Nachrichtensperre kurz vor der Europawahl: „Verschwiegenes“ Referendum mitten im Herzen der EU!

Menschen auf der Krim jubeln. 95 Prozent von ihnen wollen zurück zu „Mütterchen Russland“. Nach dem demokratischen Referendum – gar einer historischen Entscheidung – auf der Krim steht die westliche Welt Kopf. Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen strategischen Plan durchgezogen – gegen alle „Mächtigen“ dieser Welt. Trotz massiver Drohungen aus den USA und der EU. Und genau das ist es, was Obama, Merkel & Co. so zu schaffen macht.

Dabei geht es um das freie Recht der Menschen (oder der Völker) zur Selbstbestimmung.

Doch gerade die Verantwortlichen der EU, die Putin so erfolglos mit Drohgebärden einzuschüchtern versuchten, sollten zuerst vor ihrer eigenen Haustüre kehren. Denn in ihren Mitgliedsstaaten sind seit Jahren separatistische, nationalistische Bestrebungen im Gange, die sich gegen eine weitere „Verbrüsselung“ wehren und damit den Zusammenhalt der Europäischen Union gefährden.

In Spanien sind es die Basken und Katalonen. In Großbritannien die Schotten und die Nordiren. In Belgien die Flandern und die Wallonen. Und in Italien die Südtiroler. Und nicht nur sie – sondern auch die Venezianer.

So gab es gestern nicht nur das viel kristisierte Referendum auf der Krim, sondern auch in Venedig und der Provinz Venetien! Mitten im Herzen der EU also.

Dies wurde und wird von den deutschen Medien weitgehend verschwiegen, während beispielsweise britische Zeitungen und die BBC darüber berichteten. Die Gründe für diese (deutsche) „Nachrichtensperre“ liegen auf der Hand:  Zum einen fällt dieses Referendum mit dem auf dem Krim zusammen. Zum anderen darf ein solches – und das im wahren Sinne des Wortes – keine Schule machen; die „Büchse der Pandora“ erst gar nicht geöffnet werden! Die desaströse Politik in der EU – vor allem in den Südländern, den sogenannten „Krisenländern“ (Griechenland, Spanien, Portugal, Italien) – hat zu einer massiven Verarmung der Menschen und einem weitaus schlechteren Lebens- und Gesundheitsstandard geführt. So auch in Italien.

Vor allem in den Krisenjahren hat der Unmut über die italienische Zentralregierung in Rom stark zugenommen. Die Parteiübergreifende Bewegung „Plebiscito.eu“ ermittelt nun, wie viele Bürger die Idee der Selbstbestimmung von Venetien unterstützen. Oder anders ausgedrückt: Seit gestern gibt es mitten in der EU ein Referendum, das noch bis zum 21. März 2014 läuft, bei dem die Einwohner Venedigs und der Provinz Venetien  über die Abspaltung von Italien abstimmen können.

Die Frage an die Wähler lautet:  „Willst du, dass die Region Venetien eine unabhängige und souveräne Republik wird?“

Mit der Abspaltung von Italien wäre der Austritt aus der EU und das Ende der NATO-Mitgliedschaft verbunden. Das Gesetz, das diese Abstimmung möglich macht, wurde bereits  2006 von den Behörden verabschiedet.

„Unser Ziel ist es, über einen demokratischen Weg die Unabhängigkeit Venetiens von Italien zu erreichen. Dieser Weg führt über ein Referendum, das auf internationalem Recht fußt“, so die Verantwortlichen des Referendums. Einst wurde Venedig auch über ein Referendum an Italien angeschlossen. Warum also diesen Schritt nicht wieder rückgängig machen?
68 Prozent von sechs Millionen Venezianern und die Einwohner anliegender Gebiete sollen  die Unabhängigkeit befürworten.Bei einer Umfrage der „Corriere della Sera“ im September 2012 lag der Prozentsatz sogar bei 80 Prozent!

Der Weg einer Unabhängigkeit ist einfach zu erreichen. Laut internationalen Verträgen ist lediglich die Zustimmung der Mehrheit der Bewohner einer Region oder Stadt erforderlich.

