand zuzurechnen, dass in weiten Teilen von der Krise noch nichts zu spüren ist?

Guido Grandt Unbewusst spüren die Menschen schon längst, dass irgendwas nicht stimmt. Aber wir Deutschen sind Verdrängungsweltmeister!  Nicht nur die Politik, sondern vor allem auch weite Teile der Medien tun ihr übriges dazu, uns in einer Art “Scheinsicherheit” zu wiegen. Es darf einfach nicht bekannt werden – sowieso nicht vor den Bundestagswahlen – wie es tatsächlich um Deutschland und Europa steht. Auch dazu können Sie jede Menge Fakten in meinem Buch nachlesen.

krisenfrei.de Sie beschreiben in Ihrem Buch z.B. die Auswirkungen der Argentinienkrise 2001, der Hyperinflation in der Ukraine 1991 und der Hyperinflation in Deutschland 1923. Einige werden nun entweder einwenden, dass Argentinien und die Ukraine nun so gar nichts mit Deutschland zu tun haben und die Hyperinflation 1923 lange her ist und man aus den Fehlern ja wohl gelernt hat. Wie gehen Sie damit um?

Guido Grandt Das ist falsch! Die Mechanismen und Auswirkungen einer Hyperinflation sind immer diesselben. Egal ob in Argentinien oder in der Ukraine etc. Aus diesem Grund haben die vergangenen Krisen sehr wohl etwas mit uns zu tun. Es sind Beispiele dafür, welche Mechanismen greifen und wie der Staat teilweise (für sich) “erfolgreich” vorgegangen ist, um das beste für sich herauszuholen. Laienhaft gesprochen. Und gerade die jüngste Vergangenheit mit der weltumfassenden Krise, die 2008 in den USA begonnen hat, zeigt, dass wir eben nichts, aber auch gar nichts aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben! Auch das ist wieder ein “Totschlag-Argument”, das in keinster Weise zutrifft.

krisenfrei.de Wie ist Ihre Aussage, „nicht umsonst wurde im Oktober 2012 der Europäischen Union eiligst der Friedensnobelpreis verliehen, um das negative Image aufzupolieren“, zu interpretieren? Die EU-Bürokraten und viele Polit-Darsteller waren von dieser Auszeichnung geradezu begeistert. Kritiker waren allerdings anderer Meinung. Meinen Sie damit, dass das Nobelpreiskomitee bei der Preisverleihung von der EU beeinflusst wurde?

Guido Grandt Eigentlich ist die Nobelstiftung politisch neutral. Aber dennoch ist bekannt, dass auch hier beständig Lobbyarbeit betrieben wird. Vor allem von den Amerikanern. Eine solche Institution kann meines Erachtens eben nicht völlig neutral sein. Deshalb wage ich die Vermutung – und ich betone dies explizit, dass es dabei um eine Vermutung geht – dass die EU-Kommission das Komitee – wie auch immer – beeinflusst hat. Man muss sich das mal vorstellen: Die EU erhält im Oktober 2012 den Friedensnobelpreis. Einem Zeitraum, in dem die Euro-Stimmung überall auf den Nullpunkt sinkt. Und plötzlich sehen wir im Fernsehen und in Zeitungen EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz mit Blumen und lächelnden Gesichtern, das uns sagen soll: Alles ist in Ordnung. Alles ist super. Sonst wären wir doch nicht vom Nobelpreiskommitee ausgezeichnet worden. Also beruhigt euch. Alles wird gut. Dabei sieht die Lage innerhalb der EU absolut desaströs aus. Nur ein paar Beispiele: Als Schuldenstand für 2013 ist der Höchststand von 94,5 % des BIP vorhergesagt.  Wachstumsprognosen für 2013 als schlecht prognostiziert. Die Konjuktur soll laut EZB um ca. 0,6 % schrumpfen. Bereits 2011 waren EU-weit 116 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, das entspricht 25% der EU-Bevölkerung. Davon leben 40 Millionen in gravierender materieller Armut, haben also keinen Zugang zu Nahrungsmitteln in ausreichender Menge und Qualität.  25,4 Millionen Kinder sind darunter. 20,5 % Menschen über 65 Jahren sind ebenfalls  von Armutsrisiko betroffen. Es gibt über 4 Millionen Obdachlose, Tendenz steigend. In der EU sind über 26 Millionen Menschen ohne Job. Die Jugendarbeitslosigkeit explodiert. Liegt Teilweise bei 64% (Griechenland). In Südeuropa gibt es die höchste nachgewiesene Arbeitslosenrate der Welt! Selbst im Nahen Osten und den von der »Arabellion« heimgesuchten nordafrikanischen Ländern ist es besser (beispielsweise liegt die Arbeitsosenquote in Palästina bei 50%)!In Europa herrscht das größte Armutsriskio seit 1945, verursacht und verschärft durch die Schuldenkrise und durch falsche Politik. Das Wachstum der EU-27 sieht so aus: 70er: 3,13 %; 80er: 2,46 %; 90er: 2,14 %; 2001 – 2010: 1,38 Prozent. Die Tendenz  fällt seit 40 Jahren. 500 Millionen EU-Bürger fallen zurück – im Wachstum wie im Anteil am Weltwirtschaftsprodukt. Vergessen wir auch nicht die dem normalen Bürger unbekannte Gefahr der “faulen Kredite” in der Euro-Währungszone: Banken in Spanien, Italien und Frankreich sind mit Schrott-Anleihen aufgepumpt, mit sogenannten “faulen Krediten” im Wert von insgesamt 720 Mrd. €. Wenn diese Blase platzt, dann Gute Nacht. Das alles sind “Errungenschaften” der EU über die kein Politiker spricht. Das ist nichts anderes, als eine Schande! EU-Energiekommissar Günther Oettinger hatte im Mai 2013 recht: Europa ist ein Sanierungsfall! Und dafür erhält die EU auch noch den Friedensnobelpreis, während in den südlichen EU-Ländern bürgerkriegsähnliche Zustände (ge)herrsch(t)en (haben) und die politisch Verantwortlichen mit äußerster Härte und Brutalität die eigenen Völker niederknüppeln ließen. Nein, danke, EU!

