Maidan-Skandal: „Was wissen Sie über die Todesschützen, Frau Merkel und Herr Klitschko?“

Es ist der größte Skandal, seit es die so genannten “Maidan-Aufstände” in der Ukraine gibt – aber wieder einmal verschweigen ihn die deutschen Medien; größtenteils. Wohlweislich, weil ihnen sonst die ganze Ukraine-Krim-Berichterstattung – im wahrsten Sinne des Wortes – um die Ohren fliegt!

Die Scharfschützen, die bei den Protestaktionen in Kiew auf Menschen geschossen haben – Opfer waren Demonstranten und Polizisten – sind wohl nicht vom damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch beauftragt worden, wie medial verbreitet, sondern von den “Leitern des Maidan”! Von der Oppositionsbewegung.

Alle Indizien, die vorliegen, sollen demnach davon zeugen, dass sowohl Protestler als auch Mitarbeiter der Sicherheitsorgane von ein- und denselben Scharfschützen getötet wurden!

Ist dies krude Verschwörungstheorie oder Fakt?

Gerne würden EU-Politiker und westliche Medien diesen unglaublichen Skandal mit dem Totschlagargument Verschwörung abstempeln. Aber dieses Mal können sie es kaum!

Die oben genannten Fakten wurden bei der Aufnahme eines Gesprächs vom 26. Februar zwischen der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton und dem estnischen Außenminister Urmas Paet enthüllt, über die der ukrainische Sicherheitsdienst verfügte. Dabei tauschten sich beide Politiker über die Situation in der Ukraine aus. Paet erzählte, was er in Kiew erfahren hatte: Olgo B., die die Verletzten auf dem Maidan behandelt hatte, informierte ihn über Scharfschützen, die Menschen in Kiew töteten. Ihr zufolge deuteten alle Indizien darauf hin, dass Menschen auf beiden rivalisierenden Seiten von ein und denselben Schützen erschossen wurden. Die Ärztin hätte ihm auch Bilder gezeigt und gemeint, dass in allen Fällen die gleiche Munition genutzt und Menschen auf die gleiche Art getötet worden seien.

EU-Chefdiplomatin Ashton hat anscheinend auch mit Olga B. gesprochen und ihr gesagt, dass sie sich vorbereiten solle, eine Regierungsverantwortung zu übernehmen, etwa als Gesundheitsministerin. “Ich habe ihr gesagt, dass wir Leute wie sie brauchen”, so Ashton weiter.

Soll die Maidan-Ärztin etwa “gekauft” werden, damit sie ihre Erkenntnisse für sich behält? Freilich nur Spekulation aber nichtsdestotrotz naheliegend. Denn wie sonst könnte man einer Ärztin auf einmal einen Job als Gesundheitsministerin in Aussicht stellen?

Außenminister Paet: „Besorgniserregend ist, dass die neue Koalition nicht gewillt ist, die Umstände dieser Todesschüsse zu klären. Somit wird der Verdacht erhärtet, dass hinter den Scharfschützen nicht (Präsident Viktor) Janukowitsch, sondern jemand aus der Koalition gestanden hat.” Dies bringe die neue Koalition von Anfang an in Misskredit. Paet zufolge ist das Vertrauen der Bevölkerung zum neuen Kabinett gleich Null. Darüber hinaus gebe es Probleme mit der Gewährleistung der Sicherheit und der territorialen Integrität sowie um die Krim u.a. Parlamentsabgeordnete würden massiv unter Druck gesetzt. Nachts kämen zu ihnen „ungebetene Gäste“. Journalisten wollen gesehen haben, wie Bewaffnete direkt vor dem Parlamentsgebäude einen Abgeordneten brutal niedergeschlagen hätten.

siehe u.a. auch: http://de.ria.ru/politics/20140305/267984319.html

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/03/05/madain-handelten-scharfschuetzen-im-auftrag-der-neuen-koalition/

Paet erwähnte, dass die Scharfschützen von “Leitern des Maidan angestellt worden waren”. Und weiter: “Es gibt immer stärkere Erkenntnisse darüber, dass hinter den Scharfschützen nicht Janukowitsch steht, sondern jemand aus der neuen Koalition. Das haben mir die Demonstranten vom Maidan erzählt. Sie vertrauen niemandem. Sie wollen eine völlig neue Regierung.”

