DORIAN GREY: Autoren gesucht!


Für DORIAN GREY, die neue Wochenzeitung für Deutschland, Österreich und die Schweiz, habe ich nun die Leitung des Wirtschaftsressorts übernommen.

Für diesen Bereich suche ich Autoren, die Themen „anders“ in der Schreibe als gewohnt umsetzen können.

Siehe:

artikelblockbustering – eine 2-minuten-instant-anleitung

seit bekanntgabe unseres printgangs erhalten wir täglich interessante artikel zugesandt, die es wert wären, in doriangrey abgedruckt zu werden, die wir aber nicht „bringen“ können, weil es in am aufbau hapert. dieser text soll zeigen, auf was wir neben den fakten noch wert legen. es geht um das thema „stil“.

wir halten es für wichtig, daß der leser nicht nur informiert sondern auch “unterhalten” wird. unterhaltung kommt auf der erkennbarsten ebene durch spannung und witz (sex lassen wir hier mal aussen vor) zustande. zugegeben, nicht jedes thema öffnet der spannung tür und tor, so kann man aus einer analyse über das dschungelcamp nicht unbedingt einen “thriller” zaubern ;)  witz kommt da schon eher in frage. wer in diese kiste greift, sollte jedoch beachten, dass sich der humor dann nicht – als erkennbares vehikel – der “kritik” zu deutlich unterordnet. häme mag dem schreiber oder dem an sich schon medienkritischen insider spass machen, aber versteht auch der mainstreamer den brüller? lacht er mit? das wäre hilfreich, um content gewandt zu transportieren und dafür zu sorgen, daß der leser den text einem bekannten weitererzählt oder – empfiehlt. artikel, die lediglich ein urteil bestätigen oder eines schaffen haben dagegen einen haken: sie wirken ideologisch, zu “faktisch”. das ist für den lese”genuss” zu wenig.

dazu kommt ein weiterer, übergeordneter punkt, den unsere journalisten unbedingt beachten müssen: das erzählte soll dem leser so lebensnah wie möglich geschildert werden. wir alle machen gern den fehler, unser wissen als das wichtigste zu nehmen, und meinen daher, möglichste viele “beispiele” und zahlen würden am meisten überzeugen. aber das ist ein irrtum. was unsere diskussions(bzw. lese-)partnern -und auch uns – am meisten überzeugt, weil es nachhaltig im kopf bleibt, das sind BILDER, szenische aufnahmen. deshalb liegt die wirkung des fernsehens weit höher als die von büchern. ein film mit gutem drehbuch schlägt einen wälzer mit 2000 fußnoten um längen. deshalb ist es für uns schreiber wichtig, ein behandeltes thema vom standpunkt eines regiesseurs zu betrachten. mehr als steven spielberg als “dr. faktenreich”. der amerikanische blockbusterkönig würde ein artikelthema hauptrangig an einem greifbaren fall und einer greifbaren person “aufmachen”, zumindest in der einleitung. damit nähe entsteht, berührbarkeit und spannung. man kann -z.b.- über sarazzin ganze bücher schreiben, woher er stammt, wann er geboren ist, welche berufe er ausgeübt hat, aber das liest sich im wahrsten sinne des wortes “schwer”. man kann aber auch so starten: “er saß da wie ein denkmal, unberührbar, unantastbar, kein schweisstropfen rann ihm von der stirn, während im großen hörsaal der universität die studentenschaft tobte. woher, frage ich mich zum dutzendsten male, nimmt sarazzin diese ruhe…” damit kriegst du den leser, und du hältst ihn am ball, denn auch er denkt “ja, klar, würde ich jetzt auch gern mal erfahren, wie dieser kerl immer so cool bleibt!”

die großen printmedien arbeiten nach diesem genau diesem prinzip. und groß geworden sind sie durch “gutes” schreiben, das den leuten freude macht. deshalb empfehlen wir angehenden mitarbeitern (gerade wenn diese durch eine starke “vision”, durch engagement, oder einen aufreibenden “kampf” verkopfen) gerne, einmal “die welt” zu lesen, um zu sehen, wie man´s auf der stilistischen ebene richtig macht. auch der blog rott&meyer fällt in diese kategorie und zeigt, daß sich sogar ein vermeintlich trockenes thema wie die finanzwirtschaft mit leichter hand vermitteln lässt.bitte lasst euch nicht von dieser “belehrungsbreitseite” abschrecken, selbst wir in der chefredaktion reiben uns die genannten “DOs & DON’Ts” gern wechselseitig unter die nase, wenn mal einer von uns wieder nicht “sexy” genug geschrieben hat. wir alle müssen lernen.

Natürlich ist es am besten, wenn man mal einen konkreten Artikel vorgesetzt bekommt, der die Kurve gut gekriegt hat. Nachstehend also die Eröffnung von so einem:

Montag, 22:30 Uhr. S-BahnhofTempelhof. Hell erleuchtetliegt der Bahnhof in dieserNacht da. Mit lautem Getösefährt ein Reinigungsfahrzeugüber den Bahnsteig, ein Mitarbeiterder S-Bahn Berlin wechseltdie Lichtröhre am Treppenaufgangzu den Gleisen,ein anderer säubert mit einemReiniger die Scheiben. Um dieReinigungskräfte herum tummelnsich Fotografen. EinDrehtag zu einem Kinofilm?„Nein“, klärt I. P.,Pressesprecher für die S-BahnBerlin, lachend auf. „Wir informierendie Berliner Presse mitder Aktion darüber, welcheMaßnahmen die Bahn ergreift,um ihren Kunden einensauberenBahnhof zu gewährleisten.“Im weiteren Sinne sind auch P. und seine Kollegen von der Pressestelle dafür zuständig, dass die S-Bahn Berlin einen glanzvollen Auftritt hat. Auch alle anderen Unternehmensbereiche der Deutschen Bahn werden vom Regionalbüro Kommunikation nach außen vertreten. „Am Schönsten ist es, erfolgreiche Projekte vorstellen zu können“, sagt er…

Wie werden die Themen festgelegt? Themen werden gewöhnlich von der Chefredaktion & den Ressortleitern vorgeschlagen, die Autoren können das aber auch selbst tun. Jeweils ein paar Tage vor Herausgabe der Zeitung verständigen wir uns darüber per Mail oder Telefon. In der Folge wird das dann elektronisch vonstatten gehen: Ab der fünften Ausgabe schalten wir eine Recherchesseite frei, in die sich das Journalistenteam einloggt, und in der es Ressort für Ressort Wochenthemen vorfindet und – nach Absprache mit uns – auch selbst einstellen kann. Gefällt Dir eins, dann kannst Du es per Mausklick „blocken“; in dem Fall poppt Dein Nick auf und wir wissen, dass Du´s bearbeitest. Auf dieser Oberfläche sollen sich die Mitarbeiter auch gegenseitig bei der Recherche unter die Arme greifen können. „Hat einer eine gute URL zu…“ „Ich suche ein Bild zu“. So was kann jeder einstellen.

 Wie regelt sich der Umfang von Artikeln und in welchem Format liefere ich Euch selbige? Da pro Journalist nur ein Artikel pro Woche „erwartet“ wird, fällt das Mitwirken bei DorianGrey klar unter die Rubrik „stressfrei“. Der Umfang der Artikel wird vor Recherchebeginn festgelegt. Wir unterscheiden zwischen kurzen (300-1200 Zeichen), mittellangen (1200-4000 Zeichen) und langen (4000-10.000 Zeichen) Artikeln. Wir werden Deine Texte in einem der folgenden Formate brauchen: rtf, odt, doc, txt.

Gibt es eine Entlohnung und wie wird diese errechnet? Faire Verteilung lautet unser Motto. Alle Kernmitarbeiter werden bei DorianGrey in gleicher Höhe am Income beteiligt, egal ob Setzer, Lektoren, Journalisten usw. Die Grundlage der Berechnung ist die individuelle Arbeitszeit. Für kurze, mittlere und lange Artikel legen wir einen bestimmten Schreib- und Rechercheaufwand zugrunde; aus den innerbetrieblich transparent gehaltenen Einkünften bei Verkäufen und Werbeschaltungen minus Fixkosten (Zeitungsdruck, Kioskbeteiligungen etc.) wird dann ein Stundeneinkunftsschlüssel ermittelt, der natürlich von Woche zu Woche wechseln wird, je nachdem wie erfolgreich wir da grad sind. Wir teilen also wie in einer Partnerschaft die guten und die schlechten Zeiten. :)

Wie steht´s mit einem Vertrag? Natürlich willst Du Deine Mitarbeit auch juristisch abgesichert wissen. Deshalb erhältst du nach einer Probezeit einen Arbeitsvertrag, in dem die Grundlagen unserer Zusammenarbeit (Erfordernisse, Gewinnbeteiligung etc.) skizziert sind. Er wird Dich nicht binden. Wenn Du nicht mehr mitmachen willst, gibst Du uns einfach 10 Tage vorher Bescheid. That´s it.

