Entlarvt: So funktioniert „Geheimpolitik“

Am vergangenen Donnerstag hat der chinesische Regierungschef Wen Jiabao auf dem EU-China-Gipfel in Brüssel gezeigt, wie „Geheimpolitik“ funktioniert!

In seiner Auftaktrede forderte Wen Jiabo die Rücknahme des Waffenembargos der EU gegen China, das 1989 nach dem Massaker auf dem Himmlischen Platz in Peking verhängt worden war und die Anerkennung als echte Marktwirtschaft. Das konnte er sich durchaus leisten, schließlich hat er den Europäern in der Eurokrise noch mehr Unterstützung zugesagt.

Doch die Forderung nach der Rücknahme des Waffenembargos sollte nicht an die Öffentlichkeit dringen: Sie gehörten schon zum „vertraulichen Teil“ der anstehenden Verhandlungen.

Sofort bat die chinesische Delegation um einen Stopp der Übertragung des von der EU-Kommission betriebenen und frei empfangbaren Fernsehkanals „Europe by Satelite“. Dem Wunsch wurde unverzüglich nachgekommen – die Übertragung brach abrupt ab!

Auch eine Pressekonferenz wurde vor dem Gipfel nicht einberufen. China wollte nur ausgewählte Journalisten zulassen.

Das zeigt wieder einmal, wie „schmutzige“ Politik funktioniert: China kauft sich sozusagen vom Waffenembargo frei und investiert dafür kräftig in die EU. Keine großen Worte mehr über Menschenrechte oder die kritische Haltung Chinas im UNO-Sicherheitsrat betreff Syrien.

Im Gegenteil: EU-Ratspräsident Herman Van Rombuy fand viel Positives in den Beziehungen zu China. Und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso attestierte dem Reich der Mitte eine beispiellose Erfolgsgeschichte als boomende Exportnation.

Geld regiert eben doch die Welt.

Übrigens: fast kein deutsches Medium hat über diese „Erpressung“ der Chinesen berichtet.

Die Schweizer allerdings fanden wieder mal den journalisten Mut dazu.

Quelle: www.tagesschau.sf.tv v. 20.09.12

3 Gedanken zu “Entlarvt: So funktioniert „Geheimpolitik“

  1. Sehr geehrter Herr Guido Grandt,

    zum obigen Artikel habe ich an sich nicht viel zu sagen, außer dass ich der Meinung bin, dass es Geheimpolitik an sich nicht gibt. Ich sehe die sogenannte „Politik“ grundsätzlich als geheim an. Nirgendwo wird wird die volle Wahrheit gesagt, sondern nur das, was notwendig ist um die breite Masse steuerbar bzw. regierbar zu halten. Wäre dem nicht so, würden schlagartig alle Hierarchien von oben bis unten ins Chaos stürzen, und viele der sehr gut von diesem System leben, dies dann nicht mehr könnten.

    Ich melde mich hier über Ihren Blog nicht, weil ich hier einen Kommentar zu diesem Thema schreiben wollte, sondern wegen einem anderen Themenbereich. Ich finde aber anderweitig keine Kontaktmöglichkeit zu Ihnen. Würden Sie mir vielleicht eine nennen. Ich würde Ihnen gerne ein paar Mitteilungen machen zum Thema des Interviews von Robert Stein (auf nexworldTV) und den von Ihnen dazu gedrehten Film. Aber ich möchte das nicht alles öffentlich im Netz machen. Die meisten Menschen haben sowieso Angst, über Sachen aus diesem Themenbereich zu sprechen und gehen deshalb nicht nach außen, obwohl es so dringend notwendig wäre. Ich würde Ihnen gerne erklären warum ich selbst auch nicht angstfrei bzgl. dieses Themenbereichs bin, und eben o.g. Interview dies noch verstärkt.

    Ich würde mich freuen eine Antwort von Ihnen zu erhalten.

  2. Ein typischer Fall, bei welchem durch Weglassen ein zensurähnlicher Zustand erreicht wird. Ganz typisch für Deutschland, und ganz leicht erkennbar, wenn Nachrichtensendungen aus anderen Staaten verfolgt werden.
    Weder ist hier in Deutschland umfassende politische Information erwünscht, noch politische Bildung. Schuld daran ist eine (Kartell-)Klasse von Politikern, die, wie in der ehemaligen DDR nicht mehr abgewählt werden kann. Egal ob eine der (größeren) Parteien bei den Wahlen 28, 31 oder 36 % erreicht, die Spitzenleute sind dank des sicheren Listenplatzes immer gewählt. Diese sind faktisch ohne Wahl im voraus bestimmt. Das Ziel dieser, zum neuen Feudalismus gehörenden Klasse ist klar: die großflächige Erzeugung eines europäischen Proletariates, ohne Bildung, ohne Ziele, ohne Freiheiten, freigegeben zur Ausbeutung durch den neuen Feudalismus.

    mit freundlichem Gruß
    B.K.Bechert

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