Dieses Top Secret-Gespräch wurde mit der Einstellung ins Internet öffentlich gemacht. Zu finden beispielsweise bei “Die Stimme Russlands”:

http://german.ruvr.ru/news/2014_03_05/Kiewer-Scharfschutzen-angeblich-von-ukrainischer-Opposition-engagiert-3744/

Aber ist dieses hochbrisante Gespräch vielleicht ein Fake? Europas größte Tageszeitung, die BILD jedenfalls, legt dies in ihrer Berichterstattung nahe. So schreibt sie: “Ist das ein abgehörtes Telefonat unter Diplomaten oder ein konstruiertes Propaganda-Instrument? Auf YouTube tauchte ein Telefonmitschnitt auf, zu hören sind die Stimmen der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und des Außenministers von Estland, Urmas Paet – angeblich.” In diesem Tenor macht die BILD dann weiter, spricht davon, “der Mann, der Paet sein soll”, über den “vermeintlichen Paet”, eine Frauenstimme, die “Catherine Ashton gehören soll”, um dann zu fragen: “Sind das die echten Stimmen von Ashton und Paet, oder haben Maidan-Gegner dieses Telefonat inszeniert?” Und erst ganz klein gedruckt, als letzten Satz dieser manipulativen Berichterstattung steht: “Das Außenministerium Estlands bestätigte in einer Pressemitteilung, der Telefonmitschnitt sei “authentisch”.

Mit dieser Story hat die BILD wohl ihre eigene Berichterstattung ad absurdum geführt und ihre manipulativen Techniken – für jeden ersichtlich – offen gelegt.

http://www.bild.de/politik/ausland/majdan-nesaleschnosti/vermeintliches-ashton-telefonat-abgehoert-was-wissen-die-maidan-chefs-ueber-scharfschuetzen-34947960.bild.html

Der estnische Außenminister Paet bestätigte die Authenzität des Gesprächs tatsächlich! “Äußerst bedauernswert ist, dass es so ein Abhören überhaupt gegeben hatte”, gestand er zudem ein.

Hier die Pressemitteilung des estnischen Außenministeriums: http://www.vm.ee/?q=en/node/19353

Und eine weitere Berichterstattung: http://german.ruvr.ru/news/2014_03_05/Estland-bestatigt-Authentizitat-des-Gesprachs-uber-Scharfschutzen-auf-Maidan-8204/

Dass hinter den Maidan-Scharfschützen nicht Janukowitsch, sondern jemand aus der neuen Koalition stecken soll, behauptete auch der ukrainische Ex-Präsident bei seiner letzten Pressekonferenz.

Noch einmal: Dieses abgehörte Telefongespräch zwischen zwei hochrangigen EU-Politikern wirft ein völlig neues Licht auf den gewaltsamen Umsturz in Kiew!

Wer mit den “Leitern des Maidan” gemeint ist, bleibt offen. Klar jedenfalls scheint, die Opposition. Aber wer davon? Julia Timoschenkos “Vaterlands-Partei”, Vitali Klitschkos “UDAR” oder Oleh Tjahnyboks rechtsextreme und antisemtische “Swoboda”-Partei?

Wer also ist für diesen Schießbefehl verantwortlich?

Erinnern möchte ich in diesem Zusammenhang auch an den ORF-Sonderkorrespondenten Christian Wehrschütz, der im Februar 2014 live aus Kiew berichtete: “Extremistische Oppositionelle stürmten Polizeikasernen und erbeuteten Waffenlager. Diese extremen Gruppen schickten dann Scharfschützen auf die Straßen in Kiew.”

http://oe1.orf.at/artikel/3675

Zu den “Leitern des Maidan” gehören natürlich die Oppositionsparteien. Deshalb ist die Frage berechtigt, was auch die deutsche Regierung unter Angela Merkel und ihr politischer “Ziehsohn” Vitali Klitschko über die Todesschützen wissen? Denn die CDU hat sich längst tief in die ukrainische Oppositionspolitik eingemischt.

Bei der ukrainischen Oppositionspartei UDAR (“Schlag”) von Vitali Klitschko jedenfalls, wird die “Christlich demokratische Union” sogar als offizieller “Partner” angegeben.

http://klichko.org/en/about/partners

Längst sind Gerüchte im Umlauf, die besagen, die UDAR wäre gar von der CDU gegründet worden, um ihren Einfluss in die ukrainische Politik wahr zu machen.

Die “Stimme Russlands”, eine russische staatliche Rundfunkanstalt, veröffentlichte bereits im November 2012 unter anderem:

UDAR, eine CDU-Erfindung. Jetzt kommt der neue Politiker mit seiner neuen Partei ins Spiel: Vitali Klitschko und UDAR. UDAR wurde von der CDU konzipiert… Auf der Webseite des CDU-Politikers und Vorstandsmitglieds der Europäischen Volkspartei (EVP), Werner Jostmeier, http://www.jostmeier.de/index.php?myELEMENT=235941 liest man Folgendes: „Klitschko wurde von der Konrad-Adenauer-Stiftung damit beauftragt, in der Ukraine eine christlich-konservative Partei unterstützend mit auf die Beine zu stellen und zu etablieren. Seine Aufgabe als Parteichef der „Ukrainischen demokratischen Allianz für Reformen“, die UDAR (Ukrajinskyj demokratytschnyj aljans sa reformy) nimmt er dabei sehr ernst“….

