Bezness (3): Auf den Spuren der Liebesmafia (Kenia)

Wie der erste Bezness-Artikel hat auch der zweite für eine große Leserschaft gesorgt.  Nachfolgend, gemäß dem vorherigen Motto, veröffentliche ich den Auszug meines Filmtreatments „Auf den Spuren der Liebesmafia“. Diesesmal bin ich mit meinem Team in Kenia unterwegs, genauer an der Diani-Beach bei Ukunda in der Nähe von Mombasa. Auch hier haben  Beznesser wieder vor versteckter Kamera ausgepackt („R“ steht wieder für „Reporter“):

„Abchecken, Angraben  und Beobachten – das hat Methode bei vielen Beachboys. 

Das bestätigt auch Pelu. Seit 13 Jahren kennt er die  Szene am Strand. Unter einem Vorwand treffen sich die Reporter mit ihm und seiner Gang.

Situative O-Töne:

 

R: Ich habe gestern gehört in der Diskothek, dass ein afrikanischer  Mann einer weißen Frau gesagt hat, ich liebe dich, ich möchte dich heiraten und sie hat gesagt, ich kenne dich erst zwei Tage. Es gibt doch bestimmt auch Leute, die das als Business machen oder nicht?

P: Ja, ist etwas Geschäft, du weißt, Geschäft ist überall.

R: Ist es einfach, dass sich die weißen Frauen in schwarze Männer verlieben, gibt es da Tricks irgendwie?

P: Ja, ab und zu mal schon Tricks.

 (…)

Zuvor erhalten ihre Kollegen  einen heißen Tipp: Händler berichten von einem Mann, der westliche Frauen gleich reihenweise abzocken soll. 

Den Reportern gelingt es schließlich sich mit dem mutmaßlichen Beznesser zu treffen, ihn vor versteckter Kamera auszufragen. 

Der 30jährige Muslim Samir ist mit einer Einheimischen verheiratet. Sie lebt mit den beiden kleinen Söhnen 700 Kilometer entfernt in der Nähe von Nairobi. Samir verkauft am Strand Safaris, doch die Einnahmen reichen nicht aus. Fieberhaft sucht er überall Kontakt zu reichen Touristinnen.

  

Situative O-Töne:

 

S: Die habe ich hier, auf der Straße kennen gelernt, die andere im Shakatak (gemeint ist eine Disco in Ukunda/GG), die andere auf  Safari, die andere auf der Straße. Drei…

S: Und wenn eine sagt, ich komme im September und die  die andere sagt ich komme gleichzeitig, sage ich nein, im September bin ich nicht da, komm 2 Wochen später, dann bin ich wieder da. Inzwischen bin ich wieder im Urlaub mit einer…

R: Also immer nacheinander kommen lassen?

S: Ja, ja..

R: Und wenn die da sind, zahlen die auch, oder?

S: Ja, ja, die zahlen! …Ich habe einmal Urlaub gemacht mit einer Polin, die Milchkuh. Urlaub im Privathaus, nicht im Hotel.

R: Du hast gerade gesagt, du hast eine Milchkuh…

S: Das ist  kein gutes Wort aber das sage ich zu den Leuten, die ich nicht liebe, ich will nur Geld saugen.

 Die  Milchkühe, wie Samir sie bezeichnet, zahlen auch  wenn sie längst schon wieder zu Hause sind.

 

Situative O-Töne:

 

 

R: Wie machst du das? Sagst du einfach gib mir Geld, oder schicke mir mal, mir geht’s schlecht?

S: Ja, ja, ja…Pass auf. Ich bin krank oder ich habe ein Problem oder ich will mein Haus renovieren, habe kein Geld, mein Geschäft läuft nicht gut, du weißt ich bin arbeitslos, ich lebe nur von Touristen.

R: Dann geben sie dir das Geld?

S: Ja, dann überweist sie. In 10 Minuten habe ich das Geld…

R: So schnell geht das?

S: Ja, ja…

R: Dann kannst du aber gut leben davon?

S: Ja, ich kann gut leben.

R: Wenn jetzt eine kommt, finde dich cool, will dich heiraten, und du liebst sie ja nicht, würdest du es trotzdem machen?