Wie groß ist mein Freiraum bei DorianGrey? Es ist geplant, dass die meisten Journalisten in der Zeitung einen festen „Claim“ erhalten, also einen verortbaren Stammplatz (Ressort/Seite/“Ecke“), an dem sie wöchentlich schreiben. Wenn Du dich besonders bewährst wirst Du ein „gesetzter“ Autor, der seine Wochenthemen aus eigenem Ermessen heraus festlegen, generieren und mit drei-vier leichten Mausklicks selbst in die Druckvorlage einstellen darf. DorianGrey ist dann wirklich ohne Einschränkung „Deine Zeitung“.

Autoren, die für andere Ressorts, als das Wirtschaftsressort, schreiben möchten, wenden sich bitte an die Herausgeber und Chefredakteure Wolfgang Eggert und Felix Vogl: verlag@doriangrey.net

Autoren, die sich für das Wirtschaftsresseort interessen, bitte mit Kurzvita und Leseprobe direkt an mich: guido.grandt@wirsind.tv

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DORIAN GREY-Artikelvorschau: „König Wahnsinn” und der Wüstengoldschatz“


„König Wahnsinn” und der Wüstengoldschatz“

20. Oktober 2012 · in

Die Jagd nach dem Gold-Staatsschatz des libyschen Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi ist in vollem Gange.

Guido Grandt

Fast nebenbei, so scheint es, offenbart sie nun auch das schmutzige Geschäft der Politik und der Geheimdienste im Libyen-Krieg.
Es war einmal ein »wahnsinniger« arabischer König, sagen wir ein Despot. Der hatte acht Kinder, sieben Söhne und eine Tochter. Gesegnet war sein Königreich mit Datteln und Oliven, aber auch mit Erdöl und Gold. Die westlichen Kreuzfahrer-Nationen schauten mit Neid und Arglist auf das reiche Wüstenland. Denn König Wahnsinn hatte einen großen Staatsschatz aus purem Gold angehäuft: Vergraben unter sengender Sonne in der unendlichen Weite der Wüste, beschützt von Skorpionen und Schlangen. König Wahnsinn regierte mit Zuckerbrot und Peitsche über sein Volk. Auch die Herrscher der Kreuzfahrer-Nationen gingen im Wüstenstaat ein und aus, feierten, lachten und bedienten sich der schönen einheimischen Sklavinnen. Bis die große Finanzkrise über sie herfiel wie ein wildes Raubtier und ihnen fast alles raubte, was ihnen heilig war: Gold und Geld, um ihre Macht zu festigen. Doch eines Tages erfuhren sie von König Wahnsinns geheimen Goldschatz in der Wüste. Sofort stieg großes Verlangen in ihnen auf. In ihrer Gier nach dem Wüstengold schmiedeten sie sogar eine Allianz mit den Wüstenrebellen, die seit kurzem gegen ihren König aufbegehrten. Angeführt vom Guten Prinzen Mohr verjagten sie König Wahnsinn schließlich von seinem Thron und nahmen ihn gefangen. Doch er verriet ihnen nicht, wo der Goldschatz vergraben war, schwieg trotz Folter und Qual. Aus Wut darüber beseitigten sie ihn. Etwas später wurde König Wahnsinns Berater, Oberst Spion, gefasst und verhört.
Er wusste von dem legendären Goldschatz in der Wüste. Nur nicht, wo er vergraben lag… Der Leser ahnt es sicher: Bei König Wahnsinn handelt es sich um den getöteten Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi, uneingeschränkter Herrscher über das »Wüsten-Königreich« Libyen. Mit Kreuzfahrer-Nationen sind die Europäer und die Vereinigten Staaten gemeint. Der Gute Prinz Mohr ist US-Präsident Barack Obama und – was die wenigsten wissen – Oberst Spion im wahren Leben Abdullah Sanussi, der ehemalige libysche Geheimdienstchef. Die Quintessenz dieses »Märchens« beruht auf wahren Begebenheiten und ist schnell erzählt: In Folge der so genannten »Arabellion« in den Maghreb-Nachbarstaaten Tunesien und Ägypten kam es im Februar 2011 auch in Libyen zu Demonstrationen gegen das Regime. Dagegen ging Gaddafi gewaltsam vor.  Im Zuge dessen spaltete sich die Regierung: ein Teil schloss sich der Opposition an und im Osten entstand der Nationale Übergangsrat. Das Land zerfiel politisch. Dann griff die NATO mit einer Resolution der Vereinten Nationen in den Bürgerkrieg ein. Die Rebellen der »Libyschen Nationalen Befreiungsarmee« sollten unterstützt und die Zivilbevölkerung geschützt werden. Doch der Einsatz verkehrte einiges genau ins Gegenteil: Wohnhäuser wurden bombardiert und Zivilisten getötet. Genauso wie in dem monatelang andauernden Bürgerkrieg, angeheizt durch die Westmächte.
Der internationale Militäreinsatz, die »Operation Odyssey Dawn«, wie ihn die Amerikaner nannten, dauerte von März bis Oktober 2011. Angeführt von US-Präsident Barack Obama, freilich symbolisch nur, und doch hatte ihm einst Muammar al-Gaddafi nach seiner gewonnen Wahl gratuliert, weil er ein »Sohn Afrikas« sei. Und was hat es mit dem sagenhaften Goldschatz auf sich, der irgendwo im libyschen Wüstensand verborgen sein soll? Nun – auch den soll es »in echt« geben. Das zumindest behauptet Abdullah Sanussi, der einst engste Vertraute Gaddafis, der im September von Mauretanien an Libyen ausgeliefert worden ist. Dieser Staatsschatz soll aus 144 Tonnen purem Gold bestehen und gehört damit zu den größten Goldreserven der Welt. Zu der ganzen Affäre gesellen sich etliche diplomatische und geheimdienstliche Verwicklungen, Staatsaffären und Politikerlügen. Das alles macht aus dem anfänglichen »orientalischen Märchen« eine wahrhaftige »Tragödie«, die selbst Shakespeare hätte nicht besser zu Papier bringen können. Gewürzt mit einer Mischung aus Jason Bourne-Thrill und James Bond-Romantik, jedoch bar jeglichen Eulenspiegel-Streichs. Aber der Reihe nach. Der ehemalige Geheimdienstchef Abdullah Sanussi behauptet nun, dass nur einige führende Ex-Offiziere und einer der sieben Gaddafi-Söhne wüssten, wo der Staatsschatz vergraben sei. Die Goldbarren seien in einem eigens dafür erbauten Kellergewölbe in der Wüste gelagert. Ganz abwegig scheint das nicht, schließlich ließ Gaddafi schon in seinem Hauptquartier in Tripolis die »Bab al-Asisija« bauen, die geheime Tunnelwelt. Angelegt wurde der Goldvorrat in der Wüste dem Vernehmen nach in den Jahren 1992 bis 2003. Also genau in dem Zeitraum, in dem die USA, die EU und die Vereinten Nationen Sanktionen gegen den Wüstenstaat verhängt hatten, weil sie Gaddafi der Unterstützung des internationalen Terrorismus bezichtigten. Die neue libysche Regierung jedenfalls nimmt Sanussis Goldschatz-Enthüllungen ernst…

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Bilderbergtreffen: Steinbrück neuer Bundeskanzler? (2)


Um einen Einblick betr. deutscher Politiker und ihre Meinungen zum Thema Bilderberg wiederzugeben, veröffentliche ich nachfolgend einige Auszüge des Textes aus meinem Film:

Bilderberger – Das geheime Zentrum der Macht (mit Andreas von Rétyi), ca. 80 Min. (ISBN: 978-3-942016-07-0):

Ein einziger Weltstaat. Eine totalitäre Weltregierung. Ein globales Volk. Eine neue Weltordnung. Kontrolliert von einer Elite.

Was, wenn dies schon längst keine Fiktion mehr ist? Wenn diese »Neue Weltordnung« bereits im entstehen ist? Wenn die Mächtigsten dieser Erde bereits eine Regierung bilden? Die über unsere Zukunft bestimmt. Sich das Schicksal der Menschheit nicht zufällig entwickelt. Kriege, Revolutionen, Wirtschaftskrisen und Finanzcrashs nicht einfach so in der Welt geschehen. Sondern die Weltgeschichte von einer Machtelite bestimmt und manipuliert wird. Waren die wichtigsten Ereignisse der beiden letzten Jahrhunderte vorausgeplant? Manipuliert von den mächtigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten dieser Erde? Einer geheimen Weltregierung. Unbemerkt von der Öffentlichkeit. Der Bestsellerautor Andreas von Rétyi führt Sie durch diese enthüllende Dokumentation über die Bilderberger. Sehen Sie ein exklusives Interview mit Andreas von Bülow, einem ehemaligen Teilnehmer an einer Bilderberger-Konferenz, sowie brisante Interviews mit den Bilderberger-Kritikern und Enthüllungsjournalisten Daniel Estulin und Geoff Matthews. Der Bürgermeister von Rottach-Egern berichtet über seine Erfahrungen, als sich die Bilderberger im Mai 2005 in einem Luxushotel in seiner Stadt trafen. Wie äußern sich deutsche Politiker zu den Bilderberger-Treffen und welche von ihnen haben bereits daran teilgenommen? »Die Welt wird von ganz anderen Persönlichkeiten regiert, als diejenigen glauben, die nicht hinter die Kulissen blicken.«Benjamin Disraeli, engl. Premierminister und Freimaurer.

All dies ist eine ungeheuere Machtkonzentration.

In den Händen der Geheimen Weltregierung.