krisenfrei.de Vor etwa zwei Jahren sagte Frau Merkel: „Scheitert der Euro, scheitert Europa“. Prof. Wilhelm Hankel hingegen ist da ganz anderer Meinung und meint: „Europa scheitert am Euro“. Welche Aussage halten Sie für wahrscheinlicher und warum?

Guido Grandt Ich glaube, dass beide Recht haben! Allerdings spielt sich Hankels Aussage durch die Verschärfung der Eurokrise immer mehr in den Vordergrund. Wie ich vorangegangen erläutert habe, ist das Experiment Euro gescheitert und die Politik der EU gleich mit.

krisenfrei.de Sie weisen auf Carl Friedrich von Weizsäcker hin, der in seinem Werk, „Der bedrohte Frieden – heute“, betont, dass die ergebenen Handlanger des »Geld-Adels« korrupte Politiker sind. Inzwischen müssten die meisten Menschen dies doch erkannt haben.

Haben Sie vielleicht eine Erklärung dafür, warum aber die meisten Menschen den Politikern und Parteien immer wieder ihre Stimme geben?

Guido Grandt Es gibt doch keine Alternative der Parteien, die im Bundestag vertreten sind! Obwohl sich die Politiker diverser Parteien vor Fernsehkameras zerfleischen, halten alle am Euro und der EU fest. Auf gut deutsch: Wenn du nur die wählen kannst, die alle dasselbe wollen, dann kannst du nichts anderes kriegen und erreichen.

krisenfrei.de Dann wäre nicht auszuschließen, dass nach dem von Ihnen prognostizierten Crash, der bis 2018 erfolgen wird, die jetzigen etablierten Parteien ausgedient haben?

Guido Grandt Noch einmal: Den Crash 2018 habe nicht ich prognostiziert, sondern ein Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler kam zu dem Schluß, dass in diesem Jahr die Wahrscheinlichkeit mehr als 50 Prozent ist. Nein, nach einem Crash wird es mangels Alternativen wohl eine große Koalition geben, eine “Koalition zur Nationalen Rettung”, wie ich sie genannt habe.

krisenfrei.de Herr Grandt, eine letzte Frage noch. Der große Crash wird kommen, davon bin ich auch überzeugt, zumal die hochverschuldeten Staaten kaum noch in der Lage sind, die Zinsen für die Schulden zu bedienen. Was raten Sie den Menschen und wie sollen sie sich auf den bevorstehenden Crash vorbereiten?