S: Ja…

R: Hast du eigentlich eine Frau, eine einheimische Frau?

Die weiß aber nichts von den weißen Frauen?

S: Doch…

R: Und sie hat nichts dagegen, dass du weiße Frauen hast?

S: Nein,  weil ich habe ihr gesagt,  die weißen Frauen haben mich vom Anfang meines Lebens hochgebracht, also hast du nichts zu sagen über diese Frauen. Du könntest mir gar nicht ein Haus bauen, mein Leben leisten. Also ich liebe dich, du liebst mich.

R: Gibt es auch noch andere Männer die das so machen mit den Frauen?

S: Ja, es gibt viele! Es gibt Männer, die bekommen 1000 Euro, wirklich, das schwöre ich dir!

Jetzt möchten die Reporter Samirs Haus auch sehen, das er sich von Frauen aus dem Westen finanzieren lässt. Samir willigt ein. Unterwegs in die Armenviertel von Ukunda zeigt er Fotos.

Situative O-Töne:

 

 

 R: Wer ist das? Die Frau, wer ist das?

S: Das ist die, die mir das Haus gebaut hat.

R: Ja, ja…

Regelmäßig kommt die 20 Jahre ältere Deutsche  nach Kenia, glaubt Samirs Liebesschwüren immer wieder. Zahlt dem Beznesser monatlich Geld.

Stolz zeigt dieser den Reportern eine Quittung von den Geldüberweisungen.

Angekommen in Ukunda  führt Samir die Reporter durch sein Wohnviertel.

Dann stehen sie vor dem neu gebauten Haus, finanziert durch Abzocke deutscher Touristinnen.

1 Million Kenianische Schilling hat es gekostet.

 Das sind rund 10.000 Euro.

 Situative O-Töne:

 

 

R: Habt ihr das selber gebaut? Gibt’s da Leute die das bauen?

S: Ja, ja, da gibt’s Leute die das bauen. Sie schickt Geld und ich kontrolliere alles. Ich gehe nicht an den Strand, nur hier Kontrolle.

R: Dann überweist sie auf einmal den ganzen Betrag oder immer verschieden?

S: Nein, nein…

R: Immer verschieden?

S: Wenn was fehlt, dann telefoniere ich und sie überweist.

R: Schicken dir die anderen Frauen auch Geld, die anderen zwei oder nur die Deutsche?

S: Die anderen schicken auch, aber wenig.

R: Und was schicken die da so?

S: Monatlich sie überweist 200 Euro, manchmal 200 Euro, manchmal 150.

R: Aber das ist doch viel Geld oder?

S: Ja, sehr viel Geld.

S: Jetzt muss ich noch viel Geld sparen um das hier als Wohnzimmer zu sehen.

 

Draußen auf der Terrasse wird Samir noch deutlicher.

 

 Situative O-Töne: 

 

 

S: Viele Jungs haben weiße Frauen aber haben keine Ideen.

R: Und du hast weiße Frauen und hast Ideen..

S: Ja…

 

Beznesser Samir führt die Reporter wieder nach draußen. Sie haben  genug gesehen und gehört.

(…)

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33 Gedanken zu “Bezness (3): Auf den Spuren der Liebesmafia (Kenia)

  1. meine schwester läuft gerade rein in diese falle.20 000 euro sind schon in kenia für *land und haus*.sie schwebt noch auf wolke kenia^^und ich bin ratlos

    • HALLO JAMBO HABARI GANI? Mein Name ist Erika M. Wir sind aus Österreich. Seit wann fahrt die Schwester nach Kenia? Viel Verliebt verliebt? Das allererste Mal waren wir in Kenya 2008, meine Zwillingstöchter mit mir. Ich würde mich wahnsinnig freuen, über einen regen Erfahrungsaustausch über gute und schlechte Zeiten mit Kenyanische Beziehungen. Ich mag die Menschen, das Land immer noch sehr. Die Sprache liebe Ich besonders, möchte gern mehr lernen und verstehen um sich besser zu verständigen. Maisha MAREFU heisst langes Leben. Bis auf bald hoffentlich mit lieben Grüssen Erika M.

