„Seenot und Flüchtlingsdrama“ – Überleben auf dem Meer“ (2)

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CRASH SURVIVAL RANGER/No. 4


Die Bootsunglücke im Mittelmeer, aber auch die Schiffskatastrophen weltweit haben mich dazu veranlasst, zu recherchieren, wie man sich in Seenot geraten richtig verhält …


Die lebensfeindlichste Umgebung für den Menschen ist das Meer. Ich zeige Ihnen, wie Sie dennoch in Seenot überleben können!

 

Zum Überleben auf dem Meer gehören neben einer guten psychischen und physischen Verfassung auch ein „Seenot-Gepäck“.

Ihr (See-)Notgepäck

Auch auf dem Wasser sollten Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Wenn Sie also selbst auf einer Yacht oder einem Segelboot unterwegs sind, packen sollten Sie ein Notgepäck in einer Tasche zusammenpacken.

Und so sollte Ihre Überlebensausrüstung aussehen:

– Notration Wasser.

– GPS-Gerät: Das ist ein satellitengestütztes Navigationssystem, das mithilfe von Satellitensignale die momentane Position sehr genau ermittelt. Ebenfalls können damit Entfernungen gemessen und Peilungen vorgenommen werden.

– UKW-Radio.

– UKW-Seefunkgerät: Die meisten Schiffe sind mit damit ausgerüstet. Die Reichweite liegt bei etwa 110 Kilometern.

– Handfackeln.

– Leuchtraketen.

– Survivalbox, die folgendes enthalten sollte: Pflaster und antiseptische Tücher, Wasseraufbereitungstabletten, Vaseline, eine Draht- oder Taschenkettensäge, eine einseitige Rasierklinge, Nadel und Nähgarn, LED-Lampen, Signalspiegel, Kompass, Zündstein, wasserfeste Streichhölzer, Zunderbällchen und ein Mini-Angelset, Segelmachernadeln, Sicherheitsnadeln, Medikamente, wasserfestes Papier, Bleistift, Kreditkarte, Geld.

– Solardestille: Sie besteht aus einer Bodenpfanne, die von einem durchsichtigen Plastikkegel bedeckt ist. Wenn Sie Meerwasser in die Bodenpfanne geben, verdunstet es durch die Sonneneinstrahlung. Dabei kondensiert der Dampf in der Kegelspitze und das Wasser fließt an den Wänden in die Kegelrinne hinab, in der es aufgefangen wird.

– Umkehrosmose-Pumpe: Mit dieser Handpumpe pressen Sie Meerwasser unter hohem Druck durch eine Membran, die das Salz herausfiltert. Damit können Sie täglich bis zu über 20 Liter Frischwasser erhalten!

Das Schiff „richtig“ verlassen!

Eine wichtige Vorbemerkung: Grundsätzlich gilt ihr Schiff nur zu verlassen, wenn Sie in unmittelbarer Gefahr sind! Selbst ein schwer beschädigtes Schiff gibt Ihnen Wetterschutz und ist mit wichtiger Signalausrüstung bestückt. Ebenso mit Wasser und Lebensmittel. Zudem ist es für Rettungskräfte von weither sichtbar.

Wenn es also geht, versuchen Sie das Schiff seetüchtig zu halten. Noch einmal: Nur im äußersten Notfall sollten Sie es verlassen!

Doch wenn Sie dazu gezwungen werden, sollten Sie vorher folgendes beachten:

– Setzen Sie ein Seenotsignal ab!

– Nennen Sie Ihren Namen, Ihre Position, die Anzahl der in Seenotgeratenen und deren Zustand.

– Ebenso die Umstände des Schiffbruchs.

– Sorgen Sie dafür, dass jeder Passagier mehrere Schichten Kleidung trägt, sowie eine Rettungsweste.

– Noch besser – wenn vorhanden – ein Überlebensanzug.

– Notgepäck und Wasserkanister bereit zum Mitnehmen machen.

– Alles Essbare einpacken, was Sie noch auftreiben können.