Wenn das Ergebnis des „Venetien“-Referendums ergibt, dass sich die Region als unabhängige und souveräne Republik vom Mutterland Italien abspalten will, dann soll als erster Schritt die Steuerüberweisung nach Rom gestoppt werden.

Die Zentralregierung hat bereits angekündigt, das Referendum und das Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht anzuerkennen, hat Konsequenzen angedroht.  Und wie wird die EU darauf reagieren? Wie die NATO? Wie Obama und Merkel? Mit Augenzwinkern oder Sanktionen?

Natürlich wird dieses Referendum nicht an die große Glocke gehängt – ist es doch für die EU-Politiker ein falsches Signal so kurz vor der Europawahl! Dabei geht der Ruf der Völker nach Freiheit und Selbstbestimmung, fernab vom Joch der EU, bereits seit langem durch ganz Europa.

Quellen:

http://www.bbc.com/news/world-europe-26604044

http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2014/03/16/venetien-stimmt-ueber-abspaltung-italiens-ab.html#.UyaCVYWebII

http://orf.at/stories/2221909/

http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/18620-Venedig-will-Unabhngigkeit-von-Italien-und-NATO.html

http://german.ruvr.ru/news/2014_03_16/Venedig-Referendum-uber-Abspaltung-von-Italien-begonnen-3209/

Siehe hierzu auch mein investigatives Wirtschaftssachbuch:

http://www.amazon.de/2018-Deutschland-Crash-Politiker-erz%C3%A4hlen/dp/3944651006/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1395037678&sr=8-1&keywords=2018

http://www.amazon.de/2018-Deutschland-Crash-Politiker-erz%C3%A4hlen-ebook/dp/B00CRMGU1M/ref=tmm_kin_title_0?ie=UTF8&qid=1395037678&sr=8-1

50 Gedanken zu “Nachrichtensperre kurz vor der Europawahl: „Verschwiegenes“ Referendum mitten im Herzen der EU!

  1. Habe Deutschland Protokoll, da ist auch Aufklärung reichlich. Das die Medien gleich geschaltet sind ist bekannt. Echte Journalisten, die ihre Profession ernst nehmen würden gibt es bei uns nicht .

  2. Sehr geehrter Herr Grandt,
    herzlichen Dank für diesen sehr informativen Artikel. Ich habe den Link darauf sofort an mehrere Freunde und Bekannte weitergeleitet.
    Mit besten Grüßen
    Franz Kössinger

  3. Ja, das Verlangen nach Unabhängigkeit steigt mit dem vermeindlich „eigenen“ Erfolg. Manchmal aber auch einfach, weil es einem „ehrlicher“ erscheint. Wenn man in einem Nationalstaat lebt und die eigene Nation unterdrückt wird, dann fordern machne „Gerechtigkeit“.

    Aus Sicht der EU kann man mehreres anmerken. Das Wichtigste zuerst: Prinzipiell ist die Zahl der eingebundenen Staaten eher unwichtig. Verbleiben diese Staaten in der EU, dann steigt für diese nur der Verwaltungsaufwand. Und für alle, die böse Kräfte am Werk sehen: Je kleiner die Einheiten sind, umso leichter kann man sie führen, denn umso abhängiger werden sie. Das bedeutet letztlich, dass die paar Großen das Sagen haben und die Kleinen folgen müssen. Solange diese neuen Staaten also in der EU bleiben (oder rasch aufgenomen werden), macht es das Führen von Europa nur einfacher.

    Bleiben sie nicht in der EU, begeben sich die meisten in die direkte Abhängigkeit von ihr. Das spüren sie sehr bald (Zölle und Gebühren für Anbindungen ans Straßennetz ect.) Diese Staaten werden rasch in die EU kommen wollen (bedenkt man, dass sie komplett von ihr umgeben sind und oft nicht die nötige Infrastruktur haben, die ein Staat zum überleben braucht. Ohne Anbindung an die große weite Welt lebt ein Staat, von dem, was seine Leute allein schaffen können. Das ist meist zu wenig. Und bei den benötigten Gütern wäre man vom „good will“ der Lieferer und Duchgangsländer abhängig.) Einfacher kann man es den grossen Dominatoren nicht machen (immer vorausgesetzt, dass diese wirklich alle und jeden beherrschen wollen – was im freien, wilden Kapitalismus aber immer verlockend ist. Hier scheinen Leute danach zu betteln, freiwillig in die wirtschaftliche Sklaverei zu gehen. Die extreme Wirtschaft sagt dazu gerne Ja.).