  2. Hallo ihr lieben Betroffenen, auch ich bin ohne diesbezügliche Warnungen 2007 erstmals in das „Paradies Liebe“ geflogen und ich wurde von einem jungen Beachboy gefühlsmäßig total
    „überrumpelt“. Das Ergebnis war, daß ich innerhalb eines Jahres für IHN,Familie und Freunde ca. 15.ooo Euro verloren habe.
    Herz gegen Verstand, auch hatte ich damals noch keinen Zugriff aufs Internet, aber dann habe ich unter MZUNGU alles
    gelesen und das dusselige Gefühl war endlich vom wachen
    Verstand besiegt! Es war ein sehr teures Lehrgeld, was ich für die kenianische Liebesfalle bezahlt habe…..
    Ich danke hiermit allen mutigen Journalisten und Betroffenen für die Veröffentlichung der „Abzocke-Bezness-Erfahrung in
    Kenia“.Mir ist bekannt, daß dieses „Geschäft“ mit den gleichen kenianischen Aktivisten auch heute noch gut funktioniert, z.b.
    der Beachboy Alphone Charo TAURA in Mtwapa!!!!!

    Mit sehr großer Dankbarkeit für die Veröffentlichung dieser
    wichtigen Tourismus-Informationen, wünsche ich Ihnen auch
    weiterhin viel Erfolg.Eine diesbezügliche Warnung sollten die diversen Reiseveranstalter sofort nach Ankunft im Hotel den
    Touristen bitte zur Kenntnis geben, als „Reisewarnung“vor Ort!

    Liebe Grüße von Sarah

  3. Die Armut und der Hunger in Kenia sind für Europäer unvorstellbar. Bezness ist für ganze Familien der schnelle erfolgreiche Ausweg aus der Misere. Die Opfer sind zumeist die mitfühlenden Mzungus, „moneyskin“ genannt, enttäuschte Frauen, die den Liebesbeteuerungen nur zu gern glauben. Verhängnisvoll für beide Seiten. Die Jungen erliegen den Verlockungen der Konsumgesellschaft und dem Alkohol. Ihre Familien haben nur sehr selten Anteil an den „Segnungen“. Die Europäer, Männer wie Frauen, wenn sie denn wirklich vor Verliebtheit blind, werden ausgenommen bis zum letzten Cent.

  4. Hallo kann mir jemand helfen. Meine oma wird seit jahren auch von einem kenianer ausgenommen. Sie interessiert nur noch alles was mit ihm zu tun hat. Sie kann mit ihrem geld machen was sie will aber es geht soweit das sie sich nicht mal ein stück torte leisten kann. Wer kann mir helfen.

    • Hallo, einmal zuhören ihrer eigenen Geschichte wie sie diese sieht, dann Gespräche führen. Ich war das allererste mal in Kenia mit meinen Töchtern 2008. Habe sehr viel schönes, jedoch auch anderes kennengelernt. Mit Grüssen ERIKA M.

  5. Mein Name ist Mausi. Ich bin leider auch auf einen Betrüger hereingefallen. Ich habe in Deutschland alles aufgegeben, mein ganzes Geld in unser gemeinsames Haus gesteckt. Nach kurzer Zeit musste ich aber merken, dass der Herr durch mich nur ein besseres Leben wollte. Lust zum Arbeiten verspürte er nicht, die Mzungu hat ihn ja ausgehalten. Kam seine Familie zu Besuch, dann war ich nur die Köchin. Von den Gesprächen, die ausschließlich in Suaheli geführt wurden, bekam ich keine Übersetzungen. Mein Rasta wollte auch nicht, dass ich Suaheli lerne, da hätte ich ja von den unzähligen Telefonaten und von den Gesprächen mit seinen Geschwistern etwas verstehen können. Und jeden Tag trank er diesen Kokosnusswein und rauchte noch Drogen-Zigaretten. So wollte ich nicht leben. Habe mir dann eine eigene Wohnung gesucht und das Haus, das vom 1. bis zum letzten Stein ausschließlich von meinem Geld gebaut wurde, verlassen. Nun versuche ich, wenigstens einen Teil meines Geldes zurück zu holen, aber der Herr sagt mir stets, dass er nie im Leben das Haus verkaufen werde. Auf dem Kaufvertrag für das Grundstück steht natürlich sein Name, andere Papiere für das Haus gibt es nicht. Ich kann auch nicht mehr beweisen, dass ich jeden Monat mindestens 300 Euro geschickt habe (über Western Union – fast vier Jahre lang). Aber ich habe noch die Belege vom letzten halben Jahr, bevor ich nach Kenia übersiedelte, und meine Bankauszüge. Hier ist ersichtlich, dass mein mitgebrachtes Geld in wenigen Wochen verbraucht war. Im Haus musste noch so viel erledigt werden. Jetzt habe ich nur noch meine kleine Rente, die zwar zum Leben reicht, aber nicht für Extraausgaben, wie z.B. eine neue Brille, einen Arzt- oder Zahnarztbesuch, neue Kleidung usw.
    Ich rate allen Touristen, nicht auf die Masche der Beach-Boys – ich bin sehr arm, ich liebe dich, es gibt nur dich in meinem Leben, am Strand ist im Moment nichts zu verdienen, ich habe schon zwei oder drei Tage nichts mehr gegessen usw. hereinzufallen. Das ist alles nur dummes Gerede. Alle wollen nur eine europäische Frau, um durch sie ein besseres Leben zu bekommen.

