„Wulff-Jagd“ (1)


Kaum ein Tag ohne neue Hiobsbotschaften aus dem oder um das Bundespräsidialamt: medial bombardiert wird der Bürger mit scheinbaren oder berechtigten neuen Verfehlungen Christian Wulffs.

Ich möchte mich an dieser Stelle kein Urteil über seine Integrität erlauben – das wird täglich medial und politisch bereits getan.

Klar scheint, dass Bundespräsident Christian Wulff viele Fehler gemacht hat, für die er auch zur Verantwortung gezogen werden muß. Doch viele Vorwürfe treffen sicher auch auf zahlreiche andere Politiker zu…

Warum also wird so vehement gegen den Bundespräsidenten vorgegangen? Sind es „nur“ (ohne wertend über seine Verfehlungen zu richten) die bekannten Vorwürfe oder geht es noch um etwas anderes?

Einer der wahren Gründe könnte Christian Wulffs Rede beim XIX. Deutschen Bankentag des Bundesverbandes deutscher Banken am 31. März 2011 in Berlin sein.

In ihr greift er die Banken, das System, die Produkte, die Finanzprofiteure und auch die Politik ungewöhnlich scharf an, weist sie in ihre Schranken, wie dies selten zuvor Bundespräsident getan hat.

Das war mutig. Das war wahr und sprach vielen Bürgern aus der Seele.

Doch wie die Vergangenheit zeigt werden all jene hart angegangen, die das Finanzsystem, die Banken und die involvierte Politik angehen.

Meines Erachtens ist dies der „wahre“ Grund hinter der bislang in der Bundesrepublik einzigartigen Präsidentenjagd, der „Wulff-Jagd“.

Zum besseren Verständnis gebe ich nachfolgend Auszüge aus Christian Wulffs Bankenrede wieder. Jeder kann sich selbst ein Bild darüber machen, wie wahr und mutig die Worte des Bundespräsidenten sind oder auch nicht (Hervorhebungen von mir).

„Führen wir uns noch einmal die Dimensionen der Rettungsmaßnahmen vor Augen:

In Deutschland wurden 400 Milliarden Euro staatliche Garantien für die Banken und weitere 80 Milliarden Euro Beteiligungen für notleidende Finanzinstitute bereitgestellt. Für die Euro-Länder wurde ein Rettungsschirm über insgesamt 750 Milliarden Euro aufgespannt, um unsere Währung – den Euro – vor den Folgen der Staatsschuldenkrisen in einigen Euro-Mitgliedstaaten zu schützen. Dazu kommen weitere 110 Milliarden Euro an Hilfen für Griechenland.

Dies hat die Politik in schwierigste Begründungszwänge gebracht: Einerseits werden Sportanlagen oder Bibliotheken aus Geldmangel geschlossen, andererseits wird über Hunderte Milliarden verhandelt. Das ist für sehr viele Bürger nur schwer nachzuvollziehen.

(…) 

Hat dieser Schock dauerhaft nachgewirkt? Hat er dazu geführt, das Fundament unseres Bankensystems zu stabilisieren, die Regeln dauerhaft zu justieren, das Finanzsystem zu erneuern und wetterfest zu machen?

Ich habe noch Zweifel. Manchmal scheint mir, dass dank der staatlichen Krisenmaßnahmen der Schreck bei vielen verflogen ist und die alten Verhaltensweisen zurückgekehrt sind. Mir wäre sehr recht, wenn ich mich täuschen würde, aber Zweifel müssen ausgeräumt werden.

Die Finanzkrise hat die Finanz- und auch die Geldpolitik bis an die Grenze ihrer Möglichkeiten gebracht. Machen wir uns nichts vor: Eine so umfangreiche konzertierte Rettungsaktion ist nicht wiederholbar. Die Steuerzahler werden nicht noch einmal bereit und in der Lage sein, einen solchen Kraftakt zu schultern.

Wir dürfen nicht vergessen: Diese Krise brach nicht aus heiterem Himmel über uns herein. Da reichte der Ordnungsrahmen nicht aus, um die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten. Da gab es die Neigung von Menschen zur Hybris, zur Selbstüberschätzung.

(…)

Also frage ich mich: Wie groß ist der Lerneffekt? Ist er dauerhaft? Sind die Ursachen der Krise beseitigt? Haben wir aus den Fehlern wirklich gelernt?

Ich möchte ganz offen sein, mein Fazit lautet: Nein – weder haben wir die Ursachen der Krise beseitigt, noch können wir heute sagen: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt.

(…)

Wir dürfen dabei nicht vergessen: Diese Schuldenkrisen wurden auch dadurch beflügelt, dass Banken zu leichtfertig hohe Kredite vergaben. Viele schauten lange nicht so genau hin. Und sie vertrauten darauf, dass hohe Zinsen kein hohes Risiko bedeuten, da andere die Zeche zahlen. Auch dies hat zu der systemischen Dimension der Finanzkrise beigetragen. In einigen Ländern ist somit die Staatsschuldenkrise zu einem wesentlichen Teil die „andere Seite der Medaille“ der Verwerfungen im Finanzsektor. Meines Erachtens kann jedenfalls in der Zukunft überhaupt nicht strittig sein: Bei Überschuldung müssen private Gläubiger auf Forderungen verzichten. Das ist quasi systemimmanent. Der Widerstand dagegen macht viele misstrauisch. Die Probleme in allen Mitgliedstaaten der Währungsunion müssen auch an ihren Wurzeln angepackt werden. Dies gilt insbesondere für den Bankensektor, wo wir bei der Restrukturierung, in Deutschland gerade der Landesbanken, zügiger und umfassender vorankommen müssen. Die Eigentümer müssen sich ihrer Verantwortung stärker stellen, auch was nachhaltige Geschäftsmodelle anbelangt.

 (…)

Die globale systemische Krise ist gewissermaßen das Ergebnis eines „multiplen Versagens“. Dies darf aber nicht dazu führen, darin eine Entschuldigung für individuelles Fehlverhalten zu suchen. Wenn gegen Recht verstoßen worden ist, muss dies geahndet werden. Gleichwohl ist es müßig, heute mit dem Finger auf einzelne Bankinstitute oder Banksparten zu zeigen. Vieles wurde an vielen Stellen falsch gemacht. Dies betrifft auch solche Banken, die vermeintlich gut durch die Finanzkrise gekommen sind, aber natürlich Nutznießer der staatlichen Rettungsschirme waren und bis heute sind. Aber es betrifft auch die Aufsichtsbehörden und die Notenbanken und auch die Politik.