Guido Grandt Ich möchte an dieser Stelle (auch aus rechtlichen Gründen) keine Ratschläge geben. Allerdings würde ich für meinen Teil versuchen das Risiko des Vermögensverlustes, der zweifelsfrei auf uns zukommen wird, zu minimieren, also verschiedene “Sicherheitsstandbeine” schaffen: Edelmetalle (Gold und Silber) kaufen, in stabilie ausländische Währungen investieren, Immobilien(anteile) erwerben und sich mit Aktien “krisensicherer” Unternehmen beschäftigen. Natürlich sollte man sich auch auf den Crash mit weiterer Vorsorge vorbereiten, wie er beispielsweise auch auf Ihrer Seite empfohlen wird. Zum Schluss möchte ich noch ein Zitat von Nouriel Roubini von der Stern School of Business, New York University anführen: “Erst die Zukunft wird zeigen, ob die Entscheidung, das Haus aufs Spiel zu setzen, um die Garage zu retten, richtig war.” Ich glaube das trifft es plakativ und im wesentlichen. Danke für das Interview.

krisenfrei.de Sehr geehrter Herr Grandt, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen und meine Fragen umfangreich beantwortet haben.

08. Juli 2013

Dieter Sordon (www.krisenfrei.de)

„Armut: Der Zerfall Südeuropas!“


                                     

EZB-Chef Mario Draghi ist sich für keine Lüge zu schade. Vor kurzem noch behauptete er allen Ernstes: „Wir können (…) mit Sicherheit sagen, dass unsere Währungsunion heute wesentlich stabiler ist als noch vor einem Jahr.“ Ein Kollaps der Eurozone sei bei den Anlegern kaum noch ein Thema und die Märkte hätten „volles Vertrauen, dass der Euro eine starke und stabile Währung“ sei. Die Reformen in den Krisenländern würden erste Früchte tragen, dennoch bliebe die Situation „herausfordernd“.[1]

Worte vom obersten Währungshüter, die angesichts der sich stetig verschlechternden Lage – vor allem in Südeuropa – wie Hohn klingen. Denn die Lage vielen Orts scheint langsam zu eskalieren.

Das sind die Fakten, die gegen Draghi’s Lügen sprechen:

Griechenland:

In manchen Gebieten liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 75 Prozent![2] Immer mehr Menschen zwischen 30 und 45 Jahren werden obdachlos. Darunter auch Akademiker und Freiberufler wie Journalisten und Designer. Es handelt sich um normale bodenständige Menschen, die durch die rigide Sparpolitik ihrer Regierung ins Abseits gerutscht sind. So ist keiner in Hellas mehr vor Obdachlosigkeit sicher. Und auch die Ausgrenzung der Armen nimmt zu. Selbst Familienangehörige wenden sich von den Besitzlosen ab, weil sie fürchten die nächsten zu sein. Griechenlands neue Obdachlose müssen mit gerade mal 20 Euro im Monat auskommen.[3] Und das obwohl die Preise für Frischobst- und Gemüse, frischen Kartoffeln, Fischen und Fleisch weiterhin steigen. Genauso wie die für Heizöl und Elektrizität.[4] Zudem wird eine weitere Rentenkürzung Richtung 360 Euro erwartet. Bereits 20 Prozent der Verzweifelten haben einen Selbstmordversuch hinter sich.

Siehe hierzu in „2018 – Deutschland nach dem Crash“ Kapitel 2.3. Vor-Crash-Szenario III – Griechenland: „Leute kämpft, sie trinken euer Blut!“

Spanien:

Die Anarchie nimmt zu: Organisierte Diebesbanden rauben Bauern aus. Nicht nur Obst und Gemüse, wie früher, sondern auch Traktoren, Agrarmaschinen, Bewässerungsanlagen und Kupferdrähte. Statistisch finden drei Überfälle pro Stunde statt. Die Jugendarbeitslosigkeit klettert auf über 55 Prozent. Auch hier nimmt die Armut zu. Währenddessen gab die spanische Regierung 500 Millionen Euro für ein U-Boot aus, das aufgrund eines Konstruktionsfehlers (es ist 100 Tonnen zu schwer) nicht schwimmen kann!

Siehe hierzu in „2018 – Deutschland nach dem Crash“ Kapitel 2.2. Vor-Crash-Szenario II – Spanien: „Rentner, die im Müll nach Essen suchen, und Frauen, die ihre Haare verkaufen“

Italien:

Im „Bunga-Bunga-Land“ sind mittlerweile 15 Millionen Italiener von akuter Armut bedroht. In den letzten beiden Jahren hat sich die Anzahl der Armen mehr als verdoppelt. Annähernd zwei Drittel der Bevölkerung reduzierten bereits ihre Lebensmittelausgaben. Fleisch ist zu einem „Luxusgut“ geworden. Jeder Fünfte kann es sich nicht mehr leisten die Wohnung ausreichend zu heizen. Viele können ihre Kredite schon längst nicht mehr bedienen. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei rund 40 Prozent.[5]

Allgemein gesehen wächst die Jugendarbeitslosigkeit in Europa mit am stärksten, neben der in Nordafrika und dem Nahen Osten.