    • Hallo Mausi,
      mir ist es ähnlich ergangen.
      Mtwapa und Ukunda sind der Eingang zur Hölle!
      Ich habe mir Suaheli selber beigebracht. Heute wünschte ich, ich hätte es NICHT getan.
      Ich hoffe nur das viele Leute über die schwarze Seele Kenya´s Informiert werden, leider habe ich nicht viel Hoffnung.
      Man sollte auch nicht nur, die Beach-Boys erwähnen, Leute von Up-Country sind auch nicht besser.
      Ich wünsche Dir noch sehr viel Kraft, denn diese wirst Du bestimmt gut gebrauchen können, Grüß mir Mtwapa 😦

    • Hatte ich leider vergessen zu erwähnen!
      Beach-Boys dürfen sich am Strand herumtreiben, z.B. Giriamas oder Digo
      Kenyaner von Up-Counrty dürfen dies nicht
      Schon seid Jahren sind viele andere Tribs an die Küste gewandert. Alle wollen ein Stückchen vom großen „Mzungu“ Kuchen abhaben.

  6. @ Guido Grandt,
    heute bin ich „Zufällig“ auf diese Seite gestoßen.

    Was Sie und Ihr Team in Kenia gehört und gesehen haben, ist nach meiner persönlichen Meinung, leider „NUR“ die Spitze des Eisberg.

    Kein Kenianer würde sich in kürzester Zeit einem „Weissen“ Anvertrauen!
    In Kenia gibt es über, 40 Volksstämme, davon leben und arbeiten sehr viele an der Küste, auch wenn Sie sich gegenseitig nicht wirklich… leiden können. (Siehe Wahlen von 2007)
    Eines haben Sie jedoch gemeinsam….ein ungeschriebenes GESETZ (dieses beherzigen normalerweise ALLE)
    Es ist ein „no go“ einem Touristen/Europäer über Ihr Machenschaften zu Informieren. (selbst die eigene Familie weiss oft nichts)
    Nur die gaaanz kleinen Beznesser Erzählen von Ihren „Einkünften“ die wirklich, „GROSSEN“ würden sich niemals dazu hinreißen lassen, etwas über Ihre „Einkünfte“ zu erzählen.

    Liebe Grüsse und bleiben Sie weiterhin am Ball, Information ist wirklich sehr wichtig!
    Gabi

    • Danke Gabi. Ich geben Ihnen in allen Punkten recht. Die Beznesser vor unseren versteckten Kameras wussten natürlich nicht, dass wir Journalisten sind. Wir haben uns zum Schein mit Ihnen angefreundet und gestaunt was für große Frauenhelden sie doch sind! Wir haben sie also auf ihre eigene Macho-Art gekriegt. So von Männer zu Männer. Da haben sie geredet und wir konnten alles später auch „live“ filmen, wie sie ihre Maschen an den Frauen ausprobiert haben…