 (…)

 Dabei geht es auch um Anlageprodukte, um Wertpapiere, die oft sehr riskante Finanzwetten beinhalten und die bei näherem Hinsehen hohe Gebühren für den Kunden zur Folge haben. Viele Anleger können die komplexe Struktur dieser Produkte nicht nachvollziehen – wenngleich viele allzu häufig leichtfertig auf scheinbar hohe Renditen zielen. Handelt es sich hierbei noch um solide Anlageprodukte? Schon über eine halbe Million Wertpapierzertifikate, die an Indizes gekoppelt sind, die oft aber auch spekulative Turboeffekte oder Bonuselemente enthalten, sind in Deutschland von Banken aufgelegt worden. Ich frage mich: Ist diese Entwicklung wirklich gesund oder wiederholen wir hier nicht die Fehler der Vergangenheit? Wer Finanzprodukte verkauft, muss sie verstehen, und wer sie kauft, sollte sie ebenfalls verstehen. Sonst sollten beide Seiten die Finger davon lassen.

 

(…)

 

Daher sage ich an dieser Stelle: Es war ein Fehler, den Kapitalverkehr und die Kapitalmärkte global zu deregulieren und zu liberalisieren, ohne zuvor einen funktionierenden globalen Ordnungsrahmen geschaffen zu haben. Ein Ordnungsrahmen, der erlaubt, was ökonomisch und finanzpolitisch gewollt ist und der drastisch ahndet, was unerwünscht und schädlich ist. Ein globaler Finanzmarkt braucht eine feste Ordnung mit klaren Regeln und fairen Wettbewerbsbedingungen. Damit stünde man in einer guten ordnungspolitischen Tradition.

Wenn wir freien Kapitalverkehr und freie Kapitalmärkte bewahren wollen – und das steht am Ende auf dem Spiel – dann müssen wir diese Versäumnisse jetzt nachholen.

(…)

 Eine wichtige Spielregel unserer Marktwirtschaft ist nun einmal: Unternehmen tragen das Investitionsrisiko. Wer Gewinne macht, kann auch Verluste erleiden. Die Haftung muss beim Unternehmen bleiben. Dazu gehört auch, dass Unternehmen scheitern können. Dieses Grundprinzip dürfen wir nicht aushebeln, auch nicht im Bereich der Finanzwirtschaft und der Banken. Deshalb stimmt es mich nachdenklich, wenn nun der Internationale Währungsfonds davor warnt, dass die systemischen Risiken im Finanzsystem größer geworden sind. Es darf nicht sein, dass wir am Ende durch Rettungs- und Stützungsmaßnahmen die Fehlanreize für den Finanzsektor weiter erhöhen. Wir brauchen aus diesem Grund dringend eine überzeugende Antwort auf die Frage, wie mit komplexen systemisch relevanten Banken auf internationaler Ebene umgegangen werden soll.

(…)

 Eine weitere Krise dieser Dimension können wir uns nicht mehr leisten. Das wäre dann nicht mehr nur eine Krise unseres Finanz- und Wirtschaftssystems, sondern eine Krise unserer Demokratie, die letztlich die Akzeptanz unseres Wirtschaftssystems unterminieren würde. Daher fordere ich die Finanzwirtschaft auf, aktiv mitzuarbeiten, dass wir zu klaren Regeln kommen, um die Stabilität des Bankensektors und der Finanzmärkte zu gewährleisten.

Dies ist notwendig, damit die Politik nicht wieder unter Zugzwang gerät. Die Leitplanken für das Finanzsystem müssen wieder von der Politik gesetzt werden. Es bleibt keine andere Wahl: Die Rahmenbedingungen sind zu verschärfen, damit das Finanzsystem widerstandsfähiger wird und Krisen weniger wahrscheinlich werden. Dieses notwendige Mehr an Sicherheit und Stabilität hat seinen Preis, ist aber unverzichtbar.

Ich muss auch die Banken für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft in die Verantwortung nehmen. Und natürlich gehört an diese Stelle auch die Frage der Angemessenheit der Vergütung. Solange die Bankvorstände nicht angestellt waren, sondern mit ihrem Privatvermögen hafteten, stand diese Frage nicht im Vordergrund. Aber heute müssen wir diese Diskussion führen.

 (…)

 Mir und vielen anderen fällt es deshalb schwer zu verstehen, warum es in der Finanzwirtschaft möglich ist, so hohe Vergütungen zu erzielen, ohne entsprechend an den Risiken beteiligt zu sein. Schließlich spielen auch viele andere Berufe für unsere Gesellschaft eine ganz wichtige Rolle. Ob beispielsweise Lehrerin oder Pfleger im Altenheim, denen Tag für Tag viele Menschen anvertraut sind, oder Architektin und Ingenieur, die innovative Bauten entwerfen und für Brücken und Infrastruktur Verantwortung tragen. Aktuell kämpfen Hebammen um die Zukunft ihres ganzen Berufstandes, weil hohe Haftpflichtversicherungsbeiträge ihre geringen Einkommen aufzehren.

Daher ist die Frage nach der Höhe und nach der Struktur der Vergütung bei den Banken nicht allein eine funktionale Frage – und schon gar keine des Neides. Es geht auch um die Anreize, die richtig gesetzt werden müssen, damit nicht kurzfristig orientiertes Handeln an den Wertpapiermärkten bestimmend ist, damit nicht Entscheidungen nur auf das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres oder vielleicht des kommenden ausgerichtet sind. Es geht aber auch darum, klar zu sagen, dass es in einer globalisierteren Wirtschaftsordnung nicht sein kann, dass es Gruppen in unserer Gesellschaft gibt, die den Eindruck vermitteln, in abgehobenen Parallelwelten zu leben. Und die ihre Ansprüche aus einer vermeintlich hohen Wertschöpfung ableiten, die am Ende keine ist und der gesamten Volkswirtschaft schadet. Wer zur Elite eines Landes gehören will, muss auch Vorbildfunktion und Verantwortung übernehmen – ohne Wenn und Aber.