    Es gibt aber Organisationsformen, die einen grossen, funktionierenden Wirtschaftsraum liefern und in der sich jeder nennen und zugehörig fühlen darf, wie er will – prinzpiell. Aber in einem Nationalstaaten freien Bereich, führt dies nicht mehr zur Separierung, sondern zu einem persönliche Detail, der eigenen Person und des Gegenüber. Die üblichen Animositäten sollten sich rasch verflüchtigen, ein bischen Necken wird übrig bleiben.

    Es sei denn, man will dadurch die Separation erreichen. Nur, das würde keinen Sinn machen, denn man ist immer mit anderen verbunden und benötigt die Gegenseitigkeit. Solange man mitentscheiden kann, ist das handhabbar und zufriedenstellend. Beginnt man aber Sinnvolles mit Animositäten wie: „Das kommt von X! X kann und darf nichts rechtes fertigbringen. Also sind wir prinzipiell dagegen.“ zu boykottieren, beginnt die politische und wirtschaftliche Unvernunft. Ähnlich ist es bei Innovationensunterdrückung, Kartellbildung und und und.

    • Auch für diesen Kommentar herzlichen Dank. Aufgrund der Globalisierung können wir schon gar nicht mehr in „Blöcken“ denken. Die Wirtschaft ist mittlerweile weltweit so miteinander verbandelt, dass Sanktionen von hüben oder drüben alle treffen. Mehr oder weniger.

  4. Ich finde es auch sehr interessant. Ich habe selbst einen Blog und übersetzte Artikel aus ausländischen Medien. Ich musste erst aus russiatoday erfahren, dass in Venedig ein Referendum stattfindet. Alle italienischen TV-Stationen haben das Ereignis verschwiegen.
    Dafür die gleichen TV-Stationen haben ständig über dem Krim berichtet…und die übliche standardisierten Lügen verbreitet.
    http://mundderwahrheit. wordpress.com

  5. Wer sagt das Putin in dem Spiel der gute ist? Es gab in der Geschichte immer zwei Seiten und die wurden immer von den gleichen bezahl/ in die Position gehoben!
    Vieleicht spielen die bloß netter Bulle – bösser Bulle? Russland darf kein eigenes Geld ausgeben es hängt in diesem Fall auch an den Fäden der Elite (FED) ? Was das eventuel bedeuten könnte kann sich jeder selbst ausmalen!
    Wenn man es so nimmt ist doch super ohne Krieg hat Russland ein Land bekommen und die EU den anderen Teil !
    Auf der Krim hatten sie die Wahl zwischen Ukraine oder Russland aber nicht für die Republik Krim !
    Vieleicht war das schon vorher so aufgeteilt worden ????
    Lasst euch das mal durch den Kopf gehen……………………..

  6. »Dem Krieg voraus geht ein fruchtbares Jahr mit viel Obst und Getreide.«

    (Alois Irlmaier)

    »In dem Jahr, wo der Krieg ausbricht, wird so ein schönes Frühjahrswetter sein, dass im April die Kühe schon in vollem Grase gehen. Das Korn wird man noch einscheuern können, aber nicht mehr den Hafer. Auch wird vor dem Ausbruch des Krieges selbst noch ein sehr fruchtbares Jahr vorangehen.«

    (Wessel Dietrich Eilert – 1833)

    »Kühe werden schon im April auf reichen Weiden grasen.«

    (Abbe Curique – 1872)

    »Wenn aber nur ein kurzer Winter war, wenn die Schlüsselblumen frühzeitig aufblühen und es ruhig scheint, dann glaubt niemand an Frieden.«

    (Hermann Kappelmann)

    »Der Monat Mai wird sich im Ernst zum Kriege rüsten – aber es ist noch nicht die Zeit dafür. Der Monat Juni wird auch zum Kriege einladen – aber dann ist es auch noch nicht die Zeit. Der Monat Juli wird ernst und grausam handeln, dass viele von Frau und Kind Abschied nehmen müssen. Im August wird man an allen Enden der Welt von Krieg hören. September und Oktober werden ein großes Blutvergießen mit sich bringen. Im November wird man Wunderdinge sehen.«