  7. Oma, da Sie offensichtlich der Meinung sind, geplanten Betrug mit kulturellen Hintergründen und der wirtschaftlichen Lage dieser Männer entschuldigen zu können, gehe ich davon aus,dass Sie nicht begriffen haben, worum es bei Bezness geht. Frauen, die geliebt und vertraut haben, dann aber erkennen müssen, dass sie nur benutzt wurden, trifft keine Schuld. Sie erlauben sich ein Urteil über CiB, obwohl Sie nicht wissen, wie vielen Bezness-Opfern geholfen wurde, obwohl selbst auf 1001 viele Dankes-Beiträge zu lesen sind und die wahrscheinlich nur die Spitze des Eisberges sind. Sie sollten sich über die Arbeit des Vereines besser informieren, anstatt hier zu versuchen, die erfolgreiche Arbeit der Ehrenamtlichen dort so hinterhältig in Frage stellen zu wollen. Hat man Sie dort eventuell aus dem Forum geworfen?

  8. @ Herr Grandt
    „Ich rede nicht nur theoretisch sondern habe mit meinen Recherchen (von mir und meinem Team) am eigenen Leib (Beznesser etc.) erfahren, wie diese vorgehen und darüber habe ich/wir berichtet (Filme/Print).“

    Herr Grandt, sie haben nicht am eigenen Leib erfahren wie diese (Beznesser) vorgehen, denn am eigenen Leib erfahren heißt unter anderem: Durchleben, widerfahren, erlitten usw. Ihnen persönlich ist Bezness nicht widerfahren, sie haben lediglich eine Reportage darüber gemacht und ihnen wurden von den Methoden, die sie (Beznesser) anwenden berichtet. Die Worte von Ihnen „am eigenen Leib“ hätten sie ohne weiteres weglassen können, denn der Satz ist auch ohne diese Worte vollständig. Sie haben sie aber eingefügt. Was für ein Bild versuchen Sie mit dieser unwahren Aussage zu vermitteln? Das, was Felicitas angenommen hat, nämlich sie sind selbst betroffen und haben absolutes Verständnis? Wenn Sie schon bei in meinen Augen völlig unnötigen Kleinigkeiten nicht bei der Wahrheit bleiben, kann ich dem Rest Ihrer Reportage nicht mehr vertrauen.

    Es gibt auch für mich einen Unterschied zwischen Bezness und Sextourismus, aber Bezness sehe ich in den meisten Geschichten nicht, auch nicht im Forum 1001. Für mich werden in den meisten Fällen von Anfang an die Augen vor der Realität zugemacht und eventuelle aufkommende Zweifel nicht zur Kenntnis genommen. Ich denke, dass die Aussicht auf Erfüllung der eigenen Wünsche und Sehnsüchte alles weitere Denken ausschaltet. Sie haben endlich das, was sie sich immer erträumt hatten und das wollen sie nicht mehr loslassen. Ich denke sie wissen, dass sie den Vorteil haben, dass der andere ihnen finanziell unterlegen ist, auch wenn sie für unsere Verhältnisse nicht viel Geld haben und wissen, dass er sie zur Erfüllung seiner eigenen Träume braucht. Bei ausreichender Information über Kultur, Sitten, familiäre Strukturen usw. würden sie sehen, dass eine Beziehung, wie sie sich die Frauen erträumen, nicht möglich sein wird. Es würde auch schon helfen, einmal die Position des Gegenüber einzunehmen, seine kulturellen und familiären Wurzeln anzuschauen und sich klar machen, dass auch der andere sehr viel für die Erfüllung seiner Sehnsüchte und Wünsche tun wird. Diese Wünsche sind aber in den meisten Fällen anders, als die der Frauen. Den Verstand einschalten, die Realität sehen und sie nicht wegwischen, würde viele Enttäuschungen, die voraussehbar sind, verhindern. Wenn es denn geschehen ist, ist man kein Opfer, sondern man hat einen eigenen Anteil an dem Ganzen und dieser Tatsache muss in die Augen gesehen werden.

