Die Leser und Leserinnen meines investigativen Journalistenblogs haben mit großem Interesse auf meinen Artikel “Bezness (1): Auf den Spuren der Liebesmafia” reagiert. Deshalb möchte ich, bezugnehmend auf diesen Artikel, das Thema an dieser Stelle weiterführen.
Nachfolgend einige verdeckt gedrehte Dialoge zwischen mir (investigativer Reporter – mein Team und ich haben uns als “normale” Touristen ausgegeben) und einheimischen Beznessern im türkischen Urlaubsort Side wiedergeben. Aus dem was die Liebesbetrüger vor versteckter Kamera auspacken ist leicht das perfide System von Bezness zu erkennen. Aber lesen Sie selbst.
“R” steht für “Reporter”, also für mich und “A” für den Retaurantkellner ”Achmed” (Name geändert) und “M” für den Hotelanimateur “Mehmet”.
Auszug aus dem Filmtreatment (“Auf den Spuren der Liebesmafia” von Guido Grandt):
“Einer von ihnen ist Achmed, der Restaurantkellner. Scheinbar zufällig verwickeln die Reporter ihn in ein Gespräch. Fragen gezielt nach den Anmachmaschen.
Situative O-Töne Reporter und Achmed
R: Die Frauen kriegt man doch relativ leicht rum hier?
A: Ja…
R: Viele Deutsche dann, oder alle?
A: Alle…
R: Dann einmal ins Hotel, am anderen Tag ist vorbei, oder kommen die wieder?
A: Wieder, wenn du hast gut gemacht, kommen die wieder!
R: Dann kommen die manchmal den ganzen Urlaub her?
A: Ja…
R: Bist du eigentlich verheiratet?
A: Ja…
R: Egal, müssen die ja nicht wissen…
A: Psssst…
R: Ein Kollege kam bei der Frau nicht an, die wollte nichts mit ihm haben und dann hat der Kellner zu seinem Kollegen gesagt, geh du da hin und dann ist sie nachher mit dem weggegangen. Ist es bei euch auch so, dass ihr ein wenig miteinander redet, so?
A: Ja, ja…
R: Bisschen rumschicken und so?
A: Genau…
R: Und bleibt ihr mit denen in Kontakt, Email, Sms und so?
A: Ja…
R: Und es ist tatsächlich so, dass die dann noch Geld schicken später, Geld schicken oder Handys?
A: Ja, ja…die machen das.
R: Machen die das?
A: Wenn er macht Arbeit gut, wenn Frau zufrieden, er kriegt alles…Was möchte eine Frau? Frau möchte das, schöne Zeit, wenn sie eine rote Rose geben sie macht alles…
Romantik, Zärtlichkeit und eine schöne Zeit – das also scheint die Masche der türkischen Gigolos zu sein, um Touristinnen gefügig zu machen. Dass dahinter jedoch mehr als nur orientalische Liebesnächte stecken, stellen die Reporter schon sehr bald fest.
(…)
Kurze Verschnaufspause am Pool. Hotelangestellte Ilona gesellt sich dazu. Die Deutsche kennt die Anbagger- und Abzockstrukturen der türkischen Männer nur zu gut.
Situativer O-Ton Cordula (deutsche Hotelangestellte)
„Ich habe hier Leute an meinem Schreibtisch sitzen, die sagen, der Animateur liebt mich. Der wollte sich einen Roller kaufen. Aber ihm fehlten noch 300 Euro, die habe ich ihm dann gegeben. Ein Kellner verdient hier 300 Euro und wenn ich hier so eine Ische knalle und ihr jeden Tag erzähle, wie toll sie ist und wie sexy sie doch aussieht, weiß ich doch, ich habe einen guten Zusatzverdienst. Ich würde, wenn ich eine Tochter hätte, sie nicht hierher lassen.“
O-Ton Reporterin
„Wenn ein Bus ankommt und neue Touristinnen bringt, dann stehen die Kellner schon da und begucken sich welches Frischfleisch kommt. Die Betreuung ist dann natürlich sehr intensiv. Dann wird den ganzen Tag mehr oder weniger immer wieder kleine Aufmerksamkeiten, so dass die Frauen schon merken, da ist ein deutliches Interesse.“
Deutliches Interesse zeigt auch Hotelanimateur Mehmet an den zahlreichen Touristinnen. Ihm geht es nicht nur um jobbedingte Freundlichkeit, sondern um weitaus mehr.