Um den Blick klar nach vorne zu richten, müssen wir uns bewusst machen, dass Maß und Vernunft unsere Prämissen sind. Maßhalten ist eine Primärtugend. Für den Banken- und Finanzsektor heißt dies: Die Zeit unverhältnismäßiger Gewinne und schneller Profite ist vorbei und darf so nicht zurückkommen. Nicht für die Banken, die sich mit geringeren Renditen und höheren Sicherheitsvorschriften zurechtfinden müssen. Und nicht für die Sparer und Anleger, die geblendet vom Höhenrausch an den Börsen leichtfertig auf schnelle Gewinne setzten. Und nicht für die Politik, die national und global Handlungsspielräume zurückgewinnen muss, indem sie endlich die Regeln einhält und die öffentlichen Haushalte in Ordnung bringt und auch dem Finanzsektor klare Regeln setzt. Das alles mag für den heutigen Anlass sehr nüchtern klingen, es wäre aber eine tragfähige Richtung. Und darauf kommt es an.

In fünf Jahren sollten gelassenere Töne zu hören sein. Es muss bis dahin ins Lot gebracht werden, was aus den Fugen geraten ist.“

 

 QUELLE:

Rede von Bundespräsident Christian Wulff beim XIX. Deutschen Bankentag des Bundesverbandes deutscher Banken am 31. März 2011 in Berlin

Datum:

05.04.2011

Ort:

Berlin

Bulletin

37-1

http://www.bundesregierung.de/nn_1514/Content/DE/Bulletin/2011/04/37-1-bpr-bankentag.html

 

 

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Bezness (4): Aufruf!


Aufgrund der großen Resonanz meiner „Bezness-Triologie“, wie es eine meiner Leserinnen  ausgedrückt hat, möchte ich an dieser Stelle die Gelegenheit ergreifen, Bezness-Opfer, die mit Ihrer Geschichte (in welcher Form auch immer) an die Öffentlichkeit gehen möchten, sich bei mir direkt (guido.grandt@wirsind.tv) oder bei meiner renommierten und erfahrenen Kollegin Evelyne Kern (über den Verein CiB/siehe auch rechts mein Blogroll „1001Geschichte“) zu melden.

Nur mit authentischen Fällen können wir das Thema Bezness weiter medial vorantreiben und dann auch politisch angehen.

Danke im Voraus!

Guido Grandt

Bezness (3): Auf den Spuren der Liebesmafia (Kenia)


Wie der erste Bezness-Artikel hat auch der zweite für eine große Leserschaft gesorgt.  Nachfolgend, gemäß dem vorherigen Motto, veröffentliche ich den Auszug meines Filmtreatments „Auf den Spuren der Liebesmafia“. Diesesmal bin ich mit meinem Team in Kenia unterwegs, genauer an der Diani-Beach bei Ukunda in der Nähe von Mombasa. Auch hier haben  Beznesser wieder vor versteckter Kamera ausgepackt („R“ steht wieder für „Reporter“):

„Abchecken, Angraben  und Beobachten – das hat Methode bei vielen Beachboys. 

Das bestätigt auch Pelu. Seit 13 Jahren kennt er die  Szene am Strand. Unter einem Vorwand treffen sich die Reporter mit ihm und seiner Gang.

Situative O-Töne:

 

R: Ich habe gestern gehört in der Diskothek, dass ein afrikanischer  Mann einer weißen Frau gesagt hat, ich liebe dich, ich möchte dich heiraten und sie hat gesagt, ich kenne dich erst zwei Tage. Es gibt doch bestimmt auch Leute, die das als Business machen oder nicht?

P: Ja, ist etwas Geschäft, du weißt, Geschäft ist überall.

R: Ist es einfach, dass sich die weißen Frauen in schwarze Männer verlieben, gibt es da Tricks irgendwie?

P: Ja, ab und zu mal schon Tricks.

 (…)

Zuvor erhalten ihre Kollegen  einen heißen Tipp: Händler berichten von einem Mann, der westliche Frauen gleich reihenweise abzocken soll. 

Den Reportern gelingt es schließlich sich mit dem mutmaßlichen Beznesser zu treffen, ihn vor versteckter Kamera auszufragen. 

Der 30jährige Muslim Samir ist mit einer Einheimischen verheiratet. Sie lebt mit den beiden kleinen Söhnen 700 Kilometer entfernt in der Nähe von Nairobi. Samir verkauft am Strand Safaris, doch die Einnahmen reichen nicht aus. Fieberhaft sucht er überall Kontakt zu reichen Touristinnen.

  

Situative O-Töne:

 

S: Die habe ich hier, auf der Straße kennen gelernt, die andere im Shakatak (gemeint ist eine Disco in Ukunda/GG), die andere auf  Safari, die andere auf der Straße. Drei…

S: Und wenn eine sagt, ich komme im September und die  die andere sagt ich komme gleichzeitig, sage ich nein, im September bin ich nicht da, komm 2 Wochen später, dann bin ich wieder da. Inzwischen bin ich wieder im Urlaub mit einer…

R: Also immer nacheinander kommen lassen?

S: Ja, ja..

R: Und wenn die da sind, zahlen die auch, oder?

S: Ja, ja, die zahlen! …Ich habe einmal Urlaub gemacht mit einer Polin, die Milchkuh. Urlaub im Privathaus, nicht im Hotel.

R: Du hast gerade gesagt, du hast eine Milchkuh…

S: Das ist  kein gutes Wort aber das sage ich zu den Leuten, die ich nicht liebe, ich will nur Geld saugen.

 Die  Milchkühe, wie Samir sie bezeichnet, zahlen auch  wenn sie längst schon wieder zu Hause sind.

 

Situative O-Töne:

 

 

R: Wie machst du das? Sagst du einfach gib mir Geld, oder schicke mir mal, mir geht’s schlecht?

S: Ja, ja, ja…Pass auf. Ich bin krank oder ich habe ein Problem oder ich will mein Haus renovieren, habe kein Geld, mein Geschäft läuft nicht gut, du weißt ich bin arbeitslos, ich lebe nur von Touristen.

R: Dann geben sie dir das Geld?

S: Ja, dann überweist sie. In 10 Minuten habe ich das Geld…

R: So schnell geht das?

