„Staatsnähe“ beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk?

Während das Zeitungssterben weitergeht („Frankfurter Rundschau“, „Financial Times Deutschland“) sorgt eine kleine, fast unbedeutend erscheinende Meldung im „Handelsblatt“ v. 21.11.12 für Irritationen.

Nachfolgend möchte ich Auszüge daraus wiedergeben:

SWR kann staatsferner senden

„Der Südwestrundfunk (SWR) wird künftig etwas staatsferner agieren können. Denn die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wollen sich aus dem Rundfunkrat des Senders zurückziehen. Das kündigte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) gestern bei der Vorstellung des Entwurfs für einen erneuerten SWR-Staatsvertrag in Mainz an.

(…)

Beck hatte sich schon zuvor bemüht, den Einfluss von Parteien im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zurückzudrängen: Er zog mit einer Klage gegen den ZDF-Staatsvertrag nach Karlsruhe. Das Bundesverfassungericht wird die Sache wohl 2013 verhandeln und entscheiden.“

Quelle: „Handelsblatt“ v. 21.11.12

Doch was heißt das, der SWR kann „staatsferner“ senden? Sendet er jetzt „staatsnahe“ und damit „Regierungsnahe“? Hält die Parteipolitik seine Hand über den Sender und damit auch über das Programm? Wird damit Kritik an der Politik eingedämpft, wie beispielsweise an der unsäglichen Euro-Politik der Bundeskanzlerin? Was ist aus den scheinbar unabhängigen und freien Sendern geworden?

Für alle, die noch immer denken, dass Fernsehprogramm irgendwie „objektiv“ sei, sollte diese kleine Meldung, am Rande des Massensterbens auch kritischer Print-Medien, die TV-Augen öffnen.

Ein Gedanke zu “„Staatsnähe“ beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk?

  1. das ÖR ist in der tat schlecht übertünchte desinfo, hofberichterstattung und propaganda, aber vergessen wir nich auch, dass die „privaten“ ihre stellung niemals gehabt hätten wenn sie sich nicht zur politik *schauder* ins bette gelegt hätten (kirch + kohl z.b.)

    wenn ihr mich fragt: alle (d.h. jeder der die mittel hat) sollen funken und senden wie sie lustig sind und dann wird sich schnell rauskristallisieren, ob der bürger lieber qualität hat (was unterhaltung nicht ausschließt!) oder den dreck den wir eh schon haben! und dann ist es egal ob auf rtl känguruhhoden gelutscht werden oder im ÖR serdar somuncu (!) sich verteidigen (!) muss (!) weil er öffentlich aus mein kampf liest um aufzuklären (!)…
    und wenn sich der dreck durchsetzen würde, dann ist das halt so.
    früher sind die leute auch lieber zum bänkelsänger gegangen oder haben kotzebue geguckt, statt goethe und schiller (welches niemals populär war! auch wenn kulturpessimisten vllt anderer meinungsind)

    so funktioniert freiheit und gerne auch mal demokratie UND KEINE BEVORMUNDUNG!

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