Zu denen auch deutsche Mitglieder zählen.

Doch nur wenige Bürger sind darüber informiert und besorgt.

Fragen beispielsweise auf der Homepage „abgeordnetenwatch.de“ bei Politikern nach.

Wie es sich mit den Bilderbergern verhält.

26:16

Dirk Niebel von der FDP antwortet:

„…bitte wenden Sie sich mit Ihren Fragen an die zuständigen Stellen…Es sind informelle private Treffen von europäischen und amerikanischen Spitzenkräften aus Wirtschaft und Politik, es gibt keine Mitgliedschaften und keinen Vorstand.“

 

Wer die „zuständigen Stellen“ sind erklärt er nicht.

Wiederholt stattdessen nur Bilderbergerpropaganda.

26:44

Niebels Partei-Kollege Christian Ahrendt wird da schon deutlicher:

„Als FDP-Politiker kann ich mich natürlich nicht für solche fragwürdigen Zusammenkünfte aussprechen. Ein demokratisches System ist vor allem durch seine Nähe zum Bürger und durch Transparenz gekennzeichnet. Die Bilderberg-Konferenzen widersprechen beiden Wesensprinzipien eines freiheitlich demokratischen Systems, das gerade nur weil es diese Werte gibt existieren kann.“

 

27:21

Trotz dieser Bilderberger-Kritik ist Ahrends Parteichef Guido Westerwelle zu einer Bilderberger-Konferenz gereist.

Und zwar 2007 in die Türkei.

Wie ein Schreiben des FDP-Pressedienstes vom 29. Mai 2007 belegt:

„Der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Dr. Guido Westerwelle ist am Dienstagabend zu einem Türkei-Besuch aufgebrochen. Im Mittelpunkt seiner politischen  Begegnungen steht ein Gespräch mit Außenminister Abdullah Gül am Mittwochnachmittag…Anschließend wird Westerwelle nach Istanbul weiterreisen, um von Donnerstag an  an der diesjährigen Bilderberg-Konferenz teilzunehmen.“

27:59

Auch SPD-Mitglied Martin Gerster kritisiert die Bilderberger-Konferenzen:

„Aus demokratietheoretischer Sicht finde ich diesen Mangel an Transparenz sehr bedauerlich…“

 

28:12

CDU-Kollege Eckart von Klaeden,

mit dabei beim Bilderberger-Treffen 2008,

hingegen erklärt:

„Auf der Konferenz können sie (die Bilderberger) ungehindert und offen über aktuelle Probleme der Weltpolitik und –wirtschaft diskutieren. Daher ist die Tagung auch vertraulich und findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dies ist eine Vereinbarung die ich nicht brechen werde.“

Und weiter:

 „Es werden dort aber selbstverständlich keine Beschlüsse gefasst…Der Dialog und Meinungsausstausch auf der Konferenz ist aber nichtsdestotrotz für meine Arbeit als Abgeordneter und als außenpolitischer Sprecher meiner Fraktion sehr wertvoll…Die mir entstandenen Kosten wurden vom Deutschen Bundestag übernommen.“

 

29:03

Hans-Joachim Fuchtel von der CDU wird deutlicher als sein Partei-Kollege von Klaeden:

„Sie (die Bilderberg-Konferenz) dient dem informellen Informations- und Gedankenaustausch. Das sind übliche Veranstaltungsformate für Entscheider.“

29:22

Petra Pau von den LINKEN meint:

„…ich halte es für falsch, dass Bürgerinnen und Bürger indirekt Tagungen finanzieren, von denen sie ansonsten nichts wissen dürfen…Das Bedenkliche am Ritual der Bilderberg-Konferenz ist für mich übrigens, dass sich zahlreiche einflussreiche Medienvertreter der Geheimbündelei unterwerfen. Damit meine ich nicht nur die herkömmlichen Medien.“

 

29:47

Auch LINKEN-Partei-Kollege Dietmar Bartsch kritisiert:

„Wenn sich die Reichen und Mächtigen nur privat, hinter verschlossenen Türen, getrauen frei und offen über Themen von allgemeinem Interesse zu sprechen, dann muss schon die Frage gestellt werden, was die gleichen Personen dann der demokratischen Öffentlichkeit auftischen, wenn sie also nicht unter sich sind. So schaffen die Teilnehmer aus Politik und Medien Anlass, ihren öffentlichen Reden zu misstrauen, weil sie ja angeblich nur in privater Runde unter sich frei und offen sprechen können.“

 

30:22

Fast beleidigt reagieren DIE GRÜNEN um Claudia Roth:

„Auch wir wissen nichts über die Inhalte dieser Konferenzen. Grüne sind und waren an ihnen nicht beteiligt.“

 

30:45

Wir wollen es genauer wissen.

Fragen an bei allen Parteien, die im Bundestag vertreten sind.

Bitten um ein Interview zu den Bilderbergern.

Und um schriftliche Beantwortung unserer Fragen.

Wie beispielsweise:

Welche Kenntnisse haben die Parteien über die jährlichen Bilderberg-Konferenzen?

Wissen sie etwas über die in Deutschland stattgefunden Bilderberg-Konferenzen und wer diese finanziert hat?

Warum erfährt die Öffentlichkeit nichts darüber,

obwohl deutsche Parlamentarier daran teilnehmen?

Warum werden die Medien ausgeschlossen?

Das Ergebnis unserer Anfrage ist ernüchternd:

Von keiner Partei bekommen wir ein Interview.

31:22

Die CDU erklärt nichts zum Thema Bilderberg sagen zu können.

Will uns dies auch nicht schriftlich bestätigen.

Die CSU reagiert überhaupt nicht auf unsere Anfrage.

Hüllt sich in Schweigen.

Die SPD will von Bilderberg nichts wissen.

Sich dazu auch nicht schriftlich äußern.

Die FDP meint, dass über die Inhalte der Bilderberg-Konferenzen nichts verlautet werden darf.

Weil es anscheinend die Veranstalter nicht wünschen.

Schriftlich möchten auch die Liberalen uns nicht antworten.

Faxen uns lediglich die Pressemitteilung mit der Teilnahme Guido Westerwelles an der Bilderberg-Konferenz in der Türkei.

DIE GRÜNEN reagieren ebenfalls nicht auf unser Anliegen.

Auch nicht auf unsere Nachfragen.

DIE LINKEN antworten:

„Sie selbst haben Stimmen aus der LINKEN zitiert, dem habe ich (die Pressesprecherin) nichts hinzuzufügen. Politiker der LINKEN haben an solchen Konferenzen nicht teilgenommen…“

32:11

Fazit unserer Anfrage:

Keine Partei war zu einem Interview zum Thema Bilderberg bereit.

Keine Partei hat unsere Fragen schriftlich beantwortet.

Stattdessen nur Ausflüchte und Hinhaltemethoden.

Ein Armutszeugnis für deutsche Politiker.

Für unsere Demokratie.

Trotz der von den  Bilderbergern ausgehenden Gefahr.

Natürlich auch für jeden Einzelnen.

Die sich gegen sie stellen.

Oder in ihre Missgunst geraten sind.

Bilderbergtreffen: Steinbrück neuer Bundeskanzler? (1)


Der SPD-Kanzler-Kandidat Peer Steinbrück spielt für viele Beobachter eine ungewisse Rolle. Wendet er sich im Wahlkampf nun offiziell (zu recht ) gegen die Banken, stimmte er doch noch wenige Monate zuvor mit seiner Fraktion der Bankenhilfe Spaniens über 100 Milliarde Euro zu.

Welchen Kurs schlägt Steinbrück also wirklich ein? Und wie sind seine hochdotierten Vorträge bei Banken einzuschätzen?

Über folgenden Leserbrief aus der „Nürtinger Zeitung“ v. 13.10.12 bin ich „gestolpert“:

Michael Reichert, Nürtingen. Zum Artikel „Steinbrück erteilt Linken eine Absage“ vom 1. Oktober. Ist das nicht merkwürdig, dass Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat für die SPD antritt, weil Herr Steinbrück bei dem Bilderbergtreffen 2011 in Sankt Moritz teilgenommen hat? Als ich im Internet in Erfahrung bringen konnte, dass er dort teilgenommen hatte, habe ich per E-Mail angefragt, ob er tatsächlich dabei war. Und sogar eine ausführliche Antwort über die Anwesenheit von Herr Steinbrück bei dem Bilderbergtreffen 2011 erhalten. In dieser E-Mail habe ich ihn auch mit der K-Frage konfrontiert. Daraufhin äußerte er sich etwas empört, wie ich darauf schließen könne, dass der Kanzlerkandidat über die Teilnahme an einer Bilderberg-Konferenz bestimmt wird, er würde ja schließlich auf dem kommenden Parteitag der SPD im Dezember 2011 gewählt werden. Aber dass Herr Steinbrück jetzt doch als Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2013 für die SPD antritt, bestätigt nur meinen auf Indizien bauenden Verdacht, dass die Bilderbergmeetings einen größeren Einfluss auf das öffentliche politische und gesellschaftliche Geschehen haben als ich vermutete.

http://www.ntz.de/nachrichten/leserbriefe/artikel/steinbrueck-und-die-freimaurer/

Der Leser hat Recht: Peer Steinbrück war tatsächlich beim Bilderberg Treffen 2011 in der Schweiz. Nachfolgend die Teilnehmerliste:

Bilderberg Meetings

St. Moritz, Switzerland, 9-12 June 2011

Final List of Participants

Honorary Chairman

BEL Davignon, Etienne Minister of State
DEU Ackermann, Josef Chairman of the Management Board and the Group Executive Committee, Deutsche Bank AG
GBR Agius, Marcus Chairman, Barclays PLC
USA Alexander, Keith B. Commander, USCYBERCOM; Director, National Security Agency
INT Almunia, Joaquín Vice President, European Commission; Commissioner for Competition
USA Altman, Roger C. Chairman, Evercore Partners Inc.
FIN Apunen, Matti Director, Finnish Business and Policy Forum EVA
PRT Balsemão, Francisco Pinto Chairman and CEO, IMPRESA, S.G.P.S.; Former Prime Minister
FRA Baverez, Nicolas Partner, Gibson, Dunn & Crutcher LLP
FRA Bazire, Nicolas Managing Director, Groupe Arnault /LVMH
ITA Bernabè, Franco CEO, Telecom Italia SpA
USA Bezos, Jeff Founder and CEO, Amazon.com
SWE Bildt, Carl Minister of Foreign Affairs
SWE Björling, Ewa Minister for Trade
NLD Bolland, Marc J. Chief Executive, Marks and Spencer Group plc
CHE Brabeck-Letmathe, Peter Chairman, Nestlé S.A.
AUT Bronner, Oscar CEO and Publisher, Standard Medien AG
CAN Carney, Mark J. Governor, Bank of Canada
FRA Castries, Henri de Chairman and CEO, AXA
ESP Cebrián, Juan Luis CEO, PRISA
NLD Chavannes, Marc E. Political Columnist, NRC Handelsblad; Professor of Journalism, University of Groningen
TUR Ciliv, Süreyya CEO, Turkcell Iletisim Hizmetleri A.S.
CAN Clark, Edmund President and CEO, TD Bank Financial Group
BEL Coene, Luc Governor, National Bank of Belgium
USA Collins, Timothy C. CEO, Ripplewood Holdings, LLC
ESP Cospedal, María Dolores de Secretary General, Partido Popular
INT Daele, Frans van Chief of Staff to the President of the European Council
GRC David, George A. Chairman, Coca-Cola H.B.C. S.A.
DNK Eldrup, Anders CEO, DONG Energy
ITA Elkann, John Chairman, Fiat S.p.A.
DEU Enders, Thomas CEO, Airbus SAS
AUT Faymann, Werner Federal Chancellor
DNK Federspiel, Ulrik Vice President, Global Affairs, Haldor Topsøe A/S
USA Feldstein, Martin S. George F. Baker Professor of Economics, Harvard University
PRT Ferreira Alves, Clara CEO, Claref LDA; writer
GBR Flint, Douglas J. Group Chairman, HSBC Holdings plc
CHN Fu, Ying Vice Minister of Foreign Affairs
IRL Gallagher, Paul Senior Counsel; Former Attorney General
CHE Groth, Hans Senior Director, Healthcare Policy & Market Access, Oncology Business Unit, Pfizer Europe
TUR Gülek Domac, Tayyibe Former Minister of State
NLD Halberstadt, Victor Professor of Economics, Leiden University; Former Honorary Secretary General of Bilderberg Meetings
GRC Hardouvelis, Gikas A. Chief Economist and Head of Research, Eurobank EFG
USA Hoffman, Reid Co-founder and Executive Chairman, LinkedIn
CHN Huang, Yiping Professor of Economics, China Center for Economic Research, Peking University
USA Hughes, Chris R. Co-founder, Facebook
USA Jacobs, Kenneth M. Chairman & CEO, Lazard
CHE Janom Steiner, Barbara Head of the Department of Justice, Security and Health, Canton Grisons
FIN Johansson, Ole Chairman, Confederation of the Finnish Industries EK
USA Johnson, James A. Vice Chairman, Perseus, LLC
USA Jordan, Jr., Vernon E. Senior Managing Director, Lazard Frères & Co. LLC
USA Keane, John M. Senior Partner, SCP Partners; General, US Army, Retired
GBR Kerr, John Member, House of Lords; Deputy Chairman, Royal Dutch Shell plc
USA Kissinger, Henry A. Chairman, Kissinger Associates, Inc.
USA Kleinfeld, Klaus Chairman and CEO, Alcoa
TUR Koç, Mustafa V. Chairman, Koç Holding A.S.
USA Kravis, Henry R. Co-Chairman and co-CEO, Kohlberg Kravis Roberts & Co.
USA Kravis, Marie-Josée Senior Fellow, Hudson Institute, Inc.
INT Kroes, Neelie Vice President, European Commission; Commissioner for Digital Agenda
CHE Kudelski, André Chairman and CEO, Kudelski Group SA
GBR Lambert, Richard Independent Non-Executive Director, Ernst & Young
INT Lamy, Pascal Director General, World Trade Organization
ESP León Gross, Bernardino Secretary General of the Spanish Presidency
CHE Leuthard, Doris Federal Councillor
FRA Lévy, Maurice Chairman and CEO, Publicis Groupe S.A.
BEL Leysen, Thomas Chairman, Umicore
USA Li, Cheng Senior Fellow and Director of Research, John L. Thornton China Center, Brookings Institution
DEU Löscher, Peter President and CEO, Siemens AG
GBR Mandelson, Peter Member, House of Lords; Chairman, Global Counsel
IRL McDowell, Michael Senior Counsel, Law Library; Former Deputy Prime Minister
CAN McKenna, Frank Deputy Chair, TD Bank Financial Group
GBR Micklethwait, John Editor-in-Chief, The Economist
FRA Montbrial, Thierry de President, French Institute for International Relations
ITA Monti, Mario President, Universita Commerciale Luigi Bocconi
RUS Mordashov, Alexey A. CEO, Severstal
USA Mundie, Craig J. Chief Research and Strategy Officer, Microsoft Corporation
NOR Myklebust, Egil Former Chairman of the Board of Directors SAS, Norsk Hydro ASA
DEU Nass, Matthias Chief International Correspondent, Die Zeit
NLD Netherlands, H.M. the Queen of the
ESP Nin Génova, Juan María President and CEO, La Caixa
PRT Nogueira Leite, António Member of the Board, José de Mello Investimentos, SGPS, SA
NOR Norway, H.R.H. Crown Prince Haakon of
FIN Ollila, Jorma Chairman, Royal Dutch Shell plc
CAN Orbinksi, James Professor of Medicine and Political Science, University of Toronto
USA Orszag, Peter R. Vice Chairman, Citigroup Global Markets, Inc.
GBR Osborne, George Chancellor of the Exchequer
NOR Ottersen, Ole Petter Rector, University of Oslo
GRC Papaconstantinou, George Minister of Finance
TUR Pekin, Şefika Founding Partner, Pekin & Bayar Law Firm
FIN Pentikäinen, Mikael Publisher and Senior Editor-in-Chief, Helsingin Sanomat
USA Perle, Richard N. Resident Fellow, American Enterprise Institute for Public Policy Research
CAN Prichard, J. Robert S. Chair, Torys LLP
CAN Reisman, Heather Chair and CEO, Indigo Books & Music Inc.
USA Rockefeller, David Former Chairman, Chase Manhattan Bank
INT Rompuy, Herman van President, European Council
USA Rose, Charlie Executive Editor and Anchor, Charlie Rose
NLD Rosenthal, Uri Minister of Foreign Affairs
AUT Rothensteiner, Walter Chairman of the Board, Raiffeisen Zentralbank Österreich AG
FRA Roy, Olivier Professor of Social and Political Theory, European University Institute
USA Rubin, Robert E. Co-Chairman, Council on Foreign Relations; Former Secretary of the Treasury
ITA Scaroni, Paolo CEO, Eni S.p.A.
CHE Schmid, Martin President, Government of the Canton Grisons
USA Schmidt, Eric Executive Chairman, Google Inc.
AUT Scholten, Rudolf Member of the Board of Executive Directors, Oesterreichische Kontrollbank AG
DNK Schütze, Peter Member of the Executive Management, Nordea Bank AB
CHE Schweiger, Rolf Member of the Swiss Council of States
INT Sheeran, Josette Executive Director, United Nations World Food Programme
CHE Soiron, Rolf Chairman of the Board, Holcim Ltd., Lonza Ltd.
INT Solana Madariaga, Javier President, ESADEgeo Center for Global Economy and Geopolitics
NOR Solberg, Erna Leader of the Conservative Party
ESP Spain, H.M. the Queen of
USA Steinberg, James B. Deputy Secretary of State
DEU Steinbrück, Peer Member of the Bundestag; Former Minister of Finance
GBR Stewart, Rory Member of Parliament
IRL Sutherland, Peter D. Chairman, Goldman Sachs International
GBR Taylor, J. Martin Chairman, Syngenta International AG
USA Thiel, Peter A. President, Clarium Capital Management, LLC
ITA Tremonti, Giulio Minister of Economy and Finance
INT Trichet, Jean-Claude President, European Central Bank
GRC Tsoukalis, Loukas President, ELIAMEP
USA Varney, Christine A. Assistant Attorney General for Antitrust
CHE Vasella, Daniel L. Chairman, Novartis AG
USA Vaupel, James W. Founding Director, Max Planck Institute for Demographic Research
SWE Wallenberg, Jacob Chairman, Investor AB
USA Warsh, Kevin Former Governor, Federal Reserve Board
NLD Winter, Jaap W. Partner, De Brauw Blackstone Westbroek
CHE Witmer, Jürg Chairman, Givaudan SA and Clariant AG
USA Wolfensohn, James D. Chairman, Wolfensohn & Company, LLC
INT Zoellick, Robert B. President, The World Bank Group
Rapporteurs
GBR Bredow, Vendeline von Business Correspondent, The Economist
GBR Wooldridge, Adrian D. Foreign Correspondent, The Economist