Doch auch die so genannten Kernländer sind längst zu Krisenländern geworden. Beispiel Frankreich: Die Wirtschaft befindet in den letzten beiden Quartalen auf einem Sinkflug. Und auch Deutschland hat mit 0,1 Prozent eigentlich kein Wachstum mehr.[6]

Siehe hierzu in „2018 – Deutschland nach dem Crash“ Kapitel 1.3. Die „EU-Titanic“: Das europäische Schiff sinkt

Kapitel 1.4. Deutschland am Abgrund

So ist es nicht verwunderlich, dass einer aktuellen Umfrage des EUobservers im Mai 2013 nach, vor allem in Südeuropa die Menschen zukünftig mit weniger Arbeitsplatzsicherheit, geringeren Löhnen, längeren Arbeitszeiten und unsicheren Renten rechnen. Außerdem gehen sie davon aus, dass sie weniger komfortabel und weniger Zeit mit der Familie verbringen können, als noch eine Generation zuvor.[7]

In Wahrheit also braut sich in der EU etwas zusammen, das bald nicht mehr politisch kontrollierbar ist: Massenproteste und sich entfaltende Jugendrebellionen.[8]

Siehe hierzu in „2018 – Deutschland nach dem Crash“ Kapitel 4.2. „Eurobellion (1-7)

Das also ist die Stabilität der Euro-Zone, mit der EZB-Chef Draghi durch die Welt tingelt. Dabei sind es nur Lügen. Und diese werden weitergehen. Bis zum bitteren Ende.

Auf der „2018“-Homepage finden Sie alle Informationen zu meinem Wirtschafts-Enthüllungsbuch:

http://2018crash.wordpress.com/

Zu bestellen in jeder Buchhandlung als Print- oder E-Book oder direkt beim Verlag:

http://www.gugra-media-verlag.de/Home.htm


[1] „Draghi: Märkte haben wieder ‚volles Vertrauen‘ in den Euro“ in: stern.de v. 23.05.13

[2] „Eurokrise: Südeuropa im eskalierenden Verfall“ in: investor-verlag.de v. 23.05.13

[3] „Athens neue Obdachlose“ in: Wienerzeitung v. 23.05.13

[4] „Griechenland: Der Tote wird geschminkt“ in: griechenland-blog.gr v. 18.05.13

[5] „Eurokrise: Südeuropa im eskalierenden Verfall“ in: investor-verlag.de v. 23.05.13///Euro-Krise stürzt Millionen Italiener in die Armut“ in: aargauerzeitung.ch v. 23.05.13

[6] „Grenzenlose Krise“ in: neues-deutschland.de v. 16.05.13

[7] „Südeuropäer: Die nächste Generation wird ein viel schlechteres Leben haben“ in: deutsche-wirtschafts-nachrichten.de v. 18.05.12

[8] „Jugendarbeitslosigkeit in Europa auf Rekordniveau“ in: randzone-online.de v. 17.05.13

 

UNZENSIERT AT: „Streng vertraulich – Staatsaffäre Natascha Kampusch“


Die Internetplattform „unzensiert.at“ berichtet folgendes über mein Buch „Staatsaffäre Natascha Kampusch“ (zusammen geschrieben mit Udo Schulze):

http://www.unzensuriert.at/content/0013281-Streng-vertraulich-Staatsaff-re-Natascha-Kampusch

„Neue Nahrung erhalten die Zweifel über Tathergang und Aufklärung des Falles Natascha Kampusch. Nach Sonderkommissionen, Evaluierungsgremien und einem geheimen Unterausschuss im Parlament haben zwei engagierte Journalisten, die auf die politisch eingefärbte Medienlandschaft in Österreich nicht Rücksicht nehmen müssen, Hand an die Causa Kampusch gelegt.

Die beiden bundesdeutschen Autoren Guido Grandt und Udo Schulze widmen sich in ihrem neuen Faktenbuch „Staatsaffäre Natascha Kampusch“ nicht nur dem seinerzeitigen Entführungsfall und der jahrelangen Gefangenschaft des Opfers, sondern durchleuchten auf der Grundlage bisher geheimer Informationen und eigener Recherchen Umfeld und Netzwerke rund um die Tat, ihre vermeintliche Aufklärung und ihre Vermarktung. Dass der Kriminalfall Natascha Kampusch bzw. Wolfgang Priklopil gelöst sei, erscheint nach der Lektüre dieses Buches mehr als zweifelhaft. Der Untertitel: „Politskandal – Vertuschung – Opfer“ umschreibt den Inhalt in drei Worten.