http://german.ruvr.ru/2012_11_06/93666367/

Klickt man heute den oben genannten Link von Jostmeier an, dann steht da einiges über sein Treffen mit Klitschko, nicht mehr jedoch über eine Beauftragung der CDU. Es sieht so aus, als ob dieser Teil gelöscht worden wäre…

Weitere Fakten:  Schon im Januar 2011 hielt Klitschko in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU eine Pressekonferenz ab. Dabei traf er sich auch mit dem CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe.

http://www.kas.de/wf/de/33.21719/

Am 09. November 2013 organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung zusammen mit der Jugendorganisation von Klitschkos UDAR ein Seminar zum Thema „Die Perspektive der Ukraine im Kontext des Assoziierungsabkommens mit der Europäischen Union“. Dabei haben sich über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der gesamten Krim mit den Vertretern der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie mit zwei Experten des Instituts für globale Transformationen und des Instituts für wirtschaftliche Studien und politische Beratung aus Kiew über die Vor- und Nachteile des Abkommens ausgetauscht.

http://www.kas.de/ukraine/de/pages/12882/

Im Dezember 2013 lässt Bundeskanzlerin Angela Merkel öffentlich verlauten, den ukrainischen Oppositionspolitiker Vitali Klitschko durch gemeinsame Auftritte zu stärken. Man wolle den Profiboxer zum Oppositionsführer und Gegenkandidaten des damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch aufbauen. Und weiter wird verraten, dass die UDAR bereits logistische Unterstützung u.a. von der Konrad-Adenauer-Stiftung erhalte. Zudem seien UDAR-Parlamentarier und deren Mitarbeiter geschult worden. Selbst Merkels außenpolitischer Berater Christoph Heusgen, Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und Ex-Außenminister Guido Westerwelle hatten damals mit Klitschko über mögliche Unterstützungen gesprochen.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-12/merkel-klitschko-ukraine

Bleibt also zu hoffen, dass die “Leiter der Maidan-Aufstände” schnellstens für ihre Schießbefehle der Scharfschützen auf Demonstranten und Sicherheitskräfte zur Verantwortung gezogen werden – sich ebenfalls auch die deutsche und europäische Politik dafür verantworten muss, die die Opposition-Parteien unterstützt.

Und auch die westlichen Medien, die lange genug falsch berichtet, geschwiegen, vertuscht und gelogen haben.

10 Gedanken zu “Maidan-Skandal: „Was wissen Sie über die Todesschützen, Frau Merkel und Herr Klitschko?“

  1. Was sich hier in diesem Land ‚Journalismus‘ nennt ist kaum noch zu ertragen. Lügen und Vertuschen im Auftrag- Neben den Print-‚Medien‘ die eh lange so gut wie gleichgeschaltet sind – mit an der vordersten Propagandafront ARD/ZDF, wie auch schon in Sachen Syrien, Libyen Iraq, Afghanistan, Jugoslawien, für wie bescheuert halten diese Sprechpuppen eigentlich die Menschen hier?

  2. Mir gefällt Ihr Bericht Herr Grandt. Ich wollte nur wissen ob Sie vielleicht noch einen weiteren Link zum ORF Bericht von Christian Wehrschütz haben. Komischerweise ist das Video verschwunden. Vielen Dank

    • Sehr interessant: Als ich gestern den Artikel schrieb habe ich alle Links noch einmal geprüft. Da ging er noch. Nun hat ihn der ORF abgeschaltet (ich habe mir den Beitrag jedoch ausgedruckt). Klassisches Beispiel dafür, wie das System funktioniert!

  3. Es wird leider nicht geschehen.Es wird irgendein Sündenbock gefunden.Man hat ja nach der „Flucht“ von Janukowytsch schon Dokumente gefunden, die belegen das er den Schiessbefehl gab.Das muss man sich mal vorstellen.Die waren wohl in einem Umschlag mit der Aufschrift „Ich gestehe alles“……hahahaha.
    So läuft die Welt leider derzeit und wir können nur ohnmächtig zuschauen.
    So lange wir uns nur darüber aufregen, wird sich nichts ändern.
    Falls der BND jetzt mitliest:
    Nein, ich plane nicht die Gründung einer echten RAF 😉

  4. Volle Zustimmung, Herr Grandt. Bleiben Sie dran. Nicht lockerlassen. Frau Merkel und ihre CDU samt KAS und Klitschko müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Man muss dieses Gespraech auch im Kontext mit Klitschkos emails sehen. Das ist gleichsam ein Puzzle, wie sich da die Einzelteile zusammenfügen. Es darf nicht sein, dass Frau Merkel sich hierzu ausschweigt und davon stiehlt. Wie tief ist der – andere Länder moralisierende – Westen doch selbst moralisch gesunken! Eine Schluesselrolle im Ukraine Umsturz kommt meiner Ansicht nach Frau Merkel zu als der lange Arm der USA in Europa.

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