WOLFGANG EGGERT: „Getürkte IS?“

Ein Kollegenbeitrag


Schon vergessen? Nach dem Bombenanschlag am 13. März in Ankara, bei denen 37 Menschen gestorben und 120 verletzt wurden, sagte der türkische Präsident Erdogan: “Es gibt keinen Grund, dass eine Bombe wie die in Ankara nicht auch in Brüssel explodiert. Dort wurde Unterstützern der Terrororganisation PKK im Herzen der Stadt die Gelegenheit gegeben zu demonstrieren. Trotz dieser bitteren Realität verhalten sich die europäischen Staaten völlig nachlässig, als ob sie auf einem Minenfeld tanzten.“

Das muss man erst mal setzen lassen. Und fragen: Welche Rolle spielten bei dieser Aussage die EU-Türkeiverhandlungen, die in Brüssel stattfinden?

Man sollte im Auge halten, daß die EU gegenwärtig ihrem türkischen Beitrittskandidaten Kompromisse in der Kurdenfrage abringen will und Druck ausübt. Und Druck erzeugt bekanntlich Gegendruck. Wer den Antrieb dazu spürt mag mit Blick auf Erdogans Terror-„Warnung“ etwaige Beziehungen des am Freitag in Brüssel festgenommenen Bataclan-Drahtziehers Salah Abdeslam zum türkischen Geheimdienst recherchieren.

Die französischen Beamten hatten ihn ja – obschon bei einer Kontrolle einen Tag nach dem Anschlag von Paris bereits in ihrer Hand – wieder laufen lassen. Was dafür spricht, daß er für sie oder einen befreundeten Dienst arbeitet.

Salahs Bruder Ibrahim Abdeslam war Anfang 2015 -laut „Hürriyet Daily News“ – von den türkischen Behörden zu einem Gespräch gebeten worden, als er sich gerade auf den Weg zum IS nach Syrien machte. Man will ihn dann „ausgewiesen“ haben.

Anschliessend empfingen ihn die belgischen Sicherheitskreise zum 5-Uhr-Tee und fanden den Mann okay. http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4870268/Die-Turkei_Das-offene-Tor-der-ParisAttentaeter-nach-Europa 

Möglicherweise weil er ein Empfehlungsschreiben der türkischen NATO-Kollegen dabei hatte. Wenige Monate später entsorgte er sich dann per Sprengstoffweste in Paris. Wenn die Abdeslams mit Erdogans Schlapphüten unter einer Decke steck(t)en, dann macht der Zugriff der belgischen Behörden unmittelbar nach Erdos „Warnung“ erheblichen Sinn. Kam aber offenkundig zu spät.


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6 Gedanken zu “WOLFGANG EGGERT: „Getürkte IS?“

  1. Salah Abdeslam will nach den Anschlägen von Brüssel am Dienstag nicht mehr mit der Polizei kollaborieren. Das sagte sein Anwalt Sven Mary dem französischen Radiosender Europe 1. … Abdeslam wolle nun „so schnell wie möglich“ an die französischen Behörden überstellt werden, sagte Mary nach einer gerichtlichen Anhörung in Brüssel. (SZ vor 4 Stunden, „Abdeslam will nicht mehr aussagen“) Die hatten den Terroristen ja bereits nach dem Bataclan-Anschlag wieder laufen lassen. Und werden ihn unter Garantie nicht mit Fragen belästigen.

    Interessant ist übrigens auch die zuletzt vom Bandleader der Eagles of Death Metal gemachte Aussage, er glaube, daß es beim Pariser Attentat ein breites Insiderwissen gegeben habe. Am Abend des Auftritts sei ihm ein Vertreter der Security so „verdächtig“ erschienen, daß er noch vor dem Auftritt beim Management Beschwerde eingelegt habe. Er habe in dem Zusammenhang erfahren, daß ein Großteil der Security – ein halbes Dutzend Leute – an diesem Abend gar nicht erst zu ihrem Job erschienen sei. „Sie werden gute Gründe dafür gehabt haben“, so Jesse Hughes. Der nun von den „Qualitätsmedien“ als Rechtsradikaler Waffennarr bezeichnet wird.

  2. Es erübrigt sich der Beweis, daß die Türken Interessensseitig viel zu oft NICHT mit den Europäern im gleichen Boot sitzen, auch wenn das NATO-Hardliner und Frau Merkel vielleicht gern so gesehen haben wollen. Es sind vielmehr die Saudis und Israelis, die in Nah- und Mittelostfragen ständig mit Ankara über Bande spielen. Auch bei Terrorunternehmen. Die Briten, die trotz James Bond-Protzereien ausser Lyndon LaRouche nie jemand auf der Rechnung hat, runden dieses Kleeblatt immer wieder gerne ab.

  3. Eine andere, etwas originellere These, stellte der Chef des ukrainischen Sicherheitsdienstes, Wasilij Grizak, auf. Russland stecke hinter den Angriffen in Paris und Brüssel, berichtet Liga.net unter Berufung auf den Chef des ukrainischen Sicherheitsdienstes. „Kein Wunder, wenn die Attentate ein Trick von Russland im Hybrid-Krieg sind. Jetzt wird doch die Schuld dem Islamischen Staat zugeschrieben. Ich mache keine Feststellungen, nur Vermutungen“, so Grizak.

    Nun wären die Russen wären schön blöd, wenn sie sowas orchestrieren, weil sie damit bloss die NATO nach Syrien einladen würden, welches – das ist der entscheidende Punkt, sie gerade verlassen. Sie gäben damit Terrain nicht nur AUF sondern AB.

    Profitseitig spricht dagegen alles gegen Erdogan: Der Anschlag begründet seinen durch EU-Brüssel angegriffenen Wunsch, weiter den harten Daumen auf die PKK (die er mit „Terrorismus“ geradezu identifiziert) halten zu dürfen. Und öffnet zugleich den Raum zu einem NATO-weiten Eingreifen in Syrien, wohin er – auch wieder in der Kurdenfrage – seit jeher seine Hand ausstreckt. Die zeitlich eng liegende, orchestriert erscheinende Nähe der Anschläge von Brüssel und Ankara ist in diesem Zusammenhang durchsichtig. Die dahinter liegende Nachricht ist klar: „Versteht mich! Wir sind in einem Boot.“ Gewürzt mit „Let´s do this job together“. — Man muss Terror „lesen“ können. Es ist nicht sehr schwierig.

    • Unglaublich, was für einen – sorry – Mist, die ukrainischen Sicherheitsbehörden da von sich geben, während Präsident Poroschenko im Bürgerkrieg sein Vermögen mehrt und mehrt und mehrt!

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