US-Wahl: Barack Obama hat es geschafft – die Hochfinanz verloren

Die Entscheidung ist gefallen: Der Demokrat Barack Obama bleibt alter und neuer US-Präsident! Damit hat er das Rennen um das Weiße Haus eindeutig für sich entscheiden können.

„Yes we can!“ – Mit diesem Slogan trat Obama bereits bei der letzten Wahl an. Doch viele Amerikaner waren und sind enttäuscht über seine Politik. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer. Die Mittelschicht leidet unter der Finanzkrise und bröckelt weg. Dennoch – Obama hat sein einstiges Wahlversprechen, seine Soldaten aus dem Irak zurückzuziehen, wahr gemacht. Auch die Tötung Osama Bin Ladens konnte er sich auf seine außenpolitische Fahne schreiben.

Allerdings sahen viele Amerikaner im Kampf um das Weiße Haus auch den Kampf zwischen der Hochfinanz und den „Normalos“. Ganz eindeutig vertritt der Republikaner und Milliardär Mitt Romney das Kapital. So unterstützen ihn vor allem die Banker der Wall Street; allen voran die „Bad Bank“ Goldman Sachs und die Bank of America.

Auch die Deutsche Bank setzte auf einen Machtwechsel in den USA: sie unterstützte den Mormonen Romney mit Wahlkampfspenden, ebenso der Versicherungsgigant Allianz und der Mobilfunkriese die Deutsche Telekom.

Vergessen darf auch nicht das heimlich gedrehte Video, in dem Romney auf einer (nicht öffentlichen) Spendenveranstaltung, deren Teilnahme pro Person 50.000 Dollar kostete, nichts ahnend über Obamas Anhänger wetterte: „47 Prozent der Wähler halten zu ihm, die vom Staat abhängig sind, die glauben, sie seien Opfer, die glauben, dass der Staat eine Verantwortung hat, sich um sie zu kümmern, die glauben, dass sie ein Recht auf Krankenversicherung, Nahrung, Unterkunft und Sonstiges haben. Diese Leute zahlen keine Einkommenssteuer.“

Kritiker warfen dem Multimillionär darauf hin vor Wähler zu beleidigen und das Land zu spalten.

So gesehen ist die Wahl zum US-Präsidenten auch eine Wahl gewesen zwischen der Wall Street, den Bankern und den anderen.

Schön, dass dieses Mal das Großkapital verloren hat. So wie es scheint jedenfalls.

9 Gedanken zu “US-Wahl: Barack Obama hat es geschafft – die Hochfinanz verloren

    • Handelsblatt v. 06.11.12:
      „Die größten Spender:
      Mitt Romney: Der Republikaner konnte vor allem die Banker der wall Street für sich begeistern. Mitarbeiter von Goldman Sachs und der Bank of America spendeten jeweils knapp eine Million für den Republikaner…Kasino-Mogul Sheldon Adelson etwa geht in die Geschichte ein als der Mann, der als erstes die Rekordsumme von 70 Millionen Dollar an eine Gruppe gespendet hat, die Mitt Romney unterstützt.
      Barack Obama: Der Präsident wird besonders von IT-Konzernen aus dem Silicon Valley unterstützt. Mitarbeiter von Microsoft und Google spendeten jeweils rund 750.000 Dollar.“

      Wirtschaftswoche Nr. 30/23.07.12:
      „Deutsche Bank und Allianz verbinden mit ihrer Pro-Romney-Initiative offenbar die Hoffnung, dass der Republikaner eine Politik verfolgt, die Finanzinstitutionen gegenüber freundlicher gesonnen ist als die von Obama. Romney hat starke Verbindungen in die Branche, war 1984 Gründungspartner des Finanzinvestor Bain Capital. Seine Nähe zum Finanzsektor sorgt aber auch für Kritik: Mehrere US-Medien werfen Romney vor, die Banken im aktuellen Skandal um die Manipulation des Libor-Zinses nicht zu kritisieren.“

      Financial Times Deutschland v. 24.08.12:
      „Vermögen Obama: Als Präsident verdient Obama im Jahr 400.000 Dollar. Der Großteil seines Vermögens von rund 10 Mio. Dollar kommt aus den Verkäufen seiner Biographie…
      Vermögen Romney: Wie viel Mitt Romney 2011 verdient hat, ist nicht bekannt. Er weigert sich, die Steuererklärung zu veröffentlichen! Im Jahr 2010 zahlte Romney, dessen Vermögen auf 250 Mio. Dollar geschätzt wird, nur einen Steuersatz von 13,9 Prozent…“

    • Klar, Romney ist ja auch eine Marionette der Hochfinanz. Das habe ich ja nicht bestritten. Doch Obama eben auch, was Ihre These, wonach Obamas Sieg eine Niederlage der Hochfinanz sei, widerleg. Wahlen sind gegenwärtig im „Westen“ eine Farce, und wer dies bestreitet, lügt entweder oder ist ein Narr.

    • Übrigens haben sich auch die Medien weltweit für Obama ins Zeug gelegt. Und dass diese die Interessen der Hochfinanz vertreten, wird wohl jeder halbwegs Verständige zugeben müssen.

  1. habe ich das richtig gelesen?! die deutsche (!) telekom (ehemals teil der post!) meint in amerika den präsidenten (mit)stellen zu wollen? wtf
    soviel zum thema „privatisierung“ – eine unheilige allianz der großkonzerne und der politischen machtelite

    bei obama leider keinen deut besser, nur smarter!

  2. Wir leben in einer schleichenden wirtschaftlichen Versklavung großer Volksteile der westlichen Welt. Die Tatsachen sprechen ja klar für sich. Die dünne elitäre Schicht, der es in den letzten Jahrzehnten mit billigen Mitteln gelangt, den größten Teil des Volksvermögens bei sich anzusammeln, trägt längst nicht so viel zur Stabilisierung zukunftsfördernder gesellschaftlicher Verhältnisse bei, als das – zumindest – alle Menschen tun, die Kinder in die Welt setzen und ordentlich aufzuziehen versuchen. Die darum auch ebenso viel Anspruch an das Volksvermögen haben wie all diese elitären Schnösel.

    Wenn diesen gegenwärtigen krassen Verhältnissen der Obama ein „schöneres“ Mäntelchen umhängen kann, als sein Konkurrent, und den Menschen das Gefühl einflößen kann, er könne „noch Schlimmeres“ verhindern, dann werden Hochfinanz und Wallstreet mit ihm schon hochgradig zufrieden sein.

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