Drohende Gefahren auf See

Mir folgenden Gefahren müssen Sie auf See rechnen:

– Ertrinken, weil beispielsweise die Rettungsweste fehlt.

– Kälteschock durch unmittelbares Eintauchen in kaltes Wasser.

– Unterkühlung wegen nasser oder unangemessener Kleidung oder wegen windigem und regnerischem Wetter.

– Unter- und Mangelernährung wegen keinem oder zu wenig Proviant.

– Dehydration durch Wassermangel oder wegen einer Verletzung.

Der „gefährliche“ Sprung ins Wasser

Wenn Ihr Schiff, auf dem Sie sich zwecks Geschäfts- oder Urlaubsreise befinden, in Seenot gerät und Sie gezwungen sind das sichere Deck zu verlassen, dann sollten Sie das „richtig“ tun.Bevor Sie wirklich und im wahrsten Sinne des Wortes „ins kalte Wasser“ springen, sollten Sie vorher prüfen, ob Sie nicht an Seilen oder Netzen die Bordwand hinunter klettern können.

Denn ein Sprung in die Fluten ist gefährlich: Taucht Ihr Körper plötzlich in sehr kaltes Wasser kann er einen Kälteschock mit lebensbedrohlichen Reaktionen bekommen! Dabei schnappen Sie wild nach Luft, Ihre Atmung beschleunigt sich stark und die Gefahr besteht, dass Wasser in Ihre Lungen gerät. Hinzu kommen Desorientierung, Panik und Unterkühlung. Der plötzliche Anstieg Ihres Blutdrucks und der Herzfrequenz kann zu ernsthaften Herzproblemen führen.

Schichtweise übereinander gezogene Kleidung verbessern Ihre Überlebenschancen.

Vor dem Sprung ins „kalte Wasser“

Grundsätzlich gilt: Bevor Sie springen müssen Sie Ihre Schwimmweste anlegen!

– Gehen Sie dabei weg von der Menge. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie abgedrängt werden.

– Ihr Absprungpunkt sollte möglichst dicht über der Wasseroberfläche liegen. Suchen Sie sich eine solche Stelle.

– Wenn sich das Schiff zur Seite neigt, dann sollten Sie die höhere Seite unbedingt vermeiden. Sonst könnten Sie durch das Schiff, wenn es kentert, unter Wasser gedrückt werden!

– Als Faustregel gilt: Wenn Sie höher als fünf Meter über der Wasseroberfläche sind, ist es zu gefährlich.

– Suchen Sie einen neuen, tiefer gelegenen Platz. Oder warten Sie, bis das Schiff weiter sinkt.

So springen Sie „richtig“ von Bord

Suchen Sie sich eine Stelle im Wasser aus, die frei ist von Schiffstrümmern oder anderem Unrat.

– Schließen Sie Ihren Mund und halten Sie sich die Nase zu.

– Umfassen Sie mit der freien Hand Schulter oder Ellbogen.

– Ziehen Sie die Schultern nach hinten unten.

– Halten Sie Ihre Arme fest am Körper.

– Springen Sie aufrecht, mit geradem Rücken und möglichst weit weg vom Schiff ins Wasser.

– Diese Haltung schützt Nacken und Rücken, damit diese nicht brechen, wenn Sie auf dem Wasser aufschlagen.

– Kreuzen Sie vor dem Eintauchen die Beine, damit sie zusammen bleiben und Verletzungen durch den Aufprall vermieden werden.

– Nachdem Sie gesprungen sind sollten Sie sich so schnell wie möglich vom Schiff entfernen: Mindestens 30 Meter weit. Denn Trümmer des sinkenden Schiffes können von Deck fallen und Sie erschlagen!

Überleben im Wasser mit Rettungsweste

– Sobald Sie im Wasser sind: Blasen Sie Ihre Rettungsweste auf.

– Bleiben Sie aufrecht und halten Sie die Beine unten.

– Oder ziehen Sie die Knie bis zur Brust an, kreuzen Sie die Füße und verschränken sie die Arme. Wenn Sie sich dermaßen „klein“ machen verlieren Sie am wenigsten Körperwärme!