S: Ja, ja…

R: Dann kannst du aber gut leben davon?

S: Ja, ich kann gut leben.

R: Wenn jetzt eine kommt, finde dich cool, will dich heiraten, und du liebst sie ja nicht, würdest du es trotzdem machen?

S: Ja…

R: Hast du eigentlich eine Frau, eine einheimische Frau?

Die weiß aber nichts von den weißen Frauen?

S: Doch…

R: Und sie hat nichts dagegen, dass du weiße Frauen hast?

S: Nein,  weil ich habe ihr gesagt,  die weißen Frauen haben mich vom Anfang meines Lebens hochgebracht, also hast du nichts zu sagen über diese Frauen. Du könntest mir gar nicht ein Haus bauen, mein Leben leisten. Also ich liebe dich, du liebst mich.

R: Gibt es auch noch andere Männer die das so machen mit den Frauen?

S: Ja, es gibt viele! Es gibt Männer, die bekommen 1000 Euro, wirklich, das schwöre ich dir!

Jetzt möchten die Reporter Samirs Haus auch sehen, das er sich von Frauen aus dem Westen finanzieren lässt. Samir willigt ein. Unterwegs in die Armenviertel von Ukunda zeigt er Fotos.

Situative O-Töne:

 

 

 R: Wer ist das? Die Frau, wer ist das?

S: Das ist die, die mir das Haus gebaut hat.

R: Ja, ja…

Regelmäßig kommt die 20 Jahre ältere Deutsche  nach Kenia, glaubt Samirs Liebesschwüren immer wieder. Zahlt dem Beznesser monatlich Geld.

Stolz zeigt dieser den Reportern eine Quittung von den Geldüberweisungen.

Angekommen in Ukunda  führt Samir die Reporter durch sein Wohnviertel.

Dann stehen sie vor dem neu gebauten Haus, finanziert durch Abzocke deutscher Touristinnen.

1 Million Kenianische Schilling hat es gekostet.

 Das sind rund 10.000 Euro.

 Situative O-Töne:

 

 

R: Habt ihr das selber gebaut? Gibt’s da Leute die das bauen?

S: Ja, ja, da gibt’s Leute die das bauen. Sie schickt Geld und ich kontrolliere alles. Ich gehe nicht an den Strand, nur hier Kontrolle.

R: Dann überweist sie auf einmal den ganzen Betrag oder immer verschieden?

S: Nein, nein…

R: Immer verschieden?

S: Wenn was fehlt, dann telefoniere ich und sie überweist.

R: Schicken dir die anderen Frauen auch Geld, die anderen zwei oder nur die Deutsche?

S: Die anderen schicken auch, aber wenig.

R: Und was schicken die da so?

S: Monatlich sie überweist 200 Euro, manchmal 200 Euro, manchmal 150.

R: Aber das ist doch viel Geld oder?

S: Ja, sehr viel Geld.

S: Jetzt muss ich noch viel Geld sparen um das hier als Wohnzimmer zu sehen.

 

Draußen auf der Terrasse wird Samir noch deutlicher.

 

 Situative O-Töne: 

 

 

S: Viele Jungs haben weiße Frauen aber haben keine Ideen.

R: Und du hast weiße Frauen und hast Ideen..

S: Ja…

 

Beznesser Samir führt die Reporter wieder nach draußen. Sie haben  genug gesehen und gehört.

(…)

Bezness (2): Auf den Spuren der Liebesmafia (Türkei)


Die Leser und Leserinnen meines investigativen Journalistenblogs haben mit großem Interesse auf meinen Artikel „Bezness (1): Auf den Spuren der Liebesmafia“ reagiert. Deshalb möchte ich, bezugnehmend auf diesen Artikel, das Thema an dieser Stelle weiterführen.

Nachfolgend einige verdeckt gedrehte Dialoge zwischen mir (investigativer Reporter – mein Team und ich haben uns als „normale“ Touristen ausgegeben) und einheimischen Beznessern im türkischen Urlaubsort Side wiedergeben. Aus dem was die Liebesbetrüger vor versteckter Kamera auspacken ist leicht das perfide System von Bezness zu erkennen. Aber lesen Sie selbst.

„R“ steht für „Reporter“, also für mich und „A“ für den Retaurantkellner „Achmed“ (Name geändert) und „M“ für den Hotelanimateur „Mehmet“.

Auszug aus dem Filmtreatment („Auf den Spuren der Liebesmafia“ von Guido Grandt):

„Einer von ihnen ist Achmed, der Restaurantkellner. Scheinbar zufällig verwickeln die Reporter ihn in ein  Gespräch. Fragen gezielt nach den Anmachmaschen.

 

 Situative O-Töne Reporter und Achmed

 

R: Die Frauen kriegt man doch relativ leicht rum hier?

 

A: Ja…

 

R: Viele Deutsche dann, oder alle?

 

A: Alle…

 

R: Dann einmal ins Hotel, am anderen Tag ist vorbei, oder kommen die wieder?

 

A: Wieder, wenn du hast gut gemacht, kommen die wieder!

 

R: Dann kommen die manchmal den ganzen Urlaub her?

 

A: Ja…

 

R: Bist du eigentlich verheiratet?

 

A: Ja…

 

R: Egal, müssen die ja nicht wissen…

 

A: Psssst…

 

R: Ein Kollege kam bei der Frau nicht an, die wollte nichts mit ihm haben und dann hat der Kellner zu seinem Kollegen gesagt, geh du da hin und dann ist sie nachher mit dem weggegangen. Ist es bei euch auch so, dass ihr ein wenig miteinander redet, so?

 

A: Ja, ja…

 

R: Bisschen rumschicken und so?

 

A: Genau…

 

R: Und bleibt ihr mit denen in Kontakt, Email, Sms und so?

 

A: Ja…

 

R: Und es ist tatsächlich so, dass die dann noch Geld schicken später, Geld schicken oder Handys?

 

A: Ja, ja…die machen das.

 

R: Machen die das?