So ist bis heute nicht geklärt, warum man die einzige Tatzeugin, die zwei Täter gesehen hat, für unglaubwürdig erklärt – gleichzeitig ist auch der Selbstmord des vermeintlichen „Einzeltäters“ Priklopil bis heute ein Mysterium. Dazu kommen das vom seinerzeitigen Soko-Leiter Franz Kröll angedeutete Handwerk eines „Netzwerkes höchster Kreise“ und die Begleitung von Kampusch durch ein Beraternetzwerk aus dem Umfeld der SPÖ nach ihrer Selbstbefreiung.

Natascha Kampusch ist für die Autoren ein dreifaches Opfer

Für die Autoren Grandt und Schulze ist Natascha Kampusch unabhängig von ihrer möglichen Mitwisserschaft über verschiedene Vorgänge und den tatsächlichen Verlauf ihrer Gefangenschaft in dreifacher Hinsicht ein Opfer. Dies formuliert das Autorenduo im Nachwort ihres Buches, das als offener Brief an Natascha Kampusch ausgeführt ist:

Es sind die vielen Details aus Ihrem Leben, die ein ganzes Bild ergeben. Das Bild eines gequälten Menschen, dessen Sehnsucht nach Normalität ob der von Ihnen gemachten Erlebnisse nie wieder gestillt werden kann. […] In diesen ersten Lebensjahren waren Sie zum ersten Mal Opfer, ein Opfer der Lebensumstände und der Gesellschaft, in der Sie aufwuchsen. […] Dann kam der 2. März 1998, der Morgen an dem Sie entführt, in ein Verlies gesperrt und anschließend wie eine Sklavin gehalten wurden. […] Erst als der Tag Ihrer Selbstbefreiung erreicht war, konnten Sie aufatmen, sich frei fühlen, wieder in die Sonne blinzeln und ein neues Leben beginnen. Doch schon kurz darauf wurden Sie zum dritten Mal Opfer. Opfer eines Stabes aus Beratern unterschiedlichster Ausprägung.

Staatsaffäre Natascha Kampusch ist im Verlag Weltenwandel erschienen…

Buchvorstellungen/Vorträge „2018 – Deutschland nach dem Crash“


Meine Vortrags- und Buchvorstellungsreisen zu meinem Wirtschafts-Enthüllungsbuch „2018 – Deutschland nach dem Crash“ gehen nun los.

Der 1. Termin ist am 27.06.13 Heimatstadt Balingen.

Beginn: 19.30 Uhr

Kostenbeitrag:  5,- EUR

Veranstaltungsort:

Daniel Buch + Papier GmbH Öffnungszeiten:
Friedrichstr. 6 Montag bis Freitag durchgehend
72336 Balingen von 9 bis 18.30 Uhr
Telefon 0 74 33 – 90 38 0 Samstag von 9 bis 14 Uhr
Telefax 0 74 33 – 20 46 3

BuchvorstellungGrandt_Buchhandlung_Daniel

Der 2. Termin folgt am 29.06.13 im bayrischen Regen:

Beginn: 19.00 Uhr

Veranstaltungort: Gasthof zur Alten Post (Saal), Hauptstr. 37, 94209 Regen / OT March

Kostenbeitrag: 10,- EUR

Vortrag_Regen

Ich freue mich auf Ihr Kommen!

THOMAS WEIS: Staatsaffäre Kampusch: Interview mit dem Buchautoren Guido Grandt


Cover-Buch

Gestern erschien auf dem Blog „Bürgerstimme.com“ http://www.buergerstimme.com/Design2/2013-06/staatsaffaere-kampusch-interview-mit-dem-buchautoren-guido-grandt/

folgendes Interview mit mir betr. „Staatsaffäre Natascha Kampusch“:

Der Fall Kampusch erhitzte jahrelang die Gemüter. Auf der einen Seite war er ein gefragtes Medienereignis, bei dem die Medien offensichtlich dazu beitrugen, eine eigene „medienkonforme“ Realität zu schaffen.

Zugleich gibt es allem Anschein nach Kreise, die den Mantel des Schweigens über den Fall ziehen möchten. Wir von Buergerstimme möchten beide Intentionen nicht unterstützen und suchten das Gespräch mit Guido Grandt, der sich intensiv mit dem Fall Kampusch und dessen Hintergründe auseinandergesetzt hat.