Überleben im Wasser ohne Rettungsweste

Überleben im offenen Meer ohne Schwimmweste – ist das möglich?

Ich werde Ihre Frage mit „Ja“ beantworten und sage Ihnen nachfolgend, wie!

– Auch wenn es schwer fällt: Versuchen Sie zu entspannen!

– Legen Sie Ihr Gesicht aufs Wasser.

– Strecken Sie die Arme nach vorn.

– Schaufeln Sie mit den Händen Wasser.

– Während Sie den Kopf heben, um Luft zu schnappen, „atmen sie ins Wasser aus“.

– Leeren Sie dabei die Lungen vollständig, bevor Sie wieder einatmen.

– Beim Hochkommen: Wasser treten.

– Schließen Sie nach dem Luftholen den Mund.

– Tauchen Sie Ihr Gesicht wieder ins Wasser.

– Lassen Sie sich so treiben, bis Sie wieder erneut einen Atemzug nehmen.

– Dabei Arme ausstrecken und Beine entspannt lassen.

Das „Beinahe-Ertrinken“

Achtung: Schon geringe Mengen Süß- oder Salzwasser in der Lunge können lebensgefährlich für Sie sein. Es könnte das sogenannte „sekundäre Ertrinken“, das „Beinahe-Ertrinken“ auslösen. Dieses kann erst 24 bis 72 Stunden nach der Rettung aus dem Wasser auftreten.

Achten Sie deshalb auf Symptome wie Atemnot, Brustschmerzen, Husten oder schaumig aussehenden Speichel.

Richtiges Verhalten in einer Rettungsinsel

Etwas „komfortabler“ haben Sie es, wenn man in einer solchen Situation überhaupt davon sprechen kann, wenn Sie sich nicht direkt im Wasser aufhalten, sondern in einem Rettungsboot oder einer aufblasbaren Rettungsinsel.

Aber auch hier gibt es wichtige Tipps, die Sie unbedingt beachten sollten:

– Besteigen Sie die Rettungsinsel/das Rettungsboot langsam und vorsichtig.

– Überladen Sie die Rettungsinsel/das Rettungsboot nicht!

– Schließen Sie bei rauem Wetter die Eingänge der Rettungsinsel. So bleibt es warm und vor allem trocken im Innern.

– Eingedrungenes Wasser sofort abschöpfen!

– Trocknen Sie mit einem Schwamm und dichten Sie eventuelle Lecks ab. Achten Sie dabei auf spitze Gegenstände, die die Luftkammern beschädigen könnten.

– Teilen Sie einen Beobachtungsposten ein.

– Stellen Sie fest, welche Ausrüstung an Bord ist.

– Ebenso wie viel Vorräte (Lebensmittel und Wasser).

– Rationieren Sie diese sorgfältig.

– Machen Sie sämtliche Ortungshilfe einsatzfertig. Jeder auf dem Rettungsboot/der Rettungsinsel sollte sie bedienen können. Das ist Überlebensnotwendig!

– Stellen Sie fest, welcher Überlebende welche Fähigkeiten besitzt. Beispielsweise in Erste Hilfe, Survival, Reparaturen.

Auf Seenot-Rettung warten

Das Wichtigste: Bewahren Sie trotz Ihrer misslichen Lage Ruhe! Verschwenden Sie keine Energie durch unkontrollierte Schwimmbewegungen oder Schreien.

Denken Sie daran, dass Ihr Überleben von Ihrer eigenen Sichtbarkeit abhängt. Diese sollten Sie deshalb mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vergrößern – wenn vorhanden:

– Spiegel griffbereit halten.

– Signalflagge, Handfackeln, Leuchtraketen und Farbstoff einsetzen, wenn ein Suchflugzeug in Sichtnähe kommt.

– Funkgerät oder GPS-Gerät benutzen.

 

Mit diesen „Seenot-Rettungstipps“ können Sie selbst bei einem Schiffbruch auf dem Meer überleben. Hoffen wir, dass es nie dazu kommt.

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Dieser Artikel ist zuerst erschienen bei: http://www.unangreifbar-2014.de/nss-widget.html

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