Quelle: http://bilderbergmeetings.org/participants_2011.html

Lesen Sie dazu auch den sehr interessanten Artikel:

Steinbrück: Noch kein Bundeskanzler, aber schon Bilderberger

Der SPD-Kanzlerkandidat hat längst die Weihen der diskreten Macht erfahren

Noch ist Peer Steinbrück, der frischgebackene SPD-Kanzlerkandidat, nicht im Zentrum der offiziellen Macht angekommen. Vor seinem Einzug ins Bundeskanzleramt stehen bekanntlich die Wahlen im kommenden Jahr. Die Initiation in die Reihen der diskreten Weltenlenker, den Souffleuren und Strippenziehern der inoffiziellen Macht hat der gebürtige Hamburger aber längst hinter sich gebracht. Peer Steinbrück, ehemaliger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, war Teilnehmer der verschwiegenen Runde der Bilderberger, die 2011 für drei Tage fernab der Öffentlichkeit im beschaulichen St. Moritz zusammenkam.

Weiter: http://www.heise.de/tp/artikel/37/37767/1.html

N E U : „DORIAN GREY“ – Die Zeitung gegen den Mainstream


Wenige Tage nachdem die US-amerikanische „Kult“-Zeitung „Newsweek“ ihre Printausgabe eingestellt hat (ist nur noch gegen Bezahlung online zu lesen) erscheint in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Luxemburg eine neue Printzeitung:  DORIAN GREY.

Diese Zeitung gibt es schon seit Jahren online.

Und DORIAN GREY hat es wahrlich in sich:

DORIAN GREY ist eine neue Wochenzeitung, die das beste von freien Journalisten und Spitzenblogs vereint. Sie unterliegt nicht den medialen „Mainstream-Regeln“, ist investigativ, informativ, spritzig, frech, sexy, und humorvoll.

DORIAN GREY deckt alle Sparten/Genres ab: Politik, Wirtschat, Kultur, Society, Medien, Körper & Geist, Natur & Technik, Sport, Lokales.

Heute, 1. Oktober 2012 ist die 1. Ausgabe erschienen. Die Themen sind sehr spannend.

Printvorschau siehe:

http://doriangrey.net/Printvorschau/

Ich selbst bin im Wirtschaftsteil mit einem Artikel vertreten, der Hintergründe des Libyen-Krieges und des mysteriösen Todes von Ex-Diktator Gaddafi beleuchtet.

Titel: „König Wahnsinn“ und der Wüstengoldschatz : Die Jagd nach dem Gold-Staatsschatz des libyschen Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi ist in vollem Gange.

Ich kann nur empfehlen bei DORIAN GREY reinzuschnuppern und den Mut der beiden Herausgeber Wolf Eggert und Felix Vogl damit zu honorieren.

Abos zu sehr moderaten Preisen gibt’s hier:

http://doriangrey.net/

AVAAZ: „Das Mädchen Malala und ihr mutiger Kampf“


Nachfolgend ein Artikel des KampagnenNetzwerks AVAAZ („Die Stimme“):
Malala hat ihre Kindheit dem Einsatz für die Schulbildung von Mädchen in Pakistan gewidmet. Während sie als tragisches Opfer der Taliban im Krankenhaus liegt, können wir gemeinsam ihren Traum Wirklichkeit werden lassen.

Ein Teil Pakistans hat bereits ein erfolgreiches Programm begonnen, durch das Familien bezahlt werden, wenn sie ihre Töchter regelmäßig zur Schule schicken. Doch in Malalas Provinz schiebt die Regierung wichtiges Handeln auf. Führende Politiker haben Malala Hilfe angeboten, und wenn wir jetzt aktiv werden, können wir sie dazu bringen, das Programm im ganzen Land einzuführen.

Erheben wir unsere Stimme ehe sich die Aufmerksamkeit der Medien wieder einem anderen Thema zuwendet, und fordern wir, dass die Regierung Mittel für alle Mädchen Pakistans, die zur Schule gehen, bereitstellt. In wenigen Tagen wird der UN-Sondergesandte für Bildung mit Präsident Zardari zusammentreffen und er sagt, dass die direkte Übergabe von 1 Million Unterschriften ihm den Rücken stärken wird. Unterzeichnen Sie jetzt und leiten Sie diese Email weiter, damit Malalas Traum Wirklichkeit wird:

http://www.avaaz.org/de/malalahopenew/?bCwHtdb&v=18792

Malala brachte die Terrorherrschaft der Taliban in Nordwestpakistan ins Rampenlicht, indem sie einen Blog für die BBC schrieb. Ihre Aufzeichnungen dokumentieren die schrecklichen Konsequenzen von Extremismus, darunter die systematische Zerstörung hunderter Mädchenschulen und die gewaltsame Einschüchterung tausender Familien.

Pakistans Verfassung besagt, dass Mädchen genau wie Jungen Schulbildung genießen sollten, und die Regierung verfügt über die dazu notwendigen Mittel. Doch unter dem Einfluss extremistischer religiöser Gruppen haben Pakistans Politiker dies jahrelang ignoriert, und mittlerweile besuchen nur 29% der Mädchen Pakistans die Sekundarstufe. Eine Studie nach der anderen hat den positiven Einfluss demonstriert, den Schulbildung für Mädchen auf individuelles und nationales Einkommen ausübt.

Machen wir aus unserem Schock über den Angriff der Taliban auf ein junges Mädchen eine Welle internationalen Drucks, der Pakistan zwingt, Bildung für Mädchen ernst zu nehmen. Klicken Sie unten, um Ihre Solidarität mit Malala zu zeigen und eine riesige Kampagne für die Schulbildung von Mädchen in Pakistan zu unterstützen, die über die notwendigen finanziellen Mittel, Sicherheit und vor allem den Willen, die Extremisten zu bekämpfen, verfügt:

http://www.avaaz.org/de/malalahopenew/?bCwHtdb&v=18792

Gemeinsam stehen wir in Solidarität mit einer mutigen jungen Aktivistin, die der Welt zeigt, wie ein kleines Schulmädchen bewaffneten und gefährlichen Extremisten die Stirn bieten kann.

Voller Hoffnung und Entschlossenheit,

Emma, Alaphia, Alex, Ricken, Ari, Wissam, Rewan und das ganze Avaaz-Team

Weitere Informationen:

Der feige Taliban-Feldzug gegen ein Mädchen (Die Welt):
http://www.welt.de/politik/ausland/article109816004/Der-feige-Taliban-Feldzug-gegen-ein-Maedchen.html

Pakistan schickt Terroropfer zur Behandlung nach England (Der Spiegel):
http://www.spiegel.de/politik/ausland/pakistan-schickt-14-jaehrige-yousafzai-zur-behandlung-nach-england-a-861252.html

Pakistan rebuilds its education network after Taliban are driven out of Swat (The Guardian, auf Englisch):
http://www.guardian.co.uk/global-development/2012/jun/26/pakistan-education-swat-valley-taliban

Schüsse auf Mädchen in Pakistan: Das Grauen kehrt zurück (Der Spiegelt):
http://www.spiegel.de/politik/ausland/pakistan-angst-und-proteste-nach-schuessen-auf-malala-yousufzai-a-860886.html

State of Education in Pakistan (Pakistan Today, auf Englisch):
http://www.pakistantoday.com.pk/2012/04/28/comment/editors-mail/lack-of-education-is-adversely-affecting-girls/

Ritualmorde und Menschenopfer (3)


Das Thema „Ritualmorde“ ist hierzulande mit einem Tabu belegt. Man glaubt einfach nicht an so etwas. Auch in unserer Rechtssprechung gibt es nur Mord, wie ich bereits im Vorwort erläutert habe. Ritualmord taucht nicht auf. Und so genannte „Fachleute“ und „Experten“ betreiben ein Wischiwaschi aus Vermutungen, Verharmlosungen und Unglauben. So bleiben die wahren Hintergründe und Motive zumeist verborgen. Werden die eigentlichen Hintermänner geschützt. Streuen manche sogar absichtlich falsche Gerüchte. Alexandra Robbins, die sich mit „Skull and Bones“ lange beschäftigt und mit vielen Insidern gesprochen hat, bringt es auf einen Nenner: „Indem sie Gerüchte ihren Geheimbund in die Welt setzen, weben sie den Mantel des Geheimnisses, der einerseits das schützt, was sie tatsächlich tun, und ihnen andererseits das Gefühl gibt, sie hätten Anteil an etwas Transzendentem, Allmächtigen…Ein Mitglied sagte: ‚Eine gewisse Verwirrung und Unsicherheit hinsichtlich der Vorgänge ist unerlässlich, denn im Grunde wird dadurch das geschützt, was im Geheimbund tatsächlich vor sich geht.’“[1]