Buergerstimme: Herr Grandt, Sie haben mit Ihrem Kollegen Udo Schulze das Buch „Staatsaffäre Kampusch“ geschrieben, indem Sie ihnen zugespieltes Geheimmaterial verwenden. Bevor wir darüber einsteigen: Wie ist nach Ihren Erkenntnissen der derzeitige Stand der Ermittlungen im Fall Kampusch? Ist der Fall offiziell abgeschlossen oder wird weiter ermittelt?

Guido Grandt: Nachdem nun die “Cold Case”-Überprüfung der Causa Kampusch durch Ermittler des FBI, des BKA und der Evaluierungskommission im österreichischen Innenministerium beendet  ist und die internationale Kommission im April 2013 erklärte, daß zwar Ermittlungsfehler in einzelnen Stadien gemacht und es Fehleinschätzungen gegeben habe, ist der Fall Kampusch nun offiziell abgeschlossen. Dabei wurde auch die Mehrtäter-Theorie verworfen: Entführer Wolfgang P. handelte mit “hoher Wahrscheinlichkeit” alleine, auch wenn ein endgültiger Beweis nach wissenschaftlichen Kriterien nicht möglich sei, weil er nicht mehr am Leben ist. Zudem gebe es keine Verbindungen von ihm in die Pädophilen-, Sado-Maso- oder Rotlichtszene. Und: der Entführer hätte Selbstmord begangen. Es würde keine Hinweise auf ein Fremdverschulden geben.

Das ist ein Skandal: Damit widerspricht die internationale Kommission dem einstigen Endbericht des Ständigen Unterausschusses des Ausschusses für innere Angelegenheiten in wesentlichen Teilen. Hatten damit damals vernommene Zeugen gelogen? Wie ist es möglich, dass zwei hochrangige Ausschüsse/Kommissionen zu so verschiedenen Ergebnissen kommen? Und warum soll die internationale Kommission letztlich Recht gehabt und der Ständige Unterausschuss des Ausschusses für innere Angelegenheiten sich getäuscht haben? Ich möchte zwei Beispiele anführen:

Laut  dem Ständigen Unterausschuss des Ausschusses für innere Angelegenheiten  erklärte der Gerichtsmediziner bei Einvernahme  die offizielle Selbstmordleiche des Kampusch-Entführers Wolfgang Priklopil: Priklopils Leiche wurde bei seinem Eintreffen in “unüblicher Weise” nicht mehr in der Ausgangslage vorgefunden.

Die internationale Expertenkommission resümierte: Der erneut befragte Gerichtsmediziner will eine solche Aussage niemals gemacht haben.

Und nun? Warum hat der Gerichtsmediziner zwei verschiedene Aussagen gemacht? Und welche stimmt nun? Das wird nicht mehr hinterfragt!

Ein weiteres Beispiel: Die internationale Kommission kam zu dem Schluß, daß die Türe des Verlieses, in dem Natascha Kampusch eingesperrt war, sich ohne die Hilfe einer zweiten Person öffnen ließ. Doch in einem uns vorliegenden Aktenvermerk der Polizei heißt es dazu:

“Zuletzt soll noch darauf hingewiesen werden, dass auf dem Video vom Verlies deutlich zu sehen ist, dass ein Polizeibeamter die hinter dem Tresor befindliche Verliestüre mit Druck schließen mußte – was von außen (Tresorseite) mangels Griff aber nicht möglich wäre. Damit hätte aber auch der Versperrmechanismus (Gewindestange) nicht gegriffen, wenn nicht von innen (von Verliesseite) jemand die Türe geschlossen hätte.”

Dieser Aktenvermerk sagt also genau das Gegenteil, was nun die internationale Kommission feststellte. Zudem liegt uns ein Polizeivideo vor, das zeigt, daß das Verlies nur mit Hilfe von innen auch zu schließen und zu öffnen war. Das ist ein Skandal, der ebenfalls nicht weiter hinterfragt wird!

Buergerstimme: Das Ihnen vorliegende Material benennt – wie Sie und Ihr Kollege beim Alpenparlament Kongreß am 1.2 2013 gesagt haben – Personen des öffentlichen Lebens beim Namen, die in den Fall verstrickt sein könnten und/oder etwas zu verbergen haben. Damit gehen Sie selbst Risiken für Ihr Leib und Leben ein. Wie gehen Sie damit um und wie schützen Sie sich?