Vor versteckter Kamera packt der Hotelanimateur bei den Reportern aus.
Situative O-Töne Reporter und Mehmet
M: In Side…alte Frau und türkische Männer…
R: Und warum?
M: Für Geld, vielleicht denken sie nach Deutschland gehen…
R: Sie wollen eine kennenlernen hier und denken, dann kommen sie nach Deutschland?
M: Ja, ja, ja…Habt ihr nicht gesehen in Deutschland…soviel… diese alten Frauen und türkische Männer…
R: Du kannst doch eine Pension mieten und die Frauen dann mitnehmen?
M: Ja, ja, Pension oder Strand…
R: Wer bezahlt die Pension, du oder die Frau?
M: Die Frau, ist doch klar, warum ich?
R: Die Frau zahlt fast immer?
M: Ja, ja…
R: Aber Geld geben sie dir schon, oder?
M: Ja, ja…
R: Bleibst du mit denen auch in Kontakt per Skype?
M: Skype, ja, Facebook, ja, 100, 200 in Facebook…
Nur vordergründig geht es also um Sex. Hauptsächlich werden die Frauen von den Beznessern finanziell ausgebeutet. Einige erschleichen sich durch vorgespielte Liebe und Blitz-Heirat einen Aufenthaltsstatus in Europa..
(…)
Leider kommt es sehr haeufig vor, dass Frauen so ausgenützt werden, aber man muss sich gut überlegen ob man sich auf so eine Urlaubsliebe einlaesst, ich habe es auch getan und habe Glück gehabt, bin schon seit 18 Jahren mit einem türkischen Mann verheiratet, war auch eine Urlaubsliebe. Habe aber auch Freundinnen, bei denen es ebenso gut funktioniert wie bei mir. Aber wenn man jemand kennenlernt im Urlaub, ist schonmal Vorsicht geboten, wenn man dann zurückkehrt und dann gewisse Punkte kommen, meine Mutter oder sonst wer ist krank oder irgend eine andere Lage, kannst Du mir Geld schicken oder lass uns in der Türkei ein Geschaeft zusammen eröffnen oder aehnliche Dinge, dann bist Du schon verloren. Dann sollte man auch gleich erklaeren, wie es in Deutschland aussieht, von wegen dass grosse Geld verdienen und heimschicken, dass sowas nicht funktioniert, denn man muss erstmal für seine eigene Familie sorgen. Frauen sollten ganz viele wichtige Punkte abklaeren, ich glaube wenn man diesen Maennern alles erklaert, was wirklich auf Sie in Deutschland zukommt, machen die schnell einen Rückzieher. Dann kommt der Schwerpunkt Sprache auch noch dazu, die meisten können sich ausser Liebeschwüre ja garnicht zu wichtigen Dingen aeussern, da sie ja nur ein Englisch auf geringem Level beherrschen. Oft ist es auch so das Maenner bereits verheiratet sind und Kinder haben und ihre Familie verlassen, dies aber in ihren Papieren nicht erscheint, da sie nur durch einen Hoça bzw. İman verheiratet sind. Man muss sich auch erstmal mit der türkischen Mentalitaet auseinander setzen und muss von beiden Seiten 50 zu 50 aufeinander zukommen, sonst geht garnichts. İch hoffe für alle Frauen, dass İhnen nicht nur Schlechtes wiederfaehrt bei einer Urlaubsliebe, aber es ist grosse Vorsicht geboten
Geschrieben von Gaby Subası | Februar 27, 2012, 15:11Herzlichen Dank für den seriösen Kommentar! Sie haben es auf den Punkt gebracht!