Treffender kann man sich nicht outen: Verwirrung und Gerüchte streuen, um die wahren Umtriebe zu schützen, zu verschleiern. Oder wie Aleister Crowley es in punkto „Verschwiegenheit und die Riten des Blutes betreffend“ ausdrückte: „Während dieser Übung ist es sehr weise, wenn der Philosophus kein Wort, das seine Arbeit betrifft, ausspricht…Aber er soll den Narren ihrer Narrheit gemäß antworten…“[2] Selbst der Freimaurer Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), am 23.Juni 1780 in die Loge „Amalia“ in Weimar aufgenommen[3], hat der „Verschwiegenheit“ ein eigenes Logengedicht gewidmet und damit treffend ausgedrückt:

„Niemand soll und wird es schauen,

was einander wir vertraut,

denn auf Schweigen und Vertrauen

ist der Tempel aufgebaut!“[4]

Der große Magier, Kabbalist, Rosenkreuzer und Insider der Geheimwissenschaft, Abbé Louis Constant alias Eliphas Levi (1810 – 1875), sagt hierzu: „Die Freimaurer sind nur durch ein fürchterliches Geheimnis so mächtig, das so gut gehütet wird, dass es selbst die Eingeweihten des höchsten Grades nicht kennen.“[5]

An dieser Stelle möchte ich explizit erwähnen, dass ich in diesem Zusammenhang keineswegs die reguläre Freimaurerei in Verbindung mit Ritualmorden bringe, lediglich in den Kontext mit der „Verschwiegenheit“ betreffs dieses „Geheimbundes“.[6]

Der verstorbene Großmeister einer Okkult-Loge meint dazu: „Man bedenke, dass alle tiefgründigen Rituale in einer Art ‚Schatten’- oder ‚Zwielichtsprache’ geschrieben sein müssen, wie es uns ja auch von den indischen, buddhistischen und chinesischen Tantras her bekannt ist, um ihre Profanation[7] durch die Uneingeweihten zu verhindern. Wer nur bis zu seiner Nasenspitze sehen kann, der sieht eben nur die.“[8] Nur bis zur Nasenspitze sehen, das tun auch viele Ermittler. Nicht etwa weil sie dies bewusst machen, sondern zumeist aus Unwissen.

Das sind genau die Mittel, die alle Geheimbünde, Kulte, Orden und Logen benutzen. So konnte sich über Jahrzehnte hinweg eine Szene im religiösen Untergrund bilden, von denen die meisten nicht einmal etwas erahnen, geschweige denn wissen. Geheimbünde und Logen, sektiererische Gruppierungen und Organisationen, die an pseudoreligiöse Terroristen erinnern, klüngeln so im Verborgenen. Und wenn einmal ein Verdacht aufkommt, dann wird dieser schnell ausgeräumt. Auch das hat Methode.


[1] vgl. Alexandra Robbins: „Bruderschaft des Todes – Skull & Bones, der Geheimorden hinter George W. Bush“, Kreuzlingen/München 2003, S. 250

[2] vgl. Gregor A. Gregorius: „Aleister Crowley’s Magische Rituale“, Berlin 1980, S. 207

[3] vgl. Jürgen Holtorf: „Die Logen der Freimaurer – Geschichte, Bedeutung, Einfluss“, München 1991, S. 145

[4] vgl. Karl-Heinz Lock: „Stichwort Geheimbünde“, München 1994, S. 10

[5] vgl. Eliphas Levi: „Das große Mysterium“, Ulm 1986, S. 80

[6] vgl. Karl-Heinz Lock: „Stichwort Geheimbünde“, München 1994, S. 9ff.

[7] Entweihung

[8] vgl. Gregor A. Gregorius: „Aleister Crowley’s Magische Rituale“, Berlin 1980, S. 315

 

Satanismus, Rechtsradikalismus und Death-/Black-Metal (2)


Als Beispiel für die Verbreitung und Anerkennung des Satanismus in der Szene ist der Text „Seven Churches“ der Gruppe „Holly Hell by Possessed“: “Gott ist geschlachtet, trinkt sein Blut. Der wirkliche Glaube ist ganz nah. Wir müssen in Satans Land gehen…Satans Sohn ist neu geboren, dem Tod verschworen, Tage von Hass und Tage von Schmerz. Ewigkeit für Satans Herrschaft…Geschwärzte Messen, geschwärzte Kreuze, Ritual, ab die Köpfe, Kehlen durch…“[1] Und als ein weiteres Beispiel die Band „Asmodeus“: „Hier und da lagen Teile von menschlichen Körpern, der abartige Gestank von ihnen ist das was du überall riechen konntest. Ihre Torsos waren zerbrochen und verstreut. Die Gehirne lagen auf dem Boden und die Augen waren das nächste was du fandest. Und dann sahst du deinen Spaß. Ein Brustknochen der zur Sonne zeigte. Jetzt hast du das Gefühl alle Bruchstücke platzen in deine Vagina herein. ‚Du kommst’, vergewaltige den Tod und genieße den tödlichen Sex.“[2]

In einer Insider-Publikation, die verschiedene Interviews zusammenfasst, erklärt die Band „Lugburz“, ehemals „Kalibos“: „Was zählt ist, dass wir Satanisten sind, die die christliche Kirche auf den Tod hassen.“[3]

Das erschreckendste aber ist, dass Satanisten und Pseudo-Satanisten diverser Black- und Death-Metal-Bands, die in dieser Musik den Ausdruck ihres Glaubens sehen, auch Mord und Totschlag und Nekrophilie befürworten.

„Der Zweck heiligt die Mittel, Gesetze sind da, um gebrochen zu werden,“ erklärt ein Mitglied von „Mjölnir“. „Mord ist auch in Ordnung, da ich den Menschen keine Sympathie entgegenbringen kann,“ ergänzt einer der Gruppe „Gorbalrog“. Ein anderer: „Mord ist gut gegen die Überbevölkerung. Basta. Es ist schade, dass man heute für allsowas eingesperrt wird.“ („Asaru“). „Wir empfinden keinerlei Unakzeptanz gegenüber solchen Gesetzwidrigkeiten. Soll jeder machen, was er will,“ erklären Mitglieder von „Diesater“. Und eines von „Bilskirnir“ meint: „Solange man schließlich für einen guten Grund tötet, sehe ich im Prinzip nichts falsches daran.“ Ein Aktiver der Band „Sonnentod“ erklärt: „Am meisten interessieren mich die dunklen Seiten des Heidentums, wie z.B. Tier- und Menschenopfer…Es macht mir nichts aus, wenn jemand stirbt oder ermordet wird, es ist mir egal und es berührt mich nicht.“ „Ilmari“ dazu: „Abgesehen mal von Friedhofsverwüstungen…kann ich Kirchen anzünden und Mord nur gutheißen. Somit kehrt man dieser verklärten, christianisierten Welt den Rücken und zeigt den verängstigten Christen, dass man keinen Wert auf ihre Sakramente legt.“ „Grabgesang“  meint in Bezug auf Kirchenbrandstiftung, Friedhofsverwüstung und Mord: „Ich denke der Zweck heiligt die Mittel für den symbolischen Ausdruck gegen eine festgefahrene Gesellschaftsvorstellung. Es ist ein Zeichen, dass andere Menschen zwangsläufig registrieren müssen, da es sie mit ihren Ängsten konfrontiert.“ „Eternity“ stimmt zu: „Jede Aktion die dazu dient, der jämmerlichen Christenheit einen Schaden zuzufügen ist es wert, unterstützt zu werden, sei es nun eine Kirchenbrandstiftung oder, wenn nötig, auch ein Mord an einem oder mehreren von ihnen. Leider ist dies aber nun mal schwer strafbar, da einige diesbezüglich wohl doch anderer Auffassung sind.“ „Seeds of Hate“: „Mord wird leider zu schwer bestraft, denn etliche Leute hätten den Tod verdient.“ „Pesttanz“: „Im Prinzip habe ich gegen Mord nichts, ich habe allerdings keine Lust für so etwas ins Gefängnis zu gehen: wäre es straffrei, hätte ich keine Probleme damit, jemanden in einer fairen Auseinandersetzung zu töten.“ „Suffering Souls“: „Der Zweck heiligt durchaus die Mittel, denn anders wird die Szene nicht ernst genommen.“[4] „Leichenschrei“, der Sänger von „Opferblut“ meint: „Es ist ein schönes Gefühl, zu foltern und zu töten. Du bist Herr über Leben und Tod…Bestraft alle, die uns nicht unterstützen. Recreate Auschwitz („Richtet Auschwitz wieder ein“/d.Autor)“.[5] Und ein Band-Mitglied von „Absurd“ bringt es auf den Punkt: „Wer die Abläufe der Justiz kennt, der wird entsprechende Vorkehrungen treffen, um nach erfolgreicher Tat nicht durch die Fahndung ermittelt zu werden.“[6] Daß „Absurd“ vor Mord nicht zurückschreckt haben drei der Mitglieder bewiesen, in dem sie 1993 den 15jährigen Sandro Beyer getötet haben (siehe Kapitel: 3.1. „Sandro Beyer: Im tiefen Wald hört dich niemand schreien…“. Aber auch andere Mitglieder der Black-Metal-Szene scheuen sich nicht zu davor zu töten:

1992, Norwegen: Bard G. Ethin alias „Faust“, der Schlagzeuger der Gruppe „Emperor“,  ermordet in Lillehammer einen Homosexuellen.[7]

1993, Norwegen: Der satanistische Rockmusiker Christian Vikernes alias „Count Grishnackh“, Ex-Sänger der Gruppe „Burzum“,  tötet mit 23 Messerstichen den satanistischen Black-Metal Musiker Oystein Aarseth alias „Euronymus“. Er wird wegen Mordes, Grabschändung, illegalem Sprengstoffbesitz und Brandstiftung zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.[8]

1993, Deutschland: Der Gitarrist der Gruppe „Opferblut“ ersticht einen 16jährigen Lehrling. Der Satanist „Leichenschrei“, „Opferblut“-Mitglied, erklärt: „Wer sich uns in den Weg stellt, muss halt mit Konsequenzen rechnen.“[9]


[1] vgl. Ingolf Christiansen: „Was ist Satanismus?“, Dokumentation einer Fachtagung, S. 16, 17 (http://www.rpi.at/wien/AGSatanismus.htm)/Zugriff: 05.12.00

[2] vgl. Ingolf Christiansen: „Was ist Satanismus?“, Dokumentation einer Fachtagung, S. 17 (http://www.rpi.at/wien/AGSatanismus.htm)/Zugriff: 05.12.00

[3] vgl. „Szene Almanach 1998“ in: http://www.wolfenstein.com/almanach/index.html – almanach98.pdf, 18. Dez. 1998/Kopie Archiv Grandt

[4] alle Zitate: vgl. „Szene Almanach 1998“ in: http://www.wolfenstein.com/almanach/index.html – almanach98.pdf, 18. Dez. 1998/Kopie Archiv Grandt

[5] vgl. Hans-Jürgen Ruppert: „Satanismus – Zwischen Religion und Kriminalität“ in: „EZW-Texte 140/1998“, S. 55

[6] vgl. „Szene Almanach 1998“ in: http://www.wolfenstein.com/almanach/index.html – almanach98.pdf, 18. Dez. 1998/Kopie Archiv Grandt

[7] vgl. Hans-Jürgen Ruppert: „Satanismus – Zwischen Religion und Kriminalität“ in: „EZW-Texte 140/1998“, S. 49

[8] vgl. Hans-Jürgen Ruppert: „Satanismus – Zwischen Religion und Kriminalität“ in: „EZW-Texte 140/1998“, S. 49

[9] vgl. Hans-Jürgen Ruppert: „Satanismus – Zwischen Religion und Kriminalität“ in: „EZW-Texte 140/1998“, S. 49

Satanismus, Rechtsradikalismus und Death-/Black-Metal (1)


Im Zusammenhang mit der Ritualmord-Thematik ist auch die „unheilige Allianz“ zwischen Okkultismus/Satanismus und Rechtsradikalismus wichtig. Schon 1998 erkannte die vom Bundestag eingesetzte Enquete-Kommission: „Hinzu kommt, dass ein Teil der okkulten Anschauungen im Zusammenhang mit rechtsradikalen und neofaschistischen Vorstellungen in Verbindung stehen.“[1] Ingolf Christiansen, Beauftragter für Weltanschauungsfragen in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover und Mitglied der damaligen Enquete-Kommission ergänzt: „Gerade im traditionell-okkultistischen Satanismus gibt es Überschneidungen zum rechtsideologischen Bereich. Der Blut und Boden-Komplex, die Herrenmenschenideologie gehen mit satanistischen Vorstellungen durchaus ein symbiotisches Verhältnis ein. Auch scheinen Anhänger beider Richtungen nicht abgeneigt, den eigenen politischen Wirkungsrahmen durch magische Arbeit aufzupeppen.“[2] Auch die Landesregierung Baden-Württemberg wies bereits 1995 darauf hin, dass „neogermanisches Rassedenken mit der satanistischen Ideologie vermischt“ werde und verschiedene Rock-Gruppen Satan und Hitler gleichzeitig huldigen.[3] Schon Aleister Crowley, der Mentor des Neosatanismus, soll sich gerühmt haben: „Ehedem Hitler ward, bin Ich!“[4] Michael Aquino, der Leiter des satanistischen „Temple of Seth“, einer Abspaltung der „Church of Satan“, hat sogar auf der Wewelsburg, dem „Herz“ der SS bei Paderborn, eine „magische Arbeit“ durchgeführt. Unterlagen darüber liegen mir vor.[5] „Die germanische Tradition,“ so Aquino, „ist ebenfalls Teil des Erbes des Fürsten der Finsternis und deshalb von einem Orden des ‚Temple of Seth’ übernommen, denn dieser nimmt alle Manifestationen der Macht der Finsternis in der Welt bei sich auf.“[6] Bei einer bundesweiten Grossrazzia 1999 in der Neonazi- und Satanistenszene spricht der ermittelnde Staatsanwalt von einer „unheilvollen Verquickung verschiedener Ideologien“ und davon, dass die Grenze zwischen Satanismus und Neofaschismus fliessend sei.[7] Jan Christoph Wiechmann schreibt im Magazin „Stern“: „Satans Jünger – Sie quälen Menschen zu Tode, graben Leichen aus und trinken Blut: das Treiben der Teufelsanbeter hat eine neue Dimension erreicht. Verfassungsschützer sprechen von einer Allianz zwischen Satanisten und Neonazis.“[8] So wie beispielsweise auch der „Heidnische Blutbund“, der mit Morddrohungen in Runenschrift eine Verbindung zwischen Satanismus und Rechtsextremismus erkennen lässt.[9] Aufgrund meiner jahrelangen Recherchen bin ich immer wieder auf Kulte, Gruppierungen und Orden gestoßen, die Nazis und Satanisten gleichermaßen in ihren Reihen haben.[10]

Diese unheilige und unheilvolle Allianz, die sich schon über Jahre hinweg im religiösen und rechtsextremen Untergrund in Deutschland (aber auch weltweit) etablieren konnte, ist eine der größten Gefahren für unsere Demokratie, unsere Gesellschaft und erst im Ansatz von Justiz und Politik erkannt worden. Auch in Österreich, in Tirol. Die Staatspolizei (Stapo) ermittelt 1996 gegen Satanisten, die in einem  Stollen im Berg Isel in der Nähe des Innsbrucker Westbahnhofs schwarze Messen feiern. Mit dabei: Neonazis, die mit markigen Sprüchen gegen Ausländer und Minderheiten für einen neuen „Führer“ skandieren. Im Zuge der Ermittlungen erkennt der stellvertretende Innsbrucker Polizeidirektor und Leiter der Abteilung Staatsschutz, Hofrat Dr. Kiechl, dass es sogar „mehrere Gruppen“ geben muss. Und resümiert sicher zu recht: „Da das Problem immer aktueller wird, besteht dringender politischer Handlungsbedarf.“ Doch das Problem sei, nicht einmal im Innenministerium gäbe es eine Sondertruppe für das Sektenwesen. In einer beschlagnahmten Insider-Schrift ist sogar die „Tötung von Aussteigern“ befürwortet worden![11] Ferner wird auch der Zusammenhang zwischen Okkultismus/Satanismus und Rechtsextremismus in der Death- und Black-Metal-Szene erkannt. Rassenhass, Antisemitismus, nationalsozialistische Symbole und satanische Lehren haben eine unheilvolle Symbiose eingenommen.[12]

Ein Beispiel aus der Schweiz ist der „Schwartze Orden von Luzifer“. Er verschweigt seine wahren Absichten nicht. Sein Gedankengut beruht unter anderem auf Karl Maria Wiligut. Auf seiner Homepage wird das sogenannte „Grottenlied“ von Dänenkönig Frodi, dem Verkünder des „ewigen Irminenglaubens“ thematisiert. Darin geht es um „Vormenschenstämme“, um „Licht- und Steinkinder“ und um „Stammväter der späteren Herrenmenschen, die sich Jahrtausende hindurch als geborene Schwarzmagier betätigten.“[13]

Insbesondere aus Norwegen überflutet dieser gefährliche Sud das südlichere Europa, in der neogermanisches Rassendenken mit der satanischen Ideologie vermischt wird. Gruppen wie „Burzum“ und „Mayem“ huldigen Hitler und Satan gleichzeitig.[14] In einem Interview mit der Band „Barad“ erklären Mitglieder auf die Frage hin, wie sie sich ihr ideales Leben gestalten würden: „Es würde keine andere Rasse als die weiße geben. Teile anderer Rassen wären in Zoos als Schauobjekte gehalten und bei Verlust nachgezüchtet. Zur Erinnerung, was für eklige Sachen sich mal frei bewegen durften. Keine Kirche, Moschee oder ähnliches würde mehr Europa verunreinigen; es wäre frei von allen ausländischen Götzen, Kultstätten und ihren Dienern. Die alten Riten würden auferstehen und eine neue Zeit anbrechen, in der sich nur die weiße Rasse zu gottesgleicher Größe erhebt.“[15]