A: Wenn er macht Arbeit gut, wenn Frau zufrieden, er kriegt alles…Was möchte eine Frau? Frau möchte das, schöne Zeit, wenn sie eine rote Rose geben sie macht alles…

 

 

Romantik, Zärtlichkeit und eine schöne Zeit – das also scheint die Masche der türkischen Gigolos zu sein, um Touristinnen gefügig zu machen. Dass dahinter jedoch mehr als nur orientalische Liebesnächte stecken, stellen die Reporter schon sehr bald fest.

(…)

Kurze Verschnaufspause am Pool. Hotelangestellte Ilona gesellt sich dazu. Die Deutsche kennt die Anbagger- und Abzockstrukturen der türkischen Männer nur zu gut.

Situativer O-Ton Cordula (deutsche Hotelangestellte)

 

Ich habe hier Leute an meinem Schreibtisch sitzen, die sagen, der Animateur liebt mich. Der wollte sich einen Roller kaufen. Aber ihm fehlten noch 300 Euro, die habe ich ihm dann gegeben. Ein Kellner verdient hier 300 Euro und wenn ich hier so eine Ische knalle und ihr jeden Tag erzähle, wie toll sie ist und wie sexy sie doch aussieht, weiß ich doch, ich habe einen guten Zusatzverdienst. Ich würde, wenn ich eine Tochter hätte, sie nicht hierher lassen.“

 

O-Ton Reporterin

 

Wenn ein Bus ankommt und neue Touristinnen bringt, dann stehen die Kellner schon da und begucken sich welches Frischfleisch kommt. Die Betreuung ist dann natürlich sehr intensiv. Dann wird den ganzen Tag mehr oder weniger immer wieder kleine Aufmerksamkeiten, so dass die Frauen schon merken, da ist ein deutliches Interesse.“

 

Deutliches Interesse zeigt auch Hotelanimateur Mehmet an den zahlreichen Touristinnen. Ihm geht es nicht nur um jobbedingte Freundlichkeit, sondern um weitaus mehr. 

Vor versteckter Kamera packt der Hotelanimateur bei den Reportern aus.

 Situative O-Töne Reporter und Mehmet

 

M: In Side…alte Frau und türkische Männer…

R: Und warum?

M: Für Geld, vielleicht denken sie nach Deutschland gehen…

R: Sie wollen eine kennenlernen hier und denken, dann kommen sie nach Deutschland?

M: Ja, ja, ja…Habt ihr nicht gesehen in Deutschland…soviel… diese alten Frauen und türkische Männer…

R: Du kannst doch eine Pension mieten und die Frauen dann mitnehmen?

M: Ja, ja, Pension oder Strand…

R: Wer bezahlt die Pension, du oder die Frau?

M: Die Frau, ist doch klar, warum ich?

R: Die Frau zahlt fast immer?

M: Ja, ja…

R: Aber Geld geben sie dir schon, oder?

M: Ja, ja…

R: Bleibst du mit denen auch in Kontakt per Skype?

 M: Skype, ja, Facebook, ja, 100, 200 in Facebook…

Nur vordergründig geht es also um Sex. Hauptsächlich werden die Frauen von den Beznessern finanziell ausgebeutet. Einige erschleichen sich durch vorgespielte Liebe und Blitz-Heirat einen Aufenthaltsstatus in Europa..

(…)

Bezness (1): Auf den Spuren der Liebesmafia


Schon seit Jahren bin ich mit Kollegen und Kolleginnen, sowie Evelyne Kern, Journalistin, Schriftstellerin und Vorsitzende des Vereins „Community of interests against Bezness“, kurz CiB, einem organisierten, kriminellen Betrugsgeschäft auf der Spur, das sich Bezness nennt. Das Wort ist zusammengesetzt aus dem deutschen „Bez(iehung)“ und dem englischen „Busi(ness)“. Es bezeichnet das unsägliche Geschäft mit vorgespielter Liebe, bei dem es nur vordergründig um Sex geht, sondern hauptsächlich um materielle und/oder finanzielle Vorteile zu erhalten oder durch eine Blitzheirat ein Ticket nach Europa zu ergaunern . Die Tatorte: beliebte Urlaubsländer (überwiegend orientalisch-islamische und afrikanische Länder wie beispielsweise die Türkei, Tunesien, Marokko, Ägypten, Gambia und Kenia). Die Opfer: Touristinnen. Die Täter (Beznesser): Hotelangestellte, Animateure, Kellner, Taxifahrer, Reiseführer etc.

Dabei handelt es sich keineswegs um Einzelfälle oder gar um ein „Kavaliersdelikt“, sondern um organisierten Betrug. „Bezness ist ein Millionengeschäft“, sagt Evelyne Kern. Sie kümmert sich um Bezness-Opfer. CiB ist die einzige Anlaufstelle dafür im deutschsprachigen Raum. Laut Experten verursacht die Bezness-Mafia jährlich einen Schaden von 1,5 Milliarden Euro für das deutsche Sozialsystem (weil z.B. Sozialhilfe und Hartz IV für verschuldete Opfer oder hier verheiratete Täter oder Abschiebekosten anfallen). „Allein von Tunesien-Urlauberinnen werden jedes Jahr 1800 schwere Betrugsfälle gemeldet“, berichtet Evelyne Kern. „Dem Betrüger, dem Beznesser ist es egal, welche Frau das ist; Hauptsache sie hat zwei Voraussetzungen: sie heiratet ihn, damit er den Aufenthaltsstatus für Deutschland bekommt und sie hat genug Geld. Frauen, die alleine in den Urlaub fahren, haben vielleicht auch gerade eine Beziehung hinter sich, sind anfällig für schöne Worte und diese Typen wissen ganz genau, wie sie auf diese Frauen zugehen müssen, wie sie auf sie eingehen müssen. Wenn jemand sagt, dass die Frauen selbst schuld sind, dann irrt er. Wenn sich eine Frau verliebt, dann vertraut sie dem Menschen.“ Den Behörden in Deutschland sind das Problem und viele Fälle bekannt – sie versuchen aber, das Thema klein zu halten: „Betroffene müssen sich mit Mitteln des ausländischen Rechts gegen Betrugsfälle wehren“, so die nüchterne Erklärung des Auswärtigen Amts. Aber: „Klagen in den Herkunftsländern der Männer sind sinnlos, keine Betrogene hat je Gerechtigkeit erfahren“, sagt Evelyne Kern. CiB hat auch Petitionen ans Bundeskanzleramt und den Bundestag geschickt: „Wir wollen, dass Bezness zur offiziellen Straftat erklärt wird.“ In einem Schreiben vom Mai 2011 bedankt sich das Bundeskanzleramt im Namen der Kanzlerin zwar bei Evelyne Kern und ihrem Verein mit den Worten: „…Die Aufklärung von Frauen, von potentiellen Opfern, ist deshalb besonders wichtig. Hierzu leisten Sie einen wesentlichen Beitrag. Insbesondere in der Prävention, aber auch bei der Unterstützung von betroffenen Frauen, macht sich Ihr Verein verdient. Abschließend möchte ich Ihnen nochmals für Ihre Gesellschafts wichtige Arbeit danken und Ihnen dabei weiterhin viel Erfolg wünschen.“ Aber bislang scheint sich die bundesdeutsche Politik nicht dafür zu interessieren. Bezness-Opfer werden allein gelassen. Nicht nur in den Heimatländern der Liebesbetrüger, sondern auch in Deutschland, wie Evelyne Kern vom Verein CiB bemängelt.