Guido Grandt: Im Buch haben wir diese Namen natürlich nicht genannt, sondern anonymisiert. Schon seit über 25 Jahren bewege ich mich als investigativer Journalist auf dem Hochseil von oftmals sehr prekärem und geheimen Wissen und seiner Veröffentlichung. Der beste Schutz ist die Öffentlichkeit, will heißen: Sollte es zu “Auffälligkeiten” von Dritten gegen uns oder unser Umfeld kommen, werden die Dateien, Dokumente, Fotos, Tonband- und Filmaufnahmen, die vertraulich bei Anwälten und Journalistenkollegen in Deutschland und im Ausland hinterlegt sind, in den Medien dieser Länder veröffentlicht und die Behörden eingeschaltet.

Buergerstimme: Nachträglich hat Frau Kampusch ein Teil ihrer Aussagen, die sie den Polizeibeamten gegenüber gemacht hat, verändert. Über die sexuellen Details wollte sie öffentlich schweigen. Nun werden im Film „3096 Tage“ genau solche Details gezeigt. Sind diese Details, etwa die Szene, bei der sie mit Kabelbinder gefesselt aggressiv sexuell mißbraucht wird, nach den Ihnen vorliegenden Materialien realitätsgetreu, und wo weicht der Film von der Realität ab?

Guido Grandt: Der Film weicht in vielen Sequenzen von der Geschichte ab, wie wir sie recherchiert und belegt haben. Es wäre zu umfangreich, an dieser Stelle darauf einzugehen, weil sich über 300 Seiten unseres Buches damit befassen. So haben wir es auch in die “offizielle” und die “inoffizielle” Geschichte des Falles Natascha Kampusch unterteilt. Aber ein Beispiel möchte ich nennen: Medien berichten darüber, daß Natascha Kampusch von ihrem Entführer sexuell mißbraucht, also vergewaltigt wurde. In ihrer Autobiographie spricht sie von “kuscheln”. Uns liegt das Protokoll ihrer Polizeivernehmung kurz nach ihrer Flucht vor. Auf die Frage einer Polizeibeamtin, ob sie mit dem Entführer Geschlechtsverkehr hatte, antwortet sie, daß sie Geschlechtsverkehr hatte und sie diesen freiwillig mit ihm vollzog. In einem anderen Polizeiprotokoll, das uns vorliegt, heißt es: “Zu einem sexuellen Kontakt mit P. (also dem Entführer) befragt gab sie an: “Es hat die ganze Zeit keine Vergewaltigung gegeben.”

Wir haben nun also drei Versionen: Einmal nur kuscheln, dann Vergewaltigungen und schließlich doch freiwilligen Geschlechtsverkehr. Ich gehe davon aus, daß Natascha Kampusch bei ihren Vernehmungen dahingehend die Wahrheit gesagt hat.

Buergerstimme: Zwischenzeitlich hat sich auch der Vater von Kampusch in Form eines Buches zu Wort gemeldet und liefert eine eigene, andere Sicht der Dinge. Er sieht – wie die Merkur am 26.2.2013 schreibt – das Martyrium seiner Tochter als Mysterium. So erscheint ihm die Beziehung zwischen Natascha und Priklopil verschleiert, etwa der Sachverhalt, daß sie in seinem Bett schlief. Konkret bezweifelt er, daß Frau Kampusch überhaupt jahrelang im Kellerverlies leben mußte. Und bezogen auf den Zeitpunkt der Flucht mutmaßte er, daß seine Tochter mit ihrer Flucht wartete, bis sie 18 Jahre alt war, weil sie mit 18 weder in ein Heim noch zu ihren Eltern zurück mußte. Frau Kampusch soll über die Aussagen ihres Vaters erschüttert gewesen sein. Gibt es Belege, die nahelegen, daß etwas an den Vermutungen ihres Vaters dran ist?

Guido Grandt: Ja, dazu gibt es auch Zeugenaussagen, die uns schriftlich vorliegen, sowie andere Belege. Wir gehen explizit auf diese Thematik ein: Natascha Kampusch und ihr Aufwachsen im sozialen Brennpunkt. Natascha hat noch kurz vor ihrer Entführung ihr Leben so gehasst, daß sie sich sogar vor ein Auto werfen wollte. Sie ist vernachlässigt und regelmäßig geschlagen worden.