[1] vgl. Endbericht der Enquete-Kommission, S.87

[2] vgl. Fax von Ingolf Christiansen an den Autor v. 02.01.01/Archiv Grandt

[3] vgl. Landtag von Baden-Württemberg, Plenarprotokoll 11/63 v. 22.03.95, S. 5146, zitiert nach Hans-Jürgen Ruppert: „Satanismus – Zwischen Religion und Kriminalität“, EZW-Texte 140/1998, S. 34

[4] vgl. Hans-Jürgen Ruppert: „Satanismus – Zwischen Religion und Kriminalität“, EZW-Texte 140/1998, S. 34

[5] vgl. „The Wewelsburg Working“ von Michael Aquino/Kopie Archiv Grandt

[6] vgl. Massimo Introvigne/Eckhard Türk: „Satanismus – Zwischen Sensation und Wirklichkeit“, Freiburg i. Br. 1995, S. 186

[7] vgl. „Grossrazzia bei Neonazis und in Satanistenszene“ in: „D.I.R.-Nachrichten (dpa/Reuters)“ v. 08.10.99

[8] vgl. „Satans-Jünger“ in: „Stern 19/2000“, S. 53-64

[9] vgl. Hans-Jürgen Ruppert: „Satanismus – Zwischen Religion und Kriminalität“ in: „EZW-Texte 140/1998“, S. 45

[10] vgl. diverse Unterlagen/Archiv Grandt

[11] vgl. „Satanismus nimmt weiter zu“ in: „Oberbayrisches Volksblatt“ v. 17.05.96

[12] vgl. „Rechter Satanskult in Tirol“ in: „News 11/96“, S. 58ff.

[14] Hans-Jürgen Ruppert: „Satanismus – Zwischen Religion und Kriminalität“, EZW-Texte 140/1998, S. 34

[15] vgl. „Szene Almanach 1998“ in: http://www.wolfenstein.com/almanach/index.html – almanach98.pdf, 18. Dez. 1998/Kopie Archiv Grandt

Satanismus und Magie (2)


Der große Leitsatz der Magie lautet: „Was oben ist, ist wie das, was unten ist, fähig die Wunder des Einen auszuführen“. „Wie oben, so unten, also wie im Himmel so auf Erden“ (oder: „Wie im Kleinen, so im Großen“). Gemeint ist damit, ausgehend von einem magisch-mystischen Hintergrundsgedanken, dass der Mensch das winzige Ebenbild Gottes ist und damit den Mikrokosmos und Gott („das ins Riesenhafte projizierte Bild des Menschen“), den Makrokosmos symbolisiert. Ereignisse und Taten auf der Erde entsprechen somit denen in höheren Sphären und umgekehrt. Die Kräfte des Universums werden sich oben so verhalten, wie sich der Magier unten, in seiner Welt, verhält. Und auch hier ist das „Große Geheimnis“ die „Göttlichkeit des Menschen“. Das „große Werk“ in der (weißen) Magie ist also, selbst Gott zu werden. Denn der „vollkommene“ Mensch kennt nicht nur alle Dinge, sondern beherrscht sie auch. In der schwarzen Magie will der Mensch nicht nur „Satanas“ (Levi) erschaffen, sondern selbst zum „Satanas“ werden, sich damit zum Herrn über Leben und Tod aufschwingen, die absolute Macht über das Universum erringen. Um jedoch die „Gott- oder Satansgleichheit“ zu erreichen müssen die verschiedensten Gegensätze miteinander verbunden, vereint, versöhnt werden. Diese Harmonie, dieses vollkommene Gleichgewicht zwischen den Gegensätzen, wird „Equilibrium“ genannt. Richard Cavendish bemerkt in seinem Standardwerk „Die Schwarze Magie“ dazu: „Viele magische Rituale haben daher den Zweck, die tierischen Triebe in den Tiefen der menschlichen Natur zu wecken und ihnen freien Lauf zu lassen. Der ganze Mensch soll sich zu unendlicher Machtvollkommenheit erheben, nicht nur der Mensch als kultivierter Denker oder der Mensch als brutale Bestie, sondern der Mensch im Zusammenspiel beider Seiten seines Wesens.“[1]

„Schwarze Magie“, die „magia daemonica“ (oftmals auch mit der „Goetie“[2] gleichgesetzt) wird auch als schlechte, böswillige, schädliche, destruktive Magie bezeichnet, als der „Pfad zur linken Hand“, weil alle Bewegungen, die nach links gerichtet sind, das Böse aktivieren und die Macht des Bösen als Rebellion gegen das Gute (Gott) symbolisieren. Sie geht einher mit verletzenden bis zerstörerischen magischen Handlungen und umfasst Schadenszauber und die Erreichung der Ziele mithilfe von Dämonen und dunklen Mächten. Sie soll Lebewesen negativ beeinflussen, ihnen Schaden zufügen und steht auch für Dämonen- und Totenbeschwörung.

„Weiße Magie“, die angeblich „göttliche Magie“ (Theurgie)[3] hingegen gilt als „gute“ Magie, als Magie der Liebe, als „Pfad zur rechten Hand“. Sie umfasst unter anderem die Abwehr von Dämonen und dunklen Mächten mit Hilfe von Gebeten und Amuletten, Engeln und guten Geistern, wird zum Helfen, Heilen, zur Verbesserung von mitmenschlichen Beziehungen sowie zur Abwehr des Bösen benutzt.

„Sexualmagie“ (auch „okkulte“ Sexualmagie) ist „magische“ oder „rituelle“ Sexualität (Crowley), in der durch den Orgasmus freigewordene Energien und sexuelle Triebe gesteuert und zielgerecht eingesetzt werden können. „Unersättlichkeit des Begehrens, mutige Selbst-Zügellosigkeit und uranfängliche Sexualität“ führt zu einer Einheit der Selbst-Kenntnis, wie es der Magier Austin Osman Spare einst in seinem magischen System „Zos Kia“ formulierte.[4] Sex als heiliger, magischer (und) natürlicher Vorgang zur Fortpflanzung, zur Schöpfung neuen Lebens, zur Erleuchtung, muss zwangsläufig, so die herkömmliche hermetische Meinung, kosmische Kräfte in sich bergen. Bei der Sexualmagie wird das Potential verborgener Kräfte im Unterbewusstsein, durch Barrieren vom Bewussten getrennt, mittels sexueller Erregung wieder hervorgeholt. Diese Kräfte werden vom Ausführenden wie auch vom Betrachter spirituell genutzt und im Orgasmus frei und verfügbar. Dadurch kann ein höherer Bewusstseinszustand ein „Trip“ erlebt, oder die Energien gebraucht werden, um materielle Güter zu erlangen, jemanden zu schaden, ihn gar zu töten. In den satanistischen Gruppen, in denen Sexualmagie ernsthaft betrieben wird, ist das Ziel Gott bzw. Satangleich zu werden. Da Gott/Satan zweigeschlechtlich sein muss (Mann/Frau) wird durch den magisch kontrollierten Geschlechtsverkehr, der rituellen Vereinigung, die Aufhebung dieses Widerspruchs zwischen Mann und Frau angestrebt. Die entgegen gesetzten weiblichen und männlichen Pole verschmelzen in der mystischen Verwandlung zu „Einem“ und hebt den Zustand des Widerspruchs in sich selbst auf. Damit ist der Magier, der dies schafft, der „enthüllte Gott“, wie Crowely sich ausdrückte. In der heidnischen Vorstellung wurde aber auch die vermutete übernatürliche Kraft der Sexualität benutzt um böse Wünsche, also Flüche, auf diese Weise magisch zu verstärken.[5]

„Fetischismus“ bezeichnet in der Ethnologie die „Anbetung von Gegenständen“ und bezieht sich auf eine religiöse Praxis, bei der unbelebten Gegenständen, so genannten „Fetischen“, übernatürliche Fähigkeiten zugeschrieben werden. Diese Fetische spielen beispielsweise in der Magie eine große Rolle, sind selbst mit „Macht“ geladen, stellen eine eigene „Kraft“ dar, die wie Zaubermittel wirken sollen, wenn man ihnen seinen Willen „übermittelt“. Sie können durch religiöse Praktiken oder magische Zeremonien zum eigenen Nutzen oder zum fremden Schaden aktiviert werden. Fetische können Figuren aus Stein, Holz, Glas etc. sein oder aber Amulette, Talismane, Knochen, Schädel oder andere Körperteile von Tier und Mensch.[6]


[1] vgl. Richard Cavendish: „Die Schwarze Magie“, Berlin 1980, S. 36, 37

[2] kommt aus dem Griechischen Goetéia = Zauberei, Täuschung

[3] kommt aus dem Griechischen Theurgós = göttliche Handlung

[4] vgl. Marcus M. Jungkurth: „Zos Kia – Der Magier Austin Osman Spare und die Magie des Voodoo“, Bergen/Dumme 1993, S. 55

[5] vgl. Barbara G. Walker: „Die geheimen Symbole der Frauen“, München 2000, S. 419

[6] vgl. Jan Hoffmann/Benjamin Kober: „Biologie – Abnormales Sexualverhalten“ in: http://www.referate.de/html/bio/bio0174.php3 (Zugriff: 16.12.00)/Ulrike Müller-Kaspar (Hrsg.): „Handbuch des Aberglaubens, Band 1“, Wien 1996, S. 200/Horst E. Miers: „Lexikon des Geheimwissens“, München 1993, S. 216