Im Rahmen meiner Recherchen habe ich bei den bundesdeutschen Ministerien nachgefragt.

Das Auswärtige Amt teilt  lapidar mit: „…Betroffene müssen sich mit den Mitteln des ausländischen Rechts gegen Betrugsfälle wehren. Das Auswärtige Amt kann auf ausländische Gerichtsverfahren keinen Einfluss nehmen…“

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erklärt: „…bei den Ansprüchen der Heiratsschwindel-Opfer gegenüber den Heiratsschwindlern … (geht es) … um zivilrechtliche Ansprüche, deren Durchsetzung den Schwierigkeiten unterliegt, die grundsätzlich bei zwischenstaatlichen Rechtsstreitigkeiten bestehen…“

Das Bundesministerium der Justiz geht auf meine Anfrage erst gar nicht ein.

Dafür antwortet beispielsweise die türkische Botschaft in Berlin auf die Frage hin, ob das Problem Bezness bekannt sei: „Davon liest man, ja.“ Und wird Handlungsbedarf gesehen? „Wir haben Besseres zu tun!“

Ich war selbst unlängst in Tunesien, der Türkei und in Kenia und habe mit Kollegen und Kolleginnen (als Lockvögel) Undercover-Aufnahmen über die Arbeit der Beznesser, ihre Anbandeltaktiken und Abzockmethoden sowie verdeckte Interviews mit Tätern und Insidern gedreht. Darüber gibt es verschiedene Artikel und einen Film. Wir haben aufdecken können, nach welchen Regeln und mit welchen Methoden das Geschäft mit den Gefühlen einsamer Urlauberinnen funktioniert.  

Hier der Link zum Trailer bei „bild.de“:

http://www.bild.de/news/ausland/betrug/bezness-abzocke-urlaubs-liebe-19966946.bild.html

Mehr Infos zum Thema Bezenss auch unter:

www.CiBev.de

oder auf meinem Blog auf „1001Geschichte“ klicken.

 

 

 

 

 

 

Merkel, Antisemitismus und ein unerkannter Skandal


Der vor wenigen Tagen vorgestellte Antisemitismusbericht eines unabhängigen Expertengremiums kommt zum Schluss, dass in Deutschland judenfeindliche Einstellungen in einem „erheblichen Umfang“ bis in die Mitte der Gesellschaft hinein verankert sind. Bei etwa einem Fünftel der Bevölkerung gebe es einen latenten Antisemitismus.

Das ist erschreckend, das ist beschämend, aufgrund der historischen Verbrechen an den Juden durch das Terrorregime der Nazis. Deshalb fordern die Experten und Wissenschaftler, die sich für den Bericht verantwortlich zeigen, die Politik auf, entschlossen Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Und genau da hat die Bundesregierung, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel, Nachholfbedarf. Wie in meinen Artikeln „Der Frühling der ein Winter ist – Die Schattenseite der ‚Arabellion’“ und „Anfrage und Antwort betr. Arabellion beim Bundesminister des Auswärtigen“ auf diesem Blog bereits ausgeführt, unterstützt die Bundesregierung den „demokratischen Aufbruch“ der neuen Regierungen in Tunesien, Ägypten und Libyen mit Millionen Euro Steuergeldern. Obwohl es in diesen Ländern nach dem Fall der Regime zu mehr Menschenrechtsverletzungen, zu verstärkten Christenverfolgungen und vor allem zu einem verschärften Antisemitismus gekommen ist!

Angela Merkel sollte deshalb den Empfehlungen der Experten des Antisemitismusberichts schnell Folge leisten und ihren Einfluss in diesen Regionen geltend machen. Es ist ein bislang unerkannter Skandal, dass eine deutsche Bundesregierung Länder mit erheblichen Steuermitteln unterstützt, die weiterhin latenten Antisemitismus schürt und/oder zulassen. Leider kann man über diese unerhörten politischen Vorgänge auch nichts in den deutschen Medien lesen.

Bushido und Okkultismus


Gestern habe ich die Maz (Filmbeitrag) der Spiegel-TV-Kollegen zum Thema Bushido zum Anlass genommen einen Artikel über ihn zu schreiben.

 

Heute möchte ich diesen mit eigenen Recherchen ergänzen.

Bushido muss sich von Kritikern nicht nur gefallen lassen frauen- und schwulenfeindliche, antisemitische, rassistische, antiamerikanische und islamistische Texte in seinen Songs zu verarbeiten, sondern auch okkulte.

Der Song „So mach ich es“ aus dem 2011 gecoverten Album „23“, das er zusammen mit seinem Rapperkollegen Sido produzierte, wird bei youtube folgendermaßen angeteasert:
„Der folgende Inhalt wurde von der YouTube-Community als potenziell beleidigend oder unangemessen eingestuft. Dies ist vom Betrachter zu berücksichtigen.“

 

Also schon bevor der Zuschauer/Hörer das Video zum Musikclip sehen kann wird vor dessen beleidigenden und unangemessenen Inhalt gewarnt. Damit ist auch dieses alles andere als ein Vorbildclip, ein Vorzeigevideo für die Jugend oder gar für Integration (für den Bushido im November 2011 den Bambi-Preis erhalten hat).