    Was den Verein CiB und das Forum 1001 angeht, kann ich keiner Frau die Bezness erfahren hat und wirkliche Hilfe sucht, um sich und das was geschehen ist zu hinterfragen, empfehlen, sich den dortigen Moderatoren anzuvertrauen. Wenn eine Frau sich aber als Opfer sieht, die Schuld bei dem „Beznesser“ sucht, bereit ist auf ihre eigene Sichtweise weitestgehend zu verzichten und anerkennt, dass die Moderatoren und manche User dort genau wissen wie es wirklich bei ihr ist, dann ist sie dort gut aufgehoben. Sollte sie anfänglich noch eine andere Sichtweise haben, wird ihr ganz schnell und nachdrücklich klar gemacht, dass sie nur nicht sehen will.

    • Wie bereits kommentiert habe ich mich tatsächlich falsch ausgedrückt „mit am eigenen Leib erfahren“. Noch mal: ich habe nicht von „Dritten“ über die Abzockmethoden erfahren, sondern Beznesser selbst haben vor unseren versteckten Kameras ausgepackt! Das haben wir „journalistisch“ erfahren. Ich hoffe, dass diese Unklarheiten nun beseitigt sind und wir nicht weiterhin eine „Wortreiterei“ praktizieren! Ob sie einer Reportage vertrauen oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Unsere filmischen Recherchen sind Bestandteil von Eingaben und Anfragen an Behörden und Ministerien und dienen als Beweise. Welche haben Sie für Ihre Behauptungen? Ihrer vorgefassten Meinung über Bezness widerspreche ich: die von uns interviewten Beznesser sind absolut authentisch und erzählen WIE und mit WELCHEM System Frauen abgezockt werden! Das hat nichts mit Romantik oder falschen Vorstellungen

      zu tun, sondern ist eiskaltes Kalkül.
      Natürlich sind die Beznesser Schuld an dieser Abzocke und nicht die Frauen, die Opfer.
      Den Verein CiB von Evelyne Kern habe ich als absolut seriös kennengelernt und kann nur jeder Betroffenen raten sich dort hin zu wenden.

    • Hallo ONA, mir ist eine Bezness-Betroffene persönlich bekannt. Ihren Erzählungen nach ist eine Reaktion, wie Sie sie hier schreiben, auch in ihrem Umfeld nicht selten. Meiner Meinung nach liegt es daran, dass sich zuwenig oder gar nicht mit dem Thema beschäftigt wurde. Ich bin mir sicher, dass auch Ihnen nicht alle Facetten des Beznesses vertraut sind.

      Durch meine Bekannte habe ich sehr viel über dieses Thema, das Forum 1001Geschichte und den CiB e.V. erfahren. Seitdem kann ich über derart unqualifizierte Äußerungen nur schmunzeln. Ihnen ist einfach nicht bekannt, welch wertvolle Hilfe dort geleistet wird.

      Im Gegensatz zu Ihnen hat sich der Autor intensiv mit dem Thema Bezness beschäftigt und gründlich recherchiert bevor er damit an die Öffentlichkeit gegangen ist.

      Ihnen ein Bezness-freies Leben!

      Felicitas

  9. In fast jeder der über 200 wahren Geschichten auf 1001 kann man zwischen der Zeilen die emotionale Erpressung spüren, der die Betroffenen ausgesetzt sind. So etwas muss man erstmal aushalten. Alle Achtung vor den Frauen, die sich davon befreien konnten.
    Gut, dass diese Geschichten 1000fach gelesen werden. Ich denke, dass diese Erlebnisberichte den Hauptpart der Prävention leisten.
    Toll, dass auch Sie sich diesem heiklen Thema widmen, Herr Grandt. Chapeau!

    • Danke Ihnen Sonja! Ich finde es wichtig und richtig dass sich auch ein männlicher Journalist mit dem Thema beschäftigt. Meiner ganzen journalistischen Arbeit verpflichtet, nach dem Motto: Frauen und Kinder haben immer noch keine richtige Lobby in Deutschland!

  10. Sehr gut recherchierte Berichte, die ganz deutlich zeigen, dass zwischen Bezness und Sextourismus ein himmelweiter Unterschied besteht! Besonders der Ausdruck „Liebes-Mafia“ erscheint mir sehr treffend, weist er doch darauf hin, mit welcher kriminellen Energie die Frauen getäuscht, ausgenommen und „entsorgt“ werden. Um diesen skrupellosen Männern das Handwerk zu legen, bedarf es noch einer großen Menge an Aufklärung.