Geschrieben von guido grandt | Februar 27, 2012, 15:22Letztendlich liegt es doch nur an den Frauen selbst, solange sie sich auf diese Typen einlassen.
Geschrieben von Böser Wolf | Februar 24, 2012, 13:00Vielen Dank für die Recherchen, Herr Grandt.
Die Antworten der Typen zeigen deutlich, wie rotzfrech und gewissenlos die sind.
Bei 1001Geschichte kann man 1001fach lesen, wie raffiniert Beznesser vorgehen und wie zerstörerisch für die Opfer und oftmals auch für die Angehörigen, solche Beziehungen sind.
Völlig unverständlich ist, dass es Leute gibt, die 1001 kritisieren.
Geschrieben von Beate | Januar 29, 2012, 16:10Da gebe ich Ihnen Recht! Aber die Kritik kommt meist von Täterseite oder deren Umfeld selbst. Leider lassen sich viele davon täuschen!
Geschrieben von guido grandt | Januar 29, 2012, 17:21bald ist Deutschland total unattraktiv und dann balzen die in Richtung Asien
Geschrieben von Annelies | Januar 28, 2012, 13:26Dieses Thema ist leider brandaktuell.
Inzwischen wird von den “Herren” auch verstärkt das Internet genutzt, um europäische Frauen kennenzulernen.
Leider haben die Männer damit Erfolg.
Frauen werden mit Liebesschwüren eingewickelt und sitzen schnell in der Liebesfalle.
Sie besuchen die Herren in ihrer Heimat.
Dort wartet schon die nette Famlie, die das Spiel mitspielen, sich natürlich über die europäische Schwiegertochter freuen und sie mit offenen Armen empfangen.
Schnell wird geheiratet, denn die Liebenden möchten ja endlich zusammen sein.
Wenn dann alles nach Wunsch gelaufen, der Ehemann in Deutschland angekommen, der Aufenthalt gesichert oder ein Kind geboren ist, zeigt er schnell sein wahres Gesicht.
Die Frau wird nicht mehr gebraucht und eiskalt abserviert.
Eine einheimische Jungfrau steht dann oft schon in den Startlöchern oder wird schnell gefunden.
So bekommt er nach kurzer Zeit seine Wünsche erfüllt.
An die Frau, die ihm aus Liebe alles ermöglicht hat und oft traumatisiert zurückbleibt, denkt er nicht mehr.
Die Frauen sind oft hoch verschuldet und kommen Jahre nicht aus diesem Tief.
Danke an G. Grandt, der dieses Problem thematisiert und hilft es der Öffentlichkeit näher zu bringen.
Geschrieben von Karin | Januar 28, 2012, 14:15Danke Ihnen! Es ist nur möglich mit Ihrer aller Hilfe!
Geschrieben von guido grandt | Januar 29, 2012, 17:20Dieses perfide Spiel geht aber noch viel weiter. Wie man auf 1001Geschichte.de lesen kann, enden diese “großen Lieben” meist im totalen Desaster. Nachdem diese Typen ihr Ziel (Geld und Aufenthaltsstatus in Deutschland) erreicht haben, zeigen sie ihr wahres Gesicht. Viele Frauen, die auf solche üblen Machenschaften hereinfielen, sind am Ende restlos abgezockt und traumatisiert. In einigen Fällen enden diese Storys in der Psychatrie oder sogar mit dem Tod der Frauen.
Danke Guido Grandt, dass Sie sich diesem Thema annehmen.
Geschrieben von Evelyne | Januar 28, 2012, 12:22Respekt vor Ihnen und Ihrem Verein, der sich seit so vielen Jahren dieser Thematik annimmt und den Opfern hilft! Trotz Anfeindungen, Beleidigungen und Beschimpfungen von Täterseite und Menschen, die das perfide Bezness-System nicht durchschaut haben. Weiter so!
Geschrieben von guido grandt | Januar 28, 2012, 12:28Danke Ihnen!
Geschrieben von guido grandt | Januar 28, 2012, 14:51