„So mach ich es“ ist sehr aufwendig produziert und zeigt Hollywood-Qualität. Es beinhaltet Bushidos und Sidos Weg zur Erreichung ihrer Ziele: Geld und Macht. Der Clip strotzt vor Gewalt, Blut, Gemetzel, Sex und Vulgärsprache. Aber er zeigt noch etwas anderes: okkulte Symbole und okkulte Metaphern. Mehrmals sind Winkelmaß und Zirkel zu erkennen (Freimaurer-Symbole), eine Eule (der Minerva oder der Dämonin Lilith) auf der Spitze einer Pyramide sowie die „Horus- Auge“-Symbolik („Ein Auge“).
Sido und Bushido, so lesen wir, sollen „frei und von gutem Ruf“ sein, eine eindeutige Anspielung auf den Geheimbund der Freimaurer, den nur so kann man (neben anderen Aspekten wie beispielsweise einem Bürgen und einer positiven Kugelung) in eine Loge aufgenommen werden. Der Clip zeigt sogar – nach einer (okkult-satanischen) Sex-Orgie – das (nachgespielte) Aufnahme-Ritual Sidos in eine Freimaurer-Loge.

Bushido weiterhin als Vorbild für viele Jugendliche zu sehen scheint damit fatal, die Kritiker bestätigt: seine früheren Texte sind zu Recht beanstandet worden, seine jetzigen sind nicht viel besser. Zudem werden okkulte Themen weitertransportiert und für seine riesige jugendliche Fangemeinde interessant gemacht. Das ist gefährlich.

Wer mir jetzt Verschwörungswahn versichert, dem sei gesagt: ich recherchiere seit rund 30 Jahren im okkult-religiösen Untergrund, zudem auch Satanismus gehört, in dem es zuweilen zu Ritualmorden kam/kommt. Gerichtsakten (zumeist aus den USA) liegen mir vor, dazu habe ich einige investigative Bücher geschrieben und Filme produziert. In den USA gibt es sogar Bundesstaaten, die Gesetze gegen Rituellen Missbrauch (Satanismus) verabschiedet haben, während in Deutschland bei vielen Ermittlern noch ungläubig die Augen gerieben werden. Nicht von allen, denn schon längst gab es auch hierzulande Morde im okkult-satanistischen Kontext, den selbst Ermittlungsbehörden eingestehen mussten.

Respekt für Spiegel-TV-Journalisten: Bushido/Anis Mohamed Youssef Ferchichi und die kriminelle libanesische Großfamilie A.


Gestern Abend konnte Fernseh-Deutschland in Spiegel TV (RTL) sehen, wie kriminelle Libanesen in Berlin versuchten mit Pöbelattacken, Drohungen und üblen Beschimpfungen ein Kamerateam an der Ausübung ihrer Arbeit zu behindern bzw. diese gleich ganz zu unterbinden. Damit zeigte die libanesische Großfamilie A. auch gleichzeitig, was sie von der grundgesetzlich verankerten Pressefreiheit hält – nämlich nichts. Die Kollegen ließen sich von all dem nicht beeindrucken. Das Ergebnis ihrer Recherchen lief gestern bei Spiegel-TV. Die libanesische Großfamilie A. ist Polizei bekannt, soll in Schutzgelderpressungen, Drogengeschäfte und andere kriminelle Aktivitäten verstrickt sein. Eines ihrer Mitglieder, Mohamed A., genannt „Momo“, nahm im März 2010 an Europas größtem Pokerturnier im Hotel Grand-Hyatt teil, bei dem zunächst Unbekannte rund 250.000 Euro Start- und Preisgelder erbeutet hatten. Er gilt als einer der mutmaßlichen Drahtzieher des Überfalls. Die anderen Täter wurden schnell ermittelt: Ibrahim-El. M., genannt „Ibo“, Verdat S., Ahmed El-A., Mustafa U. und Jihad Khaled C. Nach einem 16-monatigen Prozess wurde Ibrahim-El M. im Dezember 2011 zu sechs Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Mohamed A. zu sieben Jahren und drei Monaten. Bis heute ist nur ein Bruchteil der Beute aufgetaucht.

Kontakte zur libanesischen Großfamilie A. soll – laut Spiegel-TV – auch der Rapper Anis Mohamed Youssef Ferchichi haben, besser bekannt unter seinem Pseudonym „Bushido“. Der Sohn einer deutschen Mutter und eines tunesischen Vaters sorgte unlängst bei der BAMBI-Preisverleihung im November 2011 für Schlagzeilen. Dort erhielt er den Integrationspreis. Zu Unrecht, wie Kritiker behaupten, wie beispielsweise der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel, der dem Rapper vorwarf für Frauen- und Schwulenfeindlichkeit zu stehen. Peter Plate von der Band „Rosenstolz“ erklärte, dass Bushido mit frauen- und schwulenfeindlichen Texten Karriere gemacht habe und der Volkssänger Heino gab seinen 1990 verliehenen Bambi wieder zurück, weil er „zutiefst empört“ wäre, dass man einem „gewalttätigen Kriminellen“ diesen Preis verlieh. „Mit diesem Mann möchte ich nicht auf eine Stufe gestellt werden.“ Laudator Peter Maffay beendete nach der Talk-Show „Markus Lanz“ Ende November 2011 die Zusammenarbeit mit dem Rapper, weil dieser „seinen Worten keine Taten folgen“ ließ.

Tatsächlich ist Anis Mohamed Youssef Ferchichi/Bushido immer wieder wegen frauen- und schwulenfeindlichen Texten kritisiert worden. Andere werfen ihm nationalistische und rassistische Texte vor, eine mangelnde Distanz zu rechtsextremen Fans sowie Antisemitismus, Anitamerikanismus und Islamismus. Anis Mohamed Youssef Ferchichi/Bushido weist diese Vorwürfe zurück. Wohl wenig glaubwürdig, wenn man (beispielsweise) Ende November 2011 die Talk-Show „Markus Lanz“ gesehen hat, bei der es zu heftigen Wortgefechten mit anderen Gästen und dem Moderator gekommen ist.