    Der Autor ist einer der wenigen Männer, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen. Seine Glaubwürdigkeit ist umso größer, da er, im Gegensatz zu einer betroffenen Frau, ohne Emotionen und den berühmten „Blick zurück im Zorn“ berichten kann.

    Vielen Dank für diese Triologie!

    Felicitas

    • Auch Ihnen gebe ich Recht! Bezness ist organisierte Kriminalität. „Gefühlsrkiminalität“ wie einer meiner Mitarbeiter, ein Kriminalhauptkommissar a.D., dies treffend ausgedrückt hat. In diesem Kontext kann man tatsächlich von einer „Liebesmafia“ sprechen. Meist unbekannt und unterschätzt. Zudem: Ich rede nicht nur theoretisch sondern habe mit meinen Recherchen (von mir und meinem Team) am eigenen Leib (Beznesser etc.) erfahren, wie diese vorgehen und darüber habe ich/wir berichtet (Filme/Print).

    • Danke für die Anerkennung meiner Wortdefinierung, an der schon die Sendereihe „Mona Lisa“ vor Jahren lechzte (anderer Zusammenhang)!

    • Sehr geehrter Herr Grandt, wie Sie schreiben, sind Sie selbst betroffen (gewesen – hoffe ich). Umso mehr muss ich Ihr Engagement zu dem Thema „Bezness“ bewundern. Männer gehen bekanntlich anders als Frauen mit Gefühlsthemen um. Dass Sie mit verschiedenen Artikeln diesesThema in die Öffentlichkeit bringen, ist sicher für alle Betroffenen ein Lichtblick: Sie sind nicht allein mit ihren negativen Erfahrungen und sehen, dass diese „Gefühlsbrutalität“ öffentlich angesprochen wird. Ich hoffe und wünsche mir, dass Ihr Aufruf große Resonanz hat. Da ich „nur“ einen prügelnden deutschen Ehemann hatte, kann ich ihnen leider keine Geschichte liefern. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!
      Felicitas

  11. Ich ( 36 ) gehöre auch zu den Frauen, die sich in Kenia verliebt haben. Ich hatte diesem Mann wirklich vertraut. Dennoch war alles, was er mir erzählte gelogen. Eiskalt hat er meine Liebe ausgenutzt , um an Geld zu kommen. Rund 10.000 Euro hatte ich in eine gemeinsame Zukunft investiert. Dann musste ich leider ( durch einen Zufall) feststellen, dass ich nicht die einzige Frau war, die er so „benutzte“
    Schlimm für mich sind allerdings die Bemerkungen mancher Mitmenschen. Ich höre immer, dass Sextouristinnen selbst schuld sind, wenn sie ausgenommen werden. Hier möchte ich einfach mal klar stellen, dass ich mit Sicherheit nicht mit dem Vorsatz, in Kenia Sex zu haben, verreist bin. Und so geht es vielen Frauen. Bezness- Opfer sind keine Sextouristinnen. Leider wird das immer verwechselt. Aber wohl nur deshalb, weil die meisten Leute sich nicht informieren.
    Danke fuer die Aufklärung hier und auf 1001Geschichte.

    • Mit Ihrer Argumentation gegen ungerechtfertige Kritik gebe ich Ihnen vollkommen recht. Natürlich gibt es auch den Aspekt des Sextourismus aber Bezness ist etwas anderes und weitaus perfider…

    • Liebe Felicitas, ich bin nicht auf eine „Beznesserin“ reingefallen, sondern habe Recherchen vor Ort mit Beznessern gemacht, so habe ich das gemeint:-))Danke Ihnen für die Wünsche, die ich gerne zurückgebe!

    • Lieber Herr Grandt, sorry, da habe ich Sie ja völlig missverstanden. Mein Satz „Umso mehr muss ich Ihr Engagement zu dem Thema „Bezness“ bewundern“ ist deswegen nicht weniger ehrlich gemeint, im Gegenteil! Bleiben Sie bitte am Ball – Aufklärung tut not. Herzliche Grüße und viel Erfolg.
      Felicitas

    • Hans Schmiederer, so heißt mein Kollege, hat tatsächlich eine profunde und absolut zutreffende Wortdefinition mit „Gefühlskriminalität“ gefunden. Danke Hans!

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