    (Verfasser unbekannt – aus dem Jahre 1622)

    • Erschreckend, aber wie Oswald Spengler schon 1929 schrieb, einen langen Krieg ertragen wenige, ohne seelisch zu verderben; eine langen Frieden erträgt niemand. Und wir haben einen langen Frieden in Europa, in den Armen unserer fürsorglichen Freunde und Nachbarn. Derweil unser Tafelsilber schwindet und Oma ihr klein Häuschen längst neue Besitzer hat.
      Überall redet man von Rentnerstaaten, die Behäbigkeit und Glückseligkeit suggerieren. Aber diese findet man nur in den Etagen der politisch Agierenden und unten droht die Armut der Alten. Dieses Konstrukt, dass müde, alte, gierige und gehässige Staaten verbindet, was soll es anders sein ,als müde, alt, gierig und gehässig ? Ist das ein Leben, das uns unsere Eltern gewünscht haben ? Weswegen sie geschuftet und verzichtet haben ? Laßt uns ein Apfelbäumchen pflanzen und aufsatteln.

  7. Die dt. Medienlandschaft ist schon lange nicht mehr für voll zu nehmen.
    Wenn ich jetzt diese Hetze gegen Rus. sehe wird mir schlecht.
    Wie hieß es die Tage im Radio „Das kann ja nicht angehen das die Bewohner
    der Krim in freier Wahl entscheiden dürfen…“ Was? Ja, richtig gehört!
    Freie Wahlen, sowas geht doch nicht! *kopfschüttel* Dann wird einem wieder schlagartig klar wo man steht!
    Ich denke mir das mal so. Nach der EU „Wahl“ (die es meiner Ansicht nach gar nicht geben dürfte, weil was will man da wählen – das ganze ist illegal), werden die meinen sie seien nun Legitimiert und dann geht es hier richtig rund.
    Die Pläne zur Zwangsenteignung liegen seit letztem Jahr fertig in der Schublade.
    Und die Mediensperre in allen wichtigen Bereichen ist unübersehbar. Seit Monaten hört man nichts mehr aus den südlichen Ländern, eigentlich hört man überhaupt nichts EU intern betreffend. Scheinbar ist alles zwar nicht rosig aber in Ordnung? Wohl kaum!
    90% der Leute mit denen ich gesprochen habe rechnen bis 2016 mit einem Zusammenbruch.
    Wichtig ist jetzt aber erst mal das wir uns um die Belange der Menschen auf der Krim kümmern. Putin ist ein ganz böser Mensch. Kerry und Obama gehen mit der kleinen Angela an der Hand spazieren und denken sich indes: Wir müssen die armen Menschen in der Ukraine vor dem Bösen Onkel Putin beschützen. Ein Schelm wer angesichts dieser Propaganda böses denkt.

    • Zu dem ganzen Komplex eines möglichen EUro-Crashes habe ich ein Buch geschrieben (siehe Link im Artikel), das ich nur empfehlen kann. Obwohl es 2013 geschrieben wurde, ist es aktueller als jemals zuvor!

  8. Und am 25. Mai könnt ihr es auch machen. Es ist EU Wahl, einfach seine Mitmenschen überzeugen an dem Tag seine Stimme ungültig in der Urne zu versenken. So mit einem Spruch etwa JA ZU EUROPA, NEIN ZU DIESER EU oder einfach ein großes Kreuz machen.
    Wenn mehr ungültige Stimmen ( nein zu dieser EU ) als gültige abgegeben werden ( leider nur ein Wunschtraum ) was erzählen uns dann die Demokratie Experten für ein Märchen.

    • Wer zu dieser „Wahl“ geht und sie damit anerkennt dem ist nicht mehr zu helfen!!!
      Aber wie man sieht macht sich mal wieder niemand in der BRD einen Kopf darum ob das überhaupt legitim ist. „Ok, dann haben wir halt EU Wahl“. Hallo ??? Wie Hirn gewaschen muss man sein??? Wer zu dieser Wahl geht erkennt die EU als legitim an!
      Oh oh oh … ich sage ja, nach dem 25. Mai fliegen hier die Fetzen. Mal gucken wo wir bis ende des Jahres stehen? Planen würde ICH hier jedenfalls nichts mehr in Hinblick auf mehrere Monate.