Buergerstimme: Nach den Ihnen vorliegenden Informationen gibt es starke Zweifel über den Selbstmord von Herrn Priklopil wie an dem des Ermittlers Oberst Kröll. Beides stützt die These, daß es in dem Fall um mehr geht als um den Einzeltäter Herrn Priklopil. Können Sie ein zwei Beispiele nennen, die es rechtfertigen, von einer Staatsaffäre Kampusch zu sprechen?

Guido Grandt: Die Entführung Natascha Kampuschs ist nur ein Rädchen in einem größeren Zusammenhang: Der einstige Chefermittler Franz Kröll vermutete ein elitäres Netzwerk, das dahinter steckt. Unseres Erachtens nach hatte er Recht und musste sterben, weil er gewissen Leuten zu nahe kam!  Der Fall Kampusch führt in die dunklen Abgründe von Kinderpornographie und Kinderprostitution. Er zeigt auf, wie ein ganzer Staat erschüttert werden kann. Wie kriminelle Vertuschungen, Manipulationen und Vetternwirtschaften auf Ebenen der Politik und Justiz, von Geheimdiensten und Medien, sein Gefüge wie Krebszellen zerfressen können und wie scheinbar unzusammenhängende Sachverhalte und hochrangige Protagonisten in einem weitgefächerten Netzwerk zusammenhängen. Aus diesem Grund ist der Fall Kampusch ein staatsgefährdender Skandal. Eine Staatsaffäre, die uns drastisch die Schattenseite eines Rechtsstaates vor Augen führt.

Buergerstimme: Sie sagten in dem Interview beim Alpenparlament Kongreß, daß es ihnen unmöglich war, mit Frau Kampusch in Kontakt zu treten, weil sie abgeschirmt wird. Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach die Personen, die Frau Kampusch betreuen oder abschirmen? Konkret: Besteht der Verdacht, daß diese Personen mehr als nur Frau Kampusch vor der Öffentlichkeit schützen?

Guido Grandt: Das Kampusch-Berater-Team spielt sicher eine große Rolle bei der “Vermarktung” des Falles. Aus diesem Grund haben wir gerade diesem ein großes Kapitel gewidmet. Ein Beispiel: Uns liegt ein Polizei-Aktenvermerk vor, der besagt, daß die Anwaltskanzlei L., die Kampusch vertritt, nur wenige Tage nach ihrer Flucht plante, sie von ihrem Unterbringungsort – dem Allgemeinen Krankenhaus in Wien – wegzubringen, da sie Verträge mit verschiedenen Medien in Österreich und Deutschland hatte. Nur mit körperlicher Gewalt konnte dieses Wegschaffen des Opfers verhindert werden. Das ist doch ein Skandal und zeigt, wie rücksichtslos mit dem Opfer von Anfang an umgegangen wurde.

Buergerstimme: Angeblich sollen Gerüchte über Ihr Buch, das im Weltenwandel-Verlag erschienen ist, gestreut worden sein, um den Verkauf zu behindern. Können Sie etwas dazu sagen? Und können Sie etwas über die Resonanz sagen, die Sie von verschiedener Seite auf Ihr Buch hin erhalten haben? Gab es Zuspruch? Gab es Drohungen?

Guido Grandt: Interessanterweise tauchten noch vor der Auslieferung des Buches im Internet in verschiedenen Foren Gerüchte auf, daß es das Buch nicht geben, es bei dem Weltenwandel-Verlag sich um einen Betrug handeln würde. Es wurde Stimmung gemacht, die Finger von dem Buch zu lassen. Dahingehend glaube ich nicht an einen Zufall, sondern um das bewußte Lancieren von Falschinformationen, um den Abverkauf zu be- oder zu verhindern. Bislang haben wir nur eine äußerst positive Resonanz auf das Buch bekommen. Und viel Lob für unsere journalistische Hartnäckigkeit.

Das Interview für Buergerstimme führte Thomas Weis.

Weitere Informationen zum Buch und Fall unter: http://www.verlag-weltenwandel.com/

Buch „Staatsaffäre Natascha Kampusch“: Stellungnahme Verlag Weltenwandel


Auf Grund eines Satzfehlers, der sich beim Umbruch in der Druckereidatei einschlich, ist ein kleiner Teil der Fußnoten leider nicht gedruckt worden.

Wir werden zukünftig jedem Buch ein entsprechendes Beiblatt mitgeben, damit die Leser die vollständigen Informationen bekommen.

Der VERLAG WELTENWANDEL entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten.

Die Leser der bereits ausgelieferten Bücher mögen sich zwecks Anforderung eines solchen Beiblattes bitte direkt mit dem Verlag (info@verlag-weltenwandel.com) in Verbindung setzen.

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