In Anis Mohamed Youssef Ferchichi/Bushidos letzter Albumveröffentlichung „Jenseits von Gut und Böse“ (2011) heißt es beispielsweise im Song „Mof**ka“:

„…ich war schon als Kind provokant, dass hier nennt man intolerant, ich gegen die Welt, ich fick jeden und selbst deine beste Freundin…“

Auszug Song „Verreckt“:

“…Ihr seid mir alle viel zu Beverly-Hills und diese Möchte-gern-Topmodels fressen nur Pill’n. Egal ob Pop-Stars oder DSDS, in meinen Augen seid ihr alle nur Dreck, verreckt…Ich weiss genau , wie sehr mich die Streber hassen, ich sammel Frau’n, wie dein Vater die leeren Flaschen…“

Auszug Song “Hassliebe” (Bushido „Sonny Black“ feat. Kay One):

“…Ich füll mein Glas, mit Whiskey auf, du hattest grad den falschen, ich knips Dich aus! Uns interessiert, kein Rap und Beats. Ich ficke lieber Chicks in der Junior Sweet!… Ich machs, Publik, ich fick‘ mit deinen acht Cousinen…Du Hund bist im Fokus, ich jag dich um diesen Globus denn ich bin von Grund auf niveaulos…Ja, ich gehe diesen Weg – Scheiss drauf! Töten um zu überleben – seit klein auf! Um deine Frage zu beantworten: Ja wir sind Jungs von der Strasse. Friss oder stirb, Wohin sind all die Rapper gegangen, und wen ich ficke, ist der Presse bekannt!…“

Somit sind Anis Mohamed Youssef Ferchichi/Bushidos neue Songtexte wohl alles andere als „Integrationswürdig“ auch wenn er immer wieder versucht hat sich von seinen früheren verbalen „Entgleisungen“ zu distanzieren. Zudem bedürfen seine Verbindungen zu kriminellen Mitgliedern der libanesischen Großfamilie A. der weiteren Aufklärung. Den Anstoß dazu hat die unerschrockene Berichterstattung der Spiegel-TV-Kollegen gegeben, die sich trotz Drohungen und Beleidigungen durch Mitglieder der libanesischen Familie A. nicht einschüchtern ließen. Dafür haben sie den größten Respekt verdient!

Delfinarien: Unterschätzte Gefahr für Kinder


Schon lange warnen Experten vor aggressiven Meeressäugern, die in Delfinarien und Ozeanparks eingesperrt sind. Bis jetzt weitgehend ungehört.

Delfine und Wale in Delfinarien und Ozeanparks gelten zumeist als zutrauliche und harmlose Streicheltiere. Doch das ist ein Trugschluss, wie Experten meinen. „Delfine entwickeln in den engen Becken Frustrationen und können beispielsweise bei zu engem Kontakt Menschen angreifen“, erklärt Meeresbiologin Tanja Breining von der Tierrechtsorganisation PETA. „Die Meeressäuger haben einfach keine andere Möglichkeit sich auszudrücken, sich zu wehren.“ Der deutsche Tierrechtler Frank Albrecht führt an, dass im Duisburger Delfinarium Tiere ihre Pfleger mit den Schnäbeln an den Händen geschlagen und ihnen brutal die Futtereimer entrissen hätten. Tatsächlich kommt es im Umgang mit den gefangenen unberechenbaren Wildtieren immer wieder zu tödlichen Angriffen auf Menschen: Bei einer Show im Loro Park auf Teneriffa zog im Dezember 2009 ein Orca-Wal den Tiertrainer auf den Beckenboden bis dieser ertrank. Im Februar 2010 packte bei einer Vorführung im Sea World Themenpark in Orlando, Florida ein Orca eine Trainerin und verschwand mit ihr in der Tiefe des Beckens. Auch sie konnte nur noch tot geborgen werden. Albrecht: „Unter Stresssituationen töten sich Delfine sogar untereinander oder die Babys anderer Mütter.“ Doch obwohl Experten vor aggressiven Reaktionen der Tiere warnen, machen Delfinarienbetreiber weiter Kasse mit einem möglichst nahen Kontakt mit den Meeressäugern. Ihre Kunden: Kinder. Nicht nur bei den umstrittenen Delfintherapien, sondern auch bei Showeinlagen. Darin werden Kinder zur Belustigung des Publikums ohne Begleit- oder Schutzperson, nur in einem winzigen Boot, von Delfinen durch die Becken gezogen. Zur Belohnung darf das ausgewählte Kind den Delfin dann noch füttern, ganz nahe bei ihm sein. Dem Autor liegen Aufnahmen der Tierrechtsorganisation PETA vor, die belegen, wie aus einem scheinbaren Riesenspaß schnell gefährlicher Ernst werden kann. Im „Connyland“ in Lipperswil werden zwei Kinder mit Schwimmwesten im Boot durch das Wasser gezogen. Doch das Boot kentert, ein Kind fällt ins Becken, wird sofort von den Delfinen umkreist. Schnell springt der Tiertrainer hinterher, rettet das Kind. „Ein Kind erschrickt schnell, schreit vielleicht noch, der Delfin geht dabei eventuell von einem Angriff aus und reagiert aggressiv“, sagt Tierrechtler Frank Albrecht. „Es ist ignorant und extrem fahrlässig Kinder mit Delfinen zusammenzulassen.“ Cathy Williamsion von der „Whale and Dolphin Conservation Society“ meint: „Durch ihre enorme Körperkraft können Delfine Kinder auch unabsichtlich Schaden zufügen.“ Zudem könnten sie besonders leichte Kinder ins Wasser zurückziehen und sogar ertränken. „Weil jederzeit mit einer aggressiven Reaktion der Delfine gerechnet werden kann, betrachten wir diese Unterhaltungselemente, in denen Kinder mit einbezogen werden, als grobfahrlässig!“ ergänzt Jürgen Ortmüller vom „Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF).“ „Wir fordern ein Verbot solch gefährlicher Aktionen! Die Delfinarien-Betreiber stehen in der Pflicht.“

Zu dieser Thematik habe ich mit dem bekannten Moderator Hans Meiser eine DVD produziert:

Dolphin Prison – Das lächelnde Sterben der Delfine

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Stereo)
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Studio: AV Visionen GmbH
Erscheinungstermin: 17. Dezember 2010
Produktionsjahr: 2010
Spieldauer: 60 Minuten
Preis: EUR 19,99 (inkl. MwSt.)