  9. … vor allen Dingen. Raus aus der NATO!!! Die „Westbindung“ aufgeben!

    Was in der EU an Vielem so falsch und gegen die Bevölkerung läuft hat doch darin seinen Ursprung daß die EU an erster Stelle mal die geostratekischen und wirtschaftlichen Interessen der USA vertritt! Und das Imperium kriegt den Hals nicht voll – bis es knallt!
    Wenn das Militär zu teuer ist muß es erobern und plündern um sich zu finanzieren – das wußte schon Cäsar und Wallenstein hat es formuliert.
    Aus der EU ist nur dann etwas zu machen, wenn sie sich zu einem geostratekisch neutralen Wirtschaftsbündnis wirklich souveräner, neutraler Staaten entwickelt – ohne Einmischung in die inneren Angelegenheiten und die Haushaltshoheit – also auch ohne Gemeinschaftswährung – der einzelnen Staaten. Das Vorbild sei nicht die USA, sondern die Schweiz!

    Und je kleiner die Nationen sind, desto besser für die technische Realisierbarkeit wirklicher Demokratie! Und das bei größtmöglicher Autarkie, d.h. bei geringstmöglicher Abhängigheit! Größe ist grundsätzlich schlecht und führt zwangsläufig in die (Militär-) Diktatur! Das beste historische Beispiel ist die Entwicklung des Römischen Reiches.

    Deshalb sind mir auch im Zweifelsfall die Grenzen des Postkutschenzeitalters lieber als VSE! Und die NATO ist spätestens seit 1990 flüssiger als Wasser bis allenfalls gefährlich für den Weltfrieden – wie das Beispiel der Ukraine aktuell zeigt!

    Also: Schickt NGOs in die USA auf daß die sich in ihre Bundesstaaten zerlegen!

    • Wow! Nur ein paar Anmerkungen zur Größe. Einer hat mal ausgerechnet, dass die kleinste wirtschaftlich Einheit bei 7 500 Menschen liegt. Doch diese würden währscheinlich viele der aktuellen Produkte nicht selbst herstellen können. Sie müßten sich zusammentun. Wo dann die kleinste sinnvolle Einheit liegt ist schwer zu ermitteln, das wäre vorallem von den Preisen der Produkte und den Löhnen abhängig. Vollautomation wäre hier also sinnvoll, wenn die Menschen von Beratung und kleineren Spezialfällen, Handwerk ect. leben können.

      Je kleiner man ist, umso teuerer werden Militär, Infrastruktur und so weiter. Insgesamt kann man die wirtschaftliche Pauschallösung geben: Je größer, desto billiger und einfacher wird alles. Politisch ist die kleinste Einheit bei biszu 150 Menschen. Die können sich selbst verwalten. Danach wird Verwaltung im großen Stil nötig und die Kosten steigen. 150 Menschen können alleine wieder nicht alle Aufgaben lösen. Sie werden sich wieder zusammentun. Wo hier die kleinste, funktionierende Gruppenstärke liegt, ist wieder offen. Doch diese Verbünden könnten ungezwingen sehr gross werden, da sie lose gebunden sind und schnell auf jede Situation individuell reagieren können. Dann gäbe es keine Nationalstaaten, sondern nur viele solcher Gruppen, die sich zusammenraufen, weil sie es allein nicht können, aber es immer auch andere Gruppen gibt, die es ähnlich sehen. Man kann seinen Weg gehen. Scheitert man, ist es nicht weiter schlimm, man kann rechtzeitig umschwenken.

      Die Wünsche, die fast schon Ideale sind, könnten also mit solchen 150er Gruppen realisiert werden. Das braucht aber Leute, die arbeitteilig denken und vorgehen, und Verantwortung übernehmen. Solche Menschen zu finden ist in einer Zeit, in der die Menschen noch durch hierarchische Strukturen geprägt sind und in diesen Denken, keine leichte Aufgabe auch nur 150 von diesen zu finden. Wer meldet sich freiwillig?

    • Ja, sie mischt sich ein. Wenn sie eine Wirtschaftseinheit bleiben will, dann kann sie das nur erreichn, indem sie auch politisch etc. zur Einheit wird. Wie das allerdings aussehen wird, das ist noch offen.

      Ich war lange Zeit der Meinung, dass sie da keine andere Change hat, als vom gestrigen Denken abstand zu gewinnen und „vernünftig“ zu werden. Es zeigt sich aber, dass sie die Fehler von Gestern (meist mit den Worten: „Das macht man so, hat man schon immer so gemacht. Das funktioniert. Alles andere ist unbewiesen.“ begründet) wiederholen will.

      Da ich einen erkannten Fehler nur ungern wiederhole – passe ich politisch in dieses Szenarium nicht hinein. Deshalb habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich über die 150er Gruppen gestolpert bin und sehe darin eine echte Chance, selbst einige der als Ideale verschrieenen abder dringend nötigen organisatorischen Änderungen, sehr realpolitisch umzusetzen.

      Ansonsten wird genau das passieren, was sich bereits abzeichnet: Wiederholung der Mechanismen von Gestern. Nicht lösungs- sondern prozessorientiertes Vorgehen. Wenn eine Firma an diesen Punkt kommt und sie findet nicht zurück und ist nicht zu gross, so dass sich in dem ganzen Drumrum immer irgendwo eine Gewinn ergibt, dann geht sie kaputt. Warum soll das bei Staaten anders sein? Weil sie größer sind?

    • Nur um meine Position mal deutlich zu machen: Ich war sehr pro Europäisch und sah das nur als Vorstufe zur „Weltregierung“ im besten Sinn des Wortes. Allerdings bin von den Vertelungs- Wiederholungs- und Schulpolitiker – sagen wir enttäuscht. Alle anderen haben aber eine Chance verdient.

      Auf diesem Block finde ich viele, die wohl ähnlich denken – es mag aber Leute geben, die daraus andere Schlüsse ziehen. Es wäre schade, wenn es nicht so wäre. Denn erst der Austausch (inkl. Zuhören und Nachdenken!) hat das Potenzial, dass nichts übersehen wird. Es geht bei diesen Dingen mehr um Vollständigkeit und Blickwinkel als ums Durchsetzen. Wird keine Lösung gefunden, die alle akzeptieren können (hier geht es nicht um das wollen! Das will meist zu viel, ist oft zu hektisch und überzogen. Hier geht es darum, Lösungen zu entwickeln. Das Leben zu gestalten. Tragbare Vereinbarungen zu finden – und das geht eben nur, wenn man nicht einseitig wird.

      Meine Position ist also: Lieber einen Lösungsvorschlag mehr zu erarbeiten als ständig alles auf das Risko zu bügeln quasi auf das Handkanasta zu setzen. Freilich würden in so einem Fall dann Abhören effektiver sein. Wer sich nicht absprechen muß, braucht auch kaum Freiraum oder Privatssphäre.

      Doch hier geht es darum, wie wir unsere politischen Ziele formulieren – wenn es sie denn gibt. Im Kommentar oben wird gesagt, dass nur kleine Staaten wirklich demokratisch sein können – ich bin der Meinung, dass mit Hilfe der 150er beliebig große Strukturen gebildet werden können. Damit widerspreche ich nicht, sondern weise auf eine mögliche Weiterentwicklung hin.

    • Die Gedanken von roseay sind bestechend, aber nicht realisierbar. Sie würden uns auf die Ebene der Stammesgesellschaft zurückführen. Diese aber war nur machbar, weil die Mitglieder sich einer strikten Arbeitsteilung unterwarfen. Unwillige, Faule, Kriminelle waren ausgeschlossen, alle Einwanderer mussten sich einer strengen Prüfung unterziehen. Logischerweise führte das zu ausgemusterten Subjekten, die sich ebenfalls in Stämme organisierten. Aus dieser Eskalationsspirale entstanden Volksgruppen, Völker, Nationen und schlussendlich Staaten. Idealerweise sind Staat, Nation und Volk deckungsgleich, was aber nicht die Regel ist. Wenn überhaupt können wir heute auf der Ebene der Nation oder vielleicht noch auf der Ebene der Volksgruppe denken. Quasi als Teilstaat. Wie groß ist denn ein solches Gebilde ? Wenn Aufgaben des Staates – innere und äußere Sicherheit, Finanzhoheit, Grundgüterversorgung, Schutz von Alten, Kranken und Schwachen- notwendig sind, liegt die Kopfstärke irgendwo zwischen 10 und 12 Millionen. Das ist schon gewaltig, darunter aber wird Gewaltenteilung mit anderen Teilstaaten notwendig. Die aktuellen Verhältnisse in der Welt zeigen das ganz deutlich. Innerhalb dieser 12 Millionen ist Gewaltenteilung unerlässlich, nicht jeder kann Ankläger, Richter oder Henker sein. Für diese Gewaltenteilung gibt es geschichtliche Beispiele, an denen man sich orientieren kann. Es ist zu sehen, dass unserem Drang nach Selbstbestimmung enge Grenzen gesetzt sind. Zumal jede kleine Gruppe konfliktfähige Mitglieder voraussetzt. Was auch konfliktbereit – wehrwillig und wehrfähig- bedeutet. Sonst wird diese Gruppe schnell anderen Gruppen unterliegen. Das heißt, zuallererst stehen Gruppenrechte, denen alle Individualrechte untergeordnet sind. Allgemeine Menschenrechte und Selbstbestimmung des Einzelnen sind zu messen am Gruppennutzen. Wir drehen die Uhr zurück um mehr als 1.000 Jahre, Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Bei aller Euphorie bitte ich um Beachtung der Realität.

    • Gut, ich versuche direkt auf den Beitrag von Frankenstein einzugehen. Erstmal danke für das „bestechend“. Dann zu der Frage, ob die 150 Gruppen realisierbar sein? Sicher. Praktisch alle größeren Strukturen setzen sich heute bereits aus 150er zusammen. Man findet sie überall. Selbst bei FaceBook haben die meisten 150 Freunde. Die 150 findet sich auch beim Militär und so weiter. Die Wissenschaft ist davon überzeugt, das anhand der Gehirngröße bei allen Primaten nachweisen und ausrechnen zu können.
      Die 150 braucht nicht realisiert werden, sie ist heute schon der Baustein von größeren menschlichen Gruppen. Diese Tatsache wird aber nicht laut verbreitet. Von allem nicht von denen, die sich der 150 bedienen müssen. Es wäre nur vernünftig, auf die 150er zu bauen statt sie zu verschweigen.
      Stichwort Stammesgesellschaft. Was da beschrieben wurde, ähnelt eher dem Mittelalter, dazu später mehr. Auf Stammesebene und den ersten Agrargesellschaften, auch dort finden sich die 150er wieder. Wurden Dörfer zu groß, machte man zwei daraus. Wann wurden Dörfer zu groß? Wenn die 150 überschritten wurde. Übrigens, in diesen Gruppen war die Arbeitsteilung ect. so strukturiert, dass jeder alles können musste. Selbst das Bild: „Frau-Höhle, Mann-Jagt“ wird durch Funde immer wieder in Frage gestellt. Es scheint eher so zu sein, dass jeder alles konnte. Und wie groß waren diese Gruppen? Nun die Größe ist von vielen äußeren Faktoren abhängig. Aber bei 150 scheint endgültig Schluss gewesen zu sein. Was gehen nun die großen Bauten der Epoche an, die benötigten weit mehr Menschen als 150. Nun, sie beweisen nur, dass die 150er sich zusammen tun können, wenn sie gemeinsame Ziele verfolgen – genauso wie die größeren Strukturen, die sich heute der 150er bedienen.
      Funde unterstreichen, dass in der Stammeszeiten die Menschen zusammen arbeiteten, Kranke und Alten pflegten – schlicht Fürsorge betrieben und auf die Gruppe setzten statt auf Individualität. Ihre Umgebung war der Grund: Es braucht schlicht X Personen um ein Mammut von der Gruppe zu trennen und mit Feuer über die Klippe zu jagen. Und es brauchte auch eine bestimmte Zahl von Personen, um ein bestimmtes Areal wie einen Rastplatz zu bewachen und zu verteidigen. Sank die Zahl darunter, wurde man angreifbar. Das bedeutete damals wahrscheinlich einen schnellen Tod.
      Erst mit der Stadt entwickelte sich so etwas wie Individualität, wurde sogar wichtig. Wer bessere Pflüge herstellen konnte, als die anderen, konzentrierte sich darauf – und wurde dadurch vielleicht noch besser. Alle profitierten vom:“jeder kann etwas (eine Sache oder Aufgabe lösen) besser, als die anderen“. Er machte nur noch das, er spezialisierte sich darauf und alle konnten nun die höhere Qualität nutzen. Das geht aber nur, wenn der Vertrag eingehalten wird und dieser Mensch leben kann. Aber wird er durchgefüttert oder erhält er großzügige Gaben für sein Können? Irgendwann gab es dann Geld über das man tauschte.
      Was heute unter Arbeitsteilung verstanden wird (das ist dein Platz, mach Sitz und das, was dir gesagt wird) hat also wenig mit der Grundidee zu tun. Diese Dinge resultieren auch nicht aus der Arbeitsteilung sondern aus der Organisationsform, wie etwas erstellt wird. Während das Prinzip Arbeitsteilung evolutionär ist, auf Entwicklung und Veränderung setzt, neigen Organisationsformen dazu, Strukturen zu bilden und diese neigen wiederum dazu, sich zu verfestigen. Beide Ideen haben den gleichen Ursprung, ihre Ergebnisse sind aber gegensätzlich.
      Die 150er sind tendenziell evolutionär. Staaten setzen auf Organisation. Diese ergeben letztlich feste Strukturen, an denen nicht gerüttelt werden darf. Erst jetzt machen Begriffe wie: Unwillige und Faule einen Sinn. Es ist also der Staatenbildung zuzuschreiben, dass sich die von Frankenstein erwähnte Eskalationsspiralen bildet. Auch die „Deckungsgleichheit“ – ich interpretiere das als wir sind uns zum verwechseln ähnlich, gehen im Gleichschritt und sind als Gruppe unschlagbar – ist der Organisationsform zuzuschreiben und ähnelt eher dem Stamm und der Steinzeit als der Phase der Städtebildung.
      Mich würde interessieren, wie Frankenstein auf die 10 bis 12 Millionen kommt. Letztlich ist es aber nicht relevant, denn die 150er sind in der Größe nicht eingeschränkt. In wenigen Stufen könnte sich die gesamte Welt abstimmen (genaueres siehe: roseny.wordpress.com Stichwort 150er).
      Selbstverständlich ist Gewaltenteilung unerlässlich! Die 150er gehen in diesem Punkt viel weiter als die heutigen Modelle.
      Bei den letzten Sätzen wird dann sehr deutlich, dass Frankenstein letztlich ein Stammeshänger ist und in den Schutz der Gruppe flüchten will. Leider werden die Menschen heute immer noch so konditioniert. Sie sind dann einfacher zu beherrschen. Aber aus dem Stamm wurde durch die Qualitäten der Städte und Individualität letztlich etwas, das einige Zeit gut funktionierte, dann aber an widrigen Umständen scheiterte und in die Stammesphase zurückfiel.Die heute noch von vielen als das einzig wahre, anzustrebende Ziel, den sicheren Hafen, weil Höhle und Herde angesehen werden.
      Um es also deutlich zusammenzufassen: Nein. Gruppen sind dynamisch nicht statisch. Es ist das (Menschen-)Recht(!) des Individuums, sich seine Gruppe selbst zu wählen. Die Gruppe ist der Werber und darf das Individuum nicht binden (findet aber immer wieder Wege dazu. Das „wir“ macht Menschen unterwürfig. Das kann missbraucht werden. Die Menschheit hat darin Übung).
      Was ist jetzt real? Die wissenschaftlich nachweisbaren Fakten dieses Kommentars oder die Emotionen, die viele unter die Flügel der Glucke locken? Beides. Aber man kann sich darüber unterhalten. Und manche schaffen es sogar, sich zu entwickeln.

  10. Guter Bericht Guido! Sehe ich auch so. Das mit Italien, Spanien, Schottland, Nordirland und Belgien wußte ich noch nicht. Cool auch, dass die Südtiroler weg von der EU wollen. Ich finde es richtig und gut, dass die Krim zu Russland will. Ja, ich bin schadenfroh, dass man der EU eins